Rotthalmünster

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Rotthalmünster
Rotthalmünster
Deutschlandkarte, Position des Marktes Rotthalmünster hervorgehoben

Koordinaten: 48° 22′ N, 13° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Verwaltungs­gemeinschaft: Rotthalmünster
Höhe: 361 m ü. NHN
Fläche: 44,52 km2
Einwohner: 4974 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94094
Vorwahl: 08533
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 143
Marktgliederung: 85 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 10
94094 Rotthalmünster
Website: www.rotthalmuenster.de
Erster Bürgermeister: Günter Straußberger (Bürger für Rotthalmünster)
Lage des Marktes Rotthalmünster im Landkreis Passau
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Marktplatz in Rotthalmünster

Rotthalmünster ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Rotthalmünster.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rotthalmünster liegt in der Region Donau-Wald im niederbayerischen Bäderdreieck genau zwischen den drei Kurorten Bad Birnbach, Bad Griesbach und Bad Füssing. Der Markt befindet sich 35 km südlich von Vilshofen an der Donau sowie 35 km südwestlich von Passau, 22 km westlich vom oberösterreichischen Schärding, 24 km nordöstlich von Simbach am Inn, 25 km östlich von Pfarrkirchen und 140 km von der Landeshauptstadt München entfernt. In 16 km Entfernung besteht Anschluss zur Bundesautobahn 3, Ausfahrt Pocking. In dem ebenfalls zu Rotthalmünster gehörenden Ortsteil Karpfham/Bahnhof befindet sich eine Bahnstation, welche man sich mit der Stadt Bad Griesbach im Rottal teilt. Die Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit verbindet den Landkreis Passau mit dem Landkreis Mühldorf am Inn.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 85 Gemeindeteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Asbach, Pattenham, Rotthalmünster und Weihmörting.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktplatz in Rotthalmünster

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Bayernherzog Hugbert (724–736) gründete ein Adeliger aus dem Geschlecht der Wilhelminer, mit dem Namen Wilhelm ein Nonnenkloster an einem Ort namens Chirihpah. Eine Traditionsnotiz des Hochstifts Passau unterrichtet über den Gründungsvorgang. Das Kloster wurde dann an seine Tochter Irminswind mit der Oblation übergeben, sich einer klösterlichen Institution zu unterstellen. Auf ihrem Sterbebett rief sie den Passauer Bischof Waldrich und Männer aus ihrer Verwandtschaft und bekundete in dieser Runde, die Zelle ihrer Nichte, der Nonne Sapientia, zu übergeben. Nach deren Tod sollte die Leistung des Klosters die Nonne Imma übernehmen. Zugleich unterstellte sie alle Nonnen des Klösterchens dem Bistum Passau. Ihre Verwandten sollten diese Verfügung Karl dem Großen anzeigen und dessen Zustimmung einholen.[3] Dieses älteste adelige Eigenkloster Bayerns, das sich vermutlich an der Stelle des heutigen Kühbach (etwa drei Kilometer von Rotthalmünster) befand, wurde nicht (nachgewiesenerweise) in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts infolge der Ungarnstürme zerstört.

Der Ort Rotthalmünster gehörte um 1150 den Grafen von Vornbach und Neuburg und kam schließlich an die Wittelsbacher. Der schon im 13. Jahrhundert als Markt bezeichnete Ort gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Griesbach des Kurfürstentums Bayern. „Münster“, wie der Ort noch bis Mitte des 18. Jahrhunderts genannt wurde, besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Rotthalmünster.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Pattenham wurde am 1. Januar 1970 eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kam Asbach hinzu.[4] Weihmörting folgte am 1. Mai 1978.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 4578 auf 4974 um 396 Einwohner bzw. um 8,7 %. Am 31. Dezember 1996 war mit 5221 Einwohnern annähernd der Stand von 1950 erreicht worden.

  • 1961: 4463 Einwohner
  • 1970: 4726 Einwohner
  • 1987: 4538 Einwohner
  • 1991: 4823 Einwohner
  • 1995: 5196 Einwohner
  • 2000: 5172 Einwohner
  • 2005: 5068 Einwohner
  • 2010: 4980 Einwohner
  • 2015: 4885 Einwohner

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholischen Glaubens. Katholische Pfarreien sind in Rotthalmünster sowie in Asbach/Weihmörting beheimatet. Das Evang.-Luth. Vikariat Rotthalmünster betreut die evangelischen Christen in der Region.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderatswahl 2020[6]
(in %)
 %
40
30
20
10
0
33,73
32,23
19,79
14,25
BfR
FWGW
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+13,42
−8,11
+3,01
+1,19
BfR
FWGW
aktuelle Sitzverteilung im Markt Rotthalmünster (15. März 2020)
    
Insgesamt 16 Sitze
  • BfR: 6
  • CSU: 5
  • FWGW: 3
  • UWG: 2

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 4107 stimmberechtigten Einwohnern im Markt Rotthalmünster, 2377 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 57,88 % lag.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996–2008: Werner Mayer (Bürger für Rotthalmünster/BfR)
  • 2008–2020: Franz Schönmoser (CSU)
  • 2020–0000: Günter Straußberger (BfR)

Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde Günter Straußberger mit 60,35 % der Stimmen zum Ersten Bürgermeister gewählt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Rotthalmünster
Blasonierung: „In blau eine eintürmige silberne Kirche, auf deren rotem Dach zwei silberne Störche stehen.“[9]
Wappenbegründung: Der Markt Rotthalmünster führt, wie die meisten der niederbayerischen Märkte, seit Jahrhunderten ein eigenes Wappen im Siegel. Schon das älteste, durch einen Abdruck aus dem Jahr „1374 MVNSTER“ zeigt dasselbe Bild, das heute noch vom Markt Rotthalmünster im Wappen und im Dienstsiegel der Verwaltung verwendet wird. Während die Kirche das vormalige Kloster symbolisiert, weisen die Störche auf das frühere häufige Vorkommen dieser Tiere in der Flusslandschaft der Rott hin.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asbach:

Weihmörting:

Rotthalmünster:

  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, spätgotischer Bau von 1452 bis 1481
  • Barocke Wieskapelle, von 1737 bis 1740 erbaut
  • Portalstöckl am Marktplatz, Torturm aus dem 15. Jahrhundert

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es in der Gemeinde 2202 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 2005 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Einpendler um 197 Personen größer als die der Auspendler. 102 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 82 landwirtschaftliche Betriebe; von der Gemeindefläche waren 3057 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Am Bahnhof von Karpfham wurde 1936 ein Zweigwerk der Rottaler Butterwerke GmbH Asbach an der Rott erbaut. Es gehört heute der Rottaler Milchwerk eG, einer Tochterfirma der österreichischen Berglandmilch.

Die größten Arbeitgeber des Ortes sind die Landkreis Passau Krankenhaus gGmbH, die Baufirma Josef Meier GmbH+Co KG, die 'Erich Kopschitz GmbH - Kerzenfabrik' sowie die Firma Heber.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rotthalmünster liegt auf dem Pilgerweg Via Nova, der aus Kößlarn kommend nach Kirchham führt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Schulen und Kindergärten (Stand: 2019):

  • Kindergarten Mariä Himmelfahrt
  • Grundschule
  • Mittelschule
  • Private Montessorischule

Aktuell existieren auch noch folgende Einrichtungen:

  • Akademie für Gesundheitsberufe gGmbH der Landkreis Passau Krankenhaus gGmbH
  • Berufsfachschule für Krankenpflege
  • Staatl. Höhere Landbauschule
  • Volkshochschule Rotthalmünster

Justiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Februar 2008 wurde die Zweigstelle Rotthalmünster des Amtsgerichts Passau aufgelöst. Das Gebäude beherbergt jetzt die Montessori-Schule, die von Kößlarn nach Rotthalmünster umgezogen ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alois Schlögl (1893–1957), CSU-Politiker, Landtagsmitglied und Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (1948 bis 1954)
  • Josef Schimpfhauser (1921–2013), Bürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Ende 1997 führt der Moderator Markus Walsch auf Bayern 3 mit den Begrüßungsworten Grüß Gott, Auer Karl, Rotthalmünster! regelmäßig bayernweit bekannte Telefonstreiche durch.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rotthalmünster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Rotthalmünster in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Januar 2018.
  3. Joachim Jahn: Ducatus Baiuvariorum: Das bairische Herzogtum der Agilolfinger, S. 218f. (= Monographien zur Geschichte des Mittelalters). Hiersemann, Stuttgart 1991. ISBN 3-7772-9108-0.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 474.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 620.
  6. Gemeinderatswahl 2020
  7. Gemeinderatswahl 2020
  8. Bürgermeisterwahl 2020
  9. Eintrag zum Wappen von Rotthalmünster in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte