Thailändische Streitkräfte

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Emblem des Verteidigungsministeriums

Die Königlich-Thailändischen Streitkräfte (Thai: กองทัพไทย, RTGS: Kong Thap Thai, Aussprache: [kɔːŋ.tʰáp.tʰai]) sind die Streitkräfte des Königreichs Thailand und bestehen aus den Teilstreitkräften Heer, Marine und den Luftstreitkräften mit 314.000 aktiven Soldaten und 200.000 Reservisten (Stand: Januar 2007).[1] Der Wehretat betrug 2016 6,3 Mrd. US-$. [2]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum thailändischen Militär haben auch Frauen Zugang; es besteht eine zweijährige Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 25 Jahren. Die Streitkraft ist hauptsächlich eine Berufsarmee. Der König ist der Oberbefehlshaber der Streitkräfte. In den letzten Jahren hat sich die Rolle der thailändischen Streitkräften von der reinen Landesverteidigung hin zu internationalen Aufgaben zum Beispiel an Missionen der Friedenstruppen der Vereinten Nationen geändert. Außerdem nahmen thailändische Soldaten auch an der INTERFET in Osttimor teil. Im April 2015 wurde für 2016 eine Erhöhung des Wehretat um 7 % gegenüber dem Vorjahr beschlossen, auf nun 6,3 Mrd. US-$. Das entspricht fast 8 % des Gesamthaushaltes Thailands. [2]

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge des Königlichen Heeres

Das Königliche Heer (กองทัพบกไทย; [kɔːŋ tʰáp bòk tʰaj]) ist die älteste Teilstreitkraft. Es wurde 1874 aufgestellt und besteht aus 190.000 Soldaten. Das Motto lautet „Für die Nation, Religionen, König und das Volk“ (เพื่อชาติ ศาสน์ กษัตริย์ และประชาชน). Zum Heer gehört auch die Königliche Garde (ทหารรักษาพระองค์ ; [tʰa.hăːn.rák.săː.prá.ʔɔːŋ]). Das Heer verfügt über 282 Kampfpanzer, 15 leichte Panzer und 970 Transportpanzer. Das Heer war unter General Sonthi Boonyaratglin maßgeblich am Militärputsch im September 2006 beteiligt. Generalinspekteur ist General Udomdej Sitabutr (seit 2014), sein Stellvertreter ist General Chatchai Sarikalya.[3] Die Chulachomklao-Militärakademie in Nakhon Nayok bildet das Offizierskorps des Heeres aus.

Das Heer ist Eigentümer der Fernsehsender Thai TV5, Thai Global Network und BBTV Channel 7.

Im Jahre 2011 gab das thailändische Oberkommando die Bestellung von 49 Kampfpanzern des ukrainischen Typs T-84 Oplot bekannt. Sie ersetzen die veralteten M41 Walker Bulldog.[4]

Luftstreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der Königlich Thailändischen Luftwaffe
Hauptartikel: Thailändische Luftwaffe

Die Königlich Thailändische Luftwaffe (กองทัพอากาศไทย; [kɔːŋ tʰáp ʔaːkàːt tʰaj]) besteht seit 1911 und hat eine Stärke von 45.000 Soldaten. Sie ist mit 104 Kampfflugzeugen, 30 Transportflugzeugen und 45 Hubschraubern ausgerüstet.

Kommandeur ist General Trithot Sonjaeng.

Marine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der Königlichen Marine

Die Königliche Marine (กองทัพเรือไทย; [kɔːŋ.tʰáp.rʉa.tʰai]) hat eine Stärke von 71.000 Soldaten. Sie verfügt über einen Flugzeugträger (HTMS Chakri Naruebet), 10 Fregatten, 4 Korvetten, 42 Patrouillenboote sowie 15 Militärhubschrauber. Zur Marine gehört auch die Königliche Marineinfanterie mit 18.000 Soldaten. Der Hauptmarinestützpunkt ist das Sattahip Naval Base im Amphoe Sattahip (Provinz Chonburi). Es gibt drei Regionalkommandos:

  1. Golf von Thailand Nord
  2. Golf von Thailand Süd
  3. Andamanensee

Die Thailändische Marineakademie besteht seit 1952 und befindet sich in Samut Prakan.

Generalinspekteur ist Admiral Kraisorn Chansuwanit.

Wehrpflicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wehrpflicht besteht für Männer ab 21 Jahren und umfasst eine Dienstpflicht von zwei Jahren. Welche Wehrpflichtigen tatsächlich den Wehrdienst ableisten müssen, wird per Los bestimmt. Dabei muss eine Quote der einzuziehenden jungen Männer je Provinz erfüllt werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich freiwillig zum Wehrdienst zu melden, wodurch die Dauer der Wehrpflicht auf sechs Monate verkürzt wird. Vor allem Söhne wohlhabender Familien versuchen dem Wehrdienst zu entgehen, indem sie sich in Provinzen anmelden, die für eine hohe Zahl von Freiwilligen bekannt sind. Außerdem ist vom Wehrdienst befreit, wer bereits in der Oberschule das freiwillige, dreijährige Wehrerziehungsprogramm der Reservekräfte (thailändisch Nak Sueksa Wicha Thahan, wörtlich „Studenten der Militärkunde“) durchlaufen hat.[5] Im Jahr 2015 erwägt die Regierung jedoch, diese Freistellung aufzuheben, weil so viele Jungen daran teilnehmen, dass nicht mehr genügend zum eigentlichen Wehrdienst eingezogen werden können.[6]

Einfluss im Staat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die thailändischen Streitkräfte besitzen große Macht und hohen Einfluss im Staat. Die Teilstreitkräfte besitzen Fernseh- und Radiosender. Außerdem werden zahlreiche Flughäfen in Thailand militärisch und gleichzeitig zivil genutzt. Somit stehen dem Militär zusätzliche Einnahmequellen zur Verfügung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Army of Thailand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.globaldefence.net. Abgerufen am 31. Mai 2016 (englisch).
  2. a b Asia Defence Journal - Ausgabe Nov. 2015 - Seite 11 (en) Abgerufen am 31. Mai 2016.
  3. Commandeur Royal Thai Army
  4. http://defense-update.com/20131106_rt.html#.U0Qheah_viF
  5. Aporn Deenan: Thailand. In: International Encyclopedia of Adolescence. Routledge, New York/Abingdon (Oxon) 2007, S. 1008.
  6. Thai junta to amend regulations on reserved force conscription. In: Prachatai.com, 8. Juli 2015.