RuPaul

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RuPaul im Oktober 2007

RuPaul (eigentlich RuPaul Andre Charles, * 17. November 1960, San Diego, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Dance-Musik-Sänger, Singer-Songwriter und eine Drag Queen, der in den 1990er Jahren weltweite Berühmtheit erlangte. Auf ihn traf man in einer großen Anzahl von Fernsehprogrammen, Filmen und Musical-Alben. Im Gegensatz zu einem oftmals vorzufindenden zickenhaften Benehmen bei anderen Drag Queens, stattete RuPaul sich selbst mit einer „Liebt einander“-Attitüde aus. Obwohl er vor allem als extravagante Drag Queen bekannt ist, trat er auch als Mann in einer Reihe von Rollen auf, meistens unter dem Namen RuPaul Charles.

Biografie[Bearbeiten]

RuPaul (links) ohne Drag im März 2009

Die Kindheit wurde durch die Scheidung seiner Eltern geprägt. RuPaul kämpfte sich in den 1980er Jahren als Musiker und Filmproduzent in Atlanta ab. Dort beteiligte er sich beim Underground-Film und half dabei, den Low-Budget-Film Starbooty zu entwickeln (und ein Album gleichen Namens). In den Blickpunkt der Öffentlichkeit geriet RuPaul 1989 mit einem Cameo-Auftritt in dem Musikvideo für die bekannte Hit-Single LoveShack von The B-52’s.

In den frühen 1990er Jahren wurde RuPaul eine Institution in der Clubszene von New York City und mehrfach von Partyveranstaltern und DJs zur Queen of Manhattan gewählt. In dieser Zeit begann er unter dem Namen RuPaul Charles in verschiedenen Nachtclubs aufzutreten, darunter häufig im Pyramid Club. Er wirkte auch für viele Jahre am jährlichen Wigstock-Dragfestival mit und trat in der Dokumentation Wigstock: The Movie auf. Es gibt im Internet viele von Nelson Sullivan gedrehte Videos aus dieser Zeit.

1993 veröffentlichte er sein erstes Musikalbum Supermodel of the World, wobei er mit dem Dancetrack Supermodel (You Better Work) auch den internationalen Durchbruch als RuPaul schaffte. Das Musikvideo wurde zu einer Zeit, in der Grunge und Gangsta-Rap populär waren, ein unerwarteter Erfolg auf MTV. Kurz danach nahm er im Duett mit Elton John dessen Lied Don’t Go Breaking My Heart neu auf, das es bis auf Platz Sieben der UK-Charts schaffte und dort sein größter Erfolg war.

1995 unterzeichnete RuPaul einen Modelvertrag mit dem Unternehmen MAC Cosmetics, wodurch er zum ersten Drag Queen-Supermodel wurde und brachte seine Biographie mit dem Titel Lettin’ It All Hang Out heraus. 1996 erhielt er auf dem Fernsehsender VH1 seine eigene Talkshow The RuPaul Show, wo er Prominente wie Nirvana, Duran Duran, Taylor Dayne, Mary J. Blige, Beatrice Arthur, Dionne Warwick, Olivia Newton-John, Beenie Man, Bow Wow Wow, die Backstreet Boys und Chi Chi LaRue interviewte. Im selben Jahr brachte er sein zweites Album Foxy Lady heraus. Entgegen seiner zunehmenden Popularität scheiterte das Album in den Billboard 200.

Er hatte Gastauftritte in vielen Filmen, unter anderem in den beiden Kinofilmen Die Brady Family und Die Brady Family 2, der adaptierten ehemaligen Fernsehserie Drei Mädchen und drei Jungen, in der er Jan Bradys Eheberaterin Mrs. Cummings spielte.

1997 arbeitete er mit Martha Wash an einem Remake der klassischen Discohymne It’s Raining Men. In jener Zeit erschien er häufig in Werbungen im Fernsehsender WebEx und in Zeitschriften. Im selben Jahr brachte er ein Weihnachtsalbum mit dem Titel Ho, Ho, Ho heraus.

2001 nahm er gemeinsam mit Brigitte Nielsens Danceband Gitta den Eurodance-Track You’re No Lady auf. 2004 brachte RuPaul sein drittes Album Red Hot heraus. Das Album erzielte einigen Erfolg im Radio und in Clubs aber nur sehr geringe Presseaufmerksamkeit. 2006 erschien RuPauls viertes Album mit dem Titel ReWorked.

Am 20. Juni 2007 erschien der Soundtrack von Starrbooty auf iTunes in den Vereinigten Staaten. Eine CD-Version ist auf RuPauls offizieller Website verfügbar. Die Single Call Me Starrbooty wurde 2007 veröffentlicht und schaffte nicht den Einstieg in die US Dance Charts. Das Album enthält neue Lieder vom Sänger und Zwischenspiele mit Dialogen aus dem Film. Im Oktober 2007 erschien der Film auf DVD.

Mitte 2008 begann RuPaul die Arbeit an RuPaul’s Drag Race, ein Reality-Format welches im Februar 2009 auf dem Sender Logo ausgestrahlt wurde. Sie dokumentiert RuPauls Suche nach „Amerikas nächsten Drag Superstar“.

Am 11. Februar 2009 erschien als Vorbote zum neuen Album die Single Cover Girl als Download bei iTunes. Das Album Champion folge am 24. Februar 2009. Im Mai 2009 moderierte RuPaul die New Now Next Awards in Los Angels.[1]

Im November 2013 sang RuPaul zusammen mit Lady Gaga deren Song Fashion in der Muppet Show des Fernsehsenders ABC.

Am 24. Februar 2014 erschien RuPauls Musik Album Born Naked mit der Single Sissy That Walk zu welcher in der 6. Staffel von RuPaul’s Drag Race das Musikvideo aufgenommen wurde.

Am 2. März 2015 ist das Album Realness zum Start der 7. Staffel von RuPaul’s Drag Race erschienen. Das Album beinhaltet 15 Titel und viele Duette, zum Beispiel Die Tomorrow feat. Frankmusik.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Charts[2][3] Anmerkungen
Flag of the United States.svg US
1993 Supermodel of the World 109
(6 Wo.)
2014 Born Naked 85
(1 Wo.)

weitere Alben

  • 1993: Everything You Always Wanted to Know About RuPaul *, * (But Were Afraid to Ask)
  • 1996: Foxy Lady
  • 1997: Ho, Ho, Ho
  • 2004: Red Hot
  • 2009: Champion
  • 2011: Glamazon
  • 2015: Realness

Soundtracks[Bearbeiten]

  • 1986: RuPaul Is: Starbooty!
  • 2007: Starrbooty: Original Motion Picture Soundtrack

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1998: Rupaul’s Go-Go Box Classics
  • 2006: ReWorked
  • 2010: Drag Race
  • 2011: SuperGlam DQ
  • 2014: RuPaul Presents: The CoverGurlz
  • 2015: RuPaul Presents: CoverGurlz2

EPs[Bearbeiten]

  • 1985: Sex Freak
  • 2005: Workout: The Rumixes
  • 2012: Responsitrannity
  • 2012: Live Forever Remixes
  • 2012: Theme from Drag U
  • 2012: (Here It Comes) Around Again
  • 2012: Sexy Drag Queen
  • 2012: If I Dream (Remixes)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US Flag of the United States.svg Dance
1993 Supermodel (You Better Work) /
House of Love
Supermodel of the World
100
(1 Wo.)
16
(8 Wo.)
39
(6 Wo.)
45
(20 Wo.)
2
(18 Wo.)
1993 House of Love / Back to My Roots
Supermodel of the World
40
(2 Wo.)
1
(12 Wo.)
1993 A Shade Shadey (Now Prance)
Supermodel of the World
1
(11 Wo.)
1994 Supermodel (You Better Work) /
Little Drummer Boy
61
(2 Wo.)
1994 Don’t Go Breaking My Heart
Duets
62
(7 Wo.)
25
(2 Wo.)
28
(5 Wo.)
7
(7 Wo.)
92
(2 Wo.)
3
(14 Wo.)
mit Elton John
1996 I Will Survive
Take Me Higher
14
(4 Wo.)
37
(7 Wo.)
Diana Ross feat. RuPaul
1996 Snapshot
Foxy Lady
95
(5 Wo.)
4
(14 Wo.)
1997 A Little Bit of Love
Foxy Lady
28
(8 Wo.)
1997 Celebrate
Foxy Lady
31
(7 Wo.)
1998 It’s Raining Men … The Sequel
The Collection
21
(3 Wo.)
22
(11 Wo.)
Martha Wash feat. RuPaul
2004 Looking Good, Feeling Gorgeous
Red Hot
2
(14 Wo.)
2005 WorkOut
Red Hot
5
(8 Wo.)
2005 WorkOut (Mixes)
ReWorked
14
(5 Wo.)
2006 People Are People
Red Hot
10
(12 Wo.)
2006 Supermodel (Remixes)
ReWorked
21
(8 Wo.)
featuring Shirley Q. Liquor
2009 Cover Girl
Champion
16
(12 Wo.)

weitere Singles

  • 1987: Ping Ting Ting (als RuPaul Andre Charles)
  • 1991: I’ve Got That Feelin’
  • 1991: The Rupaul High-Energy Megamix (inkl. Free Your Mind, House of Love, Thinkin’ Bout You, Everybody Dance, Supermodel)
  • 1993: Everybody Dance
  • 1993: House of Love
  • 1993: Back to My Roots
  • 1993: Little Drummer Boy
  • 1994: Whatcha See Is Whatcha Get (vom Soundtrack Die Addams Family in verrückter Tradition)
  • 1994: The Extravaganza Megamix
  • 1995: Free to Be
  • 1997: Funky Christmas
  • 1999: Super (Promo)
  • 2001: Say My Name (Discobrothers feat. RuPaul)
  • 2001: You’re No Lady (vs. Gitta – Dance-Act um Brigitte Nielsen)
  • 2007: Computer Love (NSA feat. RuPaul)
  • 2007: Call Me Starrbooty
  • 2007: Come 2 Me (Lucy Lawless feat. RuPaul)
  • 2009: Jealous of My Boogie
  • 2009: Cover Girl (Put the Bass in Your Walk)
  • 2010: Devil Made Me Do It
  • 2010: Tranny Chaser
  • 2011: Superstar
  • 2011: Glamazon
  • 2012: Peanut Butter (feat. Big Freedia)
  • 2012: Sexy Drag Queen: Remixes
  • 2012: Responsitrannity: Remixes
  • 2012: (Here It Comes) Around Again: Remixes
  • 2012: Theme from Drag U
  • 2013: I Bring the Beat: Remixes (mp3-Single)
  • 2013: Lick It Lollipop (feat. Lady Bunny)
  • 2013: It’s Not Personal (It’s Drag)

Weitere Werke[Bearbeiten]

  • 1999: Come - Text, gesungen von Martha Wash
  • 1999: Do the Right Thing (Don’t Do Me Wrong) – Text und Hintergrundstimme, gesungen von Ev-Va
  • 1999: Queer Duck , Titellied, Stimme von Lucky Duck
  • 2000: Bad Girl – unveröffentlicht, aufgenommen für das Album Notorious K.I.M. von Lil’ Kim
  • 2003: It’s Only Rock’n Roll (But I Like It) – Hintergrundstimme, gesungen von Siedah Garrett
  • 2004: Electric Ecstacy – Eklektica featuring RuPaul, erhältlich bei iTunes
  • 2006: Come 2 Me – Lucy Lawless featuring RuPaul, erhältlich bei lucylawlessfanclub.com
  • 2007: Computer Love – NSA featuring RuPaul, erhältlich bei iTunes

Demos[Bearbeiten]

Während des Jahres 2006 war eine Serie von Demos kurzzeitig als Download für die Fans auf der offiziellen MySpace Seite von RuPaul abrufbar.

7. September 2006

  • StarrBooty ’91 (Rare Demo)
  • Free to Be (Steve Silk Hurley ’94)
  • Love Your Funky Self (Steve Silk Hurley ’94)
  • Don’t Walk Away (Steve Silk Hurley ’94)

11. Oktober 2006

  • You’re No Lady (Spanische Version) aufgenommen von RuPaul vs. Gitta
  • Say My Name aufgenommen von DiscoBros. featuring RuPaul
  • You’re No Lady (Radio Edit) aufgenommen von RuPaul vs. Gitta

27. Oktober 2006

  • Dog Done Bit’cha

10. November 2006

  • Electric Ecstasy (Club Remix) (Aufgenommen mit Eklektica)

Bibliografie[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. weblinkportal.de
  2. a b Chartquellen: Singles UK US
  3. The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7

Weblinks[Bearbeiten]