Ruben Zimmermann

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Ruben Zimmermann (2019)

Ruben Zimmermann (* 10. Mai 1968 in Nußloch) ist ein deutscher evangelischer Theologe. Er ist Professor für das Neue Testament und Ethik an der Universität Mainz mit dem Forschungsschwerpunkt Ethik, Johannesevangelium, Gleichnisse/Parabeln und Wunder Jesu, Bibeldidaktik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zimmermann studierte in Erlangen, Bonn, Santiago de Chile und Heidelberg Evangelische Theologie, Philosophie und Diakoniewissenschaft. 1996 erhielt er das Diplom in Diakoniewissenschaft mit einer medizinethischen, empirischen Untersuchung zur Behandlungsentscheidung schwerstgeschädigter Neugeborener. 1997 wurde er an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg aufgrund einer bei Klaus Berger und Gerd Theißen angefertigten Dissertation zum Dr. theol. promoviert. 1999–2001 war er Pfarrer in Heidelberg. 2003 habilitierte er sich an der Universität München. 2005–2009 war er Professor an der Universität Bielefeld, seit 2009 ist er Professor an der Universität Mainz. Gastprofessuren hatte er in Südafrika (University of Pretoria) und den Niederlanden (Radboud-Universität Nijmegen) inne.

2015 wurde Zimmermann in das von der amerikanischen Templeton-Stiftung geförderte Ethik-Projekt Enhancing Life aufgenommen.[1]

Zimmermann ist mit der Hochschullehrerin Mirjam Zimmermann (Universität Siegen) verheiratet, sie haben vier Kinder.

Forschungsthemen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zimmermann arbeitet zur textbezogenen Ethik-Theorie (z. B. narrative Ethik) sowie zu Anwendungsfelder der Medizin- und Bioethik. Er erforscht Schriften des frühen Christentums in Bezug auf gegenwärtige Fragen von Religion und Gesellschaft. Schwerpunkte sind:

a) Ethik[2] (z. B. des frühen Christentums, Ethik-Begründung; narrative Ethik, metaphorische Ethik, mimetische Ethik; doxologische Ethik, angewandte Ethik, z. B. Langlebigkeits/Longevity-Diskurs[3])

b) Johannesevangelium (z. B. Metaphorik, Narratologie, Figurenanalyse, johanneische Ethik, Schöpfung)

c) Matthäus-, Markus- und Lukas-Evangelium (z. B. synoptisches Problem; Logienquelle; Gleichnisse/Parabeln und Wundererzählungen[4])

d) Jesusforschung - Christologie (z. B. Jesus-Memory-Approach; Christopoetik)

d) Methodik und Hermeneutik[5] der Bibelauslegung (z. B. Gattungstheorie; Reader-response-criticism; kulturhermeneutische Methoden; Gedächtnisforschung; das Fact-Fiction-Problem (vgl. den Sammelband Text und Geschichte)

e) Bibeldidaktik

Zimmermann hat Kompendien zu den Gleichnissen/Parabeln (2007, 2. Aufl. 2015) und zu Wundererzählungen (Bd,. 1: 2013, Bd. 2: 2017) herausgegeben. Zusammen mit seiner Frau Mirjam Zimmermann hat er ein Handbuch zur Bibeldidaktik herausgebracht (2013, 2. Aufl. 2018).

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildersprache verstehen. Zur Hermeneutik der Metapher und anderer bildlicher Sprachformen. Fink Verlag, München 2000.
  • Geschlechtermetaphorik und Gottesverhältnis. Traditionsgeschichte und Theologie eines Bildfelds in Urchristentum und antiker Umwelt. Mohr Siebeck, Tübingen 2001.
  • Christologie der Bilder im Johannesevangelium. Die Christopoetik des vierten Evangeliums unter besonderer Berücksichtigung von Joh 10. Mohr Siebeck, Tübingen 2004.
  • Herausgegeben in Zusammenarbeit mit D. Dormeyer, G. Kern, A. Merz, Chr. Münch, E. E. Popkes: Kompendium der Gleichnisse Jesu. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2007.
  • Herausgegeben in Verbindung mit D. Dormeyer, J. Hartenstein, Chr. Münch, E. E. Popkes, U. Poplutz: Kompendium der frühchristlichen Wundererzählungen. Bd. 1: Die Wunder Jesu, Gütersloh 2013; Bd. 2: Die Wunder der Apostel, Gütersloh 2017.
  • Herausgegeben gemeinsam mit Mirjam Zimmermann unter Mitarbeit von Susanne Luther und Julian Enners: Handbuch Bibeldidaktik. UTB 3996, Mohr Siebeck, Tübingen 2013, 2. Aufl. 2018.
  • Herausgegeben gemeinsam mit Susanne Luther: Studienbuch Hermeneutik. Bibelauslegung durch die Jahrhunderte als Lernfeld der Textinterpretation. Portraits - Modelle - Quellentexte. Gütersloher Verlag, Gütersloh 2014 (mit CD-Rom).
  • Puzzling the Parables of Jesus. Methods and Interpretation. Minneapolis 2015[6]
  • Die Logik der Liebe. Die ‚implizite Ethik‘ der Paulusbriefe am Beispiel des 1. Korintherbriefs. BThS 162, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2016.(englisch Logic of Love, Lexington/Fortress 2018).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 31. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/enhancinglife.uchicago.edu
  2. e/ac – Ethik in Antike und Christentum. In: www.ethikmainz.de. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  3. Siehe die Tagung "Should we live forever? Biological and Ethical Perspectives" (20.–21. Juli 2016).
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 31. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.christ-in-der-gegenwart.de
  5. Vgl. dazu Art. Hermeneutik in WiBiLex sowie S. Luther/R. Zimmermann, Studienbuch Hermeneutik. Bibelauslegung durch die Jahrhunderte als Lernfeld der Textinterpretation. Portraits - Modelle - Quellentexte (mit CD-Rom), Gütersloher Verlag: Gütersloh 2014, ISBN 978-3-579-08137-3.
  6. http://www.fortresspress.com/product/puzzling-parables-jesus-methods-and-interpretation