Rudeau-Ladosse

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Rudeau-Ladosse
Rudeu e Ladaussa
Rudeau-Ladosse (Frankreich)
Rudeau-Ladosse
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Brantôme
Gemeindeverband Dronne et Belle
Koordinaten 45° 29′ N, 0° 33′ OKoordinaten: 45° 29′ N, 0° 33′ O
Höhe 115–203 m
Fläche 13,74 km2
Einwohner 161 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 12 Einw./km2
Postleitzahl 24340
INSEE-Code

Kirche Saint-Jean in Rudeau

Die französische Gemeinde Rudeau-Ladosse, okzitanisch Rudeu e Ladaussa, liegt im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie hat 161 Einwohner (Stand 1. Januar 2016) und gehört zum Kanton Brantôme. Ihr Gemeindegebiet bildet ferner einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung der okzitanischen Namen Rudeu und Ladaussa liegt im Dunkeln, womöglich handelt sich um Eigennamen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aufgestaute Nizonne beim Château Lavergne – Südgrenze zu Saint-Sulpice-de-Mareuil

Rudeau-Ladosse (bzw. der Ortskern von Rudeau) liegt im Périgord, etwa acht Kilometer nordöstlich von Mareuil und 10 Kilometer südwestlich von Nontron (Luftlinie). Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Neben den Ortskernen von Rudeau und Ladosse besteht die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, einem Gutshof und Schlössern:

Bellussière (Bélussière), Château de Bellussière, Château des Combes, Gentilhommière de la Rousselière, Geriac, La Brousse, La Grande Métairie, La Grange de Cacal, Le Goupillou, Le Pouzet (verfallen), Les Brandichous, Les Chazeaux, Les Combes, Leycoussaudie, Puy Choisi, Roussiaud und Teignac.

Der weitaus bedeutendere Ortskern von Rudeau ist sehr exzentrisch positioniert – er befindet sich in der Südostecke des Gemeindegebiets in südlicher Hanglage oberhalb der Nizonne. Ladosse liegt 4 Kilometer weiter westlich an der Westecke.

Die Südgrenze des Gemeindegebietes zu Saint-Sulpice-de-Mareuil wird von der nach Westen fließenden Nizonne gebildet. Mit Erreichen der Gemeindegrenze von Puyrenier dreht der Fluss dann nach Nordwest. Den Norden der Gemeinde durchfließt der von Lussas kommende Ruisseau de Beaussac, der in seinem Oberlauf bei La Brousse saisonbedingt trockenfällt. Er entwässert ebenfalls nach Westen und mündet beim Pont du Râteau als rechter Seitenarm in die Nizonne. Der Bach bildet ab Leycoussaudie die Nordgrenze zu Connezac und anschließend die Nordwestgrenze zu Beaussac.

Der topographisch tiefste Punkt im Gemeindegebiet von Rudeau-Ladosse mit 115 Metern über dem Meer befindet sich am Zusammenfluss von der Nizonne mit dem Russeau de Beaussac (beim Pont du Râteau an der Westecke). Der höchste Punkt mit 203 Meter liegt im Nordosten etwas nördlich von La Grange de Cacal. Die absolute Höhendifferenz beträgt somit 88 Meter.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gesamte Gemeindegebiet wird von flachliegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens unterlagert. Strukturell gehören die anstehenden Gesteine zur Combiers-Saint-Crépin-de-Richemont Synklinale. Die älteste aufgeschlossene Formation ist das Oxfordium, das den Oberlauf des Ruisseau de Beaussac bei La Brousse säumt. Es besteht aus beigefarbenen, feinkörnigen Kalken. Über dem Oxfordium liegt transgressives Cenomanium, zu sehen weiter talauswärts bis kurz vor Beaussac. Das Cenomanium besteht aus drei Einheiten – grünen, Austern-führenden Mergeln, feinkörnigen Sanden und sandigen Alveolinenkalken. Es folgt das Turonium mit den Kreidekalken des Ligériens und den Rudistenkalken des Angoumiens. Das Ligérien folgt der linken Talseite des Ruisseau de Beaussac. Der gesamte Südteil der Gemeinde wird vom Angoumien eingenommen. Der Ostabschnitt (Bois de Rudeau) wird von pleistozänem Kolluvium verdeckt. Würmzeitlicher Hangschutt verfüllt den Oberlauf des Ruisseau de Baussac. Die Sedimente in den Talauen des Ruisseau de Beaussac und der Nizonne stammen aus dem Holozän.

Südlich von Ladosse ziehen zwei Störungen nach Ostsüdost. Der nördliche Ast lässt sich bis Rudeau verfolgen, der südliche zieht an die Nizonne. Die beiden Störungen werden ihrerseits von einer Nordost-streichenden Verwerfung gekreuzt. Dieses Störungssystem dürfte mit dem Aufbiegen des Schichtverbands durch die etwas weiter Südwestwärts situierte Mareuil-Antiklinale in Verbindung zu bringen sein.

Die Angoulême-Formation des Angoumien wurde einst beim Château de Bellussiere als Baustein abgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältestes erhaltenes Bauwerk in Rudeau-Ladosse ist das Schloss Château de Bellussière aus dem 11. Jahrhundert. Das Schloss Château des Combes stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auf das 17. Jahrhundert geht der adlige Gutshof (franz. gentilhommière) La Rousselière zurück. Die Ortskirche Saint-Jean in Rudeau wurde erst im 19. Jahrhundert erbaut. Die Gemeinde hieß bis 1950 nur Ladosse; auf der Cassini-Karte von 1756 bis 1789 fungiert sie als la Dosse, 1793 wird sie als Ladausse erwähnt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Rudeau-Ladosse
Jahr Einwohner


1962 348
1968 268
1975 262
1982 245
1990 216
1999 158
2008 170
2016 161

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungsentwicklung in Rudeau-Ladosse ist sehr stark rückläufig, die Bevölkerung ist im Vergleich mit 1962 um mehr als 50 % zurückgegangen. Überdies war der Rückgang wesentlich ausgeprägter als im restlichen Kanton Mareuil. Seit 1999 scheint jedoch ein Stabilisierungstrend einzusetzen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Château des Combes
Schloss Château de Bellussière
  • Schloss Château de Bellussière aus dem 11. und 12. Jahrhundert
  • Schloss Château des Combes aus dem 16. Jahrhundert
  • Gutshof Gentilhommière de la Rousselière aus dem 17. Jahrhundert
  • Ortskirche Saint-Jean in Rudeau aus dem 19. Jahrhundert

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Rudeau liegt an der D 708 von Nontron nach Mareuil. Von Rudeau aus besteht eine Verbindung über die D 87 nach Beaussac im Westen. Ferner führt eine Kommunalstraße entlang der Nizonne in Richtung Osten nach Champeaux. Ladosse kann mittels einer Kommunalstraße von Beaussac aus erreicht werden; sie zweigt unmittelbar südlich von Beaussac von der D 87 in Südrichtung ab, durchquert den Ortskern von Ladosse und verläuft dann weiter zur Nizonne und nach Saint-Sulpice-de-Mareuil.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudeau-Ladosse auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rudeau-Ladosse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien