Rudeau-Ladosse

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Rudeau-Ladosse
Rudeu e Ladaussa
Rudeau-Ladosse (Frankreich)
Rudeau-Ladosse
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Nontron
Kanton Brantôme en Périgord
Gemeindeverband Dronne et Belle
Koordinaten 45° 29′ N, 0° 33′ OKoordinaten: 45° 29′ N, 0° 33′ O
Höhe 115–203 m
Fläche 14,19 km²
Einwohner 159 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 11 Einw./km²
Postleitzahl 24340
INSEE-Code

Kirche Saint-Jean in Rudeau

Die französische Gemeinde Rudeau-Ladosse, okzitanisch Rudeu e Ladaussa, liegt im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie hat 159 Einwohner (Stand 1. Januar 2018) und gehört zum Kanton Brantôme en Périgord. Zuständiger Gemeindeverband ist die Communauté de communes Dronne et Belle. Die Einwohner werden als Rudeaussois bzw. Rudeaussoises bezeichnet.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung der okzitanischen Namen Rudeu und Ladaussa liegt im Dunkeln, womöglich handelt sich um Eigennamen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudeau-Ladosse (bzw. der Ortskern von Rudeau) liegt im Périgord vert, etwa acht Kilometer nordöstlich von Mareuil und 10 Kilometer südwestlich von Nontron (Luftlinie). Die Gemeinde wird von folgenden drei Nachbargemeinden umgeben:

Connezac Lussas-et-Nontronneau
Mareuil en Périgord (vormals Beaussac) Nachbargemeinden Mareuil en Périgord (vormals Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier)
Mareuil en Périgord (vormals Puyrenier) Mareuil en Périgord (vormals Saint-Sulpice-de-Mareuil)

Neben den Ortskernen von Rudeau und Ladosse besteht die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, einem Gutshof, Schlössern und Geländepunkten:

Bélussière, Bois de Rudeau, Château de Bellussière, Château des Combes, Geriac, Grands Bois, La Brousse, La Grande Métairie, La Grande Pièce, La Grange de Cacal, La Rousselière, La Vigne des Combes, Le Communal, Le Goupillou, Le Planchou, Le Pouzet, Les Brandichous, Les Chazeaux, Les Combes, Les Fayes, Les Plagnes, Leycoussaudie, Milauvieux, Puy Choisi, Roussiaud, Teignac, Terre des Perriers und Terres des Rocs.

Der weitaus bedeutendere Ortskern von Rudeau ist sehr exzentrisch positioniert – er befindet sich in der Südostecke des Gemeindegebiets in südlicher Hanglage oberhalb der Nizonne. Ladosse liegt 4 Kilometer weiter westlich an der Westecke.

Der topographisch tiefste Punkt im Gemeindegebiet von Rudeau-Ladosse mit 115 Metern über dem Meer befindet sich am Zusammenfluss von der Nizonne mit dem Ruisseau de Beaussac (beim Pont du Râteau an der Westecke). Der höchste Punkt mit 203 Meter liegt im Nordosten etwas nördlich von La Grange de Cacal. Die absolute Höhendifferenz beträgt somit 88 Meter.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte von Rudeau-Ladosse

Der Ortskern von Rudeau liegt an der D 708 von Nontron nach Mareuil. Von Rudeau aus besteht eine Verbindung über die D 87 nach Beaussac im Westen. Ferner führt eine Kommunalstraße entlang der Nizonne in Richtung Osten nach Champeaux. Ladosse kann mittels einer Kommunalstraße von Beaussac aus erreicht werden; sie zweigt unmittelbar südlich von Beaussac von der D 87 in Südrichtung ab, durchquert den Ortskern von Ladosse und verläuft dann weiter zur Nizonne und nach Saint-Sulpice-de-Mareuil.

Hydrographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südgrenze des Gemeindegebietes zu Saint-Sulpice-de-Mareuil wird von der nach Westen fließenden Nizonne gebildet. Mit Erreichen der ehemaligen Gemeindegrenze von Puyrenier dreht der Fluss dann nach Nordwest. Den Norden der Gemeinde durchfließt der von Lussas kommende Ruisseau de Beaussac, der in seinem Oberlauf bei La Brousse saisonbedingt trockenfällt. Er entwässert ebenfalls nach Westen und mündet beim Pont du Râteau als rechter Seitenarm in die Nizonne. Der Bach bildet ab Leycoussaudie die Nordgrenze zu Connezac und anschließend die Nordwestgrenze zu Mareuil en Périgord (Beaussac).

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gesamte Gemeindegebiet wird von flachliegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens unterlagert. Strukturell gehören die anstehenden Gesteine zur Combiers-Saint-Crépin-de-Richemont Synklinale. Die älteste aufgeschlossene Formation ist das Oxfordium, das den Oberlauf des Ruisseau de Beaussac bei La Brousse säumt. Es besteht aus beigefarbenen, feinkörnigen Kalken. Über dem Oxfordium liegt transgressives Cenomanium, zu sehen weiter talauswärts bis kurz vor Beaussac. Das Cenomanium besteht aus drei Einheiten – grünen, Austern-führenden Mergeln, feinkörnigen Sanden und sandigen Alveolinenkalken. Es folgt das Turonium mit den Kreidekalken des Ligériens und den Rudistenkalken des Angoumiens. Das Ligérien folgt der linken Talseite des Ruisseau de Beaussac. Der gesamte Südteil der Gemeinde wird vom Angoumien eingenommen. Der Ostabschnitt (Bois de Rudeau) wird von pleistozänem Kolluvium verdeckt. Würmzeitlicher Hangschutt verfüllt den Oberlauf des Ruisseau de Baussac. Die Sedimente in den Talauen des Ruisseau de Beaussac und der Nizonne stammen aus dem Holozän.

Südlich von Ladosse ziehen zwei Störungen nach Ostsüdost. Der nördliche Ast lässt sich bis Rudeau verfolgen, der südliche zieht an die Nizonne. Die beiden Störungen werden ihrerseits von einer Nordost-streichenden Verwerfung gekreuzt. Dieses Störungssystem dürfte mit dem Aufbiegen des Schichtverbands durch die etwas weiter Südwestwärts situierte Mareuil-Antiklinale in Verbindung zu bringen sein.

Die Angoulême-Formation des Angoumiens wurde einst beim Château de Belussière als Baustein abgebaut.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Europäische Sumpfschildkröte Emys orbicularis

Naturpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Rudeau-Ladosse bildet seit 1998 einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

ZNIEFF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Talniederungen der Nizonne und des Ruisseau de Beaussac stehen unter Naturschutz und bilden im Gemeindegebiet unter der Bezeichnung « Vallée de la Nizonne » eine ZNIEFF (Französisch zone naturelle d'intérêt écologique, faunistique et floristique) des Typus 2.

Die angetroffene Fauna besteht aus rund 130 Arten, wovon 30 als charakteristisch angesehen werden. Unter den 20 Säugetierarten sind anzuführen der Fischotter Lutra lutra und der Europäische Nerz Mustela nutreola sowie 18 Fledermausarten, darunter Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Großes Mausohr (Myotis myotis), Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum), Langflügelfledermaus (Miniopterus schreibersii), Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus), Wimperfledermaus (Myotis emarginatus), Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), Wasserfledermaus (Myotis daubentonii), Fransenfledermaus (Myotis nattereri), Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Graues Langohr (Plecotus austriacus), Braunes Langohr (Plecotus auritus), Kleines Mausohr (Myotis blythii), Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros), Weißrandfledermaus (Pipistrellus kuhlii), Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) und Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus). Anzuführen sind ferner die beiden Amphibien Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea) und Marmormolch (Triturus marmoratus), die Schildkröte Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), die Schmetterlinge Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Phengaris rebeli), Heller Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling (Phengaris teleius), Großer Feuerfalter (Lycaena dispar), Stromtal-Wiesenvögelchen (Coenonympha oedippus) und die Libellen Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale), Gekielter Flussfalke (Oxygastra curtisii) und Französische Keiljungfer (Gomphus graslinii).

Die Flora besteht aus über 200 Pflanzenarten, von denen 9 als charakteristisch angesehen werden – darunter Schachblume (Fritillaria meleagris), Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe), Graues Sonnenröschen (Helianthemum canum), Lockerblütiges Knabenkraut (Anacamptis laxiflora), Nizza-Mauerpfeffer (Sedum sediforme), Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum), das Sandkraut Arenaria controversa, Wald-Simse (Scirpus sylvaticus) und Verkannter Wasserschlauch (Utricularia australis).

Eine weitere ZNIEFF des Typus 2 unter der Bezeichnung « Bois de Beaussac » besteht bei Milauvieux entlang dem Nordhang der Nizonne. Dieses Schutzgebiet ist jedoch mit 7 Hektar Fläche nur sehr klein – sein Hauptanteil gehört vielmehr zu den Gemeinden Mareuil en Périgord (Beaussac), Connezac und Hautefaye. Kennzeichnend ist das Sandkraut-Taxon Arenaria controversa.

Auch der Typus 1 ist mit zwei Schutzgebieten vertreten. Eines der beiden Gebiete schützt die alkalischen Sumpfniederungen im Nizonne-Tal. Ihre Fauna ist mit Ausnahme der Fledermäuse identisch mit der eingangs beschriebenen ZNIEFF « Vallée de la Nizonne ». Die Flora ist auf Schachblume, Lungen-Enzian, Gelbe Wiesenraute und Verkannter Wasserschlauch reduziert. Kennzeichnendes Taxon dieser Seichtwasserzone ist das Gewöhnliche Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia).

Natura 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nizonne-Tal fällt außerdem unter Natura 2000 mit besonderem Schutz für 17 der bereits angeführten Arten zuzüglich Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), Scheldegroppe (Cottus perifretum) und Bachneunauge (Lampetra planeri).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältestes erhaltenes Bauwerk in Rudeau-Ladosse ist das Schloss Château de Belussière aus dem 11. Jahrhundert. Das Schloss Château des Combes stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auf das 17. Jahrhundert geht der adlige Gutshof (franz. gentilhommière) La Rousselière zurück. Die Ortskirche Saint-Jean in Rudeau wurde erst im 19. Jahrhundert erbaut. Die Gemeinde hieß bis 1950 nur Ladosse; auf der Cassini-Karte von 1756 bis 1789 fungiert sie als la Dosse, 1793 wird sie als Ladausse erwähnt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Rudeau-Ladosse
Jahr Einwohner


1962 348
1968 268
1975 262
1982 245
1990 216
1999 157
2005 167
2006 167
2008 170
2010 178
2015 161
2016 161
2017 160

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungsentwicklung in Rudeau-Ladosse ist sehr stark rückläufig, die Bevölkerung ist im Vergleich mit 1962 um mehr als 50 % zurückgegangen. Seit 1999 scheint jedoch ein Stabilisierungstrend einzusetzen.

Bei einer Fläche von 13,74 Quadratkilometer beträgt die Bevölkerungsdichte 12 Einwohner/km², die drittniedrigste im Kanton Brantôme.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Château de Belussière aus dem 11. und 12. Jahrhundert
  • Schloss Château des Combes aus dem 16. Jahrhundert
  • Gutshof Gentilhommière de la Rousselière aus dem 17. Jahrhundert
  • Ortskirche Saint-Jean in Rudeau aus dem 19. Jahrhundert

Photogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudeau-Ladosse auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rudeau-Ladosse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien