Ruder-Weltmeisterschaften

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Weltmeister im Rudern
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Die Ruder-Weltmeisterschaften sind vom Weltruderverband (FISA) veranstaltete Wettkämpfe zur Ermittlung der Weltmeister im Rudern in verschiedenen Bootsklassen.

Bootsklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Weltmeisterschaften und Ruder-Weltcups werden zurzeit mehr als 20 verschiedenen Wettbewerbe ausgetragen. Von diesen werden allerdings nicht alle bei der olympischen Ruderregatta ausgetragen. Die Wettbewerbe in den olympischen Klassen sind bei Weltmeisterschaften stärker frequentiert und besetzt als jene Rennen, die lediglich zu diesen Veranstaltungen stattfinden. Letztere werden auch als „nicht-olympische Bootsklassen“ oder „internationale Wettbewerbe“ (englisch international events) bezeichnet.

Die Auswahl der ausgetragenen Wettbewerbe wurde seit der Einführung der Weltmeisterschaften gelegentlich verändert. Im Frauenbereich wurde der gesteuerter Doppelvierer 1985 durch den ungesteuerten Doppelvierer ersetzt. Der Vierer mit Steuermann der Männer wurde 2007 ersatzlos gestrichen, der der Frauen 1989 im Zug einer Änderung des olympischen Bootsklassenprogrammes durch den Vierer-ohne ersetzt, der seinerseits 2012 einmalig gestrichen war. Im Leichtgewichtsbereich der Frauen wurden zeitweise Wettbewerbe im Zweier-ohne sowie im Vierer-ohne ausgetragen, nach schwachen Meldezahlen wurden diese allerdings eingestellt. Auch der Leichtgewichts-Achter der Männer wurde nach der WM 2015 aus dem Programm gestrichen.

Für die Streichung einer Bootsklasse ist zurzeit eine Regelung vom Weltruderverband maßgeblich, nach der ein Wettbewerb nach drei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften ohne Vorläufe (d. h. jeweils 6 oder weniger Meldungen) nicht weiter ausgetragen wird.

Bootsklasse Kürzel Männer Männer (LG) Frauen Frauen (LG)
Einer 1x seit 1962 seit 1974 seit 1974 seit 1984
Doppelzweier 2x seit 1962 seit 1978 seit 1974 seit 1984
Doppelvierer 4x seit 1974 seit 1989 seit 1985 seit 1997
Doppelvierer mit Steuermann 4x+ 1974–1983
Zweier ohne Steuermann 2- seit 1962 seit 1993 seit 1974 1995–2003
Zweier mit Steuermann 2+ seit 1962
Vierer ohne Steuermann 4- seit 1962 seit 1974 1989–2011, seit 2013 1984–1996
Vierer mit Steuermann 4+ 1962–2007 1974–1987
Achter 8+ seit 1962 1974–2015 seit 1974 1984
Farblegende:     olympische Bootsklasse     ehemals olympische Bootsklasse     keine olympische Bootsklasse  

Weiterhin werden in verschiedenen Bootsklassen Weltmeister im Handicaprudern ermittelt. Das sind derzeit (Stand 2015):

Kürzel zu benutzende Körperteile Geschlecht Bootsklasse
ASW1x Arme und Schultern Frauen Einer
ASM1x Arme und Schultern Männer Einer
TAMix2x Oberkörper (Trunk) und Arme Mix Doppelzweier
LTAMix2x uneingeschränkt (Beine (Legs), Oberkörper (Trunk) und Arme) Mixed Doppelzweier
LTAMix4+ uneingeschränkt (Beine (Legs), Oberkörper (Trunk) und Arme) Mixed Vierer mit Steuermann

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1962 auf dem Rotsee im schweizerischen Luzern statt. Bis 1974 wurden die Weltmeisterschaften im vierjährigen Turnus ausgetragen, seitdem jährlich. In den olympischen Jahren finden seit 1976 die Ruder-Weltmeisterschaften der nicht-olympischen Bootsklassen statt, die seitdem aufgrund der geringen Teilnehmerzahlen zusammen mit den Weltmeisterschaften der Junioren ausgetragen werden.

Nr. Jahr Stadt Land Gewässer Datum/Finals Wettbewerbe Athleten Nationen
1 1962 Luzern Schweiz Rotsee 7
2 1966 Bled Jugoslawien Bleder See 7
3 1970 St. Catharines Kanada Martindale Pond 6. September 7
4 1974 Luzern Schweiz Rotsee 2.–9. September 17
5 1975 Nottingham Großbritannien Holme Pierrepont 23. August–1. September 17
6 19761 Villach Österreich Ossiacher See 10.–14. August 3
7 1977 Amsterdam Niederlande Bosbaan 27./28. August 17
8 1978 Hamilton (Offene Gewichtsklassen)
Kopenhagen (Leichtgewichte)
Neuseeland
Dänemark
Lake Karapiro
Bagsværd-See
4. November
6. August
14
4
9 1979 Bled Jugoslawien Bleder See 4.–9. September 18
10 19801 Mechelen Belgien Hazewinkel 16. August 4
11 1981 München Bundesrepublik Deutschland Regattastrecke Oberschleißheim 5./6. September 18
12 1982 Luzern Schweiz Rotsee 28./29. August 18
13 1983 Duisburg Bundesrepublik Deutschland Regattabahn Duisburg 3./4. September 18
14 19841 Montreal Kanada Île Notre-Dame 26. August 4
15 1985 Mechelen Belgien Hazewinkel 31. August/1. September 21
16 1986 Nottingham Großbritannien Holme Pierrepont 23./24. August 21
17 1987 Kopenhagen Dänemark Bagsværd-See 29./30. August 21
18 19881 Mailand Italien Idroscalo 6. August 7
19 1989 Bled Jugoslawien Bleder See 9./10. September 22
20 1990 (Tasmanien) Australien Lake Barrington 3./4. November 22
21 1991 Wien Österreich Neue Donau 24./25. August 22
22 19921 Montreal Kanada Île Notre-Dame 16. August 8
23 1993 Račice u Štětí Tschechien Ruderkanal Račice 30. August–5. September 23
24 1994 Indianapolis USA Eagle Creek 11.–18. September 23
25 1995 Tampere Finnland Kaukajärvi 20.–28. August 24
26 19961 Motherwell Großbritannien Strathclyde Country Park 5.–11. August 10
27 1997 Aiguebelette-le-Lac Frankreich Lac d’Aiguebelette 31. August–7. September 24
28 1998 Köln Deutschland Fühlinger See 6.–13. September 24 1046 50
29 1999 St. Catharines Kanada Martindale Pond 22.–29. August 24 944 56
30 20001 Zagreb Kroatien Jarun-See 1.–6. August 10 417 41
31 2001 Luzern Schweiz Rotsee 19.–26. August 24 931 50
32 2002 Sevilla Spanien Guadalquivir 15.–22. September 26 932 53
33 2003 Mailand Italien Idroscalo 24.–31. August 28 1078 65
34 20041 Banyoles Spanien Banyoles-See 27. Juli–1. August 9 332 39
35 2005 Gifu Japan Nagara 28. August–4. September 26 849 56
36 2006 Eton Großbritannien Dorney Lake 20.–27. August 27 1096 62
37 2007 München Deutschland Regattastrecke Oberschleißheim 26. August–2. September 27 1285 68
38 20081 Ottensheim Österreich Donau-Nebenarm 22.–27. Juli 8 293 31
39 2009 Posen Polen Maltasee 23.–30. August 27 945 53
40 2010 Hamilton Neuseeland Lake Karapiro 31. Oktober–7. November[1] 27
41 2011 Bled Slowenien Bleder See 28. August–4. September 27 1213 68
42 20121 Plowdiw Bulgarien Ruderkanal Plowdiw 15.–19. August 7
43 2013 Chungju Südkorea Tangeumsee 25. August–1. September 27
44 2014 Amsterdam Niederlande Bosbaan 24.–31. August 27
45 2015 Aiguebelette-le-Lac Frankreich Lac d’Aiguebelette 30. August–6. September 27 ca. 1300 77
46 20161 Rotterdam Niederlande Willem-Alexander Baan 21.–28. August 8
47 2017 Sarasota Vereinigte Staaten Benderson Park
48 2018 Plowdiw Bulgarien Ruderkanal Plowdiw
49 2019 Ottensheim Österreich Donau-Nebenarm

1- Weltmeisterschaften nichtolympischer Bootsklassen

Weitere Weltmeisterschaften im Rudersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Weltmeisterschaften der offenen Altersklasse werden vom Weltruderverband weitere Ruderregatten mit Weltmeisterschaftscharakter für Altersklassen und andere Disziplinen veranstaltet. Die U23-Weltmeisterschaften im Rudern ermöglichen seit 1976 Nachwuchsathleten die Annäherung an die Weltspitze. Eine große Bedeutung haben auch die seit 1967 ausgetragenen Junioren-Weltmeisterschaften im Rudern (U19). Recht neu sind die World Rowing Coastal Championships (Weltmeisterschaften im Küstenrudern), bei denen küstennah auf dem Meer gerudert wird.

Keinen Weltmeisterschaftscharakter hat hingegen die jährliche FISA World Masters Regatta für Ruderer der Altersklassen ab 27 Jahren bis über 80 Jahre. Diese Veranstaltung, an der nach dem Erreichen der Altersstufe ohne Qualifikationssystem teilgenommen werden kann, erfreut sich allerdings großer Beliebtheit. Beim Ergometerrudern wird jährlich eine inoffizielle Weltmeisterschaft mit der Bezeichnung „Crash-B“ vom Weltmarktführer für diese Geräte, der Firma Concept2, angeboten.[2] Im Hochschulrudern werden von der FISU seit 1984 im etwa zweijährigen Rhythmus World University Rowing Championships (Universitäts-Weltmeisterschaften im Rudern) veranstaltet, wobei weitestgehend das Regelwerk des Weltruderverbandes zur Anwendung kommt.[3]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rowing New Zealand: World Rowing Championships 2010 (Memento vom 10. Februar 2011 im Internet Archive)
  2. World Indoor Rowing Championships. In: www.concept2.com. Concept2, abgerufen am 31. Januar 2016 (englisch).
  3. Rowing: The History of Rowing in FISU. In: www.fisu.net. Fédération Internationale du Sport Universitaire, abgerufen am 31. Januar 2016 (englisch).