Rudolf Engel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rudolf Engel (r.) und Willi Bredel im Jahr 1951

Rudolf Engel (* 12. September 1903 in Berlin; † 16. Oktober 1993 ebenda) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Agent des illegalen Nachrichtendienstes der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und Kulturpolitiker der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Er war von 1948 bis 1950 Vorstandsvorsitzender der DEFA und von 1950 bis 1955 Direktor der Deutschen Akademie der Künste der DDR. Von 1968 bis 1990 war er Generalsekretär der Kommission für UNESCO-Arbeit in der DDR.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Arbeitersohn Rudolf Engel arbeitete nach der Volksschule in Berlin als Koch, Holzarbeiter, Chauffeur und Schauspieler. Sein Bruder ist der Schauspieler Kurt Engel. Im Mai 1929 trat er in die KPD ein und wurde Mitarbeiter im Antimilitärischen Apparat („AM-Apparat“), dem Nachrichtendienst der KPD, der von 1919 bis 1937 existierte. Engel führte hier den Decknamen Ludwig.

Im Juni 1932 trat Engel im KPD-Auftrag verdeckt in die NSDAP ein und unterhielt Verbindungen zu Joseph Goebbels und Otto Strasser. Im Januar 1934 wurde er enttarnt und kurzzeitig inhaftiert. Im Februar 1934 floh er vorübergehend in die Tschechoslowakei.

1934 und 1935 war Engel illegal für die KPD im Saarland tätig und war Redakteur einer illegalen KPD-Zeitung. 1935 ging er erneut ins Exil in die Sowjetunion. In Moskau absolvierte er eine nachrichtendienstliche Ausbildung an der Schule der Kommunistischen Internationale „Ludwig Franken“. Von Juni 1936 bis Januar 1937 war er als Chauffeur im Karbolit-Werk in Orechowo-Sujewo tätig.

1937 und 1938 war Engel Offizier der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg. Er war Operationschef des Tschapajew-Bataillons und wurde im Juni 1937 in Brunete verwundet. Ab 1938 betreute er ehemalige Spanienkämpfer in Frankreich und wurde nach dem deutschen Einmarsch 1939 interniert. 1941 floh er aus der Gefangenschaft und war bis 1944 Mitglied der Résistance und der Bewegung „Freies Deutschland“ für den Westen (CALPO). Er erreichte als Stabschef eines Bataillons im Zentralmassiv den Rang eines Capitain.

1945 kehrte Engel nach Deutschland zurück und wurde Organisationsleiter bei der Zentralverwaltung für Umsiedler, deren Präsident er von November 1946 bis April 1948 war. 1946 wurde Engel SED-Mitglied und 1948 leitender Mitarbeiter der Deutschen Verwaltung für Volksbildung. 1948/49 war er deren dritter Vizepräsident.

1948 wurde Engel Vorstandsvorsitzender der DEFA[1] und 1950 Direktor der Deutschen Akademie der Künste der DDR. Ab 1955 war Engel Mitarbeiter des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR. 1963 bis 1967 war er Botschaftsrat und Kulturattaché in Prag und ab 1968 Generalsekretär der Kommission für UNESCO-Arbeit in der DDR. 1990 wurde Engel PDS-Mitglied. Rudolf Engel verstarb 1993 in Berlin.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Engel (Hrsg.): Erich Weinert erzählt, Berichte und Bilder aus seinem Leben. Berlin 1955, DNB 455427909.
  • Rudolf Engel: Die Mausefalle am Mont Doré. In: Brigada Internacional ist unser Ehrenname, Bd. 2. Berlin 1974.
  • Rudolf Engel: Feinde und Freunde. Deutscher Militärverlag, Berlin 1984, DNB 850141559.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rudolf Engel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DEFA-Chronik für das Jahr 1948 auf den Seiten der DEFA-Stiftung