Rudolf Fick

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Rudolf Armin Fick (geboren am 24. Februar 1866 in Zürich; gestorben am 23. Mai 1939 in Berlin) war ein deutscher Anatom, Pathologe und Hochschullehrer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf Fick kam als Sohn des Physiologen Adolf Fick und dessen Frau Frieda, geborene Prym und Tochter des Mathematikers Friedrich Prym, am 24. Februar 1866 in Zürich zur Welt.[1]

Fick begann seine wissenschaftliche Laufbahn als Prosektor an der Universität Würzburg, wo er sich 1892 habilitierte. Danach ging er als Prosektor und außerordentlicher Professor der Anatomie an die Universität Leipzig. 1905 ging er an die Deutsche Universität Prag, heute Karl-Ferdinands-Universität, und wurde dort Lehrstuhlinhaber und Direktor des Anatomischen Instituts. Im Jahr 1909 wechselte er an die Universität Innsbruck. Als Nachfolger von Heinrich Wilhelm Waldeyer arbeitete er bis zu seinem Ruhestand 1934 an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin.[1] Zu seinen Schülern gehörte der spätere Nobelpreisträger Werner Forßmann. Forßmann beschrieb ihn in seinen Lebenserinnerungen als „modernen Anatomen“, der gemeinsam mit anderen „das Fach aus einer Altersstarre, in das es versunken war, erweckten.“[2] Seit dem Jahr 1915 war er Mitglied der Leopoldina, seit 1918 ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften[3] und seit 1924 korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.[4]

Das Hauptarbeitsgebiet von Rudolf Fick war die Muskel- und Gelenkmechanik sowie der Vergleichenden Anatomie mit den Menschenaffen. Er war maßgeblich an den Auseinandersetzungen um die Reform des Anatomieunterrichtes zu Beginn des 20. Jahrhunderts beteiligt. Im Bereich der Genetik, in dem Fick selbst nicht aktiv war, äußerte er sich skeptisch bezüglich der Frage, ob die Chromosomen die alleinigen Träger der Vererbung seien und er formulierte eine Hypothese, nach der die Umwelt wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung des Körpers ausübt und zur Vererbung erworbener Eigenschaften über die Bildung von Progenen im Laufe der Entwicklung Gene gebildet werden können. Diese Hypothese ist heute jedoch widerlegt.[1]

Rudolf Fick starb am 23. Mai 1939 in Berlin. Er war verheiratet und hatte drei Söhne und zwei Töchter.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Manfred Stürzbecher: Fick, Rudolf Armin. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 129 f. (Digitalisat).
  2. Werner Forßmann: Selbstversuch. Erinnerungen eines Chirurgen. Droste Verlag, Düsseldorf 1972; S. 58.
  3. Mitglieder der Vorgängerakademien. Rudolf Fick. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 20. März 2015.
  4. Walther Vogt: Rudolf Fick. In: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Abteilung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München. Nr. I, 1940, S. 59–60 ([1] [PDF; abgerufen am 3. Februar 2017]).