Rudolf von Gutmann

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Rudolf Ritter von Gutmann (* 21. Mai 1880 in Wien; † 9. Juli 1966 in Victoria, Kanada) war ein österreichisch-kanadischer Großindustrieller, Bankier und Kunstsammler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf von Gutmann war ein bedeutender Kunst- und Büchersammler. Beim Tod seines Vaters, Wilhelm von Gutmann (1826–1895), war er erst 15 Jahre alt. Daher wurde sein Halbbruder, Max von Gutmann (1857–1930), als dessen Vormund eingesetzt. Neben Anteilen an der Firma „Gebrüder Gutmann“ und einem Teil des väterlichen Grundbesitzes, erbte Rudolf von Gutmann auch das Palais Gutmann.

Nach Erreichen der Volljährigkeit, konnte er über sein Vermögen verfügen und erwarb 1904 das Gut Kalwang. Dort ließ er unter anderem eine große Villa als Jagdschloss und eine kleinere Villa als Gästehaus errichten.[1] Mit seinem Halbbruder Max besaß Rudolf von Gutmann nun um die 50.000 ha an Land.[2] 1909–1910 kaufte er die bedeutende Kunstsammlung von Adalbert Lanna und baute sie mit großem Einsatz weiter aus.[3] Rudolf von Gutmann war persönlichhaftender Gesellschafter und Geschäftsführer des 1922 gegründeten Bankhauses Gebrüder Gutmann.

Am 13. März 1938 flüchtete er in die Tschechoslowakei und von dort aus gelangte er mit seiner Frau über die Schweiz nach Kanada.[4] Am 14. September 1938 wurde das gesamte Vermögen der Firma „Gebrüder Gutmann“ unter die treuhändische Verwaltung der „Gesellschaft zur Verwaltung und Verwahrung von Vermögenschaften m.b.H.“ gestellt. Die „Witkowitzer Eisenwerke“ wurden in die „Hermann-Göring-Werke“ eingegliedert und Rudolf von Gutmanns Kunstsammlung konfisziert. Um 1947 wurden zwar Teile der Sammlung restituiert,[5] aber Teile der Grafischen Sammlung (41 Rembrandt-Radierungen) sind seit Ende des Zweiten Weltkriegs verschollen.[6]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf von Gutmann war der Sohn von Wilhelm von Gutmann und Halbbruder von Max von Gutmann. 1930 heiratete er Marianne Ferstel (1898–1986), eine Enkelin des Architekten Heinrich Freiherr von Ferstel. Aus einer früheren Beziehung mit der Schauspielschülerin Eleonore Weymann hatte Rudolf von Gutmann bereits zwei Töchter.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Restitutionsbericht 1999–2010 vom Universalmuseum Joanneum (Memento des Originals vom 6. Januar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museum-joanneum.at (PDF; 5,5 MB)
  2. Marie-Theres Arnbom: „Friedmann, Gutmann, Lieben, Mandl, Strakosch - Fünf Familienporträts aus Wien vor 1938“, Böhlau Verlag, Wien 2003, S. 101, ISBN 3-205-99373-X
  3. Roman Sandgruber: „Traumzeit für Millionäre - Die 929 reichsten Wienerinnen und Wiener im Jahr 1910“, Verlagsgruppe Styria, Wien 2013, S. 353f., ISBN 978-3-222-13405-0
  4. Gerhard A. Stadler: Das industrielle Erbe Niederösterreichs: Geschichte, Technik, Architektur, Böhlau-Verlag
  5. Beirat-Beschluss vom 9. Mai 2008 (PDF; 33 kB)
  6. Roman Sandgruber: „Traumzeit für Millionäre - Die 929 reichsten Wienerinnen und Wiener im Jahr 1910“, Verlagsgruppe Styria, Wien 2013, S. 353f., ISBN 978-3-222-13405-0
  7. Marie-Theres Arnbom: „Friedmann, Gutmann, Lieben, Mandl, Strakosch - Fünf Familienporträts aus Wien vor 1938“, Böhlau Verlag, Wien 2003, S. 102, ISBN 3-205-99373-X