Rudolf Hundstorfer

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Rudolf Hundstorfer (2013)
Rudolf Hundstorfer (2016)

Rudolf Hundstorfer (* 19. September 1951 in Wien) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ), ÖGB-Gewerkschaftsfunktionär und war seit 2007 Präsident des ÖGB. Hundstorfer war von Dezember 2008 bis Jänner 2016 Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundstorfer war seit 1966, nach dem Abschluss der Hauptschule, beim Magistrat der Stadt Wien beschäftigt, wo er auch den Beruf eines Bürokaufmannes erlernte. Seit den frühen 1970er Jahren engagierte er sich in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), deren Vorsitzender er ab Mai 2003 war.

Ab 1990 war er zudem Mitglied des Wiener Gemeinderates und Landtages, ab 1995 auch Vorsitzender des Gemeinderates. Nachdem Hundstorfer zum Präsidenten des ÖGB gewählt worden war, schied er am 25. Jänner 2007 aus dem Wiener Landtag und Gemeinderat aus.

Im Oktober 2003 wurde Hundstorfer Vizepräsident des ÖGB. Am 27. März 2006 übernahm er nach dem Rücktritt von Fritz Verzetnitsch im Zuge der Affäre um die BAWAG interimistisch die ÖGB-Präsidentschaft. Nachdem der Bundeskongress des ÖGB, der im Juni 2006 stattfinden sollte, auf 2007 verschoben wurde, wurde Hundstorfer ÖGB-Präsident über Juni hinaus. Nachdem er zum Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz in der Regierung Faymann I designiert worden war, legte er das Amt des ÖGB-Präsidenten zurück. Am 1. Dezember 2008 wurde Erich Foglar vom ÖGB-Vorstand zu seinem designierten Nachfolger gewählt.

Am 8. September 2005 unterschrieb er eigenhändig als Vertreter aller drei BAWAG-Aktionäre (Gewerkschafts-Stiftung, Vermögensverwaltung und ÖGB), dass Verbindlichkeiten in Höhe von 1,53 Milliarden Euro der BAWAG dem ÖGB übertragen werden. Hundstorfer verschwieg dies bis Juni 2006 und rechtfertigte sich dann, als er von Medien mit seinem Handeln konfrontiert wurde, mit den Worten: „Ich wurde sehr kurzfristig in Vertretung des damaligen ÖGB-Präsidenten Verzetnitsch hingeschickt. Es wurde mir keine Eröffnungsbilanz vorgelegt, es waren aber alle Wirtschaftsprüfer, der BAWAG-Vorstand und der Aufsichtsratspräsident dort, wodurch ich keinen Grund sah, an der Richtigkeit der Beschlüsse und Vorgehensweise zu zweifeln.“.[1]

Am 15. Jänner 2016 wurde sein Antreten bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich 2016 bekanntgegeben[2]. Bei der Wahl am 24. April erreichte er als Kandidat der stärksten im Parlament vertretenen Partei 11,28 %, somit den vierten Platz und konnte somit zur Stichwahl nicht mehr antreten[3].

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundstorfer ist verheiratet und hat eine Tochter und zwei Stiefkinder.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 wurde Hundstorfer der Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie Lifetime Award verliehen, stellvertretend für Nominierungen der vergangenen Jahre im Sozialbereich, etwa für Zugriffe durch das Arbeitsmarktservice auf Informationen zur Staatsbürgerschaft seiner Kunden.[4]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Standard, 16. Juni 2006 online
  2. derStandard.at - Fix: Rudolf Hundstorfer geht für SPÖ ins Präsidentenrennen. Artikel vom 15. Jänner 2016, abgerufen am 15. Jänner 2016.
  3. Offizielles Endergebnis des ersten Wahlganges zum Bundespräsidenten, April 2016, Bundesministerium für Inneres. Abgerufen am 27. April 2016
  4. derStandard.at - Big Brother Awards gehen an Mikl-Leitner und Facebook. Artikel 25. Oktober 2015, abgerufen am 25. Oktober 2015.
  5. Jede Menge Orden für Politiker vor dem Opernball. Artikel in der Wiener Zeitung vom 24. Jänner 2012.
  6. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rudolf Hundstorfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien