Rudolf Krause (Politiker, 1939)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Rudolf Krause (* 19. Februar 1939 in Neißgrund, Landkreis Glatz) ist ein deutscher Pädagoge und Politiker (CDU). Er ist ehemaliges Mitglied des Sächsischen Landtages und war von 1990 bis 1991 erster Innenminister Sachsens nach der Wiedervereinigung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur an der EOS studierte Rudolf Krause Mathematik an der Universität Leipzig. Er machte sein Staatsexamen im Jahr 1962. Ab 1962 arbeitete Krause als Lehrer im Landkreis Leipzig. Von 1987 bis 1990 war er Direktor und Mathematiklehrer der Spezialschule mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Richtung in Leipzig (heute Wilhelm-Ostwald-Gymnasium). Er ist promoviert.

Krause ist katholisch, verheiratet und hat zwei Kinder.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krause trat 1962 in die Ost-CDU ein und wurde 1990 Mitglied der CDU.

In der DDR war Krause langjähriges Mitglied im Zentralrat der FDJ.[1]

Von Juni bis November 1990 war Rudolf Krause Regierungsbevollmächtigter für den Bezirk Leipzig. In den Jahren 1989 und 1990 war er Mitglied des Bezirksvorstandes und des Parteivorstandes sowie stellvertretender Parteivorsitzender. Im September und Oktober 1990 war Krause Abgeordneter im Kreistag und im Bezirkstag Leipzig sowie Teilnehmer am Zentralen „Runden Tisch“ der DDR und Landesbevollmächtigter.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung zog Krause im Oktober 1990 in den Sächsischen Landtag ein. Am 8. November 1990 wurde er als Sächsischer Staatsminister des Inneren in die von Ministerpräsident Kurt Biedenkopf geführte Regierung des Landes Sachsen berufen. Am 28. September 1991 trat er von diesem Amt zurück. Im Zusammenhang mit der Überprüfung der Abgeordneten auf eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit legte er am 23. Oktober 1991 auch sein Landtagsmandat nieder.[2] Ihm war zuvor eine Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit als IMS „Ries“ zwischen 1973 und 1982 nachgewiesen worden.[3][4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Reulen: Staatliche Institutionenbildung in Ostdeutschland: Aufgaben, Interessen, Ideen. Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 116
  2. Dorit Pries: Stasi-Mitarbeiter in deutschen Parlamenten? die Überprüfung der Abgeordneten auf eine Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst der ehemaligen DDR. 2008, ISBN 3-8258-0593-X. S. 131
  3. Walter Süß: Staatssicherheit am Ende: warum es den Mächtigen nicht gelang, 1989 eine Revolution zu verhindern. Christoph Links Verlag 1999, S. 649
  4. BStU, ASt Leipzig, Lpz. AIM 746/82