Rudolf Moroder

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Rudolf Moroder um 1905
Ein Porträt gezeichnet von Rudolf Moroder
Hl. Elisabeth von Thüringen mit Bettler des Rudolf Moroder, Fassung von Christian Delago

Rudolf Moroder Lenèrt (* 26. Jänner 1877 in St. Ulrich in Gröden; † 22. Dezember 1914 in Radłów, Galizien) war ein Südtiroler Bildhauer für sakrale Kunst aus der Künstlerfamilie Moroder in Gröden und Offenburg (Baden).

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf Moroder wurde 1877 in St. Ulrich in Gröden als Sohn von Franz Moroder und Marianna Moroder (Schwester des akademischen Malers Josef Moroder Lusenberg) geboren. Nach einer Lehre beim Bildhauer Anton Runggaldier (Tone da Passua) in St. Ulrich war er Geselle im Kunstatelier des Franz Tavella. Es folgte eine Militärzeit bei den Kaiserjägern in Wien, wo er seinen künstlerischen Interessen nachgehen konnte. Ab 1903 lebte er zeitweise, von 1912 bis 1914 ständig als Leiter der Großwerkstatt für kirchliche Kunst Gebrüder Moroder in Offenburg (ehemals Franz Joseph Simmler). Rudolf Moroder wurde am 22. Dezember 1914 zusammen mit anderen österreichischen Soldaten in einer Hütte an der Front in Galizien mit dem Bajonett erstochen und liegt in Radłów begraben.

Einer seiner Schüler war der Bildhauer Vigil Pescosta.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moroder arbeitete überwiegend im neugotischen und im neobarocken Stil. Die im Alter von 21 Jahren in 1898 in Holz geschaffene Gruppe der Hl. Elisabeth von Thüringen mit Bettler wurde bei der Weltausstellung 1900 in Paris mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Das Werk ist in der Rosenkranzkapelle der Pfarrkirche in St. Ulrich ausgestellt. Ein weiteres Werk, des Hl. Petrus steht links vom Hauptaltar der Pfarrkirche in St. Ulrich. In seiner 1902 errichteten Werkstatt im Haus Lenèrt in St. Ulrich arbeitete auch sein Schwager Ludwig Moroder. Die künstlerische Tätigkeit Rudolfs erstreckte sich besonders auf die Großwerkstatt für kirchliche Kunst der Gebrüder Moroder in Offenburg, wo er Modelle und Bildhauerwerke für Kirchen wie etwa in Villingen (Münster), Offenburg, Koenigshofen, Altenau, Kappelrodeck, Oberachern, Baden-Baden (St. Bernhard) und Rotenfels erstellte. Er schuf auch vierzehn Kreuzwegstationen in Relief für die Pfarrkirche St. Anna in Schlesien. Von Ihm wurde die Kreuzigung Christi geschaffen, die heute in der Krypta der Dreifaltigkeitskirche in Offenburg aufbewahrt wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CM (Christian Moroder): N lecord dl scultëur Rudolf Moroder de Lenert 80 ani do si mort. In: Calënder de Gherdëina 1994, Union di Ladins de Gherdëina, St. Ulrich 1993, S. 16–38 (Bildmaterial) (Ladinisch).
  • Edgar Moroder: Die Moroder. Ein altladinisches Geschlecht aus Gröden-Dolomiten. Vom 14. bis zum 20. Jahrhundert. Ursprung – Geschichte – Biographien – Anhang. Beitrag zur tirolischen Familienforschung. Eigenverlag St. Ulrich in Gröden 1980, S. 246–249.
  • Adele Moroder de Lenert: N memoria de Rudolf Moroder de Lenert do 50 ani che 'l ie tumà tla gran viëra mondiela 1914. In: Calënder de Gherdëina 1965, Union di Ladins de Gherdëina, St. Ulrich 1964, S. 29–31 (Ladinisch).
  • Cirillo Dell’Antonio: Artisti ladini 1580–1939. Cristiano Trebinger, Melchiore Vinazer, Domenico Moling, Valentino Rovisi, Domenico Mahlknecht, G. Battista Pettena, Ferdinando Demetz, G. Battista Chiocchetti, Francesco Tavella, G. Moroder-Lusenberg, Giuseppe Iellico, Rodolfo Moroder. Ed. della Scuola D'Arte, Trento 1951.
  • E. Egg: Moroder(-Lenert) Rudolf. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 6, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1975, ISBN 3-7001-0128-7, S. 377.
  • Werner Scheurer: Die Moroder-Altäre der St. Antonius-Kirche in Schuttertal. In: Geroldsecker Land 51, 2009, S. 31–38.
  • Anette Wagner-Wilke: Moroder-Lenèrt, Rudolf. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 90, de Gruyter, Berlin [?], S. 524 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rudolf Moroder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien