Rudolf Stichweh

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Rudolf Stichweh (* 26. August 1951 in Lemgo, Lippe) ist ein deutscher Soziologe. Er war ein Schüler von Niklas Luhmann und später dessen unmittelbarer Lehrstuhlnachfolger.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stichweh studierte Soziologie und Philosophie an der Freien Universität Berlin und der Universität Bielefeld, wo er mit einer Arbeit zur Entstehung der Physik als wissenschaftlicher Disziplin zum Dr. rer. soc. promovierte. Seine Habilitation an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld erlangte er 1990 mit Forschungsarbeiten zum Zusammenhang von Staatsbildung und Universitätsentwicklung im frühneuzeitlichen Europa.

Er war von 1985 bis 1989 Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln; 1987 an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris; von 1989 bis 1994 am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt/M. Von 1994 bis 2003 war er Professor für Soziologische Theorie und Allgemeine Soziologie an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld; 1999–2001 war er Dekan dieser Fakultät; im Frühjahr 2000 Gastprofessor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris; im Winter 2001/2 an der Universität Wien; vom Winter 2003 bis zum Sommer 2012 war er Professor für Soziologische Theorie und Allgemeine Soziologie an der Universität Luzern, und vom 1. Oktober 2006 bis zum 31. Juli 2010 auch Rektor der Universität Luzern. Daneben war er vom Oktober 2005 bis Juli 2006 Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin. Im Frühjahr 2011 erhielt er eine Gastprofessur an der Princeton University. Seit dem 1. August 2012 ist er Dahrendorf Professor für 'Theorie der modernen Gesellschaft' und Direktor des 'Forum Internationale Wissenschaft' an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und zugleich ist er ständiger Gastprofessor der Universität Luzern. 2014 wurde er zum Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften gewählt.[1] Im Frühjahr 2017 war er Gastprofessor am Department of Sociology der University of Chicago. 2017 wurde Rudolf Stichweh zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[2]

Forschungsschwerpunkte von Rudolf Stichweh sind:

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Entstehung des modernen Systems wissenschaftlicher Disziplinen. Frankfurt a. M. 1984.
  • Der frühmoderne Staat und die europäische Universität. Frankfurt a. M. 1991.
  • Études sur la genèse du système scientifique moderne. Lille 1991.
  • Wissenschaft, Universität, Professionen. Frankfurt a. M. 1994, Neuauflage Bielefeld 2013.
  • Die Weltgesellschaft. Soziologische Analysen. Frankfurt a. M. 2000.
  • Inklusion und Exklusion. Bielefeld 2005, 2. erweiterte Auflage, Bielefeld 2016.
  • Der Fremde: Studien zu Soziologie und Sozialgeschichte, Frankfurt a. M. 2010.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste nimmt 17 neue Mitglieder auf. Pressemitteilung vom 22. Mai 2014 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de)
  2. Mitgliedseintrag von Rudolf Stichweh bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 12. Dezember 2017.