Ruellien

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Ruellien

Ruellia makoyana

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Akanthusgewächse (Acanthaceae)
Unterfamilie: Acanthoideae
Gattung: Ruellien
Wissenschaftlicher Name
Ruellia
L.

Die Ruellien (Ruellia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae). Die 150 bis 300 Arten gedeihen in tropischen bis subtropischen Gebieten fast weltweit.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flore des serres, Volume 14 von Ruellia baikiei
Illustration aus Flore médicale des Antilles, ou, Traité des plantes usuelles, Tafel 114 von Ruellia patula
Illustration aus Botanical Magazine, Volume 106, 1880 von Ruellia portellae
Illustration aus The native flowers and ferns of the United States in their botanical, horticultural and popular aspects, 1879 von Ruellia ciliosa

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruellia-Arten wachsen als aufrechte, kletternde oder kriechende, einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen und Sträucher.[1] Der Stängel ist vierkantig.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt. Die meist einfachen Blattspreiten sind elliptisch, eiförmig-lanzettlich oder länglich-spatelförmig mit spitzem-zugespitztem oder stumpfem oberem Ende. Die Blattränder sind glatt.[1] Nebenblätter fehlen.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die end- oder seitenständigen Blütenstände sind verschiedengestaltig. Trag- und Deckblätter sind vorhanden oder fehlen. Es können Blütenstiele vorhanden sein.[1]

Die oft großen, zwittrigen Blüten sind fünfzählig und radiärsymmetrisch bis zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind mehr oder weniger gleich lang und nur an ihrer Basis miteinander verwachsen. Die fünf Kronblätter sind zweilippig röhren- bis trichterförmig verwachsen. Die Farbe der Kronblätter ist gelb, weiß oder rot bis purpurfarben.[1] Je zwei der vier fertilen Staubblätter sind miteinander verwachsen. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen mit zwei bis zehn Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. Der dünne Griffel endet in einer ungleich zweilappigen Narbe.[1]

Meist zwei bis zwanzig Samen reifen in zweifächerigen Kapselfrüchten. Die abgeflachten bis flachen Samen sind ei- oder kugelförmig.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie). Die Ausbreitungseinheit (Diaspore) ist der Same.

Verbreitung und Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Ruellia wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Der Gattungsname Ruellia ehrt den französischen Humanisten, Arzt und Botaniker Jean Ruel, lateinisch Ruellius (1474–1537).[2] Als Lektotypusart wurde 1913 Ruellia tuberosa L. durch Nathaniel Lord Britton und Addison Brown in An Illustrated Flora of the Northern United States, 2. Auflage, 3, Seite 241 festgelegt.[3]

Synonyme für Ruellia L. sind: Aphragmia Nees, Arrhostoxylum Nees, Benoicanthus Heine & A.Raynal, Blechum P.Browne, Brunoniella Bremek., Copioglossa Miers, Cryphiacanthus Nees, Dinteracanthus C.B.Clarke ex Schinz, Dipteracanthus Nees, Endosiphon T.Anderson ex Benth. & Hook. f., Eusiphon Benoist, Gymnacanthus Nees, Gymnacanthus Oerst., Leptosiphonium F.Muell., Lychniothyrsus Lindau,Nothoruellia Bremek., Pararuellia Bremek., Pattersonia J.F.Gmel., Polylychnis Bremek., Pseudoruellia Benoist, Sclerocalyx Nees,Spirostigma Nees Stenoschista Bremek., Stephanophysum Pohl, Tacoanthus Baill., Ulleria Bremek.[4][3][5]

Die Ruellia-Arten sind von den tropischen bis zu den subtropischen Regionen der Neuen Welt und der Alten Welt auf beiden Hemisphären heimisch.

Die Gattung Ruellia gehört zur großen Tribus Ruellieae in der Unterfamilie Acanthoideae.

Ausgewählte Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt etwa 150 bis 300 Arten in der Gattung Ruellia:

Früher zur Gattung Ruellia gehörende Arten (Auswahl):

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Kamal Akhtar Malik, Abdul Ghafoor: Ruellia bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  2. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin Berlin 2018. [1]
  3. a b Ruellia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u Ruellia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 15. Dezember 2018.
  5. Erin A. Tripp, Thomas F. Daniel, Siti Fatimah, Lucinda A. McDade: Phylogenetic Relationships within Ruellieae (Acanthaceae) and a Revised Classification. In: International Journal of Plant Sciences, Volume 174, Issue 1, Januar 2013, S. 97–137. Volltext-Online.
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai Kamal Akhtar Malik, Abdul Ghafoor: Ruellia bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  7. a b c d e f g h Datenblatt Ruellia bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  8. Iain Darbyshire, Erin A. Tripp, Guy E. Onjalalaina: Ruellia domatiata (Acanthaceae), a striking new species from Madagascar. In: Kew Bulletin, Volume 72, März 2017, S. 13. doi:10.1007/s12225-017-9676-7
  9. a b c d Lucinda A. McDade, Erin A. Tripp: A synopsis of Costa Rican Ruellia (Acanthaceae), with descriptions of four new species. In: Brittonia, Volume 59, 2007, S. 199–216. doi:10.1663/0007-196X(2007)59[199:ASOCRR]2.0.CO;2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ruellien (Ruellia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien