Ruffieux

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der französischen Gemeinde Ruffieux im Département Savoie. Zur gleichlautenden Gemeinde im Département Ain siehe Ruffieu. Zum Schweizer Politiker und Staatskanzler des Kantons Freiburg siehe Arnold Ruffieux.
Ruffieux
Wappen von Ruffieux
Ruffieux (Frankreich)
Ruffieux
Region Rhône-Alpes
Département Savoie
Arrondissement Chambéry
Kanton Ruffieux
Gemeindeverband Chautagne.
Koordinaten 45° 51′ N, 5° 51′ O45.8480555555565.8433333333333Koordinaten: 45° 51′ N, 5° 51′ O
Höhe 233–1.021 m
Fläche 13,21 km²
Einwohner 817 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 62 Einw./km²
Postleitzahl 73310
INSEE-Code

Das Château de Mecoras nördlich von Ruffieux
.

Ruffieux ist eine französische Gemeinde mit 817 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012) im Département Savoie in der Region Rhône-Alpes. Es ist Hauptort des Kantons Ruffieux im Arrondissement Chambéry und Mitglied im Gemeindeverband Chautagne.

Geographie[Bearbeiten]

Ruffieux liegt auf 296 m, in der Nähe von Culoz, etwa 31 Kilometer nördlich der Präfektur Chambéry und 23 km westsüdwestlich der Stadt Annecy (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in der Chautagne, am östlichen Rand des breiten Rhonetals und am Rand des Marais de Chautagne, am Westfuß des Mont Clergeon.

Die Fläche des 13,21 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Rhonetals. Die westliche Grenze bildet die Rhone, die hier in einem breiten Tal parallel zu den Juraketten von Norden nach Süden fließt. Vom Flusslauf erstreckt sich das Gemeindeareal ostwärts über die 3 km breite, flache Talaue, die vom Sumpf- und Waldgebiet der Chautagne eingenommen wird. Daran schließt sich der zunächst sanft ansteigende Hang von Ruffieux an. Dieser geht in den dicht bewaldeten Steilhang des Mont Clergeon über, der geologisch die südliche Fortsetzung der Antiklinale der Montagne du Gros Foug darstellt. Mit 1021 m wird auf dem Höhenrücken des Mont Clergeon die höchste Erhebung von Ruffieux erreicht.

Zu Ruffieux gehören neben dem eigentlichen Ortskern auch mehrere Weilersiedlungen und Gehöfte, darunter:

  • La Loi (240 m) in der Talebene der Rhone
  • Crozan (260 m) am östlichen Rand des Rhonetals
  • Saumont (250 m) am östlichen Rand des Rhonetals
  • Putignet (360 m) am unteren Westhang des Mont Clergeon
  • Collonges (360 m) am unteren Westhang des Mont Clergeon
  • Montagnet (430 m) am unteren Westhang des Mont Clergeon

Nachbargemeinden von Ruffieux sind Serrières-en-Chautagne im Norden, Moye im Osten, Cessens, Chindrieux und Vions im Süden sowie Culoz im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Ruffieux war schon sehr früh besiedelt. Es wurden Überreste aus dem Neolithikum sowie römische Inschriften und Münzen gefunden. Der Ortsname geht auf den gallorömischen Personennamen Ruffius zurück und bedeutet so viel wie Landgut des Ruffius (Ruffiacum).[1] Im Mittelalter war Ruffieux im Besitz der Familie Montluel, die auf dem Schloss Châtillon (am Lac du Bourget) ansässig war.[2] Im 15. Jahrhundert gehörte es zum Herrschaftsgebiet der Seyssel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche von Ruffieux wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Auf dem Gebiet von Ruffieux befinden sich verschiedene Schlösser und Herrschaftssitze, die überwiegend aus dem Mittelalter stammen. Dazu gehören das Château du Grand Mécoras (ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert, später mehrfach umgestaltet, heute Monument historique),[3] das Château de La Roche (14. Jahrhundert), das Château de Collonges (19. Jahrhundert, heute ein Hotel) sowie die Herrschaftshäuser Morand (14. Jahrhundert) und Saumont (16. Jahrhundert).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 436
1968 392
1975 363
1982 454
1990 540
1999 666
2006 782
2011 797

Mit 817 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012)[4] gehört Ruffieux zu den kleinen Gemeinden des Département Savoie. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rückläufig war, wurde seit Mitte der 1970er Jahre dank der schönen Wohnlage wieder eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet.[5] Die Ortsbewohner von Ruffieux heißen auf Französisch Ruffiérois(es).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ruffieux war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Von Bedeutung ist außerdem der Weinbau an den Hängen um Ruffieux. Das Dorf liegt in der Weinbauregion Savoie. Weißweine aus der Rebsorte Altesse (lokal Roussette genannt) dürfen unter der geschützten Herkunftsbezeichnung Roussette de Savoie vermarktet werden. Für Weißweine anderer Rebsorten sowie Rotweine gilt die AOC Vin de Savoie.

Daneben gibt es heute verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung sowie im Raum Chambéry ihrer Arbeit nachgehen.[6]

Die Ortschaft ist verkehrsmäßig recht gut erschlossen. Sie liegt oberhalb der Hauptstraße, die von Aix-les-Bains nach Seyssel führt. Eine weitere regionale Straßenverbindung besteht mit Culoz respektive Ambérieu-en-Bugey. Der nächste Anschluss an die Autobahn A41 befindet sich in einer Entfernung von rund 20 km.

Ausbildung[Bearbeiten]

In Ruffieux befindet sich eine Grundschule (école primaire).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruffieux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  A. Gros: Dictionnaire étymologique des noms de lieu de la Savoie. Belley, Imprimerie Aimé Chaduc, 1937, S. 411 (französisch, online, abgerufen am 3. September 2014).
  2.  J. J. Vernier: Dictionnaire topographique du département de la Savoie. Imprimerie Savoisienne, 1896, S. 633 (französisch, online auf BNF, abgerufen am 19. Januar 2014).
  3. Château de Mecoras in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  5. Ruffieux - notice communal. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 1. Oktober 2014 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  6. Dossier statistique zu Ruffieux. In: INSEE. Abgerufen am 2. Oktober 2014 (französisch).