Es werden insgesamt 48 Spiele in 13 Stadien (zwölf in England und eines in Wales) ausgetragen. Von den 20 teilnehmenden Mannschaften qualifizierten sich zwölf aufgrund ihrer Platzierung in den besten drei der Vorrundengruppen der Weltmeisterschaft 2011. Die übrigen acht Mannschaften qualifizierten sich in kontinentalen und interkontinentalen Ausscheidungsturnieren.
Der Weltverband World Rugby (bis 2014: International Rugby Board) wünschte, dass alle interessierten Verbände bis zum 15. August 2008 ihre Absicht für die Ausrichtung der Weltmeisterschaften 2015 und 2019 bekanntgeben. Erforderlich war zu diesem Zeitpunkt lediglich eine Absichtserklärung ohne detaillierte Planungen. Zehn Verbände, so viele wie nie zuvor, bekundeten formell ihr Interesse: Australien, England, Irland, Italien, Jamaika, Japan, Russland, Schottland, Südafrika und Wales.[3]
Von diesen zehn Verbänden zogen sechs in der ersten Hälfte des Jahres 2009 ihre Kandidatur zurück. Übrig blieben England, Italien, Japan und Südafrika, wobei England und Japan als Favoriten galten. Am 28. Juli 2009 erteilte der Weltverband der englischen Kandidatur den Zuschlag. England trägt somit zum zweiten Mal nach 1991 eine Weltmeisterschaft aus. Die Bewerbung war Teil einer breit angelegten Strategie Großbritanniens, die vorsah, möglichst viele sportlich hochkarätige Wettbewerbe der 2010er Jahre auszurichten. Dazu gehörten auch die Olympischen Sommerspiele 2012, die Rugby-League-Weltmeisterschaft 2013, die Commonwealth Games 2014, die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 (die allerdings nach Russland vergeben wurde) und die Cricket-Weltmeisterschaft 2019.[4] Japan erhielt die Weltmeisterschaft 2019 zugesprochen.
Neben Gastgeber England, das sich auch sportlich durch das Erreichen des Viertelfinales der Weltmeisterschaft 2011 qualifizierte, waren vorab die sieben weiteren Viertelfinalisten der letzten WM-Endrunde sowie die vier Drittplatzierten der Vorrundengruppen für das Turnier qualifiziert. So waren noch acht Plätze für das insgesamt zwanzig Nationen umfassende Turnier in der Qualifikation zu vergeben. Jeweils zwei Plätze waren für die Kontinentalverbände Europas und Amerikas und einer für Afrika, Asien und Ozeanien reserviert. Der letzte Startplatz wurde in einer interkontinentalen Qualifikationsrunde ausgespielt.
Bereits am Tag der Bekanntgabe, dass England das WM-Turnier 2015 ausrichten wird, wurden provisorisch auch Stadien vorgestellt, in denen die Spiele ausgetragen werden sollen. Die offizielle Bekanntgabe der Stadien mitsamt dem Turnierplan erfolgte am 2. März 2013. Von diesen sind zwölf in England, während sich das Millennium Stadium in Wales befindet. Bereits 2011 hatte der Weltverband die Nutzung des Millennium Stadium genehmigt, aufgrund der hohen Kapazität und der strategischen Lage.[5] Von den dreizehn Stadien sind zwei im Besitz von Rugbyvereinen (Kingsholm Stadium und Sandy Park), zwei sind Rugby-Nationalstadien (Twickenham Stadium und Millennium Stadium), zwei sind Mehrzweckstadien (Wembley-Stadion und Olympiastadion London) und die übrigen sieben sind Stadien von Fußballvereinen.
* Das Stadion wurde bis zum Zeitpunkt des Turniers ausgebaut.
Im Twickenham Stadium in London finden vier Vorrundenspiele, darunter das Eröffnungsspiel der WM, zwei Viertel- und die Halbfinals und das Endspiel statt, im Cardiffer Millennium Stadium werden sechs Vorrundenspiele und zwei Viertelfinals ausgetragen, im Londoner Olympiastadion findet neben vier Vorrundenspielen das Spiel um Platz drei statt. Die weiteren Stadien sind Spielorte für Vorrundenspiele.
Am 3. Dezember 2012, noch während der Qualifikationsphase, wurden in London die Gruppen der Weltmeisterschaft ausgelost. Dabei waren die Teilnehmer auf fünf Töpfe verteilt. Ausschlaggebend für die ersten drei Töpfe mit den bereits qualifizierten Mannschaften war zum Zeitpunkt die Platzierung in der World-Rugby-Weltrangliste nach Abschluss der End-of-year Internationals. So kamen Neuseeland, Südafrika, Australien und Frankreich in den Lostopf 1, England, Irland, Samoa und Argentinien in den Lostopf 2 und Wales, Italien, Tonga und Schottland in den Lostopf 3. Im vierten Lostopf befanden sich die Qualifikanten Ozeanien, Europa 1, Asien, Amerika 1, im fünften Afrika, Europa 2, Amerika 2 und der Sieger des Interkontinentalen Vergleichs. Die Auslosung der Gruppen ergab folgende Einteilung:
Am 7. April 2015 gab der Weltverband die Namen der Offiziellen bekannt. Insgesamt wurden zwölf Schiedsrichter, sieben Assistenten und vier Video-Schiedsrichter bestimmt.[10]
Es gibt vier Vorrundengruppen mit jeweils fünf Teilnehmern. Innerhalb jeder Gruppe spielen die Mannschaften je einmal gegeneinander. Die Mannschaften auf den Plätzen 1 und 2 qualifizieren sich für das Viertelfinale. Die drittplatzierten Mannschaften sichern sich die Teilnahmeberechtigung für die WM 2019.
Die Punkteverteilung in der Vorrunde erfolgt nach folgendem System:
4 Punkte bei einem Sieg
2 Punkte bei einem Unentschieden
0 Punkte bei einer Niederlage (vor möglichen Bonuspunkten)
1 Bonuspunkt für vier oder mehr Versuche, unabhängig vom Endstand
1 Bonuspunkt bei einer Niederlage mit sieben oder weniger Spielpunkten Unterschied
Bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Mannschaften wird die bessere Tabellenposition nacheinander nach folgenden Kriterien ermittelt:
Sieger der Direktbegegnung zwischen 2 punktgleichen Mannschaften
Die Finalrunde beginnt mit den Viertelfinalspielen. Jedes Spiel muss zwingend mit einem Sieg enden. Steht es in einer Begegnung nach der regulären Spielzeit von 80 Minuten unentschieden, folgt eine Verlängerung von 2 x 10 Minuten. Ist noch immer kein Sieger ermittelt, gibt es eine weitere Verlängerung von zehn Minuten Dauer mit Sudden Death. Wenn auch nach insgesamt 110 Minuten immer noch kein Sieger feststeht, wird der Sieger in einem Platztrittschießen zu den Goalstangen bestimmt.
Die Übertragungsrechte für Deutschland wurden von Eurosport erworben. Die Sendergruppe überträgt im deutschsprachigen Raum 30 der 48 WM-Spiele live.[11]