Ruhland

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ruhland (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ruhland
Ruhland
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ruhland hervorgehoben
Koordinaten: 51° 27′ N, 13° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Amt: Ruhland
Höhe: 96 m ü. NHN
Fläche: 37,22 km2
Einwohner: 3665 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km2
Postleitzahl: 01945
Vorwahl: 035752
Kfz-Kennzeichen: OSL, CA, SFB
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 272
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rudolf-Breitscheid-Straße 4
01945 Ruhland
Webpräsenz: www.stadt-ruhland.de
Bürgermeister: Uwe Kminikowski (CDU)
Lage der Stadt Ruhland im Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Sachsen Cottbus Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Elbe-Elster Landkreis Spree-Neiße Landkreis Teltow-Fläming Altdöbern Bronkow Calau Frauendorf (Amt Ortrand) Großkmehlen Großräschen Grünewald Guteborn Hermsdorf (bei Ruhland) Hohenbocka Kroppen Lauchhammer Lindenau (Oberlausitz) Lübbenau/Spreewald Luckaitztal Neupetershain Neu-Seeland Ortrand Ruhland Schipkau Schwarzbach (Lausitz) Schwarzheide Senftenberg Tettau (Brandenburg) Vetschau/SpreewaldKarte
Über dieses Bild
Willkommen in Ruhland, Niederschlesien / Zollhaus

Ruhland (sorbisch: Rólany) ist eine Kleinstadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden des Landes Brandenburg, westlich der Stadt Hoyerswerda und östlich der Stadt Elsterwerda. Die Stadt Ruhland ist Verwaltungssitz des Amtes Ruhland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Ruhland liegt etwa zehn Kilometer südwestlich von Senftenberg und südöstlich von Lauchhammer in der Oberlausitz. Unmittelbar nördlich der Stadt beginnt die Niederlausitz, von ihr durch die Schwarze Elster getrennt. Durch den Ort fließen das Ruhlander Schwarzwasser und der Ruhlander Binnengraben der Schwarzen Elster. Ruhland liegt im geografischen Raum der Königsbrück-Ruhlander Heiden.

Das Gebiet um Ruhland und Tettau ist der einzige Teil der Oberlausitz im Land Brandenburg.

Zu Ruhland gehören der Gemeindeteil Arnsdorf und die Wohnplätze Herschenzmühle, Kolonie Schönburgsau, Matzmühle, Neue Sorge und Waldesruh I.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältestes Haus in Ruhland (1672), Dresdener Straße 35, 2016 restauriert

Ruhland wurde als Fischerdorf gegründet und war schon vor 1200 Kirchdorf. Urnenfunde lassen auf eine Besiedlung bereits in jüngerer Altsteinzeit schließen (ca. 2500 v. Chr.). Im Jahre 1317 wurde der Ort als Rulant erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort kam 1319 mit dem Wechsel der Oberlausitz von der Markgrafschaft Brandenburg zu Böhmen.[3] 1332 wurde die Kaupenburg erstmals in einem Kaufvertrag als „Schloß Rulant“ genannt.[3] Im Jahre 1397 wurde Ruhland in einer Urkunde König Wenzels IV. von Böhmen erstmals als Stadt genannt.[4] Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Ruhland Grenz- und Zollstation zwischen der Oberlausitz und Kursachsen. Die Stadt gehörte bis 1635 zur Böhmischen Krone und ging danach mit den Lausitzen an das Kurfürstentum Sachsen über. 1815 kam Ruhland mit der gesamten nördlichen Oberlausitz zu Preußen, wo es zum Kreis Hoyerswerda gehörte – erst in der Provinz Brandenburg (1815–25), dann in der Provinz Schlesien (1825–1945). Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt zunächst Teil des Landes Sachsen (1945–1952), später des Kreises Senftenberg im Bezirk Cottbus (1952–1990). Seit 1990 gehört sie zum Land Brandenburg.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Ruhland mehrfach durch Brände zerstört, so zum Beispiel 1624, 1661 und 1648. Am 22. August 1768 fielen fast alle Gebäude einem weiteren Großbrand zum Opfer: 184 Bürgerhäuser, 60 Scheunen sowie öffentliche Gebäude und die Kirche. 20 Häuser überstanden den Brand.[5] Eines davon existiert heute noch und befindet sich in der Dresdner Straße, auf der Wetterfahne ist das Jahr 1672 angegeben. Der Wiederaufbau 1768–1774 erfolgte nach Plänen von Samuel Locke. Die Kirche wurde in der heutigen Form im Barockstil zwischen 1772 und 1774 neu erbaut. Das Holz für den Turmbau bekam Ruhland von der angrenzenden Gemeinde Zschornegosda (Teil des heutigen Schwarzheide) geschenkt.[5] Am 1. April 1870 wurde Ruhland an die Bahnstrecke Großenhain–Cottbus angebunden und erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das ansässige Gewerbe, besonders die Fischerei und das Schuhmacherhandwerk, versorgte bis 1900 das Umland. Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Stadt vom nahen Braunkohletagebau geprägt.

Wechselnde Herrschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1397 war Ruhland im Besitz der Adelsfamilie von Gersdorff. Diese verkaufte 1618 das Schloss Ruhland (Kaupenburg) an einen Gottfried von Wölfersdorff auf Bernsdorf und 1622 den Gutsbesitz (Ruhland, Guteborn, Arnsdorf und Biehlen) an Hans Georg von Hoym. 1783 starb Gotthelf Adolf von Hoym, sein Besitz fiel an seine Tochter Louise-Henriette, Gemahlin Heinrichs XLII., des späteren Fürsten Reuß zu Schleiz.

1849 endete die Gerichtszuständigkeit der Gutsherrn (Patrimonialgerichtsbarkeit). 1880 starb Adelheid zu Reuß-Schleiz, ihr Besitz ging an die Tochter Anna zu Bentheim-Tecklenburg-Rheda. Nach deren Tod 1902 fiel der Besitz an ihre älteste Tochter, Prinzessin Luise zu Schönburg-Waldenburg, Mutter des letzten Schlossherrn auf Guteborn, Prinz Ulrich, 6. Fürst von Schönburg-Waldenburg.[3]

Geschichte der Ortsteile und Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Ruhland in einen Guts-, einen Stadt- und einen Landbezirk gegliedert. Das zu Naundorf (Teil des heutigen Schwarzheide) gehörende Zollhaus wurde 1910 zum Stadtbezirk eingemeindet. Im selben Jahr wurden in der Kolonie östlich der Bahnlinien (später „Neue Sorge“) die ersten Häuser entlang der jetzigen Theodor-Schmidt-Straße gebaut. Im Westen der Stadt wurden 1908–1922 Grün- und Parkanlagen (Prinzess-Luisen-Weg, Ehrenhain, Heldenhain) angelegt.

Die 1921–1923 entstandene Siedlung Schönburgsau gehörte anfangs zum Guts-, ab 1922 zum Landbezirk. Prinz Ulrich, 6. Fürst von Schönburg-Waldenburg, ließ westlich des Schwarzwassers Wald abholzen und übergab Siedlern Baugrundstücke. Ab 1930 wurden diese Grundstücke meistbietend verkauft, auch an Personen mit Arbeit in Lauchhammer und Schwarzheide. Die Siedlung wurde zwischen 1935 und 1938 wesentlich erweitert.[3]

1974 wurde Arnsdorf auf eigenen Wunsch nach Ruhland eingemeindet; bis dahin gehörten nur die ersten Häuser zu Ruhland.

Am 30. Mai 1997 erfolgte der erste Spatenstich zum „Wohnpark Neue Sorge“,[6] womit das Wohngebiet östlich der Bahnlinie wesentlich erweitert wurde.

Jugendopposition in der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1960er Jahren erlangte das „Zollhaus“ Ruhland, eine nahe der Autobahnabfahrt gelegene Gaststätte mit Tanzsaal, überregionale Bedeutung für die Entwicklung einer von der herrschenden SED unabhängigen und westlich orientierten Jugendkultur. Die resolute Wirtin Trude Wolf lud auch nach der Leipziger Beatdemo immer wieder von den Genehmigungs-Behörden verbotene bzw. in der DDR unerwünschte Beat-Bands ein, die Tramper aus allen Bezirken der DDR anzogen.[7] Ruhland wurde zu einem „Mekka der Osthippies“.[8] In den 1980er Jahren organisierte der Enkel der verstorbenen Wirtin vor allem Blues-Konzerte, u. a. mit der Kult-Band Monokel.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1786
1890 1958
1910 2626
1925 3110
1933 3395
1939 4055
1946 4533
1950 4669
1964 4394
1971 4345
1981 4670
Jahr Einwohner
1985 4612
1989 4413
1990 4325
1991 4191
1992 4131
1993 4080
1994 4052
1995 4037
1996 4089
1997 4134
1998 4178
Jahr Einwohner
1999 4232
2000 4262
2001 4215
2002 4157
2003 4121
2004 4093
2005 4106
2006 4043
2007 3982
2008 3948
2009 3935
Jahr Einwohner
2010 3896
2011 3819
2012 3754
2013 3747
2014 3693
2015 3665

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[10][11], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 45.6 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,9 %
17,5 %
17,0 %
15,6 %
UFW

Die Stadtverordnetenversammlung von Ruhland besteht aus 16 Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[12]

  • CDU: 8 Sitze
  • SPD: 3 Sitze
  • Unabhängiger Freier Wählerbund: 3 Sitze
  • Linke: 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998–2013 Eberhard Krause parteilos
seit 2013 Uwe Kminikowski CDU

Eberhard Krause wurde 1998, 2003 und 2008 zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Stadt gewählt.[13] Er starb im April 2013.

Die Stadtverordnetenversammlung wählte am 3. Juni 2013 Uwe Kminikowski (CDU) zu seinem Nachfolger bis zum Ende der Legislaturperiode.[14] Kminikowski wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 75,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[15] in seinem Amt bestätigt.[16]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. November 1992 genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein schwarzer doppelköpfiger Adler mit roter Zunge und Bewehrung, über ihm schwebend eine rotgefütterte goldene Krone.“[17]

Das Wappen war einst silber (weiß) und trägt einen zweiköpfigen Drachenvogel, so wie es an der Matzmühle zu sehen ist. Heute ist der Hintergrund goldgelb. Der Schützenverein trägt das Wappen mit einem blauen Hintergrund. Das Wappen des Amtes ist neu und ähnlich dem der Nachbarstadt Schwarzheide. Es zeigt die Amtsfarben Schwarz, Blau, Silber und die Amtskirche, die Kirche der Stadt Ruhland.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkirche

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Ruhland stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

  • Stadtkirche: Der Vorgängerbau stammt aus dem 15. Jahrhundert. Bei einem Brand 1768 wurde die Kirche beschädigt. 1772–74 wurde die Kirche nach Plänen von Samuel Locke wieder aufgebaut und erneuert. 1991 wurde die Kirche renoviert. Im Inneren befindet sich ein Taufstein aus dem Jahre 1780.
  • Gutshof wird landläufig das Gebäude Gutshof 2 genannt. Das Gebäude beherbergt das Heimatmuseum und hat bei L-förmigem Grundriss ein Fachwerk-Obergeschoss, Krüppelwalmdach und massives Erdgeschoss mit Kreuzgewölbe im Ost-Teil.
  • Nachbildung der Kursächsischen Postmeilensäule von 1722 auf dem Marktplatz, eingeweiht am 13. Oktober 2012

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedenkstein für neun sowjetische sowie ein Grabstein für einen niederländischen Zwangsarbeiter auf dem Friedhof von Ruhland
  • Gedenkstein für neun Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem Friedhof von Ruhland
  • Sowjetischer Ehrenfriedhof gegenüber dem Friedhofsvorplatz von Ruhland

Weitergehende Angaben und Bilder zu diesen Geschichtsdenkmalen finden sich in der Liste von Denkmalen, Gedenksteinen und Steinkreuzen in Ruhland.

Weitere Denkmale, Gedenksteine und Steinkreuze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste von Denkmalen, Gedenksteinen und Steinkreuzen in Ruhland stehen auch die folgenden Denkmale, Kleindenkmale und Gedenksteine:

  • Geschwister-Scholl-Gedenkstein am Geschwister-Scholl-Weg
  • Geschwister-Scholl-Gedenkstätte an der Geschwister-Scholl-Schule
  • Prinzess-Luisen-Gedenkstein am Geschwister-Scholl-Weg
  • Krieger-Denkmal Germania zwischen Kirchplatz und Bahnhofstraße
  • Moltke-Denkmal am Geschwister-Scholl-Weg
  • Turner-Denkmal am Geschwister-Scholl-Weg
  • Turner-Denkmal in der Ortrander Straße an der Turnhalle
  • Kreuz im „Heldenhain“ am Geschwister-Scholl-Weg
  • 2 Steinkreuze: Dresdener Straße Ecke Kreuzstraße

Heimatmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Heimatmuseum im Gutshof zeigt Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge aus Haushalt und altem Handwerk sowie wechselnde Sonderausstellungen. Im Ortsteil Arnsdorf zeigt der Verein Brauchtumspflege Arnsdorf seine Sammlungen auf Anfrage.

Grünflächen, Naherholung und Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geschwister-Scholl-Weg in Ruhland ist ein örtlicher Wander- und Radweg durch den Stadtpark. Er verbindet den Anfang der Ortrander Straße mit dem Ende der Heinestraße und dem Ende des Neugrabenwegs (Anschluss an regionale Wanderwege). Ein großer Teil des Weges wird vom Ruhlander Schwarzwasser flankiert, das mit seinen baumbestandenen Ufern ein grünes Band durch Ruhland und den Ortsteil Arnsdorf bildet.

Die Stadt liegt im Landschaftsschutzgebiet Elsterniederung und westliche Oberlausitzer Heide zwischen Senftenberg und Ortrand. An der Bernsdorfer Straße liegt eine Binnendüne. Es gibt bedeutende Einzelbäume, die jedoch nicht in amtlichen Listen erfasst sind.

Kunst am Wegrand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutshaus in Ruhland, Holzfigur rechts am Eingang; „Fischer“

Der Ruhlander Orthopädie-Schuhmachermeister Rudolf Schulze schuf verschiedene Schnitzereien aus Holz, die im Gutshof und an anderen Stellen ausgestellt werden.[18] Einige der größeren Figuren stehen zwischen Ehrenhain und Sportplatzgebäude am Ost-Ufer des Schwarzwassers, gut sichtbar vom Geschwister-Scholl-Weg.

Trafostationen am Straßenrand sind mit Wandbildern geschmückt.[19]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt Ruhland sind ein Spielmannszug, zwei Männerchöre, ein Gemischter Chor und ein Country-Tanzclub aktiv. In der evangelischen Kirche gibt es einen Blockflötenkreis und einen Posaunenchor.

Die Schüler der Außenstelle der Musikschule geben Konzerte, meist im Gutshof.[20]

Zollhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 kaufte Alfred Müller das leerstehende Zollhaus.[21] Der von ihm mit gegründete Verein Verein-t im Zollhaus Ruhland e. V. baut seit 2012 das Zollhaus aus und betreibt eine sozial ausgerichtete Begegnungs- und Bildungsstätte für die Zusammenkunft und Betreuung von in besonderen sozial schwierigen Lebenssituationen befindlichen Familien, deren Mitgliedern, Alleinstehenden und Bedürftigen (insbesondere Suchtgefährdete und -abhängige).[22] Darüber hinaus bietet der Verein Räumlichkeiten für kulturelle und bildende Veranstaltungen bzw. Zusammenkünfte an.

Der Verein organisiert und führt Veranstaltungen durch wie

  • Vorlesungen
  • Ausstellungen, Messen
  • Versammlungen
  • Liederabende
  • Vorbereitung und Unterstützung bei gesellschaftlichen Anlässen
  • Börsen mit Spendencharakter
  • Themenabende
  • Schuldnerberatung

Die Versorgung und Beköstigung bei Veranstaltungen ist alkoholfrei.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Osterbrunnensingen: Ostersonnabend singt der Gemischte Chor Ruhland Frühlingslieder auf dem Marktplatz. Dazu wird der Marktbrunnen mit 25 m geflochtener Ranke geschmückt. Das erste Brunnensingen in Ruhland war am 29. März 1997.[23]
  • Jährlich zu Himmelfahrt, „am Männertag“ ist das Zollhaus geöffnet, es gibt einen Trödelmarkt, abends ein Live-Musik-Konzert.[24]
  • Amtssängertreffen: Seit 29. April 2000 treffen sich die Chöre des Amtes jährlich zu einem gemeinsamen Konzert.[25]
  • Schützenfest: seit 1994 organisiert die Schützengesellschaft Ruhland 1345 e. V. an einem der Wochenenden vor oder zu Pfingsten ein Schützenfest im Schützenhausgarten,[26] der Schützenhausplatz wird einbezogen. Das Schützenfest beginnt mit einem Umzug vom Markt zum Schützenhaus.[27]
  • Nachtwanderung: An der Postmeilensäule startet die von einem Stadtwächter (Andreas Peter aus Guben) geführte Nachtwanderung durch Ruhland, vorbei an denkmalgeschützten und sanierten Gebäuden, deren Geschichte erklärt wird. Die Nachtwanderung endet am Gutshof.[28][29]
  • Brunnenfest im Herbst: Seit 1995 gibt es im Herbst ein Brunnenfest [30] mit einer Brunnenkönigin.[31] Nach einer kurzen Pause lebte diese Veranstaltung 2014 wieder auf.[32]
  • Halloween-Umzug: Seit 2001 organisiert der Karnevalsclub Ruhland e. V. (KCR) am Reformationstag einen Festumzug vom Marktplatz zum Schützenhaus, wo dann das Hexenfeuer entzündet wird.[33] Das zieht viele Besucher an: 1000 waren es 2008, doppelt so viele kamen 2015.[34][35]
  • Nikolaus-Shopping: Seit 2006 findet am Freitagabend vor dem 6. Dezember ein Nikolaus-Shopping statt. Die Veranstaltung entspricht einem kleinen Weihnachtsmarkt mit zusätzlich geöffneten Geschäften. Die Chöre der Stadt treten mit Adventsprogrammen auf.[36]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruhland hat eine fast 100-jährige Stahlbautradition. 1921 wurde die Firma Eisenbau Manig gegründet. Das Unternehmen wurde 1949 als VEB Stahl- und Brückenbau Ruhland verstaatlicht und 1990 reprivatisiert. Es firmiert unter dem Namen Lausitzer Stahlbau Ruhland GmbH.[37]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar nördlich des Stadtgebietes verläuft die Bundesstraße 169 zwischen Elsterwerda und Senftenberg. Sie kreuzt an der Anschlussstelle Ruhland die A 13 Berlin–Dresden.

Ruhland liegt an der Landesstraße L 55 zwischen Schipkau und Ortrand sowie an der L 57, die Ruhland mit dem sächsischen Bernsdorf an der Bundesstraße 97 verbindet.

Mit dem 2016 begonnenen Umbau des Bahnhofs Ruhland und der Erneuerung der Brücken an der L 57 (Elsterbogen-Bernsdorfer Straße) wird die L 57 tiefer gelegt, um den Durchlass für Straßentransporte zu erhöhen. Dies beseitigt auch einen Engpass für das Gewerbegebiet „Große Wiesen“.

Ruhland ist seit 1938 an das Autobahnnetz angeschlossen. 1938 wurde in südlicher Richtung der Abschnitt RuhlandAutobahndreieck Dresden-Nord eröffnet, allerdings bis zur Anschlussstelle Ortrand zunächst nur einbahnig. 1939 war dann die zweite Richtungsfahrbahn bis Ortrand fertiggestellt, dazu nach Norden die Strecke bis zur Anschlussstelle Calau (damals Bathow) mit zwei Richtungsfahrbahnen.[38][39]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Ruhland ist ein Kreuzungsbahnhof der Deutschen Bahn AG; hier treffen sich die Bahnstrecken Hoyerswerda–Falkenberg und Großenhain–Cottbus. Der Bahnhof Ruhland wird von folgenden Bahnlinien bedient:

Auf der Bahnstrecke Ruhland–Kostebrau wurde der Personenverkehr 1962 eingestellt.

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nahe gelegenen Schwarzheide befindet sich ein Verkehrslandeflugplatz der Kategorie II.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Geschwister-Scholl-Schule“ in Ruhland ist eine Oberschule mit Primarstufe und befindet sich in der Dresdener Straße 9. Eingeweiht wurde die Schule 1893 als „Kaiser-Wilhelm-Schule“. 1949 erfolgte die Umbenennung nach den Geschwistern Scholl.

Die „Lindenplatz-Schule“ beherbergt den Primarteil.

Im Gutshof befindet sich eine Außenstelle der Musikschule.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fußballmannschaft von Germania 1910 Ruhland spielt in der Saison 2016/17 in der Kreisoberliga Südbrandenburg.[40]

Germania Ruhland wurde am 24. Juni 1910 im Schützenhaus gegründet. Zunächst wurde auf einem Platz in Naundorf (jetzt Schwarzheide-Ost) gespielt. 1920 war Einweihung des Platzes am Zollhaus an der Berliner Straße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ab 1947 der heutige Sportplatz an der Ortrander Straße zum Vereinsgelände. In der DDR trug der Verein den Namen Motor Ruhland. Seit 1990 ist der offizielle Name Germania 1910 Ruhland.[41]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ruhland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
  3. a b c d Chronik der Stadt Ruhland 1317–1997, 1995–1997 im Rahmen von ABM entstanden
  4. Homepage Amt Ruhland
  5. a b c Torsten Richter: Aus der Chronik Als vor 240 Jahren ganz Ruhland brannte in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 23. August 2008; abgerufen am 22. Mai 2015
  6. Bernd Balzer: Keine Sorge mit der Neuen Sorge in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 31. Mai 1997
  7. Gerold Hildebrand: Ungehorsame Schüler in Anklam und Ruhland in: Horch und Guck, 11. Jg., Heft 38 (2/2002), S. 39–41
  8. Hippies in der DDR auf jugendopposition.de
  9. Harald Hauswald in: Michael Rauhut, Thomas Kochan (Hrsg.): Bye Bye, Lübben City, Bluesfreaks, Tramps und Hippies in der DDR. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2004.
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. S. 26–29
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  12. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  13. Warum Eberhard Krause Wähler nicht belogen hat in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 1. Oktober 2008
  14. Andrea Budich: Neuer Bürgermeister in Ruhland in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 5. Juni 2013
  15. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  16. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  17. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  18. Christiane Klein: Große Leidenschaft für Handwerk und Holz in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 1. Juli 2015; abgerufen am 13. September 2016
  19. Torsten Richter: Stromkasten wird zum Zeitfenster – Berliner Künstler lässt die Berliner Straße anno 1930 wieder aufleben in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 15. Mai 2012; abgerufen am 20. September 2016
  20. Tatsächlich eine Sängerstadt auf chor-ruhland.de
  21. Andrea Tischer: Zollhaus-Retter will Gastgarten schon im nächsten Sommer eröffnen in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 10. Dezember 2012; abgerufen am 30. Oktober 2016
  22. Verein-t im Zollhaus Ruhland e. V.
  23. Mirko Sattler: Ruhland jetzt osterfein geschmückt in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 21. März 2016 S. 11 – Artikel zum 20. Osterbrunnensingen in Ruhland; abgerufen am 30. Juli 2016.
  24. Andrea Budich: Zollhaus-Wiedergeburt mit Livemusik im Mai in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 14. Januar 2016; abgerufen am 30. Oktober 2016
  25. Bernd Balzer: Wo Musik sich frei entfaltet findet Freude immer hin in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 14. Juni 2004 – Artikel zu 5. Amtssängertreffen in Ruhland, abgerufen am 30. Juli 2016.
  26. Ruhlander Schützen feiern gleich doppelt in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 23. Mai 2003 – Artikel zum 5. Amtssängertreffen in Ruhland, abgerufen am 30. Oktober 2016.
  27. Bernd Sattler: Einst Bürger vor Feinden bewahrt in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 14. Juni 2016; abgerufen am 30. Oktober 2016.
  28. Mirko Sattler: Nachtwanderung sprengt alle Erwartungen in:Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 6. Oktober 2016; abgerufen am 6. Oktober 2016
  29. Kathleen Weser: Stadtwächter tritt den Dienst in Ruhland an in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 7. November 2016; abgerufen am 8. November 2016
  30. (mk): Morgen ist das Brunnenfest in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 13.November 1995, S.13
  31. Andrea Budich: Brunnenfest wieder aus der Taufe gehoben in:Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 27. August 2004; abgerufen am 19. September 2016
  32. Mirko Sattler: Ruhlander lassen sich das erste Festbier schmecken in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 20. Oktober 2014; abgerufen am 19. September 2016
  33. Catrin Würz: Eine Stadt im Halloween-Fieber in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 25. Oktober 2008; abgerufen am 30. Oktober 2016
  34. Oliver Sobe: In der „Höllenkutsche“ durchs Elsterstädtchen in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 2. November 2010; abgerufen am 30. Oktober 2016
  35. Mirko Sattler: Einen Abend ist Ruhland Gruselstadt in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 2. November 2015; abgerufen am 30. Oktober 2016
  36. (red.): In Kürze in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 4. Dezember 2015; abgerufen am 6. Oktober 2016
  37. Lausitzer Stahlbau Ruhland GmbH; abgerufen am 30. Oktober 2016
  38. webreichsautobahn.de
  39. Dietrich Schwell/Wolfgang Jäger: Verkehrsfreigaben von Autobahnen in den Jahren 1939 bis 1945 in: Straße und Autobahn, 2000, Nr. 8, S. 478-488; auf autobahn-online.de
  40. Kreisoberliga Südbrandenburg auf www.fupa.net
  41. Website des SV Germania Ruhland
  42. Gerhard Schlechte: Meißner Platz 4 – „Kunst am Bau“ verschönert Lommatzscher Innenstadt in: Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Lommatzsch, Neue Folge, 1. Jg. Nr. 7, S. 18, 21. November 2014 abgerufen am 10. Oktober 2016
  43. Website von Gerhart Lampa; abgerufen am 10. Oktober 2016
  44. Vortrag – Das Leben in der Herrschaft Guteborn in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 26. September 2009; abgerufen am 10. Oktober 2016
    Torsten Richter: Vorträge und Exkursionen in Ortrands Heimatverein in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 15. Januar 2011,
    Steffen Ziegert: Familie Schönburg-Waldenburg – die Herrschaft von Guteborn