Ruhrbarone

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Ruhrbarone
Logo
www.ruhrbarone.de
Motto Journalisten bloggen das Revier
Beschreibung Blog
Sprachen deutsch
Erschienen 2007
Status aktiv

Ruhrbarone ist ein deutschsprachiges Blog aus Bochum, das von 2010 bis 2013 auch in gedruckter Ausgabe erschien. Gegenstand der Berichterstattung ist insbesondere das Ruhrgebiet, es wird jedoch auch zu überregionalen Themen veröffentlicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Blog wurde 2007 von Stefan Laurin, David Schraven, Ulrike Traub, Thomas Nückel und Christoph Schurian gegründet.[1][2] Die Redaktion besteht überwiegend aus Journalisten, die hauptberuflich für andere Medien arbeiten. Nückel verließ die Ruhrbarone im April 2009, da er für die FDP bei der Landtagswahl 2010 antrat.[3]

2009 nutzte ein hauptamtlicher Mitarbeiter der FDP den Internetzugang seines Arbeitsplatzes in der Berliner Parteizentrale, um unter zahlreichen Pseudonymen einen kritischen Bericht der Ruhrbarone über die parlamentarischen Fehlzeiten der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin negativ zu kommentieren. Eine Überprüfung des Vorfalles durch den Deutschen Rat für Public Relations führte zu einer Ermahnung der FDP.[4]

Von 2010 bis 2013 erschien im Klartext Verlag auch eine Printausgabe.[5][6]

Als im Landtagswahlkampf 2010 die etablierte Regionalpresse Ministerpräsident Jürgen Rüttgers nur eher sanft anfasste, enthüllten Ruhrbarone und Wir in NRW eine Reihe von Affären der CDU-geführten Landesregierung.[7]

Vor dem Hintergrund der Übernahme der letzten der drei früher unabhängigen Dortmunder Lokalzeitungen durch die WAZ-Gruppe dehnten die Ruhrbarone 2013 ihren Abdeckungsbereich dorthin aus. Laurin stellte jedoch gegenüber der Süddeutschen Zeitung klar, dass dies die Pressevielfalt mehrerer Lokalredaktionen nicht ersetzen könne.[8]

2015 stellten Neonazis fingierte Todesanzeigen für vier Autoren der Ruhrbarone ins Internet, die mit „Nationaler Widerstand jetzt“ unterzeichnet waren. Die Anzeigen bewarben zudem einen Online-Shop für NS-Devotionalien, der einem Dortmunder Stadtrat der neonazistischen Splitterpartei Die Rechte gehörte. Die Betroffenen empfanden die Aktion als Todesdrohung und erstatteten Anzeige.[9]

Anlässlich der Kontroverse um die Echo-Verleihung an die umstrittene Deutschrock-Band Frei.Wild im Februar 2016 bezeichnete Chefredakteur Laurin die Musikgruppe auf Ruhrbarone als „Drecks-“ bzw. „Spackenband“ sowie als „dumm, nationalistisch, rechts und so hässlich wie Pur“. Diese versuchte, Ruhrbarone abzumahnen und verlangte über ihre Anwälte Löschung der Formulierungen sowie eine Unterlassungserklärung. Ruhrbarone verweigerte dies, wiederholte die Formulierungen und verwies die Gegenseite auf eine gerichtliche Klärung.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cathérine Wenk, Stefan Laurin, David Schraven: Wer ist eigentlich dieser Blog? In: Medien-Monitor. 22. September 2010, archiviert vom Original am 6. Januar 2015; abgerufen am 9. März 2017.
  2. Wer ist eigentlich dieser Blog? Gründung der Ruhrbarone – Fehler in Medien Monitor, Ruhrbarone.de vom 11. Mai 2011
  3. Glückwunsch an Thomas Nückel, ruhrbarone.de vom 26. April 2009.
  4. Beschluss des Deutschen Rates für Public Relations vom 19. Juli 2010 (PDF)
  5. Konrad Lischka: Das Magazin zum Blog „Ruhrbarone“: Hinter Herne regiert das Lustprinzip, Spiegel-Online vom 26. Mai 2010.
  6. Stefan Laurin: „…2013 erschien dann das letzte Print-Ding“ Ruhrbarone.de vom 20. Januar 2015.
  7. Die Macht der Blogger, taz vom 6. Mai 2010.
  8. Wie ein Lokal-Blog für Pressevielfalt sorgen will, SZ vom 2. Februar 2013.
  9. Anja Krüger: Todesgrüße aus Dortmund, Die Tageszeitung vom 5. Februar 2015
  10. Sebastian Bartoschek: Die Ruhrbarone spielen nicht mit, hpd vom 15. April 2016; Bartoschek verwies dabei auch auf Laurins entsprechende Ruhrbarone-Beiträge Der Echo braucht Frei.Wild vom 8. April 2016 und In eigener Sache: Drecksband? Frei.Wild mahnt Ruhrbarone ab – Wir lassen das Gericht entscheiden vom 15. April 2016; alle Beiträge waren zum Zeitpunkt des Abrufs am 4. April 2018 noch online