Ruhrverband

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Ruhrverband
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Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Zweck Wasser zur Trink- und Brauchwasserversorgung sowie zur Wasserkraftnutzung beschaffen und bereitstellen, Wasserabfluss regeln und ausgleichen, Hochwasserabfluss sichern und Abwässer reinigen
Sitz Essen, Nordrhein-Westfalen
Gründung 5. Juni 1913

Vorstand Norbert Jardin, Antje Mohr[1]
Mitglieder 559
Mitarbeiter 940 (in Vollzeitäquivalenten)
Website www.ruhrverband.de
Hauptverwaltung des Ruhrverbands in Essen
Luftaufnahme der Kläranlage Hagen
Überlauf der Möhnetalsperre 2007

Der Ruhrverband ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen mit Sitz in Essen. Er sorgt im Einzugsgebiet der Ruhr unter anderem dafür, dass jederzeit Wasser in ausreichender Menge und Qualität als Trink- und Brauchwasser zur Verfügung steht.

Aufgaben des Ruhrverbands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 4,6 Millionen Menschen, die im Sauerland und im Ruhrgebiet leben, beziehen ihr Trink- und Brauchwasser aus der Ruhr und ihren Nebenflüssen. Der Ruhrverband sorgt dafür, dass die Ruhr die Wasserversorgung einer ganzen Region sicherstellen kann. Er ist seit 1913 auf Grundlage des Ruhrverbandsgesetzes für eine zukunftsgerechte wasserwirtschaftliche Infrastruktur an der Ruhr verantwortlich. Zu diesem Zweck betreibt der Ruhrverband im 4.485 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Ruhr rund 1.000 wasserwirtschaftliche Anlagen.

Acht Talsperren[2] im Sauerland mit einem Stauvolumen von 463 Millionen Kubikmetern stellen auch in Trockenzeiten eine ausreichende Wasserführung an der Ruhr sicher. Im Flussgebiet der Ruhr fallen jedoch auch täglich Abwässer von 2,1 Millionen Menschen und vielen Betrieben an. Sie sind verunreinigt mit Fäkalien, Speiseresten, gelösten Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen sowie den Reststoffen vorbehandelter industrieller Abwässer. Diese werden in den gemeindlichen Kanalisationen gesammelt und in einer der 64 Kläranlagen des Ruhrverbands gereinigt.[3]

Neben den Talsperren, fünf Stauseen und 64 Kläranlagen betreibt der Ruhrverband weitere wasserwirtschaftliche Anlagen wie Rückpumpwerke, Gewässerpegel, Niederschlagswasserbehandlungsanlagen, Pumpwerke und Online-Messstationen zur Überwachung der Gewässergüte.[4] Die acht Talsperren des Ruhrverbands sind der Biggesee, die Möhnetalsperre, der Sorpesee, die Hennetalsperre, die Versetalsperre, die Fürwiggetalsperre, die Ennepetalsperre und der Ahauser Stausee. Die Stauseen sind der Hengsteysee, der Harkortsee, der Kemnader See, der Baldeneysee und der Kettwiger See.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ruhrverband besteht aus 559 Verbandsmitgliedern (60 Gemeinden, 80 Wasserentnehmern sowie 419 gewerblichen Unternehmen)[4] im Flussgebiet der Ruhr. Sie verwalten den unter der Rechtsaufsicht des Landes Nordrhein-Westfalen stehenden Ruhrverband. Bei der Umsetzung der wasserwirtschaftlichen Aufgaben ist der Ruhrverband gleichzeitig Partner und Dienstleister für seine Mitglieder.

Die Geschichte des Ruhrverbands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Region zwischen Ruhr und Emscher von einem ländlich geprägten Gebiet mit geringer Siedlungsdichte zum Zentrum der deutschen Schwerindustrie. Die expandierende Industrie und die rasant wachsende Bevölkerung sorgten für einen sprunghaft ansteigenden Wasserverbrauch entlang der Ruhr. In trockenen Sommern kam es vor allem in den unterhalb liegenden Flussabschnitten zu bedrohlichem Wassermangel, der teilweise sogar die Industrieproduktion zum Erliegen brachte und den Ausbruch von Seuchen zur Folge hatte.

1899 wurde der zunächst privatwirtschaftlich organisierte Ruhrtalsperrenverein als Zusammenschluss von Wasser- und Triebwerksbetreibern gegründet, der bereits fünf Jahre später vier Talsperren mit einem Gesamtstauraum von 16 Millionen Kubikmetern in Betrieb nehmen konnte. 1913 wurde auf Basis eines Sondergesetzes der Ruhrverband als öffentlich-rechtlicher Wasserverband mit der Aufgabe gegründet, Kläranlagen zur Reinhaltung der Ruhr zu bauen und zu betreiben. Durch dasselbe Gesetz erhielt der Ruhrtalsperrenverein einen öffentlich-rechtlichen Status und die Aufgabe, durch den Bau und Betrieb von Talsperren einen ausreichenden Wasserabfluss in der Ruhr zu gewährleisten. 1990 wurden Ruhrtalsperrenverein und Ruhrverband zum heutigen Ruhrverband vereinigt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ruhrverband – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.ruhrverband.de/ueber-uns/vorstand/
  2. Das Talsperrensystem des Ruhrverbands.
  3. Ruhrverband Kläranlagen.
  4. a b Zahlen & Fakten. Abgerufen am 3. August 2017.

Koordinaten: 51° 26′ 52,2″ N, 7° 1′ 11,8″ O