Ruine Schneeburg (Ebringen)

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Ruine Schneeburg
Luftaufnahme der Schneeburg

Luftaufnahme der Schneeburg

Entstehungszeit: vor 1312
Burgentyp: Höhenburg, Gipfellage
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Freiadlige
Ort: Ebringen
Geographische Lage 47° 57′ 38″ N, 7° 47′ 53″ OKoordinaten: 47° 57′ 38″ N, 7° 47′ 53″ O
Höhe: 516 m ü. NN
Ruine Schneeburg (Ebringen) (Baden-Württemberg)
Ruine Schneeburg (Ebringen)

Die Schneeburg ist die Ruine einer Gipfelburg auf dem 516 m ü. NN hohen westlichen Nebengipfel des Schönbergs auf der Gemarkung von Ebringen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Sie liegt zwischen Uffhausen im heutigen Freiburger Stadtteil Sankt Georgen und Ebringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Erbauer und Namensgeber der Burg werden aufgrund der alten Bezeichnung „Schnewesberg“[1] die Schnewlins vermutet, eine der im 13. Jahrhundert angesehensten und wohlhabendsten Familien in Freiburg. Anderen Ausführungen nach wurde die Burg von den Herren von Hornberg erbaut. Sie wurde erstmals im Jahr 1312 erwähnt. 1349 übergab Werner von Hornberg sie in die Lehenshoheit des Klosters Sankt Gallen, von dem er es als Mannlehen wieder zurückerhielt. Somit entstand die kleine Lehensherrschaft Ebringen. Es scheint, dass die Herren Schnewlin nach wie vor gewisse Rechte daran hatten oder Einkommen daraus bezogen, denn am 7. Juni 1387 wurde zwischen den Herren Schnewlin von Wiger und den Hornbergischen Brüdern Hanman, Ulrich, Werner und Brun wegen der Schneeburg und dem Dorf Ebringen ein Vertrag geschlossen.

Aufgrund der Verpfändung der Schneeburg durch Ulrich von Hornberg an seinen Schwiegersohn Berchtold Schnewlin Berenlapp kam sie wieder zurück an die Herren Schnewlin. Durch einen am 19. November 1426 geschlossenen Vertrag erzwang sich Konrad, der Enkel des Ulrich von Hornberg, das Recht, die Schneeburg gegen eine Zahlung von 1200 Goldgulden wieder aus der Pfandschaft zu lösen. Da er das Geld jedoch nicht aufbringen konnte, heiratete er kurzerhand die Tochter des Pfandinhabers und verschrieb ihr, mit Genehmigung des Klosters St. Gallen, 2500 Gulden auf die Herrschaft. Somit wurde das Mannlehen in ein „Weiberlehen“ verwandelt. 1444 wurde der Junker Konrat von Hornberg vom Kloster St. Gallen mit der Veste Schneeburg, dem dazugehörenden Bauhof und der Vogtei über Ebringen und Thalhausen belehnt. 1448 folgte der Junker Anthoni von Hornberg, wohl sein Sohn, wogegen Albrecht von Habsburg im Namen des Konrat von Hornberg beim Abt in St. Gallen Beschwerde einlegte.

Wahrscheinlich noch vor 1500 wurde die Burg verlassen und dem Verfall preisgegeben, da die Falkensteiner Ortsherrschaft in jener Zeit im Ort Ebringen Grundstücke erworben und ihren Wohnsitz genommen hatte. Dieses erste Ebringer Schloss stand auf dem Areal des heutigen, von 1711 bis 1713 errichteten.

Für die in älterer Literatur häufig geäußerte Annahme, dass die Burg in den Schlachten des Bauernkrieges 1525 von den Markgräflern zerstört worden sei, so z. B. Bader[2], lassen sich hingegen keine Belege oder Quellen ermitteln.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nebenraum Hauptraum
Grundriss der Ruine mit eingezeichneten Kamerapositionen der Panorama-Aufnahmen von Nebenraum (blau) und Hauptraum (rot)

Von der auf der Ebringer Gemarkung liegenden Burg ist eine kleine Ruine mit Resten des Bergfriedes und eines Wohngebäudes erhalten. Die Ruine ist insgesamt etwa 37 Meter lang und etwa 17 Meter breit und von einem breiten Burggraben umgeben, der auf der Nordseite am tiefsten aus dem Gestein gehauen ist. Dort steht der Rest des Bergfrieds mit vier Stockwerken Höhe und zwei Fenstern nach Norden. Über einem kleinen Hof steht im Süden das zweigeteilte Wohngebäude. In die Fensteröffnungen sind neue Sandsteingesimse eingebaut, die dem entsprechen, was in Bruchstücken im alten Brunnenschacht gefunden wurde. In der mittlerweile verschwundenen Wehrmauer des Hofes ist der ehemalige Eingang zu vermuten. Im Hof ist an Stelle des alten Brunnens eine Steineinfassung zu sehen, die bisweilen als Feuerstelle verwendet wird.

In den 1930er Jahren existierten hölzerne Aussichtsterrassen sowie Aufgänge dorthin an einem Teil der Mauern.[4]

Panorama des Hauptraums (Standort: roter Punkt im Lageplan)
Panorama des Nebenraums (Standort: blauer Punkt im Lageplan)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schneeburg (Ebringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag zur Schneeburg in der EBIDAT, der wissenschaftlichen Datenbank des Europäischen Burgeninstituts
  • Schneeburg bei burgenarchiv.de

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bader: ZGORh. Bd. 18, S. 463.
  2. Bader: ZGORh. Bd. 18, S. 465.
  3. Edmund Weeger in: Der Schönberg, Helge Körner (Hrsg.), Lavori-Verlag, Freiburg (2006), ISBN 3-935737-53-X, S. 286, 323.
  4. Ebringen im Wandel der Zeit, Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1988, ISBN 3-89264-263-X, S. 33.