Rukwa (Region)

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Rukwa
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Tansania
Hauptstadt Sumbawanga
Fläche 27.765 km²
Einwohner 1.004.539 (2012)
Dichte 36 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 TZ-20

Koordinaten: 8° 0′ S, 31° 0′ O

Rukwa ist eine von 31 Regionen (Verwaltungsbezirken) in Tansania. Sie grenzt im Norden an die Region Katavi, im Osten an die Region Mbeya, im Süden an Sambia. Im Westen liegt der Tanganjikasee, der die Grenze mit Kongo bildet. Regionale Hauptstadt ist Sumbawanga.

Blick auf die Stadt Sumbawanga
Mündung des Flusses Mumba in den Rukwasee

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Rukwa umfasst eine Fläche von 27.765 Quadratkilometer und hat 1.004.539 Einwohner (Stand 2012).[1] Die Region liegt im Westen von Tansania zwischen dem Tanganjikasee im Westen und dem Rukwasee im Osten. Der tiefste Punkt ist das Ufer des Tanganjikasees mit 773 Meter über dem Meer. Hier steigt das Land rasch zum Ufipa Plateau auf 1500 Meter Seehöhe an. Die höchste Erhebung ist 2461 Meter hoch.[1][2]

In der Region gibt es zwei Klimazonen. Großteils herrscht tropisches Savannenklima, Aw nach der effektiven Klimaklassifikation, aber es gibt auch Bereiche mit Mittelmeerklima (Csb).[3] Die Temperatur liegt zwischen 13 und 27 Grad Celsius, kühl ist es in den Monaten Juni und Juli, heiß von Oktober bis Dezember. Die Niederschläge fallen unregelmäßig, der Jahresdurchschnitt liegt zwischen 800 und 1300 Millimeter, der Regen fällt hauptsächlich in den Monaten November bis Mai, darauf folgt eine Trockenzeit von Juni bis Oktober.[1]


Klimatabelle Sumbawanga
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 24,4 25,1 25,1 25,2 24,6 24,8 25 25,5 27,1 27,8 26,6 25,3 Ø 25,5
Min. Temperatur (°C) 15,5 15,2 14,6 14,5 13,3 9,4 8,7 10,6 12,2 14,3 14,9 15,4 Ø 13,2
Temperatur (°C) 19,9 20,1 19,8 19,8 18,9 17,1 16,8 18 19,6 21 20,7 20,3 Ø 19,3
Niederschlag (mm) 177 160 168 104 22 3 0 0 3 16 97 184 Σ 934
T
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t
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24,4
15,5
25,1
15,2
25,1
14,6
25,2
14,5
24,6
13,3
24,8
9,4
25
8,7
25,5
10,6
27,1
12,2
27,8
14,3
26,6
14,9
25,3
15,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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3
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: climate-data.org

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region wurde im Jahr 1974 aus Teilen der Regionen Mbeya und Tabora gebildet.[1] Der Distrikt Mpanda wurde 2012 abgespaltet und gehört seitdem zur neu gegründete Region Katavi.[4][5]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region wird in drei Distrikte, 64 Gemeinden (Wards) und 318 Dörfer untergliedert:[1][6]

Distrikt Fläche

km2

Einwohner

1988

Einwohner

2002

Einwohner

2012

Kalambo 4.441 n/a 212.078 207.700
Nkasi 13.124 107.239 207.311 281.200
Sumbawanga 10.200 329.656 306.513 515.639

Der Distrikt Sumbawanga besteht aus den zwei Councils Sumbawanga Distrikt Council (Sumbawanga DC) und Sumbawanga Municipal Council (Sumbawanga MC).[7]

Markt in Sumbawanga

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größte Volksgruppe bilden die Fipa, die vor allem die Distrikte Sumbawanga und Nkasi bewohnen. Weitere ethnische Gruppen sind die Mambwe, Lungu, Wanda und Mwanga im Distrikt Sumbawanga. Außerdem leben hier auch Sukuma, Nyamwezi und Massai.[8][2]

Die Bevölkerungspyramide zeigt die für viele afrikanische Länder typische breite Basis, was auf eine hohe Fruchtbarkeit hinweist. Die Alphabetisierungsrate der über Fünfjährigen liegt bei sechzig Prozent. Die Alphabetisierung ist bei unter Fünfzigjährigen höher als bei älteren Menschen, bei Männern höher (64 %) als bei Frauen (55 %) und bei Stadtbewohnern höher (72 %) als bei Landbewohnern (55 %).[9]

Schulmädchen auf dem Heimweg

Einrichtungen und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildung: In der Region gibt es 368 Grundschulen und 90 weiterführende Schulen (Stand 2018).[10] Von der Open University of Tanzania gibt es ein regionales Zentrum in Rukwa.[11]
  • Gesundheit: Für die medizinische Versorgung der Bevölkerung stehen drei Krankenhäuser, 20 Gesundheitszentren und 193 Apotheken zur Verfügung. Zu den häufigsten Krankheiten mit tödlichem Ausgang zählen Malaria, akute Atemwegsinfektion und Lungenentzündung. Die HIV-Prävalenz sank von 6 Prozent in 2003/2004 auf 4,9 Prozent in 2007/2008, stieg aber 2011/2012 wegen zunehmender Reisetätigkeit und laufender Großprojekte auf 6,2 Prozent (Stand 2018).[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Region, etwa achtzig Prozent der Bevölkerung verdienen ihren Lebensunterhalt mit ihr.[13]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Drittel der Anbaufläche werden von Kleinbauern mit einer Hofgröße von 0,5 bis 2 Hektar bewirtschaftet. Die Hauptanbauprodukte sind Mais, Reis, Bohnen, Weizen, Hirse und Maniok. Daneben werden auch Sonnenblumen, Erdnüsse, Sesam, Gerste und Gemüse gepflanzt.[13] Von den 200.000 Haushalten in der Region besitzt die Hälfte Nutztiere. Hauptsächlich gehalten werden Geflügel und Rinder. Jede Familie besitzt durchschnittlich 12 Rinder. In den letzten Jahren gab es einen Zustrom von Wanderhirten aus Tabora, Shinyanga und Mwanza, die Weiden suchten. Diese besitzen 100 bis 300 Rinder je Familie (Stand 2018).[14][15]

Fischerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den großen Seen Tanganjikasee und Rukwasee gibt es auch kleine Seen und Flüsse mit gutem Fischbestand. Etwa ein Prozent der Haushalte lebt vom Fischfang.[16][17]

Neolamprologus leleupi aus dem Tanganjikasee

Im Tanganjikasee leben 250 Arten von Buntbarschen, von denen viele wegen ihrer Farbenpracht in Aquarien gehalten werden. Im Jahr 2003 wurden Zierfische im Wert von 94,2 Millionen US-Dollar aus Tansania exportiert.[18][19]

Gewerbe und Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Region gibt es rund 1000 Betriebe, davon sind neunzig Prozent Kleinstbetriebe mit weniger als fünf Mitarbeitern. Fast zehn Prozent sind Kleinbetriebe mit bis zu fünfzig Mitarbeitern. Die wichtigsten Zweige sind Lebensmittelverarbeitung, Gerbereien, Fischverarbeitung, Holzverarbeitung und die Herstellung von Schmuck.[20]

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fremdenverkehr ist schwach ausgeprägt und beschränkt sich hauptsächlich auf die Wildtierreservate.[21][22]

Bodenschätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2018 wird Kohle abgebaut. Die Produktion liegt bei 4000 Tonnen im Monat (Stand 2019).[23][24]

Flughafen Sumbawanga

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Straße: Die Nationalstraße T9 durchquert die Region von Norden nach Süden. Von ihr zweigt in der Stadt Sumbawanga die Nationalstraße T20 nach Sambia ab.[25]
  • Flughafen: Der 1985 eröffnete lokale Flughafen von Sumbawanga wird mit Mitteln der Europäischen Entwicklungsbank zu einem modernen Flughafen ausgebaut (Stand 2019).[26][27]

Naturschutzgebiete, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwanda Wildreservat: Das 5000 Quadratkilometer große Reservat wurde 1974 gegründet, es grenzt an den Katavi-Nationalpark und umfasst große Teile des Rukwasees. Das Reservat hat große Bestände an Krokodilen und ist besonders für Vogelbeobachtungen vom Boot aus geeignet.[28][29]
  • Rukwa Wildreservat: Das 4000 Quadratkilometer große Reservat liegt großteils in Katavi am Rukwasee.[28][30]
  • Lukwati Wildreservat: Das 3146 Quadratkilometer große Reservat liegt zum größten Teil in Katavi.[28][30]
  • Lwafi Wildreservat: Das im Distrikt Nkasi gelegene 2228 Quadratkilometer große Jagdreservat wurde 1993 gegründet und beherbergt Leoparden, Löwen, Zebras, Flusspferde, Büffel und Wasserböcke.[28][31]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 untersuchen Forscherteams der Universitäten Ohio, Michigan State, James Cook und Daressalam Sedimente aus der Kreidezeit (Stand 2019).[32]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e History | Rukwa Region. Abgerufen am 26. Dezember 2019.
  2. a b Tony Waters: Social Organization and Social Status in Nineteenth and Twentieth Century Rukwa, Tanzania. (pdf) In: African Studies Quarterly. 2009, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  3. Climate Rukwa: Temperature, climate graph, Climate table for Rukwa - Climate-Data.org. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  4. Ergebnisse der Volkszählung 2002 (Memento vom 15. Dezember 2003 im Internet Archive) (englisch)
  5. History | Katavi Regional Website. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  6. Tanzania Regional Profiles, 15 Rukwa Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 15, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  7. Rukwa Region. The United Republic of Tanzania, President's Office Regional Administration and Local Government, abgerufen am 21. Januar 2020.
  8. Sprachen und Volksgruppen in Tansania. Abgerufen am 20. Februar 2006.
  9. Tanzania Regional Profiles, 15 Rukwa Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 18, 63, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  10. Statistics | Rukwa Region. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  11. Rukwa Regional Center. Abgerufen am 27. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  12. Health Service | Rukwa Region. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  13. a b Agriculture | Rukwa Region. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  14. Livestocking | Rukwa Region. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  15. Tanzania Regional Profiles, 15 Rukwa Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 125–128, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  16. Fisheries | Rukwa Region. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  17. Tanzania Regional Profiles, 15 Rukwa Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 129, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  18. Tanganyika Cichlid Tropical Fish Exporter | Jy Lin Trading. In: Jy Lin Trading - Ornamental Fish Exporter. Abgerufen am 27. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  19. Kinyage, J.P.H. and Lamtane, H.A.: Diversity and Abundance of Ornamental Cichlids at Katonga in Lake Tanganyika. In: Tanzania Journal of Agricultural Sciences. Sokoine University of Agriculture, Morogoro, 2018, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  20. Industries | Rukwa Region. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  21. Tourism | Rukwa Region. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  22. Rukwa Region 2019: Best of Rukwa Region, Tanzania Tourism. Abgerufen am 27. Dezember 2019 (englisch).
  23. Edenville Energy begins production of washed coal at Rukwa project, Tanzania. In: Mining Technology | Mining News and Views Updated Daily. 9. Oktober 2017, abgerufen am 27. Dezember 2019 (britisches Englisch).
  24. Edenville Energy PLC | Rukwa Coal to Power Project. Abgerufen am 27. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  25. Tanzania Trunk Roads Network. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  26. Infrastructures in Rukwa | Rukwa Region. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  27. Peti Siyame: Tanzania: Sumbawanga Airport to Receive 56bn/ - Facelift. 20. Februar 2018, abgerufen am 27. Dezember 2019 (englisch).
  28. a b c d Tanzania in Figures 2018. (pdf) National Bureau of Statistics, Juni 2019, S. 9, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  29. Uwanda Game Reserve -. 6. Dezember 2017, abgerufen am 27. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  30. a b Google Maps. Abgerufen am 27. Dezember 2019 (de-US).
  31. Vanessa Busse: Lwafi Game Reserve. Abgerufen am 27. Dezember 2019 (englisch).
  32. Rukwa Rift Basin Project. Abgerufen am 27. Dezember 2019.