Rundblättrige Glockenblume

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Rundblättrige Glockenblume
Rundblättrige Glockenblume(Campanula rotundifolia)

Rundblättrige Glockenblume
(Campanula rotundifolia)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Gattung: Glockenblumen (Campanula)
Art: Rundblättrige Glockenblume
Wissenschaftlicher Name
Campanula rotundifolia
L.

Die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) gehört zur Gattung der Glockenblumen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mehrjährige krautige Pflanze wird zwischen (10) 20 und 40 (60) cm hoch. Der Stängel ist im unteren Bereich meist ringsum feinflaumig behaart. Die meist kahlen und ganzrandigen Stängelblätter sind gleichmäßig angeordnet; die oberen sind schmal linealisch, die unteren schmal lanzettlich geformt. Die Grundblätter sind dagegen von nieren- oder herzförmig-rundlicher Gestalt. Sie sind relativ lang gestielt und gekerbt oder gesägt. Zur Blütezeit sind sie allerdings oft verwelkt. Der Stängel ist meist mehr- bis vielblütig.

Blütezeit ist von Juni bis September. Die Blütenknospen stehen in der Regel aufrecht und beginnen erst kurz vor dem Aufblühen zu nicken. Die etwa 1,2 bis 2,2 cm lange Krone ist in etwa zu einem Drittel in dreieckige Zipfel gespalten und von violettblauer Farbe.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 34, 68 oder 102.[1]

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pflanzen enthalten Inulin und Triterpensaponine, die blutstillend und entzündungshemmend wirken.

Verbreitung und Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art kommt von Europa bis Sibirien und zum fernöstlichen Russland vor. In Neuseeland ist sie ein Neophyt. In Deutschland, der Schweiz und Österreich ist sie allgemein verbreitet.

Die Pflanze gilt als Magerkeitszeiger und bevorzugt trockene bis frische, meist bodensaure Magerwiesen, Weiderasen, Waldsäume, auch felsige Standorte (auch über Kalk) von der collinen bis montanen Höhenstufe.

In den Allgäuer Alpen steigt sie auf dem Ziebelmoos bei Rohrmoos in Bayern bis zu 1350 m Meereshöhe auf.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Art sehr formenreich ist, wurden von ihr besonders viele Unterarten, Varietäten und Formen beschrieben. Darüber hinaus gibt es insbesondere auf der Alpensüdseite (Italien, Frankreich, Österreich, Slowenien) eine Reihe von ähnlichen - vermutlich nahe verwandten - Arten wie z. B. Campanula bertolae, Karnische Glockenblume (Campanula carnica), Zwerg-Glockenblume (Campanula cochleariifolia), Campanula macrorhiza, Campanula martinii, Campanula marchesettii, Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri), Witaseks Glockenblume (Campanula witesakiana).

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Rundblättrige Glockenblume bestehen bzw bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Bussglöckel (Schlesien), Grasglöckel (Schlesien), Klockje (Ostfriesland), Milchglöckel (Schlesien) und Wiesenglöckel (Schlesien).[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. 89. Auflage. Heidelberg 1993, ISBN 3-494-01210-5.
  • Sandro Pignatti: Flora d'Italia 1. Auflage. Bologna 1985.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 893–894.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW-Verlag, Eching bei München 2004, ISBN 3-930167-61-1.
  3. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 76. (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Campanula rotundifolia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien