Running Wild (Band)

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Running Wild
Runningwild-logo.svg

Running Wild live (2005)
Running Wild live (2005)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Heavy Metal, Speed Metal, Power Metal
Gründung 1976 als Granite Heart[1], 2011
Auflösung 2009
Website www.running-wild.net
Gründungsmitglieder
Rolf „Rock ’n’ Rolf“ Kasparek
Uwe Bendig (bis 1983)
Matthias Kaufmann (bis 1983)
Wolfgang „Hasche“ Hagemann
(bis 1987)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Rolf „Rock ’n’ Rolf“ Kasparek
Gitarre
Peter Jordan (seit 2005)
Bass
Ole Hempelmann (seit 2015)
Schlagzeug
Michael Wolpers
(seit 2015)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Gerald „Preacher“ Warnecke
(1983–1985)
Gitarre
Michael „Majk Moti“ Kupper
(1985–1990)
Gitarre
Axel „Morgan“ Kohlmorgen (1990–1993)
Gitarre
Thilo Herrmann (1994–2001)
Gitarre
Bernd Aufermann (2002–2004)
Bass
Carsten David (1976–1979)
Bass
Matthias Kaufmann (1978–1983)
Bass
Stephan Boris (1983–1987)
Bass
Jens Becker (1987–1992)
Bass
Thomas „Bodo“ Smuszynski
(1992–2002)
Bass
Peter Pichl (2002–2009)
Schlagzeug
Stefan Schwarzmann
(1987–1988; 1992–1993)
Schlagzeug
Iain Finlay (1988–1990)
Schlagzeug
Jörg Michael (1990; 1994–1998)
Schlagzeug
Rüdiger „AC“ Dreffein (1990–1992)
Schlagzeug
Christos „Efti“ Efthimiadis (1998–2000)
Schlagzeug
„Angelo Sasso“ (2000–2002)
Schlagzeug
Matthias Liebetruth
(2002–2009)

Running Wild ist eine deutsche Heavy-Metal-Band, die 1976 gegründet wurde. Nachdem sie im Sommer 2009 aufgelöst wurde, ist sie seit 2011 wieder aktiv.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1976 gründete Rolf „Rock ’n’ Rolf“ Kasparek zusammen mit Uwe Bendig, Michael Hoffmann und Jörg Schwarz in Hamburg die Band Granite Hearts. Die Musiker Hasche und Matthias Kaufmann spielten zu dieser Zeit zusammen in der Band Grober Unfug in Hamburg. 1977 half Kaufmann bei Granite Hearts als Bassist aus, geprobt wurde in der Emilie-Wüstenfeld-Schule. Kaufmann und Kasparek beschlossen daraufhin, zusammen eine neue Band zu gründen und gewannen auch Hasche für die Band. Nachdem der Bassist und der Schlagzeuger der ursprünglichen Besetzung die Band verlassen, suchten die verbliebenen Mitglieder einen Bandnamen.[1] Auf die Bezeichnung Running Wild kam man, da die Bandmitglieder Kiss- und Judas-Priest-Fans waren und es von letztgenannter Band einen Song mit diesem Titel gibt.

Nach zahlreichen Umbesetzungen ist Rolf Kasparek seit langem das einzige verbliebene Gründungsmitglied und ist als Bandleader das Aushängeschild der Band. Von ihm stammen – bis auf wenige Ausnahmen – fast alle Songs und Texte.

Erste Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 nahm Running Wild ein erstes Demoband auf, worauf sich Hallow the Hell, War Child und King of the Midnight Fire befinden. Die beiden erstgenannten Songs erschienen auch auf der Sampler-LP Debut No.1 auf dem Raubbau-Label, welches durch die Punkband Slime in der Rock-Szene bekannt wurde. 1982 bestand die Band aus Kasparek, Hasche, Preacher und Stephan Boriss. 1983 nahm Running Wild ziemlich ungeschliffene Versionen von Chains and Leather und Adrian für den Sampler Rock from Hell auf. Diese beiden Songs wurden gemeinsam mit den Debut No.1-Stücken sowie Live-Versionen von Genghis Khan und Soldiers of Hell auf dem Demotape Heavy Metal Like a Hammerblow nochmals veröffentlicht. Das Demo ist auch als inoffizielles Vinyl-Bootleg erschienen. 1984 wurden auf dem Sampler Death Metal von Noise Records die beiden Lieder Bones to Ashes und Iron Heads veröffentlicht. Ebenfalls bei Noise entstand im selben Jahr das erste Album der Band: Gates to Purgatory, das im Underground sehr populär wurde.

In der Anfangszeit spielte die Band mit okkulter Symbolik, was ihnen den Ruf einbrachte, dem Satanismus zu huldigen. Wie auch bei vielen anderen Metal-Bands der 1980er Jahre[2][3][4] war dies jedoch kein Ausdruck eines überzeugten Satanismus. Dass die Texte mit okkultem Inhalt nicht so ganz ernst gemeint sein konnten, wird allein dadurch deutlich, dass der damalige Gitarrist Gerald „Preacher“ Warnecke zu jener Zeit ein Theologiestudium absolvierte und heute als evangelischer Pfarrer in Köln arbeitet.[5] Kasparek wiederum erklärte, er sei nicht religiös, und dass es für die Band eher ein politisches Symbol und der Teufel keine böse Figur gewesen sei, sondern ein Rebell, der alles infragestelle. Er halte das Spiel mit esoterischen Dingen jedoch für gefährlich. Da dies missverstanden wurde, wurden die Texte auf dem Nachfolger Branded and Exiled von 1985 etwas klarer.[6] Auf diesem war erstmals Majk Moti an der Gitarre zu hören, wie auch auf dem Live-Bootleg Black Demons on Stage aus demselben Jahr. Bereits zu diesem Zeitpunkt konnte die Band auf eine zahlenmäßig nicht unerhebliche, ständig anwachsende Anhängerschar verweisen.

Imagewechsel, die goldene Zeit der Piraterie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987 erschien Under Jolly Roger, das wohl wichtigste Album in der Bandgeschichte, initiierte es doch einen Imagewechsel weg vom Okkulten hin zum Historischen. Die Piraterie als neues lyrisches Thema wurde jedoch nicht gezielt aufgegriffen, sondern kam ursprünglich eher beiläufig auf.[1] Zwar erinnerte das Album musikalisch noch sehr an die ersten beiden musikalischen Ausgaben, doch verschaffte der Titelsong (nach dem auch die Bühnenshow ausgelegt wurde) der Band ein neues Image als „Metal-Piraten“. Die Entwicklung zu den folgenden Alben führte dazu, besonders durch Rolf Kasparek dazu gebracht, die anfänglich sehr oberflächlich behandelten historischen Themen in den Texten intensiver zu recherchieren. Das Album erhielt überwiegend negative Kritiken, was dem kommerziellen Erfolg jedoch nicht schadete.

In der darauf folgenden Zeit von 1988 bis 1992 (die Alben Port Royal, Death or Glory (hieraus wurde der Song "Riding The Storm" für das Videospiel Brütal Legend lizenziert), Blazon Stone und Pile of Skulls) vermittelte Running Wild in den Songtexten überwiegend historischen Inhalt. Neben dem Image der Band folgenden Texten über Piraten wie „Calico Jack“ Rackham, Klaus Störtebeker oder auch den eher unbekannten Henry Jennings verarbeitete die Band unter anderem auch die Rosenkriege, die Schlacht bei Waterloo oder die Kolonialisierung der Neuen Welt durch die Conquistadoren.

Stetige Entwicklung zum Soloprojekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Running Wild Fan mit Fan-Shirt in der Diskothek Fantasy, 1994

Etwa ab Anfang der 1990er begann Rolf Kasparek, sich zunehmend für Verschwörungstheorien zu interessieren, was ab 1994 und dem Album Black Hand Inn auch in den Texten der Band erkennbar wurde. Die rein kritisch-historischen Abhandlungen wichen zunehmend der Vorstellung einer von einer kleinen Gruppe gelenkten Geschichte. Auch andere eher esoterische Themen traten mehr und mehr in den Vordergrund, so entstand für Black Hand Inn der längste Running-Wild-Song Genesis (The Making and Fall of Man), der 15 Minuten lang den Inhalt von Zecharia Sitchins Bestseller Der 12. Planet wiedergibt.

Auch die Wechsel im Line-up wurden wieder häufiger und sollten in sehr kleinen, aber doch merklichen Schritten die Entwicklung Running Wilds zu einem Soloprojekt Rolf Kaspareks einleiten. Die einzige Konstante (mit Ausnahme des 2000 erschienenen Albums Victory) blieben die thematisch auf die Piratenzeit bezogenen Lieder.

Im Jahre 1993 gründete sich aus ehemaligen Running-Wild-Mitgliedern die Band X-Wild.

„Gut und Böse“-Trilogie: Masquerade, The Rivalry und Victory[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 veröffentlichte Running Wild mit Masquerade das erste Album einer zusammenhängenden Trilogie, die sich dann in The Rivalry (1998) und Victory (2000) fortsetzte. Inhaltlich thematisierten diese drei Alben den Kampf von Gut gegen Böse, wobei Masquerade für die „De-Maskierung des Bösen“, The Rivalry für die direkte Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse und Victory schließlich für den Triumph des Guten über das Böse steht. Rolf Kasparek betonte aber mehrfach, dass es sich lediglich um eine „lockere Trilogie“ handle und sowohl die Alben als auch die einzelnen Lieder so konzipiert wurden, dass sie auch völlig für sich allein stehen können.

Diese Trilogie markierte auch das Ende der Zusammenarbeit mit dem deutschen Schlagzeuger Jörg Michael, der nach der Tour zur finnischen Band Stratovarius wechselte, bei der er seit 1995 mitgewirkt hatte.

Neueste Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde The Brotherhood veröffentlicht und entwickelte sich trotz mäßiger Kritiken zu einem der erfolgreichsten Alben der Band. 2005 erschien der Nachfolger Rogues en Vogue und sorgte für geteilte Meinungen, obwohl dieses Album deutlich variantenreicher und vielfältiger war als der Vorgänger und daher auch bessere Kritiken bekam. Zum einen wurde die erneute sterile Produktion kritisiert, obwohl der angebliche Drumcomputer „Angelo Sasso“ durch Matthias Liebetruth ersetzt wurde. Zum anderen wurde auch dieses Album, wie The Brotherhood, von Kasparek im eigenen Jolly Roger Studio komponiert und eingespielt. Im Jahr 2007 starteten drei der vier Bandmitglieder das Glam-Rock-Projekt Toxic Taste, bei dem Schlagzeuger Liebetruth den Gesang übernahm.[7] Ein Album mit dem Titel Toxification erschien 2008.

Am 30. Juli 2009 gab Running Wild auf dem Wacken Open Air ihr vorläufiges Abschiedskonzert. Bandchef und Frontmann Rolf Kasparek wollte sich eigenen Angaben nach mehr auf andere Dinge des Lebens konzentrieren. Am 21. Oktober 2011 veröffentlichte SPV auf ihrem YouTube-Kanal eine Videobotschaft von Kasparek, bei dem er ein neues Studioalbum mit dem Titel Shadowmaker ankündigte, das am 20. April 2012 erschien.[8]

Im Oktober 2013 erschien mit Resilient ein weiteres Running-Wild-Album.[9]

Auf dem Wacken Open Air 2015 gab die Band ihr erstes Konzert nach 6 Jahren.

Am 26. August 2016 erschien ihr nächstes Album Rapid Foray.[10]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben
Death or Glory
  DE 45 04.12.1989 (18 Wo.) [11]
Blazon Stone
  DE 22 22.04.1991 (14 Wo.) [12]
  CH 16 21.04.1991 (8 Wo.) [13]
Pile of Skulls
  DE 54 23.11.1992 (10 Wo.) [12]
Black Hand Inn
  DE 54 18.04.1994 (10 Wo.) [12]
  CH 50 24.04.1994 (1 Wo.) [13]
Masquerade
  DE 54 13.11.1995 (7 Wo.) [12]
The Rivalry
  DE 19 23.02.1998 (5 Wo.) [12]
Victory
  DE 26 24.01.2000 (4 Wo.) [12]
The Brotherhood
  DE 23 11.03.2002 (3 Wo.) [12]
Live
  DE 100 02.12.2002 (1 Wo.) [12]
Rogues en Vogue
  DE 39 07.03.2005 (2 Wo.) [12]
The Final Jolly Roger
  DE 52 11.07.2011 (1 Wo.) [12]
Shadowmaker
  DE 12 04.05.2012 (1 Wo.) [12]
  AT 61 04.05.2012 (1 Wo.)
Resilient
  DE 25 18.10.2013 (1 Wo.) [12]
Rapid Foray
  DE 2 02.09.2016 (3 Wo.) [12]
  AT 35 09.09.2016 (1 Wo.)
  CH 30 04.09.2016 (1 Wo.) [13]
Singles
Little Big Horn
  DE 30 25.03.1991 (9 Wo.) [14]
Lead or Gold
  DE 97 12.10.1992 (3 Wo.) [14]
[14]

[12]

[13]
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Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Split-Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991: The First Years of Piracy [Neuaufnahmen von Liedern der ersten drei Alben]
  • 1998: The Story of Jolly Roger [Japan-Only-Release]
  • 2002: The Legendary Tales [Box mit den Alben The Rivalry, Victory und The Brotherhood]
  • 2003: 20 Years in History
  • 2006: Best of Adrian [Best-of aus den von GUN Records veröffentlichten Alben]
  • 2016: "Riding the Storm - Very Best of the Noise Years 1983 - 1995" Doppel-CD im Digipak

Live-Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984: Victim of States Power
  • 1989: Bad to the Bone
  • 1990: Wild Animal
  • 1991: Little Big Horn
  • 1992: Lead or Gold
  • 1994: The Privateer
  • 2000: Revolution [1-Track-Promo-CD]

Videos und DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990: Death or Glory Tour (VHS)
  • 2002: Live (DVD)
  • 2011: The Final Jolly Roger - Live at Wacken Open Air 2009 (DVD)

Tribute-Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: The Revivalry – A Tribute to Running Wild
  • 2005: Rough Diamonds – A Tribute to Running Wild [als kostenloser Download auf der offiziellen Website erhältlich]
  • 2010: ReUnation – A Tribute to Running Wild

Mitgliederentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Brian Rademacher: Interview with Rolf "Rock 'N' Rolf" Kasparek.
  2. Ian Christe: Sound of the Beast. The Complete Headbanging History of Heavy Metal. ItBooks, 2004, ISBN 978-0-380-81127-4, S. 244.
  3. Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe. Index Verlag, 2007, ISBN 978-3-936878-00-4, S. 31.
  4. J. Bennett: Procreation of the Wicked: The Making of Celtic Frost's Morbid Tales. In: Albert Mudrian (Hrsg.): Precious Metal. Decibel presents the Stories Behind 25 Extreme Metal Masterpieces. Da Capo Press, 2009, ISBN 978-0-306-81806-6, S. 43.
  5. PT. I - THE BEGINNING.
  6. Martin Fust: 02/1996 Martin Fust Rolf Kasparek. 1996, abgerufen am 11. März 2010 (englisch).
  7. metal.de: TOXIC TASTE - Sensation: 3/4 Running Wild! (abgerufen am 14. August 2012)
  8. Videobotschaft vom 21. Oktober 2011, Rolf Kaspareks Videobotschaft, die am 21. Oktober veröffentlicht wurde.
  9. RUNNING WILD: New Album Title Revealed. Blabbermouth, 10. Juli 2013, abgerufen am 13. Juli 2013 (englisch).
  10. RUNNING WILD - the official website: new album "Rapid Foray" out now! Running Wild, 9. September 2016, abgerufen am 11. Januar 2018 (englisch).
  11. Charts.de - Recherche (abgerufen am 12. September 2013)
  12. a b c d e f g h i j k l m n musicline.de: Chartverfolgung / Running Wild / Longplay (abgerufen am 7. April 2008)
  13. a b c d hitparade.ch: Running Wild in der Schweizer Hitparade (abgerufen am 7. April 2008)
  14. a b c musicline.de: Chartverfolgung / Running Wild / Single (abgerufen am 7. April 2008)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]