Rupt-sur-Moselle

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Rupt-sur-Moselle
Wappen von Rupt-sur-Moselle
Rupt-sur-Moselle (Frankreich)
Rupt-sur-Moselle
Region Grand Est
Département Vosges
Arrondissement Épinal
Kanton Le Thillot
Gemeindeverband Ballons des Hautes-Vosges
Koordinaten 47° 56′ N, 6° 40′ OKoordinaten: 47° 56′ N, 6° 40′ O
Höhe 399–898 m
Fläche 45,55 km2
Einwohner 3.456 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 76 Einw./km2
Postleitzahl 88360
INSEE-Code

Lage der Gemeinde Rupt-sur-Moselle im Département Vosges

Rupt-sur-Moselle ist eine französische Gemeinde mit 3456 Einwohnern (1. Januar 2015) im Département Vosges in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Épinal und zum Kanton Le Thillot.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Rupt-sur-Moselle an der oberen Mosel liegt in den Vogesen im äußersten Südosten Lothringens und grenzt im Süden an die Region Franche-Comté. Remiremont, die nächstgrößere Stadt ist zwölf Kilometer von Rupt-sur-Moselle entfernt. Im Ortsteil Maxonchamp ändert die Mosel, von Südosten kommend, ihre Fließrichtung nach Norden.

Blick auf Rupt-sur-Moselle

Das 45,55 km² große Gemeindegebiet von Rupt-sur-Moselle umfasst einen etwa zehn Kilometer langen Abschnitt des oberen Moseltales, dessen Breite zwischen 2000 Metern (Ortsteil Hielle) und 1000 Metern (La Roche / Longchamp) variiert. Der Talboden der Mosel liegt an der Gemeindegrenze zu Ferdrupt auf 444 Metern, an der Grenze zu Vecoux auf 399 Metern Meereshöhe. Das Moseltal wird von zum Teil steil aufragenden Bergen flankiert, die im Südwesten an der Grenze zur Region Franche-Comté 810 Meter, im Nordosten maximal 898 Meter Höhe erreichen. Einen Einschnitt bildet im Süden der 620 m hohe Pass Col du Mont de Fourche, über den eine Straße nach Luxeuil-les-Bains führt. Der Pass sowie die Südwestgrenze der Gemeinde bildet die Wasserscheide zum Einzugsgebiet der Rhone. Im Gemeindegebiet münden die aus Nordosten kommenden Gebirgsbäche Ruisseau de Moinrupt und Ruisseau de Grandrupt in die Mosel.

Die Wälder, die etwa 75 % des Gemeindegebietes bedecken, gehören zu den Forstarealen Forêt de Raddon (im Westen), Forêt Domaniale de Longegoutte (im Norden und Nordosten) und Bois du Ménil (im Süden). Das Moseltal lässt zwischen den Siedlungs- und Gewerbegebieten nur wenig Raum für Ackerflächen. Viehweiden und Grasland finden sich dagegen bis in die hohen Lagen.

Moseltal im Gemeindegebiet von Rupt-sur-Moselle

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile (moselabwärts gesehen):

  • Saulx
  • Le Chêne
  • Longchamp
  • La Roche
  • Kernort Rupt-sur-Moselle
  • Les Meix
  • Maxonchamp
  • Lépange
  • Hielle

Nachbargemeinden von Rupt-sur-Moselle sind Vecoux im Norden, Thiéfosse und Saulxures-sur-Moselotte im Nordosten, Ferdrupt im Osten, Corravillers im Süden, La Rosière im Südwesten, La Montagne und Girmont-Val-d’Ajol im Westen sowie Dommartin-lès-Remiremont im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Römerzeit führte der Weg von Metz nach Basel über das obere Moseltal und somit durch das heutige Gebiet von Rupt-sur-Moselle. Vor der Französischen Revolution gehörte die verstreute Siedlungsstruktur zum Besitz der Äbtissinnen des Chapitre de Remiremont.

Die Gemeinde Rupt entstand 1789 durch die Aufteilung des Ban de Longchamp, aus dem auch die Gemeinde Dommartin-lès-Remiremont, später Vecoux und Ferdrupt hervorgingen. Die Weiler Longchamp, La Roche, La Dermanville, Lette, Rupt, Le Dessus de Rupt, Saulx, Lépange, Les Meix und Maxonchamp wurden so zur Gemeinde Rupt zusammengefasst, die 1904 zu Rupt-sur-Moselle umbenannt wurde.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lebten die Einwohner von der Land- und Viehwirtschaft, daneben verdienten sich die Bauern als Holzfäller, Handwerker, Schreiner, Holzschuhmacher oder Gespannführer ihren Unterhalt. Bereits 1934 entstand die erste Spinnerei im Weiler Saulx. Nach 1870 erlebte die Textilindustrie eine neue, verstärkte Blüte durch die Ansiedlung von Betrieben elsässischer Besitzer, die vor den Deutschen geflohen waren.

Im Juni 1940 wurde das "Fort de Rupt" (oder Fort Caulaincourt) im Rahmen des Westfeldzuges von Truppen der Wehrmacht, nämlich der 6. Panzer-Division unter General Werner Kempf, schnell erobert.[1]

In den 1970er Jahren begann der Niedergang der Textilindustrie. Erst allmählich konnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden, unter anderem in der Kunststoff- und Metallverarbeitung sowie im Maschinenbau.

Rathaus von Rupt-sur-Moselle
Kirche Saint-Étienne

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 3.825 3.970 3.863 3.570 3.470 3.637 3.560

Die Einwohnerzahlen der Gemeinde Rupt-sur-Moselle zeugen vom Verlust vieler Arbeitsplätze in der Textilbranche seit den 1970er Jahren. Die Ansiedlung vieler neuer Unternehmen konnte die Abwanderungsrate noch nicht vollständig kompensieren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Étienne, mehrmals renoviert (zuletzt 1862, Glockenturm 1738)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur noch wenige Einwohner von Rupt-sur-Moselle sind in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. Drei Gewerbegebiete prägen heute das Gemeindeareal nördlich des Ortskerns (ZI le Plain du Saut, ZI Le Pange und ZI Les Maix). Zu den heute in Rupt-sur-Moselle ansässigen Betrieben mit über 100 Mitarbeitern zählen:

  • Le groupe Antolin – ein Zweigbetrieb eines spanischen Herstellers für Ausrüstungen und Teile von Kraft- und Nutzfahrzeugen
  • Cimest (Compagnie industrielle des moulages de l’Est) – Betrieb für Kunststoffteile für die Telefon- und Automobilindustrie
  • Valrupt – zur Groupe français Valmont gehörende Baumwoll-Weberei
  • La Compagnie vosgienne de la chaussure – zur Groupe français Vivarte gehörende Schuhfabrik

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rupt-sur-Moselle setzte in den letzten Jahren zunehmend auf den Fremdenverkehr und ist inzwischen durch Hotels, Pensionen und Ferienhäuser touristisch erschlossen.

Mit 3571 Einwohnern (Stand 2006) ist Rupt-sur-Moselle knapp nach Le Thillot die zweitgrößte Kommune im oberen Moseltal. Die Gemeinde ist mit zwei Grund- einer Realschule, einem Collége sowie einem Kindergarten auch Bildungsstandort.

Col du Mont de Fourche

Die stark frequentierte Route Nationale 66 (Europastraße 512) von Épinal über den Col de Bussang nach Mülhausen führt südlich als Ortsumgehung an Rupt-sur-Moselle vorbei und endet als zweistreifige Schnellstraße an der Grenze zur Nachbargemeinde Ferdrupt. Eine weitere wichtige Straßenverbindung führt über den Col du Mont de Fourche nach Luxeuil-les-Bains und Lure.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1980 pflegt Rupt-sur-Moselle eine Partnerschaft mit der Gemeinde Stadecken-Elsheim in Rheinhessen; Initiator und Förderer dieser Partnerschaft ist der langjährige Bürgermeister von Rupt Robert Parmentier. Zwischen dem Collège Jean Montémont in Rupt sur Moselle und dem Marie-Curie-Gymnasium in Bönen (bei Dortmund) besteht ein reger Schüleraustausch.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am jeweils dritten Sonntag im März findet in Rupt-sur-Moselle die traditionelle Heringsmesse statt – im Jahr 2009 bereits zum 127. Mal. Sie ging als einzig erhaltene aus ursprünglich zwölf bestehenden Heringsmessen vor 1825 hervor und hat ihre Wurzeln in der Epoche, als während der Fastenzeit gesalzene Fische aus Übersee gekauft wurden, weil heimische Fische aus Flüssen und Teichen den Adligen vorbehalten waren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Kilometer südwestlich des Kernortes liegt auf 775 m Meereshöhe das größtenteils unterirdisch angelegte Fort de Rupt bzw. Fort Caulaincourt. Das 1874–1876 errichtete Fort liegt bereits auf dem Gebiet der Gemeinde La Rosière. Das Gelände ist Sperrgebiet und gehört der französischen Armee.[2]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Guderian, Seite 134
  2. Le fort de Rupt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]