Russischer Rüstungsexport

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Der russische Rüstungsexport bezeichnet den Außenhandel von Unternehmen und Konsortien aus der Russischen Föderation mit Rüstungsgütern und Kriegswaffen. Russland war 2014 nach den USA (30 Prozent) der weltweit größte Hersteller und Exporteur von Waffen aller Art mit 23 Prozent. Russland hat 2014 nach Angaben von Präsident Wladimir Putin für mehr als 15 Milliarden Dollar Waffen exportiert.[1] Die Rüstungshersteller sind zum allergrößten Teil Staatsunternehmen.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Was für die deutschen Waffenbauer Heckler & Koch das G3 ist, ist für Russland die Kalaschnikow: ein „Exportschlager“.
Hier das heute hergestellte AK-101

Die russischen Regierungen, egal welcher politischen Ausrichtung, förderten und fördern den staatlich kontrollierten militärisch-industriellen Komplex des Landes. Russland exportierte in Jahren 2012 bis 2016 4,7 % Rüstungsgüter mehr im Vergleich zum Zeitraum 2007 bis 2011.[2] Wie für die USA sind auch für Russland Waffenexporte ein zentrales Mittel seiner Außen- und Sicherheitspolitik.[3]

2015 wurden Waffen im Wert von 15 Milliarden Dollar in mehr als 60 Länder exportiert. Russland plant, die Exporte in den asiatisch-pazifischen Raum, nach Afrika, Lateinamerika und die Karibik auszubauen. Zu den größten Abnehmern russischer Rüstungsgüter gehörten 2015 Indien und die Volksrepublik China. Fast die Hälfte der Erlöse resultieren aus dem Verkauf von Kampfflugzeugen.[4] Besonders vor dem Hintergrund der Sanktionen gegen Russland wegen dessen Haltung im Ukrainekrieg sehen Beobachter die Rüstungsindustrie als einen zunehmend wichtigeren Zweig der russischen Wirtschaft neben Öl- und Gasexporten.[1]

Russland nutzt die Verbindungen aus den Zeiten des Warschauer Paktes. Viele früher sowjetische, heute russische Waffensysteme werden auch in Lizenz in den jeweiligen Ländern hergestellt. Die weltweit verbreitetste russische Waffe, die AK-47 und deren Nachfolgemodelle werden bis heute in Lizenz in vielen Ländern weltweit hergestellt.

Konzerne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Weltweite Verbreitung des modernen Boden-Luft-Raketensystems 96K6 Panzir

Die wichtigsten russischen Rüstungskonzerne sind (in Reihenfolge nach Umsatz)

  • Almas-Antei ist der größte russische Rüstungskonzern und baut vor allem Raketentechnik.
  • Rostec, ein staatlicher russischer Waffenhersteller. Zu ihm gehört der Waffenhändler Rosoboronexport, der mit Abstand größte Waffenexporteur Russlands.
  • Die Tactical Missiles Corporation, ein Raketenhersteller steigerte seine Verkäufe 2012 um 118 Prozent auf gut 2,2 Milliarden Dollar.
  • Vereinigte Flugzeugbaukooperation, Flugzeuge aller Art.
  • Sozvesdie
  • Ischmasch baut Fahrzeuge und Waffen
  • Konstruktionsbüro für Gerätebau, Entwickelt die modernsten und wirkungsvollsten Raketensysteme, Feuerleittechnik und Komplettsysteme wie das 96K6 Panzir
  • Jakowlew-Experimental-Konstruktionsbüro (OKB-115) war ein sowjetischer Hersteller von Flugzeugen und Hubschraubern, den bekannten Jaks, Es wurde 1934 von Alexander Sergejewitsch Jakowlew gegründet. 1992 wurde das Büro privatisiert, in die Yak Aviation Company überführt und seit 2006 gehört Jakowlew russischen Luftfahrtkonsortium OAK.

Einer der weltgrößten Titanhersteller, der russische Konzern Avisma soll nach Medienberichten von Rosoboronexport übernommen werden. 70 Prozent will der Exporteur an dem Konzern übernehmen. Avisma produziert ein Drittel des weltweit verwendeten Titans für militärische und zivile Nutzung.

Empfängerländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Su-35, wie sie nach China exportiert wurde auf einer Waffenschau (2009)

Die traditionell enge Zusammenarbeit zwischen Russland und der VR China kommt aus den Zeiten des Kalten Krieges und ging danach ungebrochen weiter. Für die zahlenmäßig größte Armee der Welt kauft China immer wieder Waffensysteme. 2013 kaufte die Volksrepublik 24 moderne Kampfflugzeuge vom Typ Su-35. China hat früher schon russische Kampfjets vom Typ Su-27 und Su-30 importiert.

Zudem wurden vier Unterseeboote (Umfang von zwei Milliarden US-Dollar) verkauft. Die dieselbetriebenen Unterseeboote der Lada-Klasse gehören zu den modernsten in der russischen Flotte und sollen besonders geräuscharm sein. Zwei von ihnen wurden in China gebaut.

Nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens plante China den Kauf weiterer Waffentechnologie, darunter Raketenabwehrsysteme vom Typ S-400 Triumf, Saturn-117S-Triebwerke, das neueste Transportflugzeug Iljuschin Il-476 und Il-78M-Tankflugzeuge.[5]

Indien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland bot Indien beispielsweise Kamow-Ka-226-Hubschrauber im Gesamtwert von 480 Millionen US-Dollar sowie U-Boote im Gesamtwert von 10,7 Milliarden Dollar an.[6]

Syrien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland lieferte Waffen an die syrische Regierung, u. a. Luftabwehrsysteme, Schützenpanzer, Militärlaster und Granatwerfer.[7]

Venezuela[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Venezuela ist komplett mit russischer beziehungsweise sowjetischer Militärtechnik ausgestattet. Im Rahmen eines Militärabkommens zwischen Russland und Venezuela wurden 2008 Su-30-Kampfjets nach Venezuela geliefert. Inbegriffen waren das Training der Piloten und des Personals sowie Bewaffnung. Weiterhin sollten in den folgenden Jahren Waffen im Wert von drei Milliarden US-Dollar geliefert werden, darunter Panzer und das Raketenwerfersystem BM-30.[8]

Libyen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geliefert wurden die Fla-Raketensysteme S-300PMU-2 für vier Divisionen sowie rund 20 Fla-Raketensysteme 9K330 Tor-M1 mit kürzerer Reichweite. Außerdem bestellte Libyen zwölf Jagdflugzeuge Su-30MK2, zwölf Jagdflugzeuge MiG-29SMT und ein oder zwei U-Boote des Projekts 636.[9] Inwiefern diese Waffen tatsächlich geliefert wurden, ist nicht weiter bekannt.

Ukraine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Eine Jak-130 mit der Luft-Luft-Rakete AA-11 Archer, deren Lenktechnik in der Ukraine hergestellt wurde

Bis zu dem ukrainisch-russischen Konflikt war die Ukraine ein wichtiger Partner der russischen Rüstungsindustrie. Gleichzeitig kaufte das Land russische Waffensysteme, da seine Armee traditionell mit sowjetischer Technik ausgestattet war. Am 17. Juni 2014 beendete die Ukraine ihre militärische Zusammenarbeit mit Russland offiziell. Die Führung in Kiew hatte sich trotz des Krieges in der Ostukraine und trotz der Annexion der Krim mit diesem Schritte lange Zeit gelassen, weil die Verbindungen der beiden Staaten im Waffenbereich sehr intensiv waren. „Die Verbindungen waren in der Sowjetzeit absolut“, zitiert der EU-Observer Guy Anderson von der Beratungsfirma IHS Jane’s Defence Weekly.[10]

Russland hatte das Land auch nach der Unabhängigkeit im Jahre 1991 weiterhin als „Teil seiner nationalen industriellen Versorgungskette“ betrachtet. Mehr als die Hälfte der strategischen Nuklearraketen Russlands verwenden Lenksysteme, die in der Zentral-, Ost- und Südukraine hergestellt wurden. Russische Helikopter, Kriegsschiffe und Kampfjets verwenden ukrainische Motoren. Auch Russlands wirkungsvollste Luft-Luft-Rakete, die AA-11 Archer, verwendete Lenktechnologie aus der Ukraine.

Bis zu dem Konflikt kooperierten die ukrainischen Streitkräfte stark mit russischen Rüstungsfirmen und kauften Ersatzteile für ihre Waffensysteme von russischen Firmen.

Armenien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Militärparade 2016 präsentierte Armenien die kurz zuvor erworbenen Iskander-Raketen.[11]

Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2017 handelte die türkische Seite einen Vertrag mit Moskau über den Verkauf des Raketenabwehrsystems S-400 Triumf an Ankara aus.[12]

Saudi-Arabien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim ersten Staatsbesuch eines saudischen Herrschers in Russland Anfang Oktober 2017 bekundete die saudische Seite das Interesse am Erwerb des S-400-Flugabwehrraketenabwehrsystems. Die staatlichen Rüstungskonzerne „Saudi Arabia Military Industries“ (SAMI) und „Rosoboronexport“ erzielten zudem eine Einigung über den Export von russischen Panzerabwehrraketen des Typs 9K135 Kornet sowie von Raketenwerfern TOS-1A an Riad.[13]

Länder der Afrikanischen Union[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Sowjetunion unterstützte viele Länder Afrikas bei ihren Unabhängigkeitskämpfen mit Waffen. Auch Russland hat geostrategische Interessen in vielen Ländern der AU: Als die USA 2014 Nigeria die Lieferung von Cobra-Hubschraubern verweigerten, stoppte das westafrikanische Land das amerikanische Ausbildungsprogramm für seine Armee und bat Russland um Militärhilfe. Auch wenn die USA, Großbritannien und China noch immer Spitzenreiter der Waffenlieferungen in AU-Länder sind, nimmt der Einfluss Russlands in der Region zu.[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/waffen-russische-exporte-uebersteigen-15-milliarden-dollar-a-1015356.html
  2. Veränderung des Wertes der Rüstungsexporte ausgewählter Länder im Zeitraum 2012 bis 2016 im Vergleich zum Zeitraum 2007 bis 2011
  3. akw: Platz drei hinter USA und Russland: China exportiert erstmals mehr Waffen als Deutschland. In: Focus Online. 16. März 2015, abgerufen am 14. Oktober 2018.
  4. Rüstungsexporte: Russland verkauft so viele Waffen wie noch nie. In: Spiegel Online. 15. August 2013, abgerufen am 10. Juni 2018.
  5. Milliardendeal: Russland rüstet China auf. In: Spiegel Online. 25. März 2013, abgerufen am 10. Juni 2018.
  6. (Memento des Originals vom 4. Juni 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.sputniknews.com
  7. Markus Wehner: Putins nächster Coup. In: FAZ.net. 13. September 2015, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  8. AP/KS: Venezuela: Hugo Chavez prahlt mit russischen Kampfjets. In: welt.de. 4. August 2008, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  9. http://de.sputniknews.com/militar/20070504/64898229.html
  10. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/08/ukraine-kappt-militaer-zusammenarbeit-mit-russland/
  11. Konflikt Armenien-Aserbaidschan: Erewan zeigt erstmals Kurzstreckenraketen. In: Neue Zürcher Zeitung. 21. September 2016, abgerufen am 23. Oktober 2017.
  12. Waffendeal: Türkei kauft russisches Raketenabwehrsystem. In: Die Zeit. 12. September 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 10. Oktober 2017]).
  13. Russland und Saudi-Arabien: Mehr Taktik als Partnerschaft. In: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de. Abgerufen am 11. Oktober 2017.
  14. http://de.sputniknews.com/politik/20150816/303831818.html