Russischer Salat

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Russischer Salat
Olivier Russian salad made to the Hermitage restaurant recipe

Russischer Salat ist ein Gemüsesalat aus gewürfeltem gekochtem Gemüse mit Mayonnaise, manchmal auch mit Fleisch oder Fisch.[1][2] Andere Bezeichnungen sind: in Frankreich Salade russe; im Iran: salad-e olivieh; in Russland: Salat Olivier. In den meisten Ländern, einschließlich Italien, Frankreich, Deutschland, der Türkei und Marokko, ist er als russischer Salat bekannt. Das arteigene Gemüse des Salats (Kartoffeln, Rüben, Karotten und Essiggurken) ist typisch russisch: immer gekocht oder sauer eingelegt. Russen fügen dem Gericht gewöhnlich viel Fleisch, Geflügel und Fisch hinzu. Juden machen eine vegetarische Version mit saurer Sahne für das Dressing oder ersetzen Sauerrahm und Mayonnaise durch eine Vinaigrette.[2] Die Zutaten können umgestellt werden, wobei die Hauptsache darin besteht, dass sie ausreichend vielfältig und pikant sind: z. B. grüne Bohnen, junge Erbsen, und als Dekor Scheiben von gekochter Zunge, Langusten- oder Hummerfleisch.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salate waren in Russland bis zum 19. Jahrhundert unbekannt, als der russische Adel begann französische Köche einzustellen. So bekam auch Lucien Olivier in Moskau eine Anstellung bei einem russischen Adligen, den er aber im Jahr 1864 verließ, um das Restaurant Hermitage zu eröffnen. Er kreierte einen ausgefallenen Kartoffelsalat mit Mayonnaise, der seinen Namen bekam Salad Olivier. Olivier eröffnete später ein Restaurant in Wiesbaden, wo er dann das Gericht als "salade á la Russe" anbot. Nach der russischen Revolution wurde Oliviers kulinarische Kreation weltweit bekannt. Der "russische Gemüsesalat" ("Russian Vegetable Salad") aus Erbsen, Karotten, Bohnen und Rüben gelangte um 1900 in die USA (Milwaukee).[2]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem gleichen Prinzip, jedoch mit anderem Namen, werden Gemüsesalate mit Mayonnaise in immer neuen Kombinationen auch in anderen Ländern zubereitet: zum Beispiel in Österreich der französische Salat,[3] in Luxemburg der Feierstengszalot, in Holland der Huzarensalade, in Rumänien der salata de boeuf, in Litauen der Baltoji mišrainė.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Flavigny, Laure: Larousse gastronomique. Larousse, Paris 1996, ISBN 2-03-507300-6, S. 936.
  2. a b c Gil Marks: Encyclopedia of Jewish Food. HMH, 2010, ISBN 978-0-544-18631-6 (google.de [abgerufen am 19. Dezember 2020]).
  3. Franz Maier-Bruck: Das Große Sacher Kochbuch. Wiener, 1975, S. 460.