Ruth Bader Ginsburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ruth Bader Ginsburg (2010)

Ruth Joan Bader Ginsburg (* 15. März 1933 in Brooklyn, New York City) ist eine US-amerikanische Juristin und seit 1993 Beisitzende Richterin (Associate Justice) am Supreme Court. Hier wird sie dem liberalen beziehungsweise „linken“ Flügel zugerechnet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ginsburg wurde als Joan Ruth Bader in einem Arbeiterwohnviertel von Brooklyn geboren, dessen Einwohner überwiegend Menschen von jüdischer, italienischer und irischer Abstammung waren. Sie ist die zweite Tochter von Nathan Bader und Celia Amster; ihre ältere Schwester starb, als sie noch sehr jung war. Ginsburg studierte unter anderem an der Harvard Law School und der Columbia Law School sowie an der Universität Lund.

Sei 1982 ist sie Mitglied der American Academy of Arts and Sciences. Im Jahr 2015 wurde sie in Hyde Park, New York mit der Freedom Medal des Four Freedoms Award geehrt.

Ruth Bader Ginsburg ist verwitwet und hat zwei Kinder. Ihr Ehemann Martin D. Ginsburg starb am 27. Juni 2010 im Alter von 78 Jahren.

Befürworterin von Frauenrechten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 spielte Ginsburg eine wichtige Rolle beim Start des Women's Rights Projekt der American Civil Liberties Union. Sie war die führende Anwältin der ACLU von 1973–1980 und gehörte ihrem Bundesvorstand 1974–1980 an. So kam es, dass sie die ACLU in einigen Fällen vor dem Supreme Court vertrat, die mit den Rechten der Frau zu tun hatten, darunter Frontiero v. Richardson im Jahr 1973.

Als Befürworterin der Gleichstellung der Geschlechter und regelmäßigen Trägerin eines Jabots, der der Halsplatte von Gottesanbeterinnen ähnelt, wurde ihr zu Ehren eine neue Art dieser Insekten, Ilomantis ginsburgae, nach ihr benannt. Entgegen der traditionellen Verwendung der männlichen Genitalien zur Klassifizierung von Insektenarten, basierte die Bestimmung der in Madagaskar heimischen Art auf der Anatomie der weiblichen Genitalien. [1]

Berufliche Laufbahn als Richterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980 wurde sie von Präsident Jimmy Carter an das Bundesberufungsgericht (Court of Appeals) für den District of Columbia berufen, in dem sie bis zu ihrer Ernennung als Richterin am Supreme Court 1993 durch Bill Clinton diente.

Bei der am 16. April 2008 veröffentlichten Entscheidung Baze v. Rees vertrat Ruth Bader Ginsburg zusammen mit Richter David Souter die Mindermeinung, dass die in Kentucky angewandte Hinrichtungsart durch die Giftspritze verfassungswidrig sei.

Am 26. Juni 2003 erklärte der Oberste Gerichtshof mit sechs zu drei Stimmen die Sodomiegesetze für ungültig. Ruth Bader vertrat dabei die Mehrheitsmeinung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ruth Bader Ginsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ben Panko: Mantis named after Ruth Bader Ginsburg may usher in new way to classify insects. In: sciencemag.org. 1. Juni 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.