Ruth Goetz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ruth Amalie Goetz, verehelichte Ruth von Schüching, in England: von Schueching (* 5. November 1880 in Festenberg, Schlesien, Deutschland[1]; † 19. Juni 1965 in London-Hendon, Großbritannien) war eine deutsche Schriftstellerin, Journalistin und Drehbuchautorin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruth Amalie Goetz besuchte das Lyzeum und bestand das Examen, das sie für den höheren Schulunterricht befähigte. Anschließend fand die Schlesierin Beschäftigung als Übersetzerin für Französisch. Seit 1909 veröffentlichte die Romancière auch eine Reihe eigener Werke, darunter ‘Das ewige Fräulein’, ‘Der Meister’, ‘Das erste Ehejahr’, ‘Die verleugneten Jahre’ und ‘Der Verrat’. Nebenbei wirkte sie als Mitarbeiterin diverser Zeitungen und als Redakteurin bei den Verlagshäusern Ullstein und Mosse.

Ersten Kontakte zum Film knüpfte Ruth Goetz kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs bei der französischen Produktionsfirma Gaumont. In Deutschland setzte sie während des Kriegs ihre Laufbahn als Hausautorin der Decla-Film-Gesellschaft Holz & Co. bei Alwin-Neuß-Inszenierungen fort. Bald darauf wechselte Ruth Goetz zur Eiko-Film und verfasste Manuskripte für Hedda-Vernon-Dramen des Regisseurs und Vernon-Ehemannes Hubert Moest. 1918/19 war Goetz als Koautorin der Monumentalfilme Veritas Vincit und Die Herrin der Welt für Joe May tätig. 1919 wechselte sie zur Ring-Film und schrieb für Inszenierungen Erik Lunds, im Jahr darauf verfasste sie Drehbücher für die Carl-Wilhelm-Produktion. Seitdem war Ruth Goetz für unterschiedliche Firmen aktiv. Ihr bevorzugtes Arbeitsfeld waren dramatische und melodramatische Stoffe. 1925 zeichnete Goetz für die Vorlagen zu mehreren Fritz-Kaufmann-Inszenierungen verantwortlich und arbeitete für die AAFA-Film Rudolf Walther-Feins.

Ruth Goetz blieb neben ihrer Filmarbeit auch weiterhin schriftstellerisch und journalistisch aktiv. Sie verfasste Artikel zum Thema Mode, so etwa in der Publikation ‘Modenspiegel’. 1927 beendete Ruth Goetz ihre Tätigkeit für das Kino, kurz nachdem sie das Drehbuch zu dem vieldiskutierten Drama Dirnentragödie mit Asta Nielsen in der Titelrolle mitverfasst hatte. Stattdessen konzentrierte sie sich als Buchautorin auf klassische Frauenthemen: ihre Publikationen hießen ‘Kochbuch für Alle’, ‘Durch gute Lebensart zum Erfolg’ und ‘Lehrbuch der Schönheit’.

Infolge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten musste die seit Oktober 1922 in zweiter Ehe mit dem Schriftsteller Bernhard von Schüching verheiratete Jüdin das Land verlassen, zumal sie in Deutschland Publikationsverbot erhalten hatte. 1939 wurde Ruth von Schüching ausgebürgert. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich bereits im Exil in London. Ruth Goetz / von Schueching (Schreibweise in England) starb im zweiten Quartal 1965 im Londoner Bezirk Hendon.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1911: Les amis
  • 1916: Der Weg der Tränen
  • 1916: Streichhölzer, kauft Streichhölzer
  • 1917: Noemi, die blonde Jüdin
  • 1917: Die Verworfene
  • 1918: Die Bettelgräfin
  • 1918: Veritas vincit
  • 1919: Die Herrin der Welt
  • 1919: Die platonische Ehe
  • 1919: Das törichte Herz
  • 1919: Der letzte Sonnensohn
  • 1919: Der Weltmeister
  • 1919: Die Fee von Saint Ménard
  • 1919: Das Gebot der Liebe
  • 1919: Die verwunschene Prinzessin
  • 1919: Schloß Einöd
  • 1920: Die Augen der Welt
  • 1920: Die Sippschaft
  • 1920: Der langsame Tod
  • 1920: Der Sturz in die Flammen
  • 1921: Die drei Tanten
  • 1921: Die verbotene Frucht
  • 1921: Die Jagd nach der Frau
  • 1922: Der Todesreigen
  • 1923: Der zweite Schuß
  • 1923: Der Geisterseher
  • 1923: Der Großindustrielle
  • 1923: Der Seeteufel
  • 1923: S.O.S. Die Insel der Tränen
  • 1924: Der Mönch von Santarem
  • 1925: Reveille, das große Wecken
  • 1925: Heiratsannoncen
  • 1925: Die vom Niederrhein
  • 1925: Der Abenteurer
  • 1925: Die Gesunkenen
  • 1925: Frauen und Banknoten
  • 1926: Das Gasthaus zur Ehe
  • 1926: Das Rätsel des Borodur
  • 1926: Ein Mordsmädel
  • 1926: Schenk mir das Leben
  • 1927: Dirnentragödie
  • 1927: Das brennende Schiff
  • 1927: Der Mann ohne Beruf (Das grobe Hemd)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Acabus-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 199 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. das vielerorts zu lesende Geburtsjahr 1886 ist ebenso falsch wie der Geburtsort Oberglogau