Ruth Herz

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Ruth Herz (* 27. Oktober 1944 in Jerusalem) ist eine deutsche Richterin, Fachautorin und Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist die Tochter eines jüdischen Rechtsanwalts aus Breslau, der 1933 vor den Nazis nach Palästina floh.[1] Ihre Mutter ist Israeli.[2] In den Nachkriegsjahren kehrten sie wieder zurück nach Deutschland.

Nach einem abgeschlossenen Dolmetscherstudium (Französisch und Deutsch) studierte sie Rechtswissenschaften in Genf, München und Köln. Nach dem Hochschulabschluss und den Staatsexamina wurde sie mit dem Prädikat cum laude promoviert.[3]

Herz ist seit 1974 Richterin[1] und hat einige Fachbücher publiziert. 1998 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Sie macht sich verdient bei der Etablierung des Täter-Opfer-Ausgleichs, bei dem jugendliche Verurteilte, die bei einer Straftat andere Menschen geschädigt haben, sich mit dem Opfer und zwei Betreuern zusammensetzen, um das begangene Unrecht gemeinsam aufzuarbeiten.[1] Sie hat zwei Kinder, darunter der Architekt Manuel Herz,[4] sowie drei Enkelkinder. 1995 verstarb ihr erster Ehemann Thomas Aage Herz, der Professor für Soziologie an der Universität Siegen war.[4] Heute ist sie mit Gabriel Gorodetsky, einem israelischen Historiker, verheiratet.[5]

Von September 2001 bis September 2005 war sie als Hauptdarstellerin (Vorsitzende Richterin Dr. Ruth Herz) in der RTL-Gerichtsshow Das Jugendgericht zu sehen.[1][6] Zudem ist sie bestellte Expertin für Strafrecht beim Europarat.

Herz verließ im September 2005 ihren TV-Richterstuhl und folgte einem Ruf der Universität Oxford, wo sie ein Forschungsprojekt über Medien und Justiz leitete.[6][7]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ruth Herz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Eine mutige Richterin: Ruth Herz, welt.de, 26. Mai 2007
  2. Jugendrichterin Herz erzählt: Recht persönlich, HaGalil
  3. Ruth Herz: Recht persönlich: eine Jugendrichterin erzählt, C.H.Beck, 2006, S. 39–41 [1]
  4. a b Thomas Aage Herz, soziologie.de
  5. Ruth Herz Judge Playing Judge Ruth Herz: Reflections on the Performance of Judicial Authority in: Volume 14 (2010) Law's Theatrical Presence, S. 201 [2], PDF-Datei, S. 24
  6. a b Dr. Ruth Herz verlässt «Das Jugendgericht», Quotenmeter, 4. August 2005
  7. Das macht Richterin Ruth Herz heute, tvmovie.de