Ruthweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Ruthweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ruthweiler hervorgehoben

Koordinaten: 49° 33′ N, 7° 22′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Kusel-Altenglan
Höhe: 264 m ü. NHN
Fläche: 3,31 km2
Einwohner: 435 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66869
Vorwahl: 06381
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 088
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
66869 Kusel
Website: www.ruthweiler.de
Ortsbürgermeister: Sven Dick
Lage der Ortsgemeinde Ruthweiler im Landkreis Kusel
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Über dieses Bild
Ruthweiler

Ruthweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan an, innerhalb derer sie gemessen an der Fläche die achtkleinste Ortsgemeinde darstellt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemeinde liegt im Nordpfälzer Bergland innerhalb dessen Teilbereich Kuseler Bergland. Die oberhalb des Ortes aufragende Burg Lichtenberg, größte Burganlage in der Pfalz, befindet sich bereits auf der Gemarkung des Nachbarortes.[2] Nachbargemeinden sind Thallichtenberg und Körborn im Norden, die Stadt Kusel (Stadtteile Diedelkopf und Bledesbach) im Osten und Süden, sowie Pfeffelbach im Westen.

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruthweiler liegt im engen Tal des Pfeffelbachs, der in diesem Bereich im Unterlauf alternativ Aalbach genannt wird. Die Anhöhen erreichen rechts des Bachs mit dem bewaldeten Niederberg bis zu 442,5 Meter, links des Bachs ungefähr 350 Meter über NN. Der Bach fließt in einer Felsenschlucht aus Richtung Thallichtenberg kommend, durchbricht bei Ruthweiler das Bergplateau und fließt Richtung Kusel weiter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprünglich aus Niederruthweiler und Oberruthweiler bestehende Ort wurde im Jahr 1271 als Nyderrudewilre erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte zum Burgfrieden der Burg Lichtenberg. Während der frühen Neuzeit war die Gemeinde Bestandteil der Grafschaft Veldenz und ab 1733 der Kurpfalz.

Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte Ruthweiler von 1798 bis 1814 zum Saardepartement und war während dieser Zeit in den Kanton Baumholder eingegliedert.

1816 kam Ruthweiler zum Fürstentum Lichtenberg, einer neugeschaffenen Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld beziehungsweise ab 1826 des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha. Während dieser Zeit unterstand sie der Bürgermeisterei Burglichtenberg. Mit besagtem Herzogtum fiel es 1834 an Preußen, das aus diesem Gebiet den Landkreis Sankt Wendel schuf. Nach der Abtrennung des Hauptteils an das neugeschaffene Saargebiet entstand 1920 der Restkreis Sankt Wendel-Baumholder, zu dem der Ort bis 1937 gehörte, als er in den Landkreis Birkenfeld eingegliedert wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ruthweiler innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde am 7. Juni 1969 in den Landkreis Kusel umgegliedert. Drei Jahre später wurde der Ort Teil der neu geschaffenen Verbandsgemeinde Kusel, seit 2018 gehört Ruthweiler zur Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ruthweiler besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sven Dick wurde am 7. Juni 2009 zum Ortsbürgermeister gewählt.[4] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 93,47 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Ruthweiler
Blasonierung: „Von Silber und Blau geteilt, oben ein wachsender, rotbewehrter und -bezungter, blauer Löwe, unten zwei waagrecht übereinanderliegende, silberne Mühleisen.“

Es wurde 1962 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium genehmigt.

Wappenbegründung: Der Löwe entstammt dem Wappen der Grafen von Veldenz. Die Mühleisen symbolisieren die beiden ehemaligen herrschaftlichen Bannmühlen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort existieren insgesamt zwei Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer Linde befindet sich in der Gemeinde ein Naturdenkmal.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlagen des Fußballvereins SG Blaubach-Diedelkopf befinden sich größtenteils bereits auf der Gemarkung von Ruthweiler.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige von Landwirtschaft geprägte Ortsgemeinde hat sich etwa ab 1995 in eine Wohngemeinde gewandelt. Ruthweiler hat vier Neubaugebiete erschlossen. Als erste Gemeinde der damaligen Verbandsgemeinde Kusel wurde das Neubaugebiet „Borrech“ durch einen privaten Investor erschlossen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße

Mitten durch den Ort verläuft die Landesstraße 176. Im Süden befindet sich die A 62. Ruthweiler ist durch zwei Haltestellen der Buslinie 292 an das ÖPNV-Netz des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) angebunden, die eine Verbindung nach Kusel und Freisen herstellt.

Schiene

Ab 1936 besaß Ruthweiler eine Haltestelle an der in diesem Jahr auf voller Länge eröffneten Bahnstrecke Türkismühle–Kusel. Der Bahnhof befand sich unweit der Ortsmitte von Ruthweiler. Bereits 1959 wurde die Bahnstation geschlossen, wogegen es vor Ort Widerstand gab.[6] Sein Empfangsgebäude dient inzwischen als Wohnhaus.[7][8] Die Bahnhofstraße erinnert an ihn. Das Ostportal des von ihr durchquerten Niederberg-Tunnels liegt ebenfalls auf der Gemarkung von Ruthweiler. In Kusel befindet sich ein Bahnhof der Bahnstrecke Landstuhl–Kusel.

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gastwirtschaft, eine Hebamme, ein Dorfgemeinschaftshaus, ein Bouleplatz, ein Spielplatz und Wanderwege sind in der Gemeinde am Fuß der Burg Lichtenberg vorhanden. Das Gemeinschaftsleben wird von Vereinen gestaltet. Es besteht ein Dorfarchiv, das von einer Bürgergruppe, die von der Gemeinde bestellt wurde, aufgebaut und gepflegt wird. Ein Kuriosum besteht darin, dass das Kreiskrankenhaus Kusel mit Ausnahme der Pathologie komplett auf dem Gemeindegebiet von Ruthweiler liegt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Ruthweiler verläuft der Fritz-Wunderlich-Weg. Durch den Norden der Gemarkung führt außerdem der mit einem roten Kreuz markierte Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Walzel (1919–1991), Politiker (SPD, CDU), starb vor Ort
  • Katrin Green (* 1985), Paralympics-Sportlerin, Goldmedaillengewinnerin in Peking 2008 und Bronzemedaillengewinnerin in London 2012, in Ruthweiler geboren

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ruthweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2021, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Jakob Weingarth, Ernst Schworm: Ruthweiler. Lage. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz, abgerufen am 17. Mai 2020.
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Barbara Scheifele: Sogar vom Friedhof aus Blick zur Burg. Die Rheinpfalz, 30. April 2015, abgerufen am 17. Mai 2020.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Kusel-Altenglan, Verbandsgemeinde, 31. Ergebniszeile. Abgerufen am 17. Mai 2020.
  6. Hans-Joachim Emich, Rolf Becker: Die Eisenbahnen an Glan und Lauter. 1996, S. 55.
  7. verkehrsrelikte.uue.org: Nahetal, Pfälzer Bergland, Weinstraße, Pfälzer Wald, Wasgau... Abgerufen am 6. Juli 2015.
  8. Gerd Stein: Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland einst und jetzt. 1998, S. 6.