Ryūkyū-Völker

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Ryūkyū-Menschen in traditioneller Kleidung

Die Ryūkyū-Völker sind mit etwa 2 Millionen Menschen die größte Minderheit Japans. Sie siedeln im Süden Japans, auf den gesamten Ryūkyū-Inseln.[1] Ihre insgesamt sechs Sprachen gehören wie das Japanische zur Sprachfamilie Japanisch-Ryūkyū.[2]

Oft wird Okinawa als Synonym benutzt, da sie die größte der Ryukyu-Inselkette ist. Außerdem befand sich dort mit der Hauptstadt Naha das politische und wirtschaftliche Zentrum des Ryūkyū-Königreichs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Bevölkerung Ryukyus stammt – wie die der japanischen Hauptinsel – von Angehörigen der Jomon- und Yayoi-Kulturen ab. Anthropologisch waren die Jomon-Menschen allerdings nicht einheitlich. Die südliche Population (siehe: Minatogawa 1) weist eher ostasiatische Typenmerkmale auf, während die Jomon im Norden (siehe: Ainu) genetisch den nordostsibirischen- und nordamerikanischen Populationen näherstehen.[3][4]

Genetische Analysen zeigen, dass die heutigen Ryūkyū-Menschen neben ihrer originären Verwandtschaft zu den Japanern (als Nachfahren der Yamato-Population) und den Ainu am nächsten mit den Süd- und Ost-Chinesen (inklusive Taiwan) verwandt sind.[5]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Religion der Ryūkyū-Menschen weist starke Parallelen zu Shintō sowie zu anderen südost- und ostasiatischen Religionen auf. Durch regen Kontakt mit China wurden auch taoistische sowie konfuzianistische Aspekte übernommen und in die indigene Religion integriert. Wie im restlichen Japan werden Götter und Geister als Kami verehrt. Ahnenkult ist ein weiterer wichtiger Bestandteil.[6] Ihre Religion wird noch heute praktiziert und wird offiziell als regionale Shinto-Variante angesehen.

Einfluss auf die Geschichte Ost- und Südostasiens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Menschen des Ryukyu-Königreichs waren geschickte Händler und Seefahrer und hatten trotz der kleinen Größe des Königreichs einen großen Einfluss auf den Handel in Ost- und Südost-Asien. Sie trieben sowohl mit Japan, Korea und China, als auch mit Vietnam, den Philippinen, Indonesien, Thailand und den Bamar Reichen des heutigen Myanmars Handel.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. James B. Minahan: Ethnic Groups of North, East, and Central Asia: An Encyclopedia. ABC-CLIO, 2014, ISBN 978-1-61069-018-8 (google.com [abgerufen am 27. Juli 2018]).
  2. Masami Ito: Between a rock and a hard place. In: The Japan Times Online. 12. Mai 2009, ISSN 0447-5763 (japantimes.co.jp [abgerufen am 27. Juli 2018]).
  3. 日本人はるかな旅展. 21. April 2015, abgerufen am 27. Juli 2018.
  4. Kumar, Ann. (2009). Globalizing the Prehistory of Japan: Language, Genes and Civilisation. London and New York: Routledge Taylor & Francis Group. Page 79 & 88. Retrieved January 23, 2018, from link.
  5. Ryukyuan, Ainu People Genetically Similar. In: Asian Scientist Magazine | Science, technology and medical news updates from Asia. 6. Dezember 2012 (asianscientist.com [abgerufen am 27. Juli 2018]).
  6. Edward E. Bollinger. (c. 1965). The Unity of Government and Religion in the Ryukyu Islands to 1,500 A.D.
  7. Masami Ito: Between a rock and a hard place. In: The Japan Times Online. 12. Mai 2009, ISSN 0447-5763 (japantimes.co.jp [abgerufen am 27. Juli 2018]).