Ryan Zinke

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Ryan Zinke (2017)

Ryan Zinke (* 1. November 1961 in Bozeman, Montana) ist ein US-amerikanischer Politiker (Republikanische Partei). Er ist seit dem 1. März 2017 Innenminister der Vereinigten Staaten im Kabinett Trump. Bis dahin hatte er von Januar 2015 an für den Bundesstaat Montana dem Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten angehört.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1980 absolvierte Ryan Zinke die Whitefish High School in Montana und besuchte bis 1984 die University of Oregon in Eugene. Später studierte er in San Diego an der National University und an der University of San Diego. Zwischen 1985 und 2008 diente er als Navy SEAL[1] und erreichte bei diesen den Rang eines Commander. Zwischen 1991 und 1993 diente er auch im SEAL Team Six.[2] Danach arbeitete er in der privaten Wirtschaft als Vorstandsvorsitzender einer Beraterfirma. Politisch schloss er sich der Republikanischen Partei an. Zwischen 2009 und 2012 saß er im Senat von Montana. Im Jahr 2012 bewarb er sich erfolglos um die republikanische Nominierung für das Amt des Vizegouverneurs seines Staates.

Bei der Wahl zum Repräsentantenhaus 2014 wurde Zinke für den At-large-Kongresswahlbezirk Montanas in den Kongress gewählt, in dem er am 3. Januar 2015 die Nachfolge von Steve Daines antrat. Zinke erhielt 55 Prozent der Stimmen, sein demokratischer Konkurrent John Lewis 40 Prozent.[3] Zinke wurde bei der Wahl im November 2016 in seinem Amt bestätigt und damit Mitglied des am 3. Januar 2017 erstmals zusammengetretenen 115. Kongress der Vereinigten Staaten.

Am 15. Dezember 2016 nominierte der gewählte US-Präsident Donald Trump Zinke für den Posten des Innenministers.[4] Am 1. März 2017 bestätigte der Senat der Vereinigten Staaten Zinke mit 68 zu 31 Stimmen, der daraufhin am selben Tag aus dem Kongress ausschied und sein Regierungsamt antrat.[5]

Trophäenjagd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ryan Zinke bei der Jagd (Offizielles Foto des Innenministeriums der Vereinigten Staaten)

Am 16. November 2017 wurde bekannt, dass Präsident Trump auf Rat von Zinke das in den USA bestehende Einfuhrverbot von Elefantenelfenbein aufheben wollte. Zinke, selbst ein passionierter Trophäenjäger, rechtfertigte sich gegenüber Kritikern damit, dass er seine schönsten Kindheitserinnerungen mit seinem Vater bei der Jagd gehabt habe und er deswegen bestrebt sei, die Jagd für amerikanische Familien zu fördern.[6] Einen Monat zuvor wurde ohne Pressemitteilung auch das Einfuhrverbot von Löwentrophäen in die USA aufgehoben.[7]

Trump und Zinke erfuhren erhebliche Kritik für die Entscheidung, da der Bestand afrikanischer Elefanten bereits durch industrielle Wilderei gefährdet ist und jährlich etwa 30 000 Tiere von Wilderern getötet werden. Kritiker befürchteten, dass das Aufheben des Einfuhrverbots eine Welle von amerikanischen Trophäenjägern auslösen werde und dass die Entscheidung dadurch einen schweren Schlag gegen das Überleben der Tierart Elefant darstelle. Zwei Tage später zog Präsident Trump die Entscheidung wieder zurück mit der Begründung sich genauer informieren zu wollen.[8][9][10]

Von den sogenannten Big Five der Großwildjagd wurden allein 2014, vor der Einführung des Banns durch Präsident Obama, 671 Elefanten, 741 Löwen, 311 Leoparden, 1412 Wasserbüffel und 32 Nashörner von amerikanischen Trophäenjägern getötet und in die USA überführt.[11]

Management von Schutzgebieten für die Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. April 2017 hatte Präsident Trump mit Executive Order 13792 das Innenministerium angewiesen die Flächengröße von 27 National Monuments, welche nach dem 1. Januar 1996 ausgewiesen wurden und mindestens 100.000 Hektar Flächengröße haben, zu überprüfen.[12] Am 24. August 2017 legte Zinke den Abschlussbericht zur Executive Order 13792 vor. Der Abschlussbericht forderte die Flächenreduzierung vom Bears Ears National Monument, Cascade-Siskiyou National Monument, Gold Butte National Monument, Grand Staircase-Escalante National Monument, Pacific Remote Islands Marine National Monument und Rose Atoll Marine National Monument. Ferner sollen bei allen geprüften National Monuments mehr traditionelle menschliche Nutzungen wie Beweidung, Holzeinschlag, Kohleabbau und kommerzielle Fischerei innerhalb der Schutzgebiete zu gelassen werden, da Präsidenten in den letzten Jahrzehnten zu weit gegangen seien, um kommerzielle Aktivitäten in Schutzgebieten einzuschränken. Dieser Bericht schlug auch vor, zu überprüfen ob Camp Nelson, ein Ausbildungs-Camp für Afroamerikaner im Amerikanischen Bürgerkrieg, Medgar Evers Home und Badgers-Two Medicine mit einer Flächengröße von 130.000 acres im Lewis and Clark National Forest als National Monumente ausgewiesen werden sollten.[13][14] Die Flächenreduzierung vom Bears Ears National Monument und Grand Staircase-Escalante National Monument durch Präsident Trump erfolgte am 4. Dezember 2017. Allein beim Bears Ears National Monument wurde die Flächengröße um 85 Prozent von 1.351.849 acres (547.074 ha) auf 201.876 acres (81.696 ha) reduziert. [15] Die Berechtigung zur Flächenreduzierung wird gerichtlich geklärt.[16] Es wurden verschiedene Klagen gegen diese Reduzierung eingereicht. Sie wurden von den örtlichen Indianerstämmen, dem Outdoor-Bekleidungsunternehmen Patagonia und verschiedenen Natur- und Umweltschutzverbänden eingereicht.[17]

Die Flächenreduzierung wurde als Sieg von Öl- und Bergbaufirmen mit der Republikanischen Partei über Umweltschützer und Indianerstämme gesehen. In Bereich der Flächenreduzierung liegen Vorkommen von Erdöl, Uran und Steinkohle.[18][19] In der Geschichte der USA wurden sechzehn National Monumente von US-Präsidenten achtzehnmal in der Flächengröße reduziert. Seit 1962 kam es zu keiner Flächenreduzierung mehr. Trumps Flächenreduzierung der beiden National Monumente ist die größte Reduzierung der US-Geschichte.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles S. Johnson: Zinke releases some Navy records on SEAL career; Dems seek more. In: Billings Gazette, 9. August 2014 (englisch).
  2. Roy Carter: Review of Zinke’s Navy record comes out clean. In: Bozeman Daily Chronicle, 10. September 2014 (englisch).
  3. Zinke Wins U.S. House Race. In: Flathead Beacon, 4. November 2014 (englisch).
  4. President-Elect Donald J. Trump Intends to Nominate U.S. Congressman Ryan Zinke as Secretary of the Interior. In: GreatAgain.gov, 15. Dezember 2016 (englisch).
  5. Senat bestätigt Ryan Zinke als Innenminister. In: Zeit Online, 1. März 2017.
  6. Timothy Cama: Trump to allow imports of African elephant trophies, The Hill, 15. November 2017.
  7. Wayne Pacelle: After targeting elephants, Interior Department puts African lions in the crosshairs, A Humane Nation, 16. November 2017.
  8. Eli Stokols: Trump delays policy allowing big game trophy body parts to be imported to US, The Wall Street Journal, 18. November 2017.
  9. Emily Tillett: Trump reverses Obama-era ban on import of elephant trophies from Zimbabwe, CBS NEWS, 16. November 2017.
  10. Ashley Hoffman: People on Twitter Are Upset That President Trump Lifted an Elephant Trophy Ban, Time, 16. November 2017
  11. Wayne Pacelle: Ending the Madness of International Trophy Hunting of Rare Animals, A Humane Nation, 30. September 2015.
  12. Executive Order 13792 of April 26, 2017 Review of Designations Under the Antiquities Act
  13. Final Report Summarizing Findings of the Review of Designations Under the Antiquities Act
  14. Shrink at least 4 national monuments and modify a half-dozen others, Zinke tells TrumpWashington Post vom 17. September 2017
  15. Josh Siegel: Trump announces he will shrink Bears Ears, Grand Staircase monuments in Utah. Abgerufen am 4. Dezember 2017.
  16. New York Times: Patagonia, REI and Other Outdoor Retailers Protest Trump’s Decision to Shrink Utah Monuments, 13. Januar 2018
  17. Keith Schneider, Trump dramatically shrinks two national monuments in Utah, assailing rule by 'distant bureaucrats', Los Angeles Times (7. Dezember 2017).
  18. Areas cut out of Utah monuments are rich in oil, coal, uranium. In: The Washington Post, 7. Dezember 2017. Archiviert vom Original am 2. Januar 2018. 
  19. Juliet Eilperin: Uranium firm urged Trump officials to shrink Bears Ears National Monument. In: The Washington Post, 8. Dezember 2017. Archiviert vom Original am 13. Januar 2018. 
  20. „Antiquities Act 1906–2006: Maps, facts and figures“. nps.gov. Liste US National Park Service über Ausweisungen, Flächen-Vergrößerungen und Verkleinerungen.