Ryjewo

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Ryjewo
Wappen von Ryjewo
Ryjewo (Polen)
Ryjewo
Ryjewo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Kwidzyn
Geographische Lage: 53° 51′ N, 18° 58′ OKoordinaten: 53° 50′ 39″ N, 18° 57′ 38″ O
Einwohner: 2914 (2006)
Postleitzahl: 82-420
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: GKW
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Toruń–Malbork
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 14 Ortschaften
12 Schulzenämter
Fläche: 103,28 km²
Einwohner: 6044
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2207052
Verwaltung (Stand: 2010)
Gemeindevorsteher: Józef Andrzej Gutowski
Adresse: ul. Lipowa 1
82-420 Ryjewo
Webpräsenz: www.ryjewo.pl



Ryjewo (deutsch: Rehhof) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Kwidzyński (Kreis Marienwerder) in der polnischen Wojewodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt im historischen Westpreußen, etwa 13 Kilometer nördlich von Marienwerder (Kwidzyn) und 62 Kilometer südlich von Danzig

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehhof in Westpreußen, südlich der Danziger Bucht, südlich von Marienburg und nördlich von Marienwerder, auf einer Landkarte von 1908.
Dorfkirche
Bahnstation

Die Ortschaft Rehhof, die im 14. Jahrhundert zum Deutschordensstaat gehörte, kam nach dem Zweiten Frieden von Thorn 1466 zum autonomen Preußen Königlichen Anteils (Westpreußen), das sich freiwillig der Oberhoheit der polnischen Krone unterstellt hatte und die naheliegende Stadt Marienwerder war Teil des Herzöglichen Preußen. Seit der Wiedervereinigung West- und Ostpreußens 1772 gehörte das Dorf zum Königreich Preußen.

Um 1785 bestand die im Großen Marienburger Werder im sogenannten Rehhofschen Winkel[2] liegende Ortschaft Reehoff aus einem Vorwerk mit fünf Feuerstellen (Haushaltungen) und einem Dorf mit 34 Feuerstellen.[3]

Rehhof gehörte im Jahr 1945 zum Landkreis Stuhm im Regierungsbezirk Marienwerder im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Im Sommer 1945 wurde Rehhof von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen zusammen mit ganz Westpreußen und der südlichen Hälfte Ostpreußens vorläufig unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Rehhof die Ortsbezeichnung Ryjewo ein. Es wanderten polnische Migranten zu, die zum Teil der polnischen ethnischen Minderheit in an die Sowjetunion gefallenen Gebieten östlich der Curzon-Linie angehört hatten und nach Kriegsende an ihren Heimatorten vor die Wahl gestellt worden waren, entweder eine neue Staatsangehörigkeit zu akzeptieren oder auszuwandern. Soweit die Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit aus Rehhof vertrieben.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 0275 davon 147 im Dorf und 128 auf dem Vorwerk[4]
1852 0627 davon 298 im Dorf und 329 auf dem Vorwerk[5]
1864 0674 am 3. Dezember, davon 298 im Dorf (148 Evangelische und 134 Katholiken) und 376 auf dem Vorwerk (189 Evangelische und 187 Katholiken)[6]
1871 0680 [7]
1905 0693 [8]
1933 2.443 [9]
1939 2.886 [9]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde (gmina wiejska) Ryjewo gehören 12 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[10] mit einem Schulzenamt (solectwo):

  • Barcice (Tragheimerweide)
  • Benowo (Bönhof)
  • Borowy Młyn (Heidemühl)
  • Jałowiec (Unterwalde)
  • Jarzębina (Schulwiese)
  • Mątowskie Pastwiska (Montauerweide)
  • Pułkowice (Pulkowitz)
  • Rudniki
  • Ryjewo (Rehhof)
  • Straszewo (Straszewo, 1932–1945 Dietrichsdorf)
  • Trzciano (Honigfelde)
  • Watkowice (Wadkeim)

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

  • Benowo-Wrzosy
  • Chojno
  • Czarne Błoto
  • Klecewko
  • Kuliki
  • Mątki
  • Pańskie Łąki
  • Sołtyski
  • Szadówko
  • Szkaradowo Szlacheckie
  • Szkaradowo Wielkie
  • Tralewo
  • Watkowice Małe
  • Wiszary

Söhne und Töchter (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Stuhmer Kreises. Thorn 1868, S. 215 ff..
  3. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 183.
  4. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4: P–S, Halle 1823, S. 127, Ziffer 934–935.
  5. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 359.
  6. E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 200–201, Ziffer 111–112.
  7. Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 47–48, Ziffer 1.
  8. http://gov.genealogy.net/item/show/OBEHOFJO93LU
  9. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/stuhm.html#ew33stumrebhof
  10. Das Genealogische Orts-Verzeichnis