Sächsische Dampfschiffahrt

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Pillnitz an der Anlegestellen am Terrassenufer unterhalb der Brühlschen Terrasse
Bohemia an der Anlegestelle am Italienischen Dörfchen, im Hintergrund die Semperoper (um 1900)

Die Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, kurz Sächsische Dampfschiffahrt oder Weiße Flotte, mit der Zentrale in Dresden gilt als die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt. Befahren wird die Elbe zwischen Diesbar-Seußlitz und Bad Schandau, zu Sonderfahrten auch bis Ústí nad Labem (deutsch Aussig) in Tschechien. Die Sächsische Dampfschiffahrt verfügt über ein eingetragenes Kommanditkapital von über 18 Millionen Euro, das von fast 500 Kommanditisten gehalten wird. Verwaltet wird sie von der CONTI Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG in München.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitliche Entwicklung der Elbdampfgesellschaft
Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft (1836)      
Königlich priviligirte Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (1839)   K. K. priv. Dampfschiffahrt
Übernahme 1849
Vereinigte Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt (1849)   K. K. priv. Elbe-Dampfschiffahrt
Übernahme 1851
Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG, 1867)   Dresdner Frachtschiff­gesellschaft
Übernahme 1876
Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG, 1867)   Neue Deutsch-Böhmische Elbeschiffahrt Aktiengesellschaft (NDBG)
Fusion 1922/23
Neugründung der Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrt, Aktiengesellschaft (SBDA, 1923)
Auflösung und Überführung in Volkseigentum (1947)
„Elbeschiffahrt Sachsen“
Deutsche Schiffahrts- und Umschlags­betriebs­zentrale (DSU, 1950)
VEB Fahrgastschiffahrt und Reparaturwerft Dresden (1956)
VEB Fahrgastschiffahrt Dresden (1967)
Sächsische Dampfschiffahrts-GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG

Die Dampfschifffahrt auf der Oberelbe begann im Jahr 1835, als ein Heckraddampfboot des Zuckersiederei-Besitzers Heinrich Wilhelm Calberla (1774–1836)[1] am 7. Mai 1835 von Hamburg kommend mit zwei Kähnen im Schlepp in Dresden eintraf. Das hölzerne Schiff war 1833 vom Schiffbauer Schinke in Krippen erbaut worden. Danach wurde es nach Hamburg überführt und im Jahr 1834 vom Mechaniker Lipperts mit einer englischen Dampfmaschine mit einer Leistung von 75 PS ausgerüstet. Im Winter 1834/35 wurden Probefahrten auf der Unterelbe absolviert. Nach der Fahrt von Hamburg nach Dresden führte Calberla bis 1837 weitere Fahrten durch. Dann stellte er aufgrund der Konkurrenzsituation den Betrieb des Schiffes ein und beteiligte sich als Aktionär an der Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft. Vor dem Antrag Calberlas vom 19. Juli 1833 gab es mehrere Gesuche an den sächsischen König, um mit Dampfschiffen die Segelschiffe und Treidelschiffe abzulösen. Das erste Gesuch des Dresdner Kaufmanns Friedrich Wilhelm Schaff vom 6. November 1815 wurde wie auch die Gesuche des Dresdner Bürgers Karl Knab vom 26. März und 12. Juli 1824, das Gesuch von Johann Andreas Schubert vom 7. Juni 1833 und das Gesuch des Hoforgelbauers Johann Andreas Uthe vom 12. August 1833 abgelehnt.

Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft, gegründet 1836[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Anregung der Dresdner Kaufleute Benjamin Schwenke und Friedrich Lange wurde am 16. März 1836 an die sächsische Regierung ein Gesuch zum Betreiben der Dampfschifffahrt auf der Elbe eingereicht. Am 25. März 1836 wurde mit der konstituierenden Sitzung die Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft gegründet, der neben den beiden Kaufleuten zwölf weitere Bürger angehörten. Bis zum 5. Mai 1836 wurden 1500 Aktien zum Nennwert von jeweils 100 Talern gezeichnet. Am 8. Juli 1836 wurde der Gesellschaft durch König Friedrich August II. von Sachsen das Privileg zur Dampfschifffahrt im Königreich Sachsen für die Zeit von fünf Jahren erteilt. Bedingung war die Aufnahme des Schiffsverkehrs innerhalb eines Jahres.

Parallel wurde 1836 Johann Andreas Schubert, Professor für Mathematik und Mechanik an der Technischen Bildungsanstalt Dresden, Direktor des neugegründeten Dresdner Actien Maschinenbau-Vereins. Schubert, der die Dampfschifffahrt auf der Seine kennengelernt hatte, konstruierte die ersten Dresdner Dampfschiffe, die unter seiner Leitung auf der Vogelwiese am Johannstädter Elbufer gebaut wurden. Im Jahr 1837 ging mit der Königin Maria das erste deutsche Personendampfschiff vom Stapel, dessen erste öffentliche Fahrt vom Packhof an der Marienbrücke nach Meißen führte.

Königlich privilegierte Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (1839)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1839 firmierte die Gesellschaft unter dem Namen Königlich priviligirte Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft und das bisher auf fünf Jahre begrenzte Privileg wurde bis 1849 verlängert. In der Folge fuhren die Schiffe nach Riesa, Meißen und Tetschen. Ab 1845 wurde dann bis Aussig gefahren. 1846 wurde die Strecke bis Leitmeritz und ab 1847 bis Melnik erweitert. Der böhmische Konkurrent Andrews/Ruston hatte ab 1842 das Privileg zur Schifffahrt von Prag bis zur sächsischen Grenze. Dennoch fuhren die Schiffe unter der Bezeichnung K. K. priv. Elbe-Dampfschiffahrt von Prag nach Dresden. Offensichtlich wurde die Strecke von der sächsischen Grenze bis Dresden im gegenseitigen Einvernehmen der beiden Gesellschaften von der Bohemia befahren. Ab Sommer 1845 organisierte das Tochterunternehmen K. K. priv. Dampfschiffahrt die Fahrten von Dresden nach Prag. Erst mit der Indienststellung der Germania 1846 und die Übernahme der Saxonia von der K. S. Elb-Dampfschiffahrt im Jahr 1848 wurden die beiden böhmischen Schifffahrtsgesellschaften zu ernsten Konkurrenten.

Nach Artikeln im Journal des Österreichischen Lloyd vom März und Mai 1846 sowie der Deutschen Allgemeinen Zeitung vom April 1846 waren folgende Dampfboote bei der Konkurrenz der Sächsischen priv. Dampfschiffahrts-Gesellschaft im Einsatz:

Bohemia Germania Saxonia
Baujahr & Ort 1840/41 in Prag Karolinenthal (Karlín) 1845/1846 Schiffbauplatz Obříství 1845/46 in Riesa
Hersteller Ruston & Andrews (Prag, Schiffseigner) Ruston & Andrews (Prag, Schiffseigner) k.A.
Antrieb Niederdruckmaschine von 30 PSn Niederdruckmaschine von 30 PSn 45 PSn[2]
Länge 120 Fuß (w) (37,93 m) 142 Fuß (40,21m) k.A.
Breite 15,5 Fuß (w) (4,90 m) 16 Fuß (4,53 m) k.A.
Tiefgang 16,5 Zoll (w) (43,00 cm) 17 Zoll (40,00 cm) k.A.

Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (1849)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der im März 1849 erfolgten Vereinigung der Königlich priv. Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft mit der K. K. priv. Dampfschiffahrt firmierte das Unternehmen ab April 1849 unter dem Namen Vereinigte Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt.[3] Am 3. Februar 1851 kaufte man die drei Schiffe und die Konzession der böhmischen Konkurrenz für 25.000 Taler. Am 26. März 1867 erfolgte die Umwandlung der Gesellschaft in die Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG).[4] 1851 gehörten sieben Personendampfer zur Flotte. 1867 waren es 17 Raddampfer und eine Dampffähre. Der kurzzeitig aufgenommene Schleppdienst wurde aufgrund starker Konkurrenz wieder eingestellt. Der Höhepunkt wurde im Jahr 1900 mit 37 Raddampfern erreicht. In den Folgejahren wurden 16 Schiffe verkauft, bei einem Neubau von drei Schiffen bis 1915. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges wurden sechs Schiffe verkauft. Im Krieg betraf es drei Schiffe. Nach dem Ende des Krieges verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft dramatisch. Deshalb wurden sieben Schiffe verkauft. Im Januar 1921 stand die Frage der Liquidation der Gesellschaft. Der Staat Sachsen, der mit einem Drittel an der Gesellschaft beteiligt war, sprach sich gegen diese Option aus. Die Gesellschaft fusionierte deshalb 1923 mit dem Stichtag 1. Januar 1922 mit der Neuen Deutsch-Böhmische Elbeschiffahrt Aktiengesellschaft (NDBG). Sie übernahm alle Vermögenswerte der SBDG. Zum 1. Oktober 1922 wurde die Laubegaster Werft an die NDBG für 25 Jahre verpachtet. Am 25. November 1924 erwarb der Sächsische Staat ca. 50 % der Aktien der NDBG. Der zweite Großinvestor mit ebenfalls ca. 50 % der Aktien war die böhmische Georg Schicht AG. Nur sehr wenige Aktien befanden sich in Privathand. Am 21. März 1923 wurde die (Neue) Sächsisch-Böhmische-Dampfschiffahrt, Aktiengesellschaft (SDBA) mit einem Aktienkapital von zehn Millionen Mark gegründet und am 13. April 1923 eingetragen. Die Neue Gesellschaft übernahm die Schiffe der SBDG. Man muss davon ausgehen, dass neben der NDBG der sächsische Staat der Hauptaktionär der Gesellschaft war. In einem 1927 zwischen der NDBG und SBDA abgeschlossen und von den Hauptversammlungen 1928 genehmigten Interessengemeinschaftsvertrag wurde auch die gegenseitige Gewinnausschüttung festgeschrieben. Laut der Zeitschrift „Hansa“ vom Mai 1928 wurde eine „Auskunft über den Inhalt abgelehnt, da sich die Aktien der beiden Gesellschaften in fester Hand befinden.“

Liegeplatz am Dresdner Terrassenufer (1910)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1910 erhielt die Flotte ihren Liegeplatz am Dresdner Terrassenufer unterhalb der Brühlschen Terrasse. Im Jahr 1911 besaß die Sächsisch-Böhmische Dampfschifffahrtsgesellschaft 32 Dampfschiffe und beschäftigte fast 540 Personen. 1928 bürgerte sich der Name „Weiße Flotte“ ein. Hintergrund ist der seit diesem Jahr neue weiße Anstrich der Schiffe. 1936 wurde das 100-jährige Jubiläum gefeiert. Die Strecke war inzwischen rund 320 km lang und reichte von Leitmeritz bis Dessau. Die Flotte wurde ständig modernisiert, die Kessel und Dampfmaschinensteuerungen erneuert und die Schiffe mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet. Ab 1943 erhielten die Dampfer einen Tarnanstrich; fünf wurden zur Evakuierung von Hamburg eingesetzt und andere zu Lazarett- und Versorgungsschiffen umgebaut. Drei Dampfer wurden durch Bombentreffer versenkt und ein Schiff wurde im Stadtzentrum behelfsmäßig als Fähre eingesetzt, da die Brücken zerstört waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen sechs Schiffe als Reparation an die UdSSR; vier Schiffe als Wertausgleich für den ehemaligen Hauptaktionär, die Georg Schicht AG, an die Tschechoslowakei.

VEB Elbeschiffahrt Sachsen (1947)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 1947 wurde die damals 16 Raddampfer umfassende Flotte als VEB Elbeschiffahrt Sachsen verstaatlicht. Am 1. Oktober 1950, mit der Gründung der DSU (VEB Deutsche Schiffahrts- und Umschlagzentrale), wurde der VEB Elbeschiffahrt Sachsen in die DSU integriert, aber 1952 wieder eigenständig. Mit der Auflösung der DSU im Jahr 1957 entstanden selbstständige regionale Binnenschifffahrtsbetriebe, unter ihnen die VEB Fahrgastschiffahrt und Reparaturwerft Dresden. Deren Schiffe wurden jährlich von etwa 1,5 Millionen Ausflüglern genutzt. 1967 wurde die Laubegaster Werft zu dem VEB Schiffsreparaturwerften Berlin ausgegliedert. Daraufhin wurde die VEB Fahrgastschiffahrt und Reparaturwerft Dresden in VEB Fahrgastschiffahrt Dresden umbenannt.

In dieser Zeit wurden der Raddampfer Königstein (ex Moltke) 1973 als Restaurantschiff Seeperle an den Süßen See nach Seeburg verkauft, der Dampfer Riesa (ex Habsburg) 1978 als Museumsschiff in das Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg verbracht, der Schaufelraddampfer Krippen (ex Tetschen) 1988 nach Lüneburg verkauft sowie die Dampfschiffe Freundschaft und Bad Schandau 1979-80 sowie die Einheit nach Nutzung als HO-Gaststätte Zum Gondelhafen 1983 zuletzt in Aken abgewrackt, wobei z. B. die Dampfsteuermaschine des Dampfers Bad Schandau für das Verkehrsmuseum Dresden erhalten blieb.[5]

Sächsische Dampfschiffahrt (1992)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 wurde das Unternehmen von der Treuhand an die Conti Reederei übergeben. Die verbliebenen Schiffe, darunter acht historische Seitenraddampfer, werden von der neu entstandenen Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG mit mehrheitlicher Beteiligung des Freistaates Sachsen betrieben.[6] Sie wurden in den Jahren 1993/94 grundlegend saniert und originalgetreu restauriert. Im Dezember 1999 wurde der Personendampfer „Krippen“ zurück gekauft. Nach seiner Überholung auf der Laubegaster Werft wurde er im Sommer 2000 als neunter historischer Raddampfer wieder in die Flotte eingegliedert.

In der Saison 2014 fuhren 589.000 Fahrgäste mit den Schiffen der Weißen Flotte. Der Umsatz betrug 9,2 Millionen Euro bei einem Gewinn von 588.000 Euro.[7]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorderer Salon der Pillnitz
Hinterer Salon der Pillnitz

Die Flotte der „Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG“ besteht derzeit aus neun Raddampfern, gebaut zwischen 1879 und 1929, reedereiintern Personendampfer genannt und im Fahrplangebrauch mit dem Präfix PD vor dem Schiffsnamen abgekürzt sowie vier Motorschiffen (Präfix MS), von denen zwei als Salonschiffe bezeichnet werden. Sie befahren täglich die Elbe und passieren dabei Sehenswürdigkeiten der Region wie die Brühlsche Terrasse, das Blaue Wunder, Schloss Pillnitz, die Festung Königstein und die Sächsische Schweiz.

Die als technisches Denkmal geschützten Seitenraddampfer haben historische Ruderhäuser und seitliche Schaufelräder in wappenverzierten Radkästen. Sieben von ihnen stammen aus dem 19. Jahrhundert: Stadt Wehlen (1879), Diesbar (1884), Meissen (1885), Pillnitz (1886), Krippen (1892), Kurort Rathen (1896) und Pirna (1898). Die Diesbar wird als einziger Raddampfer der Flotte mit Kohle befeuert und steht unter Denkmalschutz. Die Dampfmaschine stammt vom Raddampfer Bohemia aus dem Jahr 1841 und gilt heute als die älteste noch in Einsatz befindliche Raddampfermaschine der Welt.[8] Jünger sind nur der Personendampfer Dresden, das 1926 gebaute Flaggschiff der Flotte, und sein Schwesterschiff Leipzig. Der 1929 gebaute Schaufelraddampfer trägt als einziger nicht den Namen einer Stadt an der Elbe oder einer regional bekannten Persönlichkeit. Er ist der jüngste und größte der Dampfer.[9] Die Raddampferflotte wird durch die Motorschiffe (BiFa Typ III) Bad Schandau (1987) und Lilienstein (1982) und seit 1994 durch die beiden Salonschiffe August der Starke und Gräfin Cosel ergänzt.

Zusätzlich zu den jeweiligen Sommer- und Winterfahrplänen werden zahlreiche Sonderfahrten angeboten. Herausragend sind die jährlich am 1. Mai stattfindende Dampferparade aller neun historischen Raddampfer sowie die „Riverboat-Shuffle“ im Rahmen des Internationalen Dixieland Festivals.

Folgende Schiffe gehören heute zur Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Bezeichnung der Reederei Baujahr: Werft und Ort Länge / Breite über die Radkästen / Tiefgang (leer)[10] Maschine, Leistung, Kessel Betriebsstoff: Verbrauch weitere Namen[11]
Elberaddampfer Stadt Wehlen.jpg Stadt Wehlen Raddampfer 1879: Dresden Blasewitz l= 59,2 m
b= 10,45 m
Tg= 88 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation, 180 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 100–120 l/h
Dresden bis 1926
Mühlberg bis 1962
PD Diesbar.jpg Diesbar Raddampfer 1884: Dresden Blasewitz l= 53,5 m
b= 10,2 m
Tg= 79 cm
oszillierende Zweizylinder-Zwillingsmaschine mit Einspritzkondensation, 110 PS,
2-Flammrohr-Kofferkessel
Kohle:
ca. 450 kg/h
Pillnitz bis 1927
PD Meissen.jpg Meissen Raddampfer 1885: Dresden Blasewitz l= 65,7 m
b= 11,2 m
Tg= 86 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation, 230 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel;
Heizöl extra leicht:
ca. 100–120 l/h
König Albert bis 1898
Sachsen bis 1928
PD Pillnitz bei Augustusbrücke.jpg Pillnitz Raddampfer 1886: Dresden Blasewitz l= 65,7 m
b= 11,2 m
Tg= 80 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation; 230 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 100–120 l/h
Königin Carola bis 1919
Diesbar bis 1927
Pillnitz bis 1952
Weltfrieden bis 1993
Raddampfer PD Krippen Dresden.jpg Krippen Raddampfer 1892: Dresden Blasewitz l= 54,64 m
b= 9,95 m
Tg= leer 85 cm
oszillierende Zweizylinder-Zwillingsmaschine mit Schiebersteuerung und Einspritzkondensation, 125 PS,
1-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 125 l/h
Tetschen bis 1946
PD Kurort Rathen.jpg Kurort Rathen Raddampfer 1896: Dresden Blasewitz l= 57,1 m
b= 10,2 m
Tg= 81 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation, 145 PS,
1-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 100 l/h
Bastei bis 1956
Elberaddampfer Pirna.jpg Pirna Raddampfer 1898: Dresden Blasewitz l= 57,1 m
b= 10,4 m
Tg= 78 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbundmaschine mit Einspritzkondensation, 140 PS,
1-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 100 l/h
König Albert bis 1919
2006-07-30 elbe dresden.jpg Dresden Raddampfer 1926: Dresden Laubegast l= 68,7 m
b= 12,9 m
Tg= 80 cm
schrägliegende Zweizylinder-Heißdampf-Verbundmaschine mit Einspritzkondensation und Ventilsteuerung, 300 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 130 l/h
Elberaddampfer Leipzig.jpg Leipzig Raddampfer 1929: Dresden Laubegast l= 70,1 m
b= 12,9 m
Tg= 78 cm
schrägliegende Zweizylinder-Heißdampf-Verbundmaschine mit Einspritzkondensation und Ventilsteuerung, 350 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 130 l/h
Schiff Bad-Schandau 2.jpg Bad Schandau Motorschiff 1987: Yachtwerft
Berlin Köpenick (Typ III verlängerte Variante)
l= 32,1 m
b= 5,1 m
Tg= 90 cm[12]
Dieselmotor, 122 PS Dieselkraftstoff (Gasoil):
ca. 24 l/h
Bundesarchiv Bild 183-1986-0402-025, Dresden, "Weiße Flotte", Ausflugsschiffe.jpg Lilienstein Motorschiff 1982: Yachtwerft
Berlin-Köpenick (Typ III)
l= 28,5 m
b= 5,1 m
Tg= 90 cm[12]
Dieselmotor, 122 PS Dieselkraftstoff (Gasoil):
ca. 24 l/h
MS August der Starke in Dresden.jpg August der Starke Salonschiff 1994: DBW Tangermünde l= 75,03 m
b= 10,60 m
Tg= 95 cm
2x Dieselmotor 340 kW/460 PS Dieselkraftstoff (Gasoil):
ca. 130 l/h
Salonschiff Graefin Cosel.jpg Gräfin Cosel Salonschiff 1994: DBW Tangermünde l= 75,03 m
b= 10,60 m
Tg= 95 cm
2x Dieselmotor 340 kW / 460 PS Dieselkraftstoff (Gasoil):
ca. 130 l/h

Kleine Historie der Schiffsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die damalige Dresden (um 1900, heute Stadt Wehlen) am Dampfschiff-Anleger in Kötzschenbroda. Oben links die Restauration „Zum Dampfschiff“.

Die Namen sind nicht fest mit den Schiffen verbunden. So hieß die Meissen, das sechste Schiff mit diesem Namen früher König Albert (von dem es auch zwei Schiffe gab) und die Pillnitz (auch schon das dritte Schiff mit diesem Namen) früher Königin Carola. Der Name Tetschen, nach dem tschechischen Děčín, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Krippen geändert. Die Schiffe mit DDR-Bezeichnungen wie Weltfrieden, Karl Marx oder Friedrich Engels wurden 1991–1994 umbenannt oder sind nicht mehr in Dienst. Die Schiffe J. F. Böttger (ex Friedrich Engels) und M. D. Pöppelmann (ex Karl Marx) dienen am Neustädter Hafen als Herbergsschiffe. Deren Schwesterschiffe August der Starke (ex Ernst Thälmann) und Gräfin Cosel (ex Wilhelm Pieck) wurden verschrottet. Das gleiche Schicksal erlitten 2001 die lange auf der Werft Laubegast aufgelegten Dampfer Schmilka (ex Hohenzollern) und Junger Pionier (ex Karlsbad). Die Maschinenanlagen wurden jedoch eingelagert. Nach dem Kurbelwellenbruch der Pirna wurde die Welle des Schwesterschiffes Junger Pionier in erstgenannte eingebaut. Es kam aber auch vor, dass repräsentative Namen an modernere Schiffe abgetreten wurden, so trug den Namen Dresden in früherer Zeit ein kleinerer und wesentlich älterer Dampfer, der heute mit Stadt Wehlen benannt ist. Nur wenige Schiffe, die für die Dresdner Flotte gebaut wurden, behielten ein Leben lang denselben Namen, wie die Dampfer Dresden (1926) und Leipzig (1929).

Die beiden Salonschiffe werden im Volksmund satirisch als MS Prohlis und MS Gorbitz bezeichnet, weil sie an die Bauten dieser beiden Dresdner DDR-Neubaugebiete erinnern.

Fahrtangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrtgebiet der Sächsischen Dampfschiffahrt befindet sich auf der Oberelbe und reicht von Dresden elbaufwärts durch die Sächsische Schweiz bis Bad Schandau und elbabwärts über Meißen bis nach Diesbar-Seußlitz. Einzelne Veranstaltungs- und Sonderfahrten führen auch darüber hinaus. Es werden dabei insgesamt 14 Anlegestellen bedient.

In der Sommersaison verkehren die Schiffe nach Fahrplan. In der Hauptsaison von Anfang Mai bis Anfang Oktober verkehren täglich Schiffe als Schlösserfahrt von Dresden nach Pillnitz und zurück, außerdem in die Sächsische Schweiz und zurück. Dabei fährt ein Schiff auch ab Bad Schandau elbabwärts bis Pillnitz und wieder zurück. Mehrmals am Tag wird in Dresden eine Stadtrundfahrt auf der Elbe angeboten. Des Weiteren fährt täglich ein Schiff elbabwärts bis Diesbar-Seußlitz und zurück. Abends gibt es am Wochenende eine 90-minütige Schrammsteintour ab und bis Bad Schandau ohne Unterwegshalt.

In der Nebensaison im April und Oktober gibt es weniger Fahrten in der Sächsischen Schweiz, die Fahrt Richtung Diesbar-Seußlitz entfällt. In der Wintersaison gibt es von November bis Anfang Januar Winter- und Weihnachtsfahrten als Rundfahrt ab und bis Dresden und als Schlösserfahrt nach Pillnitz und zurück. Von Januar bis März verkehren keine Schiffe.

An vielen (Feier-)Tagen gibt es Veranstaltungsfahrten ab Dresden. In der Sommersaison werden abends Abend- und Dixielandfahrten angeboten. Zu Silvester verkehrt eine mehrstündige Sonderfahrt.

Das Fahrtgebiet reichte einige Zeit von Bad Schandau über Krippen, Schmilka und Hřensko durch die Böhmische Schweiz bis nach Děčín. Die Fahrten dorthin wurden vor mehreren Jahren bis nach Schmilka und später schließlich bis nach Bad Schandau eingekürzt. Seit einigen Jahren verkehrt als Veranstaltungsfahrt wieder mehrmals jährlich eine Děčínfahrt, allerdings ohne Zwischenhalte.

Jährliche Höhepunkte sind die Paradefahrten, jeweils von Dresden bis Nähe Pillnitz und zurück. Dies sind die Flottenparade aller Dampfschiffe und Salonschiffe am 1. Mai, das Riverboat-Shuffle mit allen Dampf- und Salonschiffen mit Livemusik zum Dixieland-Festival Mitte Mai und die Dampferparade Ende August zum Dampfschiff-Fest und dem gleichzeitig stattfindenden Dresdner Stadtfest. An diesen Tagen gelten Sonderfahrpläne.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Blath: Sachsens Weisse Flotte – Dampfschifffahrt auf der Elbe. Suttonverlag, Erfurt 2006, ISBN 978-3-89702-949-1.
  • Jürgen Helfricht: Traumroute Elbtal – Unterwegs mit der Sächsischen Dampfschiffahrt. Husum 2013, ISBN 978-3-89876-655-5.
  • Frank Müller, Wolfgang Quinger: Die Dresdner Raddampferflotte. Verlag Delius Klasing, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-7688-1904-6.
  • Frank Müller, Wolfgang Quinger: Mit Dampf und Schaufelrad auf der Oberelbe. Verlag transpress VEB Verlag für Transportwesen, Berlin 1988, ISBN 3-344-00286-4.
  • Wolfgang Quinger, Wolfgang Zimmermann: Die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt. Verlag Die Fähre, Dresden 2002, ISBN 3-00-009518-7.
  • Dieter Schubert: Deutsche Binnenfahrgastschiffe. Illustriertes Schiffsregister, Uwe-Welz-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-933177-10-3.
  • Eine einmalige Flotte feiert Geburtstag. Binnenschifffahrt August 2011, ISSN 0939-1916.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sächsische Dampfschiffahrt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Calberla, Heinrich Conrad Wilhelm: Herbert Pönicke. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 92 (Digitalisat).
  2. Das Dampfboot „Saxonia“ von 45 Pferdekraft in der Vereinigte Laibacher Zeitung vom 14. März 1846. Österreichische Nationalbibliothek, abgerufen am 9. März 2014.
  3. Die Vereinigte Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt inseriert in der Deutschen Allgemeinen Zeitung (3. April 1849 auf Seite 8). ONB, abgerufen am 1. September 2013.
  4. Historischer Kalender. In: Sächsische Dampfschiffahrt. Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, abgerufen am 20. Januar 2012.
  5. http://www.schaufelraddampfer.de/pages/links/museen.php und http://www.ddr-binnenschifffahrt.de/foto-passagier-fb-elbe.htm
  6. Bestand 11806 VEB Fahrgastschifffahrt „Weiße Flotte“ Dresden. Hauptstaatsarchiv Dresden, abgerufen am 24. Juli 2016.
  7. Tobias Wolf: Dampfertickets werden teurer. In: Sächsische Zeitung. 1. April 2015 (kostenpflichtig online [abgerufen am 1. April 2015]).
  8. Personendampfer „Diesbar“ – historisch und technisch einzigartig (Schiffs-Chronik). In: Sächsische Dampfschiffahrt. Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, archiviert vom Original am 27. September 2013, abgerufen am 29. Juni 2010.
  9. Personendampfer „Leipzig“. In: Sächsische Dampfschiffahrt. Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, abgerufen am 29. Juni 2010.
  10. Schiffe. Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, abgerufen am 27. August 2015 (Angaben des Unternehmens).
  11. Franz Neumeier: Elbe-Dresden. In: schaufelraddampfer.de. Abgerufen am 5. Juli 2010 (Liste der Raddampfer inkl. älterer Namen und außer Dienst gestellter Schiffe).
  12. a b Dieter Schubert: Deutsche Binnenfahrgastschiffe. Illustriertes Schiffsregister. Uwe Welz Verlag Berlin 2000, ISBN 3-933177-10-3

Koordinaten: 51° 3′ 14″ N, 13° 44′ 34″ O