Sächsische Dampfschiffahrt

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Pillnitz an der Anlegestellen am Terrassenufer unterhalb der Brühlschen Terrasse

Die Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, kurz Sächsische Dampfschiffahrt oder Weiße Flotte, mit der Zentrale in Dresden gilt als die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt. Befahren wird die Elbe zwischen Diesbar-Seußlitz und Bad Schandau, zu Sonderfahrten auch bis Ústí nad Labem (deutsch Aussig) in Tschechien. Die Sächsische Dampfschiffahrt verfügt über ein eingetragenes Kommanditkapital von über 18 Millionen Euro, das von fast 500 Kommanditisten gehalten wird. Verwaltet wird sie von der CONTI Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG in München.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitliche Entwicklung der Elbdampfgesellschaft
Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft (1836)      
Königlich priviligirte Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (1839)   K. K. priv. Dampfschiffahrt
Übernahme 1849
Vereinigte Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt (1849)   K. K. priv. Elbe-Dampfschiffahrt
Übernahme 1851
Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG, 1867)   Dresdner Frachtschiff­gesellschaft
Übernahme 1876
Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG, 1867)   Neue Deutsch-Böhmische Elbeschiffahrt Aktiengesellschaft (NDBG)
Fusion 1922/23
Neugründung der Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrt, Aktiengesellschaft (SBDA, 1923)
Auflösung und Überführung in Volkseigentum (1947)
„Elbeschiffahrt Sachsen“
Deutsche Schiffahrts- und Umschlags­betriebs­zentrale (DSU, 1950)
VEB Fahrgastschiffahrt und Reparaturwerft Dresden (1956)
VEB Fahrgastschiffahrt Dresden (1967)
Sächsische Dampfschiffahrts-GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG

Die Dampfschifffahrt auf der Oberelbe begann im Jahr 1835, als ein Heckraddampfboot von Heinrich Wilhelm Calberla (1774–1836), Besitzer der Calberlaschen Zuckersiederei,[1] am 7. Mai 1835 von Hamburg kommend mit zwei Kähnen im Schlepp in Dresden eintraf. Das hölzerne Schiff war 1833 vom Schiffbauer Schinke in Krippen erbaut worden. Danach wurde es nach Hamburg überführt und im Jahr 1834 vom Mechaniker Lipperts mit einer englischen Dampfmaschine mit einer Leistung von 75 PS ausgerüstet. Im Winter 1834/35 wurden Probefahrten auf der Unterelbe absolviert. Nach der Fahrt von Hamburg nach Dresden führte Calberla bis 1837 weitere Fahrten durch. Dann stellte er aufgrund der Konkurrenzsituation den Betrieb des Schiffes ein und beteiligte sich als Aktionär an der Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft. Vor dem Antrag Calberlas vom 19. Juli 1833 gab es mehrere Gesuche an den sächsischen König, um mit Dampfschiffen die Segelschiffe und Treidelschiffe abzulösen. Das erste Gesuch des Dresdner Kaufmanns Friedrich Wilhelm Schaff vom 6. November 1815 wurde wie auch die Gesuche des Dresdner Bürgers Karl Knab vom 26. März und 12. Juli 1824, das Gesuch von Johann Andreas Schubert vom 7. Juni 1833 und das Gesuch des Hoforgelbauers Johann Andreas Uthe vom 12. August 1833 abgelehnt.

Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft, gegründet 1836[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Anregung der Dresdner Kaufleute Benjamin Schwenke und Friedrich Lange wurde am 16. März 1836 an die sächsische Regierung ein Gesuch zum Betreiben der Dampfschifffahrt auf der Elbe eingereicht. Am 25. März 1836 wurde mit der konstituierenden Sitzung die Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft gegründet, der neben den beiden Kaufleuten zwölf weitere Bürger angehörten. Bis zum 5. Mai 1836 wurden 1500 Aktien zum Nennwert von jeweils 100 Talern gezeichnet. Am 8. Juli 1836 wurde der Gesellschaft durch König Friedrich August II. von Sachsen das Privileg zur Dampfschifffahrt im Königreich Sachsen für die Zeit von fünf Jahren erteilt. Bedingung war die Aufnahme des Schiffsverkehrs innerhalb eines Jahres.

Parallel dazu wurde Johann Andreas Schubert, Professor für Mathematik und Mechanik an der Technischen Bildungsanstalt Dresden, 1836 Direktor des neugegründeten Dresdner Actien Maschinenbau-Vereins. Schubert, der die Dampfschifffahrt auf der Seine kennengelernt hatte, konstruierte die ersten Dresdner Dampfschiffe, die unter seiner Leitung auf der Vogelwiese am Johannstädter Elbufer gebaut wurden. Im Jahr 1837 ging mit der Königin Maria das erste deutsche Personendampfschiff vom Stapel, dessen erste öffentliche Fahrt vom Packhof an der Marienbrücke nach Meißen führte.

Königlich privilegierte Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (1839)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1839 firmierte die Gesellschaft unter dem Namen Königlich priviligirte Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft und das bisher auf fünf Jahre begrenzte Privileg wurde bis 1849 verlängert. In der Folge fuhren die Schiffe nach Riesa, Meißen und Tetschen. Ab 1845 wurde dann bis Aussig gefahren. 1846 wurde die Strecke bis Leitmeritz und ab 1847 bis Melnik erweitert. Der böhmische Konkurrent Andrews/Ruston hatte ab 1842 das Privileg zur Schifffahrt von Prag bis zur sächsischen Grenze. Dennoch fuhren die Schiffe unter der Bezeichnung K. K. priv. Elbe-Dampfschiffahrt von Prag nach Dresden. Offensichtlich wurde die Strecke von der sächsischen Grenze bis Dresden im gegenseitigen Einvernehmen der beiden Gesellschaften von der Bohemia befahren. Ab Sommer 1845 organisierte das Tochterunternehmen K. K. priv. Dampfschiffahrt die Fahrten von Dresden nach Prag. Erst mit der Indienststellung der Germania 1846 und der Übernahme der Saxonia von der K. S. Elb-Dampfschiffahrt im Jahr 1848 wurden die beiden böhmischen Schifffahrtsgesellschaften zu ernsten Konkurrenten.[2]

Nach Artikeln im Journal des Österreichischen Lloyd vom März und Mai 1846 sowie der Deutschen Allgemeinen Zeitung vom April 1846 waren folgende Dampfboote bei der Konkurrenz der Sächsischen priv. Dampfschiffahrts-Gesellschaft im Einsatz:

Bohemia Germania Saxonia
Baujahr & Ort 1840/41 in Prag Karolinenthal (Karlín) 1845/1846 Schiffbauplatz Obříství 1845/46 in Riesa
Hersteller Ruston & Andrews (Prag, Schiffseigner) Ruston & Andrews (Prag, Schiffseigner) k.A.
Antrieb Niederdruckmaschine von 30 PSn Niederdruckmaschine von 30 PSn 45 PSn[3]
Länge 120 Fuß (w) (37,93 m) 142 Fuß (40,21 m) k. A.
Breite 15,5 Fuß (w) (4,90 m) 16 Fuß (4,53 m) k. A.
Tiefgang 16,5 Zoll (w) (43,00 cm) 17 Zoll (40,00 cm) k. A.

Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG) 1849–1922[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der im März 1849 erfolgten Vereinigung der Königlich priv. Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft mit der K. K. priv. Dampfschiffahrt firmierte das Unternehmen ab April 1849 unter dem Namen Vereinigte Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt.[4] Am 3. Februar 1851 kaufte man die drei Schiffe und die Konzession der böhmischen Konkurrenz für 25.000 Taler. Am 26. März 1867 erfolgte die Umwandlung der Gesellschaft in die Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG).[5] 1851 gehörten sieben Personendampfer zur Flotte. 1867 waren es 17 Raddampfer und eine Dampffähre. Der kurzzeitig aufgenommene Schleppdienst wurde aufgrund starker Konkurrenz wieder eingestellt. Die Anzahl der Schiffe blieb in den nächsten Jahren nahezu stabil. Von 1867 bis 1888 wurden 13 Schiffe neu gebaut und 8 Schiffe verkauft oder abgewrackt. Die Passagierkapazität stieg von 9.600 auf 12.300 Plätze. Mit dem Dienstantritt des neuen Direktors, Oscar Ludwig Menzel, im Jahr 1888 änderte sich offensichtlich die Firmenphilosophie. Man setzte jetzt auf eine Expansion des Unternehmens. Bis 1894 wurden weitere 10 Schiffe mit einer Passagierkapazität von 6.200 Plätzen gebaut, aber nur 2 Schiffe ausgemustert. Der ab 1894 amtierende Direktor Ernst Kuchenbuch setzte diesen Kurs fort. Bis 1901 wurden weitere 10 Schiffe mit einer Kapazität von 7.300 Passagieren gebaut. Ausgemustert wurde in dieser Zeit kein Schiff. Die Anzahl der Schiffe stieg auf 37 und die Passagierkapazität auf 23.000 Personen. 1901 wurde mit 3.460.000 Passagieren ein Rekord verbucht.

Bohemia an der Anlegestelle am Italienischen Dörfchen, im Hintergrund die Semperoper, um 1900

1900 kam es zu einer Umstrukturierung der Gesellschaft. Der Verwaltungsrat wurde abgeschafft. Die Personen des Verwaltungsrates wurden in den schon bestehenden Aufsichtsrat übernommen. Der Posten des vollziehenden Direktors wurde abgeschafft und ein Vorstand, der nur aus dem Direktor bestand, etabliert. Kuchenbuch erlangte damit noch mehr Macht innerhalb der Gesellschaft. Die Folgen dieser expansiven Politik waren aber schon zu spüren. Die Auslastung der Schiffe sank im Vergleich zu 1870 um 30 %. Zum Ausgleich der finanziellen Lasten wurde 1896 eine Kapitalerhöhung der Gesellschaft von 984.300 Mark auf 1.500.000 Mark durchgeführt und der Reservefonds von 98.430 Mark auf 543.188 Mark aufgestockt. Trotz offensichtlicher finanzieller Probleme wurden auch weiterhin Dividenden von 10 % gezahlt. Mit der Indienststellung der Kaiser Wilhelm II im Jahr 1900 musste die Kaiser Wilhelm aus Kapazitätsgründen vorübergehend stillgelegt werden. Mit dem Tod von Ernst Kuchenbuch übernahm Kurt Fischer den Posten des Direktors. Er versuchte das angeschlagene Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Er legte eine Prioritäten-Anleihe in Höhe von 1.000.000 Mark auf und begann den Reservefonds in Anspruch zu nehmen. Die Dividendenzahlung wurde für mehrere Jahre ausgesetzt. Ein Schiff wurde verkauft und 2 Schiffe verpachtet (1906 verkauft). Seine Bemühungen wurden durch 2 trockene Sommer in den Jahren 1904 und 1911 behindert. Die Schifffahrt musste hier für 4 bzw. 3 Monate eingestellt werden. 1910 erhielt die Flotte ihren Liegeplatz am Dresdner Terrassenufer unterhalb der Brühlschen Terrasse. Im Jahr 1911 besaß die Sächsisch-Böhmische Dampfschifffahrtsgesellschaft 32 Dampfschiffe und beschäftigte etwa 540 Personen. Bis 1915 wurden weitere 3 Schiffe gebaut, aber auch 3 Schiffe verkauft. Die Passagierkapazität lag weiterhin bei über 22.000 Plätzen. Zwischenzeitlich sank die Auslastung der Schiffe gegenüber 1870 auf unter 50 %. Der Erste Weltkrieg stellte das Unternehmen vor weitere Herausforderungen. Der Bau eines weiteren Schiffes wurde 1915 abgebrochen. Beginnend im Jahr 1917 wurde eine Anzahl von Schiffen stillgelegt. 1918 waren von 34 Schiffen nur noch 16 in Fahrt. 1917 und 1918 wurde je ein Schiff für den Kriegseinsatz auf der Weichsel beschlagnahmt.

Nach dem Ende des Krieges verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft dramatisch. Deshalb wurden einige Schiffe verkauft. 1919 fünf sowie 1920 ein und 1921 zwei Schiffe. 1922 verfügte die Gesellschaft damit über 24 Schiffe mit einer Kapazität von 17.000 Passagieren. Im Januar 1921 stand die Frage der Liquidation der Gesellschaft. Der Staat Sachsen, der mit einem Drittel an der Gesellschaft beteiligt war, sprach sich gegen diese Option aus. Die Gesellschaft fusionierte deshalb 1923 mit dem Stichtag 1. Januar 1922 mit der Neuen Deutsch-Böhmische Elbeschiffahrt Aktiengesellschaft (NDBG). Diese übernahm alle Vermögenswerte der SBDG. Zum 1. Oktober 1922 wurde die Laubegaster Werft an die NDBG für 25 Jahre verpachtet. Am 25. November 1924 erwarb der Sächsische Staat ca. 50 % der Aktien der NDBG. Der zweite Großinvestor mit ebenfalls ca. 50 % der Aktien war die böhmische Georg Schicht AG. Nur sehr wenige Aktien befanden sich in Privathand. Am 21. März 1923 wurde die (Neue) Sächsisch-Böhmische-Dampfschiffahrt, Aktiengesellschaft (SDBA) mit einem Aktienkapital von zehn Millionen Mark gegründet und am 13. April 1923 eingetragen.

Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt, Aktiengesellschaft (SBDA) 1923–1947[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neue Gesellschaft übernahm die Schiffe der SBDG. Man muss davon ausgehen, dass neben der NDBG der sächsische Staat der Hauptaktionär der Gesellschaft war. In einem 1927 zwischen der NDBG und SBDA abgeschlossen und von den Hauptversammlungen 1928 genehmigten Interessengemeinschaftsvertrag wurde auch die gegenseitige Gewinnausschüttung festgeschrieben. Laut der Zeitschrift „Hansa“ vom Mai 1928 wurde eine „Auskunft über den Inhalt abgelehnt, da sich die Aktien der beiden Gesellschaften in fester Hand befinden.“ 1924 kaufte das Unternehmen die Pillnitz und den Rumpf des 1915 begonnenen Schiffes von der NBDG zurück. 1925 wurde es nach erfolgtem Weiterbau unter dem Namen Stadt Wehlen in Dienst gestellt. 1926 und 1929 wurden die beiden Neubauten Dresden und Leipzig in Dienst gestellt. Ausgemustert wurde nur die 1863 gebaute Bohemia. Das Unternehmen setzte vor allen auf eine Modernisierung der vorhanden Schiffe. Zwischen 1926 und 1929 wurden die Glattdeckschiffe mit Dampfsteuerwinden ausgerüstet. 1927/28 erhielten die Schiffe Pillnitz, Schandau, Bastei, Meissen, Laubegast und Königstein ein Oberdeck. Vier dieser Schiffe wurden um jeweils 3,66 m verlängert. Durch diese Maßnahmen stieg die Passagierkapazität von 17.000 Personen 1924 auf 21.000 Personen 1929. Weitere Modernisierungsarbeiten an den Schiffen waren die Ausrüstung mit elektrischem Strom und der Einbau von Toiletten in die umgebauten Radkästen. 1928 bürgerte sich der Name „Weiße Flotte“ ein. Hintergrund ist der seit diesem Jahr neue weiße Anstrich der Schiffe.

1936 wurde das 100-jährige Jubiläum gefeiert. Die Strecke war inzwischen rund 320 km lang und reichte von Leitmeritz bis Dessau. Ein geplanter Schiffsneubau wurde 1938 nicht mehr ausgeführt, da die Laubegaster Werft für die Rüstungsproduktion benötigt wurde.

Ab 1943 wurde der Schiffsverkehr stark eingeschränkt. Sieben Schiffe wurden in den Häfen von Aken, Mühlberg und Dessau aufgelegt und hier teilweise als Büroschiffe genutzt. Fünf Schiffe wurden im Hafen von Prossen und ein Schiff im Hafen von Děčín aufgelegt. Zwei weitere Schiffe wurden zu Versorgungsschiffen der Wehrmacht umgebaut. Die Leipzig wurde ab 1944 als Lazarettschiff eingesetzt. Fünf Schiffe wurden 1942 für Evakuierungstransporte im ausgebombten Hamburg eingesetzt. Die 1921 an die Tschechoslowakei verkaufte Kaiser Franz Josef kam 1944/45 für Flüchtlingstransporte zum Einsatz und wurde in Magdeburg versenkt.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges war kaum ein Schiff sofort einsetzbar. Die Herrnskretschen, die Loschwitz und die Leipzig waren nach Bombentreffern gesunken, die Riesa gesprengt und die Pillnitz durch einen Bombentreffer beschädigt. 1946 brannte die Dresden aus. Die Diesbar wurde nach Kriegsende als erstes Schiff eingesetzt. Da die Elbbrücken im Stadtzentrum zerstört waren, fungierte sie als Fährschiff zwischen Altstadt und Neustadt. Exakt 100 Jahre vorher versah das erste Schiff, die Königin Maria, nach der Zerstörung der Augustusbrücke durch ein Hochwasser diesen Dienst. Am 26. August 1946 beschlagnahmte die Tschechoslowakei die in Prossen und Děčín liegenden Schiffe. Zwei Schiffe wurden 1947 zurückgegeben, vier Schiffe verblieben als Wertausgleich für den ehemaligen Hauptaktionär, die Georg Schicht AG, in der Tschechoslowakei. Sechs Schiffe wurden am 6. Juli 1946 als Reparation von der UdSSR beschlagnahmt. Pfingsten 1946 begann mit dem noch in Tarnfarbe fahrenden Dampfer Lössnitz der fahrplanmäßige Betrieb.

VEB Elbeschiffahrt Sachsen 1947–1992[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 1947 wurde die damals 16 Raddampfer umfassende Flotte als VEB Elbeschiffahrt Sachsen verstaatlicht. Am 1. Oktober 1950 wurde mit der Gründung des VEB Deutsche Schiffahrts- und Umschlagzentrale (DSU) der VEB Elbeschiffahrt Sachsen in diesen integriert, aber 1952 wieder eigenständig. Mit der Auflösung der DSU im Jahr 1957 entstanden selbstständige regionale Binnenschifffahrtsbetriebe, unter ihnen die VEB Fahrgastschiffahrt und Reparaturwerft Dresden. Deren Schiffe wurden jährlich von etwa 1,5 Millionen Ausflüglern genutzt. 1967 wurde die Laubegaster Werft zum VEB Schiffsreparaturwerften Berlin ausgegliedert. Daraufhin wurde die VEB Fahrgastschiffahrt und Reparaturwerft Dresden in VEB Fahrgastschiffahrt Dresden umbenannt. Von den verbliebenen 16 Schiffen waren 1946 nur sieben Schiffe einsatzfähig. Erst 1949 waren wieder alle Schiffe im Einsatz. Die Passagierkapazität war auf 13.600 Personen geschrumpft. Nach dem Aufbau eines Oberdecks auf der Herrnskretschen erhielten auch die Einheit und die Stadt Wehlen 1950 ein Oberdeck. 1957 wurden 3.137.000 Fahrgäste befördert. Ein Rückgang der Dampfschifffahrt kündigte sich aber schon an. Die nach dem Krieg teilweise nur notdürftig instand gesetzten Schiffe waren sehr reparaturintensiv.

Zu ihrer Ablösung wurden zwischen 1961 und 1964 vier Schiffsneubauten der Werft Roßlau gekauft. Es waren moderne Schiffe mit dieselelektrischem Antrieb und einer Passagierkapazität von jeweils 1012 Personen. 1964 wurde daraufhin die Freundschaft (ex. John Penn) ausgemustert und 1966 abgewrackt. 1971 folgte die Königstein (ex Graf Moltke), die 1973 als Restaurantschiff Seeperle an den Süßen See nach Seeburg verkauft wurde. 1974 wurde die Einheit (ex. Germania) abgestellt und nach einer Nutzung als HO-Gaststätte Zum Gondelhafen 1983 in Aken abgewrackt. 1976 wurden aufgrund gravierender Schäden die Riesa (ex. Habsburg) und die Bad Schandau (ex. Schandau), abgestellt. Während die Riesa 1978 als Museumsschiff in das Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg verbracht wurde, wurde die Bad Schandau 1980 in Aken abgewrackt. Erhalten blieb nur die Dampfsteuermaschine für das Verkehrsmuseum Dresden.[6] Weiterhin mussten im selben Jahr auch die Diesbar und die Krippen abgestellt werden. Die Krippen wurde 1983 an die Gemeinde Kloschwitz verkauft. 1986 wurde sie hier an Land gesetzt. Das Schiff sollte als Gaststätte oder Jugendheim umgebaut werden. Das scheiterte aber an der Finanzierung. Das Schiff blieb sich selbst überlassen und wurde 1988 nach Lüneburg verkauft. Damit waren nur noch 10 Schiffe im teils schlechten Zustand im Einsatz. 1979 mussten die Pillnitz und die Stadt Wehlen abgestellt werden. Nachdem 1980 auch die Meissen abgestellt werden musste, setzte offensichtlich ein Umdenken ein. Zwischen 1981 und 1985 wurden die drei Schiffe generalüberholt. 1985 musste allerdings die Schmilka abgestellt werden. 1989 folgten die Kurort Rathen und die Junger Pionier, sowie 1990 die Pirna. Da die Leipzig seit 1988 in der Werft lag, waren 1990 nur noch vier Raddampfer im Einsatz.

Sächsische Dampfschiffahrt (ab 1992)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 wurde das Unternehmen von der Treuhand an die Conti Reederei verkauft. Die verbliebenen Schiffe, darunter zehn historische Seitenraddampfer, wurden von der neu gegründeten Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG übernommen.

An der Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH als Komplementär der Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG sind der Freistaat Sachsen mit 51 % und die CONTI-Investitions-und Management GmbH mit 49 % beteiligt.[7]

Ab 1999 wurden die 49 % der CONTI-Investitions-und Management GmbH aufgeteilt. Klaus Hildebrand übernahm 25 % der Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH und die Gründer der CONTI Reederei 24 %. Die Sächsische Dampfschiffahrts GmbH trägt das volle Risiko des Schiffsbetriebes. Von 1992 bis 2009 war Klaus Hildebrand Geschäftsführer der Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH, bis 2001 gemeinsam mit Alexander Nothegger. Vom 1. September 1996 bis 30. Juni 2009 gehörte Michael Lohnherr zur Geschäftsführung. Ab dem 1. Juli 2009 übernahm Sebastian Meyer-Storck die Geschäftsführerstelle von Michael Lohnherr. Nach dem Tod Hildebrands am 2. Dezember 2010 war Meyer-Storck bis zum 30. November 2013 alleiniger Geschäftsführer. An diesem Tag wurde er beurlaubt und Karin Hildebrand als Geschäftsführerin eingesetzt.

Die Gesellschaft hatte sich verpflichtet, acht Raddampfer zu sanieren. 1992 begann die Sanierung der Schiffe Leipzig, Dresden, Meissen, Pillnitz und Diesbar. 1993 wurden diese fünf Schiffe wieder in Betrieb genommen und die Sanierung der Pirna, Kurort Rathen und Stadt Wehlen begann. Am 1. Mai 1994 fand die erste Parade der sanierten acht Raddampfer statt. Die Schmilka und die Junger Pionier wurden 2001 abgewrackt. Erhalten wurde bei beiden Schiffen dass Mittelteil mitsamt der Kesselanlage und der Dampfmaschine.

Von den vier 1963 gebauten dieselelektrischen Seitenradschiffen Ernst Thälmann, Friedrich Engels, Karl Marx und Wilhelm Pieck wurden zwei übernommen; die Ernst Thälmann als August der Starke und die Wilhelm Pieck als Gräfin Cosel wurden bis 1994 eingesetzt. Nach der Inbetriebnahme der gleichnamigen Neubauten im Mai und Juni 1994 wurden die beiden Schiffe abgestellt und 1998 abgewrackt. Die anderen beiden Schiffe, J. F. Böttger (ex Friedrich Engels) und M. D. Pöppelmann (ex Karl Marx), liegen im Neustädter Hafen und dienen als Herbergsschiffe.

Die beiden Neubauschiffe von der Werft Tangermünde sind dieselbetrieben und verfügen über eine Passagierkapazität von jeweils 506 Plätzen

Im November 1999 wurde der Personendampfer Krippen zurück gekauft. Nach seiner Überholung auf der Laubegaster Werft wurde er im Sommer 2000 als neunter historischer Raddampfer wieder in die Flotte eingegliedert.

Die Passagierkapazität der 9 Raddampfer verringerte sich nach der Rekonstruktion von ursprünglich 7.400 Plätzen auf 3.850 Plätze. Mit der Ausmusterung der vier alten Dieselschiffe und der Indienststellung der beiden Neubauten, sank die Passagierkapazität hier von 4.000 auf 1.000 Plätze.

Im Durchschnitt fahren seit 1995 jährlich etwa 640.000 Passagiere mit den Schiffen. In der Saison 2014 fuhren 589.000 Fahrgäste mit den Schiffen der Weißen Flotte. Der Umsatz betrug 8,6 Millionen Euro bei einem Gewinn von 496.000 Euro.[8]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorderer Salon der Pillnitz
Hinterer Salon der Pillnitz

Die Flotte der „Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG“ besteht derzeit aus neun Raddampfern, gebaut zwischen 1879 und 1929, reedereiintern Personendampfer genannt und im Fahrplangebrauch mit dem Präfix PD vor dem Schiffsnamen abgekürzt sowie vier Motorschiffen (Präfix MS), von denen zwei als Salonschiffe bezeichnet werden. Sie befahren die Elbe planmäßig von Bad Schandau bis Seußlitz und passieren dabei Sehenswürdigkeiten der Region wie die Brühlsche Terrasse, das Blaue Wunder, Schloss Pillnitz, die Festung Königstein und die Sächsische Schweiz.

Die als technisches Denkmal geschützten Seitenraddampfer haben historische Ruderhäuser und seitliche Schaufelräder in wappenverzierten Radkästen. Sieben von ihnen stammen aus dem 19. Jahrhundert: Stadt Wehlen (1879), Diesbar (1884), Meissen (1885), Pillnitz (1886), Krippen (1892), Kurort Rathen (1896) und Pirna (1898). Die Diesbar wird als einziger Raddampfer der Flotte mit Kohle befeuert und steht unter Denkmalschutz. Die Dampfmaschine stammt vom Raddampfer Bohemia aus dem Jahr 1841 und gilt heute als die älteste noch in Einsatz befindliche Raddampfermaschine der Welt.[9] Jünger sind nur der Personendampfer Dresden, das 1926 gebaute Flaggschiff der Flotte, und sein Schwesterschiff Leipzig. Der 1929 gebaute Schaufelraddampfer trägt als einziger nicht den Namen einer Stadt an der Elbe oder einer regional bekannten Persönlichkeit. Er ist der jüngste und größte der Dampfer.[10] Die Raddampferflotte wird durch die Motorschiffe (BiFa Typ III) Bad Schandau (1987) und Lilienstein (1982) und seit 1994 durch die beiden Salonschiffe August der Starke und Gräfin Cosel ergänzt.

Zusätzlich zu den jeweiligen Sommer- und Winterfahrplänen werden zahlreiche Sonderfahrten angeboten. Herausragend sind die jährlich am 1. Mai stattfindende Dampferparade aller neun historischen Raddampfer sowie die „Riverboat-Shuffle“ im Rahmen des Internationalen Dixieland Festivals.

Folgende Schiffe gehören heute zur Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Bezeichnung der Reederei Baujahr: Werft und Ort Länge / Breite über die Radkästen / Tiefgang (leer)[11] Maschine, Leistung, Kessel Betriebsstoff: Verbrauch weitere Namen[12]
Elberaddampfer Stadt Wehlen.jpg Stadt Wehlen Raddampfer 1879: Dresden Blasewitz lbTg= 59,2 m
blTg= 10,45 m
Tglb= 88 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation, 180 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 100–120 l/h
Dresden bis 1926
Mühlberg bis 1962
PD Diesbar.jpg Diesbar Raddampfer 1884: Dresden Blasewitz lbTg= 53,5 m
blTg= 10,2 m
Tglb= 79 cm
oszillierende Zweizylinder-Zwillingsmaschine mit Einspritzkondensation, 110 PS,
2-Flammrohr-Kofferkessel
Kohle:
ca. 450 kg/h
Pillnitz bis 1927
PD Meissen.jpg Meissen Raddampfer 1885: Dresden Blasewitz lbTg= 65,7 m
blTg= 11,2 m
Tglb= 86 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation, 230 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel;
Heizöl extra leicht:
ca. 100–120 l/h
König Albert bis 1898
Sachsen bis 1928
PD Pillnitz bei Augustusbrücke.jpg Pillnitz Raddampfer 1886: Dresden Blasewitz lbTg= 65,7 m
blTg= 11,2 m
Tglb= 80 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation; 230 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 100–120 l/h
Königin Carola bis 1919
Diesbar bis 1927
Pillnitz bis 1952
Weltfrieden bis 1993
Raddampfer PD Krippen Dresden.jpg Krippen Raddampfer 1892: Dresden Blasewitz lbTg= 54,64 m
blTg= 9,95 m
Tglb= 85 cm
oszillierende Zweizylinder-Zwillingsmaschine mit Schiebersteuerung und Einspritzkondensation, 125 PS,
1-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 125 l/h
Tetschen bis 1946
PD Kurort Rathen.jpg Kurort Rathen Raddampfer 1896: Dresden Blasewitz lbTg= 57,1 m
blTg= 10,2 m
Tglb= 81 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation, 145 PS,
1-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 100 l/h
Bastei bis 1956
Elberaddampfer Pirna.jpg Pirna Raddampfer 1898: Dresden Blasewitz lbTg= 57,1 m
blTg= 10,4 m
Tglb= 78 cm
oszillierende Zweizylinder-Verbundmaschine mit Einspritzkondensation, 140 PS,
1-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 100 l/h
König Albert bis 1919
2006-07-30 elbe dresden.jpg Dresden Raddampfer 1926: Dresden Laubegast lbTg= 68,7 m
blTg= 12,9 m
Tglb= 80 cm
schrägliegende Zweizylinder-Heißdampf-Verbundmaschine mit Einspritzkondensation und Ventilsteuerung, 300 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 130 l/h
Elberaddampfer Leipzig.jpg Leipzig Raddampfer 1929: Dresden Laubegast lbTg= 70,1 m
blTg= 12,9 m
Tglb= 78 cm
schrägliegende Zweizylinder-Heißdampf-Verbundmaschine mit Einspritzkondensation und Ventilsteuerung, 350 PS,
2-Flammrohr-Zylinderkessel
Heizöl extra leicht:
ca. 130 l/h
Schiff Bad-Schandau 2.jpg Bad Schandau Motorschiff 1987: Yachtwerft
Berlin Köpenick (Typ III verlängerte Variante)
lbTg= 32,1 m
blTg= 5,1 m
Tglb= 90 cm[13]
Dieselmotor, 122 PS Dieselkraftstoff (Gasoil):
ca. 24 l/h
Bundesarchiv Bild 183-1986-0402-025, Dresden, "Weiße Flotte", Ausflugsschiffe (cropped1) Lilienstein (ship, 1982).jpg Lilienstein Motorschiff 1982: Yachtwerft
Berlin-Köpenick (Typ III)
lbTg= 28,5 m
blTg= 5,1 m
Tglb= 90 cm[13]
Dieselmotor, 122 PS Dieselkraftstoff (Gasoil):
ca. 24 l/h
MS August der Starke in Dresden.jpg August der Starke Salonschiff 1994: DBW Tangermünde lbTg= 75,03 m
blTg= 10,60 m
Tglb= 95 cm
2 × Dieselmotor 340 kW (460 PS) Dieselkraftstoff (Gasoil):
ca. 130 l/h
Salonschiff Graefin Cosel.jpg Gräfin Cosel Salonschiff 1994: DBW Tangermünde lbTg= 75,03 m
blTg= 10,60 m
Tglb= 95 cm
2 × Dieselmotor 340 kW (460 PS) Dieselkraftstoff (Gasoil):
ca. 130 l/h

Kleine Historie der Schiffsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die damalige Dresden (um 1900, heute Stadt Wehlen) am Dampfschiff-Anleger in Kötzschenbroda. Oben links die Restauration „Zum Dampfschiff“.

Die Namen sind nicht fest mit den Schiffen verbunden. So wurde die Meissen, das sechste Schiff mit diesem Namen als König Albert (von dem es zwei Schiffe gab) in Dienst gestellt und hieß ab 1898 Sachsen, von der es auch drei Schiffe gab. Die Pillnitz (auch schon das dritte Schiff mit diesem Namen) wurde als Königin Carola in Dienst gestellt. Zwischen 1919 und 1927 trug sie den Namen Diesbar und zwischen 1952 und 1993 den Namen Weltfrieden. Der Name Tetschen, nach dem tschechischen Děčín, wurde 1946 in Krippen geändert. Die Schiffe mit DDR-Bezeichnungen wie Weltfrieden, Einheit, Freundschaft oder Junger Pionier wurden 1991–1994 umbenannt oder sind nicht mehr in Dienst. Es kam aber auch vor, dass repräsentative Namen an modernere Schiffe abgetreten wurden, so trugen den Namen Dresden in früheren Zeiten gleich drei Schiffe. Eines davon wurde schon 1838 gebaut. Das heute als Stadt Wehlen bekannte Schiff wurde 1879 als Dresden gebaut und 1926 in Mühlberg umbenannt. Damit war der Name für den neuen Salondampfer, die heutige Dresden frei. Nur wenige Schiffe, die für die Dresdner Flotte gebaut wurden, behielten ein Leben lang denselben Namen, wie die Dampfer Dresden (1926) und Leipzig (1929).

Die beiden Salonschiffe werden im Volksmund satirisch als MS Prohlis und MS Gorbitz bezeichnet, weil sie an die Bauten dieser beiden Dresdner DDR-Neubaugebiete erinnern.

Fahrtangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrtgebiet der Sächsischen Dampfschiffahrt befindet sich auf der Oberelbe und reicht von Dresden elbaufwärts durch die Sächsische Schweiz bis Bad Schandau und elbabwärts über Meißen bis nach Diesbar-Seußlitz. Einzelne Veranstaltungs- und Sonderfahrten führen auch darüber hinaus. Es werden dabei insgesamt 14 Anlegestellen bedient.

In der Sommersaison verkehren die Schiffe nach Fahrplan. In der Hauptsaison von Anfang Mai bis Anfang Oktober verkehren täglich Schiffe als Schlösserfahrt von Dresden nach Pillnitz und zurück, außerdem in die Sächsische Schweiz und zurück. Dabei fährt ein Schiff auch ab Bad Schandau elbabwärts bis Pillnitz und wieder zurück. Mehrmals am Tag wird in Dresden eine Stadtrundfahrt auf der Elbe angeboten. Des Weiteren fährt täglich ein Schiff elbabwärts bis Diesbar-Seußlitz und zurück. Abends gibt es am Wochenende eine 90-minütige Schrammsteintour ab und bis Bad Schandau ohne Unterwegshalt.

In der Nebensaison im April und Oktober gibt es weniger Fahrten in der Sächsischen Schweiz, die Fahrt Richtung Diesbar-Seußlitz entfällt. In der Wintersaison gibt es von November bis Anfang Januar Winter- und Weihnachtsfahrten als Rundfahrt ab und bis Dresden und als Schlösserfahrt nach Pillnitz und zurück. Von Januar bis März verkehren keine Schiffe.

An vielen (Feier-)Tagen gibt es Veranstaltungsfahrten ab Dresden. In der Sommersaison werden Abend- und Dixielandfahrten angeboten. Zu Silvester verkehrt eine mehrstündige Sonderfahrt.

Das Fahrtgebiet reichte einige Zeit von Bad Schandau über Krippen, Schmilka und Hřensko durch die Böhmische Schweiz bis nach Děčín. Die Fahrten dorthin wurden vor mehreren Jahren bis nach Schmilka und später schließlich bis nach Bad Schandau eingekürzt. Seit einigen Jahren verkehrt als Veranstaltungsfahrt wieder mehrmals jährlich eine Děčínfahrt, allerdings ohne Zwischenhalte.

Jährliche Höhepunkte sind die Paradefahrten, jeweils von Dresden bis Nähe Pillnitz und zurück. Dies sind die Flottenparade aller Dampfschiffe und Salonschiffe am 1. Mai, das Riverboat-Shuffle mit allen Dampf- und Salonschiffen mit Livemusik zum Dixieland-Festival Mitte Mai und die Dampferparade Ende August zum Dampfschiff-Fest und dem gleichzeitig stattfindenden Dresdner Stadtfest. An diesen Tagen gelten Sonderfahrpläne.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Blath: Sachsens Weisse Flotte – Dampfschifffahrt auf der Elbe. Suttonverlag, Erfurt 2006, ISBN 978-3-89702-949-1.
  • Jürgen Helfricht: Traumroute Elbtal – Unterwegs mit der Sächsischen Dampfschiffahrt. Husum 2013, ISBN 978-3-89876-655-5.
  • Frank Müller, Wolfgang Quinger: Die Dresdner Raddampferflotte. Verlag Delius Klasing, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-7688-1904-6.
  • Frank Müller, Wolfgang Quinger: Mit Dampf und Schaufelrad auf der Oberelbe. Verlag transpress VEB Verlag für Transportwesen, Berlin 1988, ISBN 3-344-00286-4.
  • Wolfgang Quinger, Wolfgang Zimmermann: Die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt. Verlag Die Fähre, Dresden 2002, ISBN 3-00-009518-7.
  • Hans Rindt: Die „Weiße Flotte“ Dresden - Aus der Geschichte der Oberelbe-Fahrgastschiffahrt. In: Deutsches Schiffahrtsarchiv. Teil 3, Oceanum-Verlag, Wiefelstede 1980, ISBN 3-7979-1523-3, S. 69-114 online
  • Dieter Schubert: Deutsche Binnenfahrgastschiffe. Illustriertes Schiffsregister, Uwe-Welz-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-933177-10-3.
  • Eine einmalige Flotte feiert Geburtstag. In: Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen (Hrsg.):Binnenschifffahrt - das Magazin für Technik und Logistik. August 2011, ISSN 0939-1916.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sächsische Dampfschiffahrt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Calberla, Heinrich Conrad Wilhelm: Herbert Pönicke. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 92 (Digitalisat).
  2. Probefahrt des Elbedampfbootes „Saxonia“ im März d. J. in der Wiener Zeitung vom 8. April 1846. Österreichische Nationalbibliothek, abgerufen am 30. Juni 2017.
  3. Das Dampfboot „Saxonia“ von 45 Pferdekraft in der Vereinigte Laibacher Zeitung vom 14. März 1846. Österreichische Nationalbibliothek, abgerufen am 9. März 2014.
  4. Die Vereinigte Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt inseriert in der Deutschen Allgemeinen Zeitung (3. April 1849 auf Seite 8). ONB, abgerufen am 1. September 2013.
  5. Historischer Kalender. In: Sächsische Dampfschiffahrt. Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, abgerufen am 20. Januar 2012.
  6. Museen auf schaufelraddampfer.de, abgerufen am 30. Juni 2017
  7. Beteiligungsberichte. Publikationen Sachsen, abgerufen am 1. Dezember 2016.
  8. Manuelle Suche nach Sächsische Dampfschiffahrts-GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG im Bundesanzeiger auf https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet zum Erhalt des Berichts „Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014“.
  9. Personendampfer „Diesbar“ – historisch und technisch einzigartig (Schiffs-Chronik). In: Sächsische Dampfschiffahrt. Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, archiviert vom Original am 27. September 2013, abgerufen am 29. Juni 2010.
  10. Personendampfer „Leipzig“. In: Sächsische Dampfschiffahrt. Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, abgerufen am 29. Juni 2010.
  11. Schiffe. Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG, abgerufen am 27. August 2015 (Angaben des Unternehmens).
  12. Franz Neumeier: Elbe-Dresden. In: schaufelraddampfer.de. Abgerufen am 5. Juli 2010 (Liste der Raddampfer inkl. älterer Namen und außer Dienst gestellter Schiffe).
  13. a b Dieter Schubert: Deutsche Binnenfahrgastschiffe. Illustriertes Schiffsregister. Uwe Welz Verlag Berlin 2000, ISBN 3-933177-10-3

Koordinaten: 51° 3′ 14″ N, 13° 44′ 34″ O