Sägesalmler

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Sägesalmler
Natterers Sägesalmler (Pygocentrus nattereri)

Natterers Sägesalmler (Pygocentrus nattereri)

Systematik
Überkohorte: Clupeocephala
Kohorte: Otomorpha
Unterkohorte: Ostariophysi
Otophysa
Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
Familie: Sägesalmler
Wissenschaftlicher Name
Serrasalmidae
Eigenmann, 1915

Die Sägesalmler (Serrasalmidae) sind eine Familie der Salmlerartigen (Characiformes). Sie leben im tropischen Südamerika, mit Ausnahme des Gebietes westlich der Anden. Zu ihnen gehört mit dem Schwarzen Pacu (Colossoma macropomum) der größte Salmler.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Sägesalmler haben einen hochrückigen, scheibenförmigen Körper und sind Schwarmfische. Während der Wimpelpiranha und einige Metynnis Arten mit 6 cm SL die Geschlechtsreife erreichen, wird der Schwarze Pacu mehr als 1 m lang und erreicht die Geschlechtsreife bei 60 cm SL. Der Körper der Sägesalmler ist beschuppt, die Seitenlinie vollständig und eine Fettflosse ist vorhanden. Die Augen sind relativ groß. Beide Kiefer sind mit Zähnen besetzt und das in der Regel endständige Maul ist nicht vorstülpbar (nicht protraktil). Dei einzelne, durchgehende Rückenflosse (Dorsale) wird nur von Weichstrahlen gestützt. Die Fettflosse ist flaggenförmig. [1]

Serrae[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgebend ist die Reihe von harten, spitzen Serrae an der Unterkante des seitlich abgeflachten Körpers. Dabei handelt es sich um knochige, sägeartige Dornen oder Schuppen, in der Literatur auch als Abdominalzähne[2] oder abdominal Serrae bezeichnet. [1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sägesalmler bewohnen die meisten Flusseinzugsgebiete des tropischen und subtropischen Südamerika von Argentinien bis Venezuela und kommen von Meereshöhe bis in Höhen von 300 m vor. Die größte Diversität findet sich im Amazonas- und im Orinocoeinzugsgebiet, moderate Diversität zeigen das Río de la Plata und Guayana Gebiet. In einigen relativ großen aber isolierten Einzugsgebieten, wie zum Beispiel im Rio São Francisco oder Maracaibo-See Gebiet, finden sich nur wenige Arten, in andere Flüsse wurden Arten eingeschleppt. [1]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charakteristisch ist die starke Bezahnung, die bei den Fleischfressern der Gattungen Pristobrycon, Pygocentrus, Pygopristis und Serrasalmus aus einer Reihe scharfer Schneidezähne und bei den pflanzenfressenden Salmlern der Gattungen Colossoma, Metynnis, Myleus und Mylossoma aus zwei Reihen von Schneide- und Mahlzähnen besteht. Der Wimpelpiranha (Catoprion mento) ist ein Nahrungsspezialist, der sich von den Schuppen anderer Fische ernährt.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Familie der Sägesalmler gibt es 16 Gattungen mit etwa 90 Arten. Die überwiegend carnivoren Sägesalmler bilden eine wissenschaftlich bisher unbenannte Klade aus fünf Gattungen. Die Arten dieser Klade werden allgemein als Piranhas bezeichnet.[3]

Insgesamt wurden bisher über 90 Arten beschrieben[4]:

Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Sägesalmler nach Thompson et al.[5]:
  Serrasalmidae  


  Piranhas  


 Serrasalmus


   

 Pygocentrus



   


 Wimpelpiranha (Catoprion mento)


   

 Pygopristis



   

 Pristobrycon




   

 Metynnis



   

 Mylesinus, Myleus, Myloplus, Ossubtus & Tometes


   

 Acnodon




  Pacus  


 Mylossoma


   

 Schwarzer Pacu (Colossoma macropomum)



   

 Piaractus




Vorlage:Klade/Wartung/Style
[[]]
Myloplus rubripinnis

Pacus

Piranhas

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt, Urania-Verlag, 1990, ISBN 3-332-00109-4.
  • Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7.
  • G. Orti, P. Petry, J. Porto, M. Jegu, A. Meyer: Patterns of Nucleotide Change in Mitochondrial Ribosomal RNA Genes and the Phylogeny of Piranhas. J Mol Evol (1996) 42:169–182. PDF
  • D. Calcagnottoa, S. Schaefera, & R. DeSalleb: Relationships among characiform fishes inferred from analysis of nuclear and mitochondrial gene sequences. Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 36, Issue 1, July 2005, Pages 135-153 doi:10.1016/j.ympev.2005.01.004

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Peter van der Sleen, James S. Albert: Field Guide to the Fishes of the Amazon, Orinoco, and Guianas. 2017, University Press Group Ltd, ISBN 978-0691170749
  2. Axel Zarske: Das Typusmaterial der Characiformes des Museums für Naturkunde zu Berlin. Teil 2b (3) Südamerikanische Characiformes im weiteren Sinne. 2012, in: Vertebrate Zoology 62 (3), Museum für Tierkunde Dresden, ISSN 1864-5755, S. 298. (Online)
  3. B. Freemann, L. G. Nico, N. Osentoski, H. J. Jelks, T. M. Collins: Molecular systematics of Serrasalmidae: Deciphering the identities of piranha species and unraveling their evolutionary histories, ZOOTAXA ISSN 1175-5334 (online edition) PDF
  4. Sägesalmler auf Fishbase.org (englisch)
  5. Thompson, A.W., R. Betancur-R., H. López-Fernández & G. Ortí. 2014. A time-calibrated, multi-locus phylogeny of piranhas, pacus, and allies (Characiformes: Serrasalmidae) and a comparison of species tree methods. Molecular Phylogenetics and Evolution.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sägesalmler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien