Sögestraße

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Sögestraße
Wappen
Straße in Bremen
Basisdaten
Stadt Bremen
Ortsteil Altstadt
Angelegt Mittelalter, Ersterwähnung 1261
Neugestaltet 1990er Jahre
Querstraßen Lloydpassage, Unser Lieben Frauen Kirchhof, Queerenstraße, Katharinenklosterhof, Pelzerstraße, Schüsselkorb, Knochenhauerstraße, Herdentorswallstraße
Bauwerke Geschäftshaus Sögestraße 1, Kaufhaus Karstadt, Ronning-Haus, Allianz-Haus, Seidenhaus Koopmann
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr
Straßengestaltung Fußgängerzone.
Sögestraße 18: Zerstörtes Haus der Sonnenapotheke
Sögestraße, Blick auf die Obernstraße
Sögestraße: Schweinedenkmal

Die Sögestraße ist eine Haupteinkaufsstraße in Bremen. Sie führt in Süd-Nord-Richtung von der Obernstraße in Richtung Wallanlagen und Herdentorsteinweg/Hauptbahnhof und endet an der Straße Am Wall.

Die Sögestraße ist Teil einer größeren Fußgängerzone. Von der Sögestraße zweigen Unser Lieben Frauen Kirchhof, die Lloydpassage, die Queerenstraße, der Katharinenklosterhof, die Pelzerstraße, der Schüsselkorb, die Knochenhauerstraße und die Herdentorswallstraße ab. Am nördlichen Ende der Fußgängerzone steht das Denkmal "Schweinehirt und seine Herde" vom Bildhauer Peter Lehmann, eine kleine Herde mit ihrem Hirten und dem Hirtenhund. Am Südende befindet sich der kleine Pferdebrunnen, den die Juweliere Brinkmann & Lange gestiftet haben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straße gehörte neben der Langenstraße und Obernstraße zu den ersten Hauptstraßen des mittelalterlichen Bremens. 1261 wurde sie erstmals als patea porcorum und 1306 als Soghestrate erwähnt. Nach den Sögen, Plattdeutsch für Sauen, wurde diese Straße benannt, da sich im Mittelalter hier wahrscheinlich viele Schweineställe befanden. Die 1229 als muros civitatis erwähnte Stadtmauer führte vom Herdentor – dem „portam gregum“ – in Richtung Süden entlang der Sögestraße. Durch das Herdentor am Nordende der Straße wurden die Viehherden zur Bürgerweide geführt. Bereits 1251 stand an der Ecke Sögestraße und Obernstraße das erste Rathaus von Bremen.

Sonnen-Apotheke

Um 1600 entstand in der Sögestraße Nr. 18 im Stil der Weserrenaissance ein prächtiges Giebelhaus, die wahrscheinlich von Lüder von Bentheim entworfene Sonnenapotheke. Das Haus wurde von Familien der Oberschicht bewohnt, u.a. der Gründer der Sonnen-Apotheke Johann Conrad Rhode (1745–1804) der das Haus umbauen ließ. Rhodes Tochter Wilhelmine war mit Senator, später Bürgermeister Johann Smidt verheiratet; beide wohnten von 1804 bis 1821 hier. Die Fassaden wurden im 18. Jahrhundert im Stil des Rokokos teilweise verändert und das Erdgeschoss 1890 umgebaut. Erhaltene Teile des Renaissance-Giebels des 1944 ausgebombten Hauses wurden 1947 abgebrochen, gelagert und später bei dem Neubau Langenstraße Nr. 15 wieder verwendet.[1]

19. Jahrhundert bis heute

Schon im 19. Jahrhundert wurde die Sögestraße zur wichtigen Ladenstraße. 1902 wurde von Karstadt in der Sögestraße Nr. 22 ein Kaufhaus eröffnet. Hier steht heute das neue Sporthaus.

Im Zweiten Weltkrieg wurden 1944 die meisten Häuser zerstört, so auch die Sonnenapotheke in der Sögestraße Nr. 18 und das Logenhaus von 1880 Sögestraße/Ecke Am Wall.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planer Kurt Haering entwickelte 1946 für die Wiederaufbaugemeinschaft Bremen mit seinem damaligen Vorsitzenden Gerhard Iversen (später CDU-Politiker) ein Konzept für den Wiederaufbau der Straße, zukünftig ohne Fahrverkehr. Der Wiederaufbau der Häuser erfolgte von 1949 bis etwa 1954 zügig in sehr traditionellem norddeutschen Stil nach Plänen u. a. der Architekten Kurt Haering (Nr. 25, Haus Cords, 1949), Heinz Logemann (Nr. 54, Ronning-Haus, 1950), Erik Schott und Kurt Heymann (Nr. 42/44, Knigge), Friedrich Schumacher (Nr. 36/38, Dörrbecker & Plate, 1952), Herbert Anker (Nr. ?, Haus Fehsenfeld, 1953), Wilhelm Wortmann und Eric Schott (Nr. 22, Hinrichs & Bollweg, 1953), Rolf Störmer (Kiefert-Haus, 1954), Anker und Carsten Schröck (Nr. 16/20, Roland-Kleidung, 1954).[2]

Der Neubau des Ronning-Hauses von Ronning-Kaffee (Sögestraße Nr. 54) von 1950 löste in Bremen eine heftige Diskussion aus, wie in der Altstadt gebaut werden sollte. In der Sögestraße waren einheitlich traufständige Häuser vorgeschrieben, während der Kaffeeröster Carl Ronning nach Plänen von Logemann hinter den Bauplanen entgegen der Genehmigung ein Giebelhaus baute. Das Gebäude blieb schließlich so stehen und steht heute unter Denkmalschutz.

Das markante Allianz-Haus mit seinen Arkaden Sögestraße/Ecke Am Wall, von dem Architekten Logemann, entstand 1951. Das Oberlandesgericht hat seit 1957 in der Sögestraße 62/64 seinen Sitz.

1967 gewannen die Architekten Rolf Störmer mit Frei Otto sowie Karl-Heinz-Stelling und Siegfried Köhl den Sögestraßen-Wettbewerb. 1969 wurde die Straße Fußgängerzone und 1972/73 erfolgte der Umbau. Rötliche Beton-Sechseckwaben prägten den Bodenbelag und Sechseck-Pflanztröge sollten die Straße gliedern. Eine leichte, tiefliegende Überdachung aus Segeldächern mit einer Seilnetzkonstruktion wurde nicht realisiert. Das beliebte Schweinedenkmal Schweinehirt und seine Herde aus Bronze vom Bildhauer Peter Lehmann entstand 1974 und markiert den Eingang zur Fußgängerzone in der Bremer Innenstadt. 2002 wurden die Straße wieder neu und zurückhaltender mit Granitplatten gestaltet.

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende heutige Gebäude stehen unter Denkmalschutz:

  • Sögestraße 1 Ecke Obernstraße: Geschäftshaus von 1928 (ex Brinkmann und Lange)
  • Sögestraße Ecke Obernstraße: Kaufhausfassade Karstadt von 1932
  • Sögestraße 54: Ronning-Haus von 1950, Geschäftshaus, Architekt: Heinz Logemann
  • Sögestraße 59/61: Allianz-Haus von 1951, Geschäftshaus
  • Sögestraße 62/64/64 A Ecke Knochenhauerstraße: Seidenhaus Koopmann von 1911, Geschäftshaus

Siehe dazu auch die Liste der Kulturdenkmäler in Bremen-Mitte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Hermann Meyer: Die Bremer Altstadt S. 118f. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-686-7.
  2. Eberhard Syring: Bremen und seine Bauten - 1950 – 1979, S. 121. Schünemann Verlag, Bremen 2014, ISBN 978-3-944552-30-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sögestraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 4′ 40,7″ N, 8° 48′ 28,8″ O