Süßdolde

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Süßdolde
Süßdolde (Myrrhis odorata)

Süßdolde (Myrrhis odorata)

Systematik
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Scandiceae
Untertribus: Scandicinae
Gattung: Myrrhis
Art: Süßdolde
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Myrrhis
Mill.
Wissenschaftlicher Name der Art
Myrrhis odorata
(L.) Scop.

Die Süßdolde, auch Myrrhenkerbel genannt (Myrrhis odorata) ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Pflanzengattung Myrrhis innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Doppeldoldige Blütenstände

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Süßdolde ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 60 bis 200 Zentimetern. Die Pflanzenteile duften stark nach Anis. Der Stängel ist im oberen Bereich verzweigt. Die Knoten (Nodien) und die Blattscheiden sind zottig behaart.

Die Laubblätter erscheinen sehr früh nach dem Frost im zeitigen Frühjahr. Die auffallend großen Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die große Blattscheiden sind besonders unterseits weich behaart. Die Blattspreite ist zwei- bis dreifach gefiedert und ist viel größer als bei dem ähnlichen Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) oder den Kälberkropf (Chaerophyllum)-Arten.

Fruchtstände

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Der doppeldoldige Blütenstand besitzt 4 bis 24 Strahlen. Eine Hülle fehlt. Das Hüllchen besteht aus fünf bis sieben Blättern, die fast völlig weißhäutig sind und die zur Anthese aufrecht abstehen. Die Dolden sind teils zwittrig, teilweise rein männlich; die Stiele der männlichen Dolden sind dann kürzer als die der zwittrigen und außerdem kahl. Die Enddolde hat zwittrige Blüten mit männlichen gemischt, diese männlichen sind dann im Inneren angeordnet. An den später aufblühenden Seitendolden findet man meist nur männliche Blüten (ohne Fruchtknoten und ohne Griffel). Die Blütenkronblätter sind weiß, verkehrt-herzförmig und ausgerandet, die äußeren der Dolde etwas größer als die andern, daher sieht die Dolde strahlend aus.

Zuchtform der Süßdolde, Fruchtstand

Die Frucht ist 15 bis 25 Millimeter lang, fast kahl, nur an der Spitze etwas behaart, sie ist reif dunkelbraun und wie lackiert glänzend, sie hat vorspringende Rippen und einen Schnabel. Die Samen sind etwa 2 Zentimeter lang und dunkelbraun.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Süßdolde ist ein Frostkeimer.

Habitus und Laubblätter

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich kommt die Süßdolde in den Alpen (besonders in den Voralpen), den Pyrenäen, Apenninen und auf der westlichen Balkanhalbinsel sowie im Kaukasusraum vor. Sie ist sonst in Europa oft verwildert und eingebürgert, sogar in Chile, sodass sich das ursprüngliche Areal nicht genauer ermitteln lässt.

Die Süßdolde steigt im Gebirge bis in Höhenlagen von etwa 1900 Metern. Sie kommt meist in Fettwiesen, Weiden, Grasgärten, in Hochstaudenfluren, an Waldrändern, auch in Auenwäldern vor. Sie gedeiht am besten auf kalkhaltigen Untergrund. Primär ist die Süßdolde eine Rumicion alpini-Art, kommt aber auch in Gesellschaften des Aegopodion oder des Alliarion-Verbands vor.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen Scandix odorata durch den schwedischen Botaniker Carl von Linné Die Neukombination als Myrrhis odorata (L.) Scop. in die Gattung Myrrhis wurde 1771 durch den österreichischen Botaniker Giovanni Antonio Scopoli veröffentlicht.[2] [3]

Myrrhis odorata ist die einzige Art der monotypischen Gattung Myrrhis Mill. der Untertribus Scandicinae aus der Tribus Scandiceae in der Unterfamilie Apioideae innerhalb der Familie Apiaceae.

Folgende früher in die Gattung der Süßdolden (Myrrhis) eingeordnete Arten werden anderen Gattungen zugeordnet:

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blätter sind essbar; sie können vom frühen Frühjahr bis in den Herbst geerntet werden. Die Samen werden als Gewürz verwendet; sie werden im Herbst geerntet, wenn sie hart geworden sind.

Alle Teile der Süßdolde haben einen anisähnlichen, süßen Geschmack. Salate, Saucen und Fischgerichte kann man mit den Blättern würzen. Mit den Früchten werden Kohlgerichte und Gebäck verfeinert. Setzt man die Früchte saurem Kompott zu, kann man die Zuckerzugabe deutlich reduzieren. (Wichtig für Diabetiker) Aus den Wurzeln kann Gemüse zubereitet werden. Die gekochten Wurzeln sind fein geschnitten, mit einer Essig/Öl-Marinade ein geschmackvoller Salat. Die Süßdolde ist Bestandteil des Chartreuse und verschiedener Liköre.

Die Süßdolde ist eine Gewürz- und Duftpflanze (Anisduft), deshalb wird sie für Potpourris, Duftsträuße, Duftrasen, Dufthecken, Duftgarten verwendet. Sie ist aber auch blütenökologisch von Bedeutung als Nektarpflanze für Schmetterlinge, Bienen und Hummeln.

Als Heilkraut wird sie in der Volksheilkunde als Blutreinigungsmittel verwendet, weiter auch gegen Husten und Magenschwäche.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Süßdolde enthält ätherische Öle, hauptsächlich trans-Anethol, Germacren, Caryophyllen, Limonen, Myrcen, Estragol und Flavonoide.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Avril Rodway: Kräuter und Gewürze. Die nützlichsten Pflanzen der Natur - Kultur und Verwendung. Tessloff Verlag, Hamburg 1980, ISBN 3-7886-9910-8.
  • Albert Thellung: Myrrhis. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. 2. Auflage. Band V. Teil 2: Angiospermae: Dicotyledones 3 (2) (Cactaceae – Cornaceae). Carl Hanser bzw. Paul Parey, München bzw. Berlin/Hamburg 1966, ISBN 3-489-74021-1, S. 1041–1046 (unveränderter Nachdruck von 1926 mit Nachtrag).
  • John Francis Michael Cannon: Myrrhis. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 2: Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge University Press, Cambridge 1968, ISBN 0-521-06662-X, S. 327 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelreferenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 703.
  2. Giovanni Antonio Scopoli: Flora Carniolica, 2. Auflage, 1, 1771, S. 207.
  3. Myrrhis odorata im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland..

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Süßdolde (Myrrhis odorata) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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