Süße Duftblüte

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Süße Duftblüte
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans)

Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Gattung: Duftblüten (Osmanthus)
Art: Süße Duftblüte
Wissenschaftlicher Name
Osmanthus fragrans
(Thun.) Lour.

Die Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans) ist eine in Ostasien heimische Pflanzenart aus der Gattung der Duftblüten (Osmanthus) in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweig mit seitenständigen Blütenständen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Süße Duftblüte wächst als immergrüner Strauch, seltener als kleiner Baum und erreicht Wuchshöhen von 3 bis 5 Metern, selten auch bis zu 10 Metern. Sie wächst meist mehrstämmig, wobei sich die Stämme typischerweise nahe über dem Boden teilen. Die Krone ist weit ausladend; ältere Exemplare sind etwa so breit, wie sie hoch sind. Die Süße Duftblüte ist langsamwüchsig und kann ein relativ hohes Alter erreichen. Die Pflanzenteile sind kahl. Der Strauch verkahlt im Inneren schnell, behält nach außen jedoch sein fülliges Aussehen.

Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel weist eine Länge von 0,8 bis 1,2, selten bis zu 1,5 Zentimetern auf. Die ledrige Blattspreite ist mit einer Länge von 7 bis 14,5 Zentimetern und einer Breite von 2,6 bis 4,5 Zentimetern elliptisch bis elliptisch-lanzettlich geformt. Die Blattflächen sind glänzend grün bis dunkelgrün. Der Blattrand ist glatt oder meist fein gesägt, wobei glattrandige und gesägte Laubblätter am selben Strauch vorkommen.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Herbst meist von September bis Oktober bis seltener zum zeitigen Frühjahr erscheinen die Blüten; sporadisch erfolgt der Blütenansatz auch im Sommer. In den Blattachseln stehen oft einige zymöse Blütenstände zusammen, die viele Blüten enthalten. Die Tragblätter sind mit einer Länge von 2 bis 4 Millimetern breit-eiförmig. Der Blütenstiel weist eine Länge von 4 bis 10 Millimetern auf.

Die relativ kleinen Blüten verströmen einen intensiven, süßen Duft. Die Blüten sind vierzählig und radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenkelch ist nur etwa 1 Millimeter groß. Die gelblichen, gelben bis orangefarbenen, 3 bis 4 Millimeter langen Kronblätter sind zu einer nur 0,5 bis 1 Millimeter langen Röhre verwachsen. Die Staubblätter sind mit der Mitte der Kronröhre verwachsen.

Die mit einer Länge von 1 bis 1,5 Zentimetern quer ellipsoiden Steinfrüchte färben sich bei der Reife im März blau bis purpur-schwarz.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 46.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die exakte ursprüngliche Heimat der Süßen Duftblüte ist nicht mehr bekannt. Ihre Vorkommen erstrecken sich über China mit den Provinzen Zhejiang, Guizhou, SichuanYunnan und Guangxi, wo auch die Stadt Guilin nach der Süßen Duftblüte genannt wurde, über den südlichen Teil von Kyushu in Japan, weiter über Bhutan, Nepal und in Indien über Assam, Nagaland und Sikkim; weiter ist sie noch im nördlichen Myanmar und im nördlichen Thailand verbreitet.[1] Sie wird in China chinesisch 桂花, Pinyin guìhuā genannt.

Osmanthus fragrans ist winterhart bis etwa −7 °C und überlebt auch Fröste bis etwa −12 °C.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Art wurde 1784 unter dem Namen Olea fragrans durch Carl Peter Thunberg in Systemat Vegetabilium. Editio decima quarta, S. 57 erstveröffentlicht. In die Gattung Osmanthus wurde sie 1790 unter dem Namen Osmanthus fragrans durch den portugiesischen Botaniker João de Loureiro in Flora cochinchinensis, 1, S. 29 gestellt. Weitere Synonyme für Osmanthus fragrans (Thun.) Lour. sind: Olea ovalis Miq., Osmanthus longibracteatus H.T.Chang, Osmanthus macrocarpus P.Y.Bai, Osmanthus aurantiacus (Makino) Nakai, Osmanthus fragrans var. aurantiacus Makino und Osmanthus fragrans var. thunbergii Makino.[3]

Schwarzer Tee mit getrockneten Osmanthus-Blüten

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aroma wird für aromatisierte Tees verwendet. Bei der Herstellung von Duftwein wird Weißwein mit dem Duft der Süßen Duftblüte versetzt. Die gewonnene Osmanthus-Essenz ist sehr teuer und wird für besonders edle Parfüms eingesetzt.

Nutzung als Zierpflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen ihrer duftenden Blüten wird die Süße Duftblüte in klimatisch günstigen Gebieten gerne als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet.

Kulturformen (Auswahl):

  • ‘Apricot Gold’: Die Blüten dieser Form sind aprikot-goldfarben.
  • forma aurantiaus: Die Blüten sind blass-orangefarben; diese Form wird teilweise auch als Varietät Osmanthus fragrans var. aurantiacus Makino angesehen.
  • ‘Butter Yellow’: Eine Form mit buttergelben Blüten.
  • ‘Orange Supreme’: Die Blüten sind hellorangefarben

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Osmanthus fragrans im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. Datenblatt bei desert-tropicals.com.
  3. Osmanthus fragrans bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien