Süßer die Glocken nie klingen

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Süßer die Glocken nie klingen ist ein bekanntes deutsches Weihnachtslied aus dem 19. Jahrhundert.

Den Text verfasste der deutsche Theologe und Pädagoge Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816–1890). Die Audio-Datei / Hörbeispiel Melodie?/i stammt von dem Volkslied Seht, wie die Sonne dort sinket, das seit 1841 in Thüringen überliefert ist.[1] Gelegentlich wird eine Entstehungszeit vor 1826 vermutet.[2] Karl Kummerel (1822–1857) schuf 1847 eine Umdichtung des Liedes, weswegen er oft fälschlich als Autor angegeben wird.[1][3][4] Als Vorlage des Volkslieds gilt das volkstümliche Kunstlied Dort sinket die Sonne im Westen[5] auf einen Text des Zittauer Lehrers Ernst Heinrich Schwabe (1787–1818),[6] zu dem der Komponist August Harder 1808 eine (allerdings andere) Melodie veröffentlichte.[1][7] Die Melodie des Weihnachtsliedes war auch in zahlreichen weiteren Varianten (u. a. Das Liebchen im Grabe) verbreitet.[8][9]

Das Lied schafft eine hoffnungsvolle und heilsame Stimmung. Der Glockenklang steht als Symbol für Friede, Freude und Weihnachtswonne.

Liedtext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süßer die Glocken nie klingen, Text und Noten

Der Text ist in mehreren, leicht voneinander abweichenden Fassungen überliefert. Im Folgenden ist eine heute gebräuchliche Fassung abgedruckt:[10]

1. Süßer die Glocken nie klingen
als zu der Weihnachtszeit,
’s ist, als ob Engelein singen
wieder von Frieden und Freud’.
|: Wie sie gesungen in seliger Nacht, :|
Glocken mit heiligem Klang,
klinget die Erde entlang!

2. O, wenn die Glocken erklingen,
schnell sie das Christkindlein hört:
Tut sich vom Himmel dann schwingen
eilig hernieder zur Erd’.
|: Segnet den Vater, die Mutter, das Kind, :|
Glocken mit heiligem Klang,
klinget die Erde entlang!

3. Klinget mit lieblichem Schalle
über die Meere noch weit,
dass sich erfreuen doch alle
seliger Weihnachtszeit.
|: Alle aufjauchzen mit herrlichem Sang! :|
Glocken mit heiligem Klang,
klinget die Erde entlang!

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Süßer die Glocken nie klingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Franz Magnus Böhme: Volksthümliche Lieder der Deutschen im 18. und 19. Jahrhundert. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1895, S. 180 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. Hildegard Meyberg (Hrsg.): Laßt uns singen in der Weihnachtszeit. Auer, Donauwörth 1985, ISBN 3-403-01602-1, S. 248.
  3. Seht wie die Sonne dort sinket bei volksliederarchiv.de, abgerufen am 27. Dezember 2015
  4. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Karl Hermann Prahl: Unsere volkstümlichen Lieder. 4. Auflage. W. Engelmann, Leipzig 1900, S. 217 (Textarchiv – Internet Archive).
  5. Dort sinket die Sonne im Westen bei volksliederarchiv.de, abgerufen am 1. Dezember 2019
  6. Karl Goedeke, Edmund Goetze: Grundrisz zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen. Siebentes Buch: Zeit des Weltkrieges (1790–1815): Phantastische Dichtung. Abteilung II. 2. Auflage. Ehlermann, Dresden 1900, S. 307 (Textarchiv – Internet Archive).
  7. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Karl Hermann Prahl: Unsere volkstümlichen Lieder. 4. Auflage. W. Engelmann, Leipzig 1900, S. 60 (Textarchiv – Internet Archive).
  8. Ludwig Erk, Franz Magnus Böhme (Hrsg.): Deutscher Liederhort. Band 2. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1893, S. 539 f. (Digitalisat).
  9. Bernd Pachnicke (Hrsg.): Deutsche Volkslieder. Singstimme und Klavier. Edition Peters, Leipzig 1976, DNB 1006936580, S. 337.
  10. zitiert nach: Ingeborg Weber-Kellermann: Das Buch der Weihnachtslieder. 10 Auflage. Atlantis, Zürich 2003, ISBN 3-254-08213-3, S. 260–262.