Süddeutsche Klassenlotterie

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Die Süddeutsche Klassenlotterie (kurz SKL) wurde 1947 als Süddeutsche Klassenlotterie in der US-Zone gegründet und war die Staatslotterie der deutschen Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz sowie seit 1990 auch von Sachsen und Thüringen. Die SKL-Lotterie war eine Anstalt des öffentlichen Rechts der vorgenannten Länder und hatte ihren Sitz in München. Sie wurde mit Wirkung vom 1. Juli 2012 aufgelöst. Gesamtrechtsnachfolger der SKL ist die GKL Gemeinsame Klassenlotterie der Länder.

Der Name SKL-Lotterie bleibt als Marke erhalten, und die Spielangebote werden unverändert fortgeführt. Voraussichtlich 2016 will die GKL zusätzlich zum bisherigen Angebot ein neues Lotterie-Produkt auf den Markt bringen.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klassenlotterie entstand aus der Lotterie. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Lotterien für die Armen des Landes veranstaltet und um das Land nach Kriegen wieder aufzubauen, ohne die Bürger mit zusätzlichen Abgaben zu belasten. Damit sich die Obrigkeiten die Einnahmen für gemeinnützige Einrichtungen für einen gewissen Zeitraum sichern konnten, veranstaltete man innerhalb einer Lotterie mehrere Ziehungen, für die der Einsatz neu geleistet werden musste; daraus entstanden die Klassen. Die Lose einer Lotterie konnten sonst nur verkauft werden, nachdem eine Lotteriegenehmigung vorlag. Eine Genehmigung einer Lotterie dauerte mehrere Jahre; dazu kamen noch weitere Verzögerungen einer Lotterieveranstaltung durch den Verkauf der Lose. Die Losverkäufer zogen zu Fuß durch das Land, was ebenfalls mehrere Jahre dauerte, da man einen Ziehungstermin erst festlegte und veröffentlichte, nachdem alle Lose verkauft waren.

Die SKL-Lotterie startete am 10. September 1947 mit 140.000 Losen und einem Höchstgewinn von 250.000 Reichsmark.

Ablauf einer SKL-Lotterie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die Lose nur von den staatlich zugelassenen Lotterie-Einnahmen vertrieben werden, gibt es für die Spielteilnehmer der SKL-Lotterie - im Gegensatz etwa zum Lotto „6 aus 49“ - keinerlei Einschränkungen, die den Wohnort betreffen. Die Gewinne werden in einem Gewinnplan festgelegt. Die Durchführung der Lotterie steht unter staatlicher Aufsicht. Die Parlamente der einzelnen Länder bestimmen die Gewinnbedingungen und Ausschüttungsquoten. Diese betragen bei der SKL mindestens 40 %, können jedoch auch auf über 50 % steigen.[3]

Der Ablauf folgt den Regeln einer Klassenlotterie. Gespielt wird in 6 Klassen, die jeweils einen Monat dauern. Die Gesamtlaufzeit einer Lotterie beträgt somit ein halbes Jahr. Lotteriestart ist jeweils der 1. Juni und der 1. Dezember. In jeder Klasse finden tägliche Ziehungen statt, wobei der Höchstgewinn von 16 Millionen Euro nur in der 6. Klasse gezogen wird.

Durch den Kauf eines Loses oder eines Teilloses mit aufgedruckter Losnummer erhält die Spielerin bzw. der Spieler seine Teilnahmeberechtigung am Spiel. Die unterschiedlichen Gewinnklassen legen die Höhe der Auszahlung im Vornherein fest. Die SKL-Lotterie ermittelt die Gewinnnummern nach dem Zufallsprinzip. Gezogen werden 1-, 2-, 3-, 4-, 5- oder 7-stellige Gewinnzahlen. Stimmen die Endziffern (Endziffernlotterie) des eigenen Loses bzw. die kompletten Losnummern mit den gezogenen Gewinnnummern überein, dann hat die jeweilige Spielerin bzw. der jeweilige Spieler gewonnen.

Ausschüttungsquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der am 1. Juni 2015 gestarteten 137. Süddeutschen Klassenlotterie wird eine Gesamtgewinnsumme von 1.289.362.000 Euro ausgeschüttet.[4] Die Gesamtzahl an angebotenen Losen liegt bei drei Millionen, wobei ein ganzes Los für jede der sechs Klassen jeweils 150 Euro, insgesamt also 900 Euro über die gesamte Lotterie hinweg, kostet. Bei Verkauf aller Lose werden also 2.510.316.000 Euro an Spieleinsätzen umgesetzt. Die Ausschüttungsquote, berechnet als Gewinnsumme dividiert durch Gesamteinsätze, liegt dann bei 51,36 % und somit ähnlich wie beim deutschen Lotto "6 aus 49" (Ausschüttungsquote 50 %) oder bei der NKL-Lotterie. Hierbei sind die von den Lotterieeinnehmern (Subunternehmer, die den Vertrieb der Lose erledigen) erhobenen Servicegebühren nicht einberechnet.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabine Schönbein: Das Millionenspiel mit Tradition - Die Geschichte der Klassenlotterie. Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8334-8779-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung der GKL vom 2. Juli 2012.
  2. http://www.new-business.de/agenturen/detail.php?rubric=AGENTUREN&nr=665006&PHPSESSID=ep0firkkl3dbm18livlhm1o7a4
  3. http://www.landtag-bw.de/wp13/drucksachen/3000/13_3719_d.pdf
  4. http://www.skl.de/downloads/amt_spielplan_136.pdf, abgerufen am 1. Februar 2015
  5. Bei der Lotterieeinnahme Glöckle lag diese Gebühr beispielsweise bei 2,45 Euro pro Monat und Bestellung, bei Günther bei 2,95 Euro.