Süddeutscher Verlag

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Süddeutscher Verlag
Süddeutscher-Verlag-Logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1945 (Verlag Süddeutsche Zeitung), 1947 (Süddeutscher Verlag)
Sitz München
Leitung Detlef Haaks, Alexander Paasch, Karl Ulrich (Geschäftsführer); Oliver C. Dubber (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter 3.868 (2006)
Umsatz keine Angabe
Branche Verlag, Medien
Website www.sueddeutscher-verlag.de
Das SV-Hochhaus, Sitz des Süddeutschen Verlags

Der Süddeutsche Verlag ist eine aus der Süddeutschen Zeitung hervorgegangene Unternehmensgruppe.

Der ursprünglich reine Printmedien-Verlag gehört heute zu den großen deutschen Medienunternehmen mit Aktivitäten im In- und Ausland, hat seinen Schwerpunkt jedoch nach wie vor im Bereich Zeitungen, Fachzeitschriften und Bücher. Zentrale des Unternehmens ist das SV-Hochhaus im Münchner Stadtteil Zamdorf, gedruckt wird im benachbarten SV-Druckzentrum im Stadtteil Steinhausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Aktivitäten des Süddeutschen Verlages begannen mit dem Erscheinen der ersten Ausgabe der Süddeutschen Zeitung am 6. Oktober 1945. Die Süddeutsche Verlag GmbH mit Sitz in München wurde 1947 von den Gesellschaftern August Schwingenstein, Edmund Goldschagg, Franz Josef Schöningh und Werner Friedmann gegründet.

Drei Jahre später wurde der erste Buchverlag gegründet. Weitere Beteiligungen, Übernahmen und Neugründungen folgten. Heute gehören der Mediengruppe über hundert Tochterunternehmen an.

Seinen Stammsitz in der Sendlinger Straße hat der Verlag 2004 verkauft. Seit Herbst 2008 befindet sich die Zentrale des Verlages im neuen SV-Hochhaus in München-Zamdorf.

Verkauf 2007[Bearbeiten]

Der Süddeutsche Verlag war bis 2007 zum Großteil im Besitz von fünf Münchner Verleger-Familien, Nachfahren der Gründer. Das waren die Familien Friedmann (Anteil: 18,75 %), Goldschagg (18,75 %), Seidlein (18,75 %), Schwingenstein (16,67 %) und Dürrmeier (8,33 %), sowie zuletzt auch die neu eingestiegene Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH) (18,75 %). Vorsitzender der Gesellschafterversammlung war Christian Goldschagg. Als Geschäftsführer des Verlages waren im August 2004 Hanswilli Jenke und Klaus Josef Lutz tätig.

Vier der fünf Gesellschafterfamilien (Dürrmeier, Goldschagg, Schwingenstein und von Seidlein) einigten sich nach jahrelangen Spekulationen 2007 endgültig darauf, ihre Verlagsanteile von insgesamt 62,5 % zu verkaufen. Als Interessenten angemeldet hatten sich der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg (Frankfurter Rundschau, Kölner Stadt-Anzeiger), die Essener WAZ-Mediengruppe (Westdeutsche Allgemeine Zeitung), die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (Der Tagesspiegel, Die Zeit) sowie die vier Finanzinvestoren Goldman Sachs, Apax, Veronis Suhler Stevenson und 3i.[1] Die SWMH mit 18,75 Prozent hielt ein Vorkaufsrecht und die Gesellschafterfamilie um Verleger Johannes Friedmann (Abendzeitung) sperrte sich gegen einen Verkauf an Investoren („Heuschrecken“). Am 21. Dezember 2007 wurde der Abschluss der Verkaufshandlungen bekannt gegeben mit dem Zuschlag für die SWMH. Sie erhöht mit Wirkung zum 29. Februar 2008 ihren Anteil auf insgesamt 81,25 Prozent.[2] Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus war an dem Kauf neben der SWMH (mit deren größten Gesellschaftern Medien Union und Gruppe Württembergischer Verleger) auch der Stuttgarter Verleger Georg-Dieter von Holtzbrinck beteiligt, unterstützt vom Investmenthaus Goldman Sachs.[3]

Kennzahlen[Bearbeiten]

Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde der Verlag neu strukturiert und erzielte im Jahre 2003 mit 4329 Mitarbeitern (-14,7 %) einen Umsatz von 625,4 Mio. Euro (-13,1 % gegenüber dem Vorjahr). Nach einem Verlust von 76,6 Mio. Euro im Vorjahr lag der Jahresüberschuss im Jahre 2003 bei 0,6 Mio. Euro. 2006 wurden mit 3.868 Mitarbeitern 709,3 Mio. Euro Umsatz erreicht.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Der Süddeutsche Verlag ist in die vier Geschäftsfelder Süddeutsche Zeitung, Regional- und Wochenzeitungen, Fachinformationen, sowie Dienstleistungen/Technik/Beteiligungen eingeteilt.

Süddeutsche Zeitung, Regional- und Wochenzeitungen, weitere Beteiligungen[Bearbeiten]

Das größte und wichtigste Produkt des Süddeutschen Verlages ist die Süddeutsche Zeitung. Zu dieser Geschäftseinheit gehören auch verschiedene Magazine und Supplements, Internet- und TV-Auftritte, die Abteilung „Neue Produkte“ (Bücher, CDs, DVDs), sowie das Anzeigengeschäft und die Abonnementverwaltung. Im Bereich Elektronische Medien beispielsweise ist der Süddeutsche Verlag bei Online-Diensten tätig, an mehreren Radiosendern beteiligt und produziert das TV-Magazin Süddeutsche TV.

Der SV ist außerdem an vielen Regional- und Wochenzeitungen sowie Anzeigenblättern im In- und Ausland beteiligt:

Die Rundfunk-Beteiligungen werden gebündelt in der SV Teleradio Produktions- und Beteiligungsgesellschaft für elektronische Medien mbH. Unter anderem hält die SV Teleradio Beteiligungen an Radio Gong 96,3 (München), TOP FM, Antenne Bayern, Studio Gong, und Sat.1 Bayern.

Fachinformationen[Bearbeiten]

Die Aktivitäten im Bereich der Fachinformationen werden in der Unternehmenstochter Süddeutscher Verlag Hüthig Fachinformationen GmbH (SVHFI) gebündelt. Dort werden 150 Fach-Zeitschriften und mehrere tausend Buchtitel produziert. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Kommunikation und Medien, Wirtschaft und Management, Handel, Recht und Steuern, sowie Medizin.

Zum Bereich gehören folgende Verlage:

Dienstleistungen und Technik[Bearbeiten]

Der Bereich Dienstleistungen umfasst neben hausinternen Aktivitäten auch Archiv- und Content-Dienstleistungen (DIZ Dokumentations- und Informationszentrum) und Corporate Publishing (Süddeutscher Verlag Publishing, Süddeutsche Zeitung onpact). Mit Süddeutsche Zeitung Publishing besitzt der SV eine Marketing- und Webdesignagentur, vor allem für die Zielgruppe Jugendliche, mit Süddeutscher Verlag onpact eine PR-Agentur. Über Tochtergesellschaften des zum SV gehörenden verlag moderne industrie werden Seminare und Kongresse angeboten (mic management information center, DVS Deutsche Verkaufsleiterschule, Ueberreuter Managerakademie). Auch die SZ Logistik (Vertrieb, Lohnabrechnungen) gehört zum Unternehmensbereich Dienstleistungen. Seit Februar 2009 bündeln die Logistik-Tochter des SV, der Zeitungsverlag Oberbayern, die TNT Post Holding sowie die MeDiaLog GmbH & Co. KG ihre regionalen Erfahrungen im Briefgeschäft unter dem Namen Süd-Post GmbH & Co. KG.

Im Bereich Drucktechnik werden drucktechnische Dienstleistungen angeboten, beispielsweise Zeitungsdruck und Vorstufentechnik. Im SV-Druckzentrum München-Steinhausen werden neben der Süddeutschen Zeitung mehrere Titel anderer Verlagsgruppen (u. a. die Titel Bild, BamS und Die Welt des Axel-Springer-Verlages) sowie Einzelkundenaufträge gedruckt. Im Druckzentrum Suhl (Tochterunternehmen der Suhler Verlagsgesellschaft innerhalb der Zeitungsgruppe Hof/Coburg/Suhl) werden unter anderem die Titel Freies Wort, Neue Presse, Südthüringer Zeitung und Wochenspiegel gedruckt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Verlagsverkauf. Der große Preis“, Der Tagesspiegel, 8. November 2007
  2. „"Süddeutsche Zeitung" wird verkauft“@1 @2 Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung, tagesschau, 21. Dezember 2007
  3. Verleger-Allianz um Dieter Schaub und Dieter von Holtzbrinck will die „Süddeutsche Zeitung“ kaufen. In: Focus, 21. Dezember 2007.

48.13711.6353Koordinaten: 48° 8′ 13″ N, 11° 38′ 7″ O