Süddeutschland

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Oberdeutsche Mundarten
Katholische Bevölkerung nach Diözesen: Erkennbar ist ein höherer Anteil im Süden Deutschlands

Mit der Angabe Süddeutschland wird sprachwissenschaftlich der oberdeutsche Sprachraum als Land im Süden der deutschen Sprache umrissen. Politisch bezeichnet man damit ein Gebiet im Süden der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland, nämlich die Länder Baden-Württemberg und Bayern. In einem eher kulturellen Zusammenhang bezieht man auch Südhessen, das Saarland sowie die Pfalz mit ein. Das Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und der Süden Hessens bilden den Südwesten, Bayern den Südosten der Bundesrepublik.

Sprachliche und konfessionelle Prägung[Bearbeiten]

Wie bei anderen Regionsbegriffen existiert auch im Fall von Süddeutschland keine definierte Grenze. Meistens wird der Main als Grenze angegeben, denn der Teil Hessens in der Oberrheinischen Tiefebene liegt auch südlich des Mains und hat eine besondere kulturelle, wirtschaftliche und sprachliche Verbindung zu Süddeutschland. In den meisten Teilen Süddeutschlands werden Oberdeutsche Dialekte gesprochen.

Die ursprüngliche sprachliche Zuordnung folgt der Aufteilung des deutschen Sprachraumes in einen in Norddeutschland liegenden niederdeutschen und einen südlich daran anschließenden hochdeutschen Sprachraum, deren Trennungslinie entlang der Benrather Linie verläuft. Der hochdeutsche Sprachraum wird seinerseits untergliedert in einen im mittleren Drittel der Bundesrepublik gelegenen mitteldeutschen und einen in Süddeutschland gelegenen oberdeutschen Bereich.

Insgesamt ist Süddeutschland - wie auch das Rheinland - im Vergleich zu nördlichen und östlichen Gebieten Deutschlands in weiten Teilen eher vom römischen Katholizismus geprägt, wobei es auch in Süddeutschland protestantisch geprägte Regionen, wie z. B. Mittelfranken, gibt.

Mainlinie[Bearbeiten]

Diese Mainlinie ist, wie schon bei der Entstehung dieses Begriffs im Rahmen des Deutschen Krieges um 1866, nicht streng am Flusslauf des Mains zu lokalisieren. Schon in Hessen liegt die kulturelle Grenze zwischen Mittelhessen und Südhessen wohl eher im Taunus als am Main. Weiter östlich verlaufen die Grenzen zwischen Dialekten und anderen Traditionen keinesfalls im Maintal, sondern in den Mittelgebirgen nördlich und südlich davon.

Verwendung[Bearbeiten]

Die sprachgeographische Bezeichnung „süddeutsch“ umfasst im Gegensatz zur politischen Verwendung des Begriffes nach dem Zweiten Weltkrieg alle südlich gelegenen deutschsprachigen Gebiete im Sinne von Oberdeutschland, was sich in einzelnen Bezeichnungen erhalten hat (z. B. Pratos Süddeutsche Küche, inzwischen als Gute alte Küche mit ISBN 978-3-854-31426-4 neu herausgegeben). In diesem Sinne waren beispielsweise auch Namensgebungen wie Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn zu verstehen, womit eine Eisenbahnverbindung von Wien nach Berlin bezeichnet wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]