Südeichsfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Die Landgemeinde Südeichsfeld führt kein Wappen
Südeichsfeld
Deutschlandkarte, Position der Landgemeinde Südeichsfeld hervorgehoben

Koordinaten: 51° 10′ N, 10° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Erfüllende Gemeinde: für Rodeberg
Höhe: 349 m ü. NHN
Fläche: 60,02 km2
Einwohner: 6629 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 99976 (Faulungen, Hildebrandshausen, Lengenfeld unterm Stein),
99988 (Diedorf, Heyerode, Schierschwende, Wendehausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 036024
Kfz-Kennzeichen: UH, LSZ, MHL
Gemeindeschlüssel: 16 0 64 074
Adresse der
Landgemeindeverwaltung:
Hauptstraße 22
99988 OT Heyerode
Gemeinde Südeichsfeld
Website: www.lg-suedeichsfeld.de
Bürgermeister: Andreas Henning (CDU)
Lage der Landgemeinde Südeichsfeld im Unstrut-Hainich-Kreis
AnrodeBad LangensalzaBad LangensalzaBad LangensalzaBad TennstedtBallhausenBlankenburgBothenheilingenBruchstedtDünwaldGroßvargulaHaussömmernHerbslebenHornsömmernIssersheilingenKammerforstKammerforstKirchheilingenKleinwelsbachKörnerKutzlebenMarolterodeMenterodaMittelsömmernMühlhausenNeunheilingenObermehlerOppershausenOppershausenRodebergSchlotheimSchönstedtSüdeichsfeldSundhausenTottlebenUnstrut-HainichUnstruttalUrlebenVogteiKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Art unbekannt

Die Gemeinde Südeichsfeld ist eine Landgemeinde im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen. Sie liegt im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal und hat etwa 7000 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Südeichsfeld liegt im Südwesten des Unstrut-Hainich-Kreises und ist durch eine Mittelgebirgslandschaft und das Tal der Werra geprägt. Der westliche und südliche Teil wird den Wanfrieder Werrahöhen zugerechnet, vorherrschende Gesteinsart ist Muschelkalk, dieses Gestein wurde im Betonwerk Wendehausen wirtschaftlich genutzt. Als höchste Erhebung im Gemeindegebiet gilt die Keudelskuppe (484,7 m ü. NN) an der hessisch-thüringischen Landesgrenze. Die tiefste Stelle im Gemeindegebiet (214 m ü. NN) befindet sich östlich der Feldmühle am Haselbach bei der Wüstung Kleintöpfer.

Das Gemeindegebiet ist im Norden, Süden und Westen zugleich ein Abschnitt der Kreisgrenze: im Norden zum Landkreis Eichsfeld, im Süden zum Wartburgkreis. Im Westen ist die Gemeinde- und Landkreisgrenze zugleich Grenze der Bundesländer Thüringen und Hessen. Im Osten grenzen die Gemeinden Rodeberg und Vogtei an das Gemeindegebiet.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am 1. Dezember 2011 gegründete Landgemeinde besteht aus den folgenden acht Ortschaften:

Berge und Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das durch mehrere Bäche stark gegliederte Gemeindegebiet verfügt über mehr als 20 Erhebungen, die eine Höhe von 400 m ü. NN überschreiten. Zu den bedeutendsten Erhebungen zählen Keudelskuppe (484,7 m ü. NN), der Dörnerberg (477,5 m ü. NN), der Kälberberg (476,6 m ü. NN), die kahle und unauffällige Erhebung Steinerner Mann (472,8 m ü. NN) an der Bundesstraße 249, der anteilig zur Gemeinde gehörende Konstein (455,2 m ü. NN), Hainzenberg und Pfaffenkopf – jeweils (450,7 m ü. NN), die Lindenhecke (447,3 m ü. NN) und der Schlossberg bei Lengenfeld (401,9 m ü. NN).

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Heyerode ragt in den nördlichen Teil des Hainich hinein, er wird vom Lempertsbach entwässert. Das Zentrum der Gemeinde um Diedorf und Katharinenberg wird vom Haselbach (Heldrabach), einem rechten Zufluss der Werra entwässert, der sich bei Wendehausen ein enges Tal gegraben hat. Westlich von Katharinenberg fließt der Gatterbach der Werra zu. Der nordwestliche Teil der Gemeinde mit Faulungen, Hildebrandshausen und Lengenfeld unterm Stein gehört zum Einzugsgebiet der Frieda. Die bei Schierschwende nach Süden abfließenden Quellbäche münden in den Falkener Bach und nach kurzem Lauf in die Werra. Die drei Fischteiche bei Heyerode und die drei Fischteiche zwischen Struth und Lengenfeld unterm Stein sind die einzigen stehenden Gewässer.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaft bei Heyerode

Das Gemeindegebiet gehört aufgrund der vielfältigen Flora und Fauna zu mehreren Schutzgebieten:

  • (seit 2009 komplett im LSG Eichsfeld)
  • Naturschutzgebiet Keudelskuppe–Wacholderberg (149 ha, geplant)
  • FFH-Gebiet Treffurter Stadtwald nördlich von Treffurt (352 ha)
  • FFH-Gebiet Adolfsburg–Bornberg–Sülzenberg (148 ha; orographisch komplett und naturräumlich mit der Osthälfte bereits Falkener Platte) – anteilig mit Schierschwende und Heyerode vertreten.

Das gesamtdeutsche Naturschutzprojekt Grünes Band mit dem Abschnitt „Eichsfeld-Werratal“ führt die Höhen als Muschelkalkhöhen östlich von Wanfried als eigenes Projektgebiet.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Gemeindegebiet gehörte im Spätmittelalter zum überwiegenden Teil zum mainzischen Amt Bischofstein mit den Orten Diedorf, Heyerode, Hildebrandshausen, Faulungen und Lengenfeld unterm Stein. Das südwestliche Gemeindegebiet um Wendehausen und Schierschwende gehörte zum Herrschaftsgebiet des Amtes Treffurt, welches als Ganerbschaft Treffurt bis in das 19. Jahrhundert Bestand hatte.

Teile des Gemeindegebietes wurden erst im Spätmittelalter durch Rodungen erschlossen, die Mehrzahl dieser spätmittelalterlichen Orte wurden durch ertragsarme Böden, versiegende Quellen, Kriege und Plünderungen bald aufgegeben und sind heute noch als Wüstungen bekannt. Zu diesen zählen beispielsweise Heßlingerode, Grünrode und Sifterode bei Katharinenberg sowie die sogar mit Stadtrechten versehene Stadt Stein bei Lengenfeld unterm Stein. Als Folge der Innerdeutschen Grenze mussten die grenznahen Güter Keudelstein, Kleintöpfer (mit Ziegelei) und Karnberg sowie das Gehöft Scharfloh aufgegeben werden. Der Bezirkstag Erfurt stimmte auch mit Wirkung vom 3. Juni 1964 der Eingliederung des Ortsteils Kleintöpfer, Stadt Treffurt, mit einer Fläche von 599,8586 ha in die Gemeinde Wendehausen, Kreis Mühlhausen zu.[3]

Die von 1911 bis 1952 betriebene Bahnstrecke Mühlhausen–Treffurt verband die Ortsteile Wendehausen, Diedorf und Heyerode mit der Kreisstadt Mühlhausen. Bereits 1880 war die als Kanonenbahn bekannte Bahnstrecke Leinefelde–Treysa mit Bahnhöfen in Lengenfeld und Geismar in Betrieb gegangen. Mit der Sprengung des Friedaviaduktes in der Endphase des Zweiten Weltkrieges wurde die Strecke zwischen Geismar und dem hessischen Schwebda unterbrochen.[4] und der thüringische Teil der Strecke Ende 1992 stillgelegt.

Nach Beschlüssen aller beteiligten Gemeinden zur Bildung der Landgemeinde hatten die Bürgermeister einen Vertrag über den Gemeindezusammenschluss geschlossen. Mit Gründung der Gemeinde wurde am 1. Dezember 2011 die Verwaltungsgemeinschaft Hildebrandshausen/Lengenfeld unterm Stein aufgelöst.[5] Die ihr ebenfalls angehörende Gemeinde Rodeberg übertrug Aufgaben an Südeichsfeld als erfüllende Gemeinde. Kritisiert wurde, dass es keine Bürgerbefragung zu dem Thema gab und die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt wurden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte bei einer Wahlbeteiligung von 65,3 % zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Gemeinderats von Südeichsfeld:[6]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Christlich-Demokratische Union (CDU) 50,6 % 11
FWG Heyerode 19,3 % 4
BV Diedorf/Katharinenberg 17,2 % 3
Liste für Wendehausen 12,9 % 2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bürgermeister wurde bei der Wahl am 26. Februar 2012 mit 61,1 % der gültigen Stimmen Andreas Henning (CDU) gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Südeichsfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Muschelkalkhöhen östlich von Wanfried. (Memento des Originals vom 6. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/naturschutzgrossprojekt-eichsfeld-werratal.de
  3. Gerhard Günther: Zur territorialen Entwicklung des Kreises Mühlhausen. In: Mühlhäuser Beiträge. Heft 2, 1979, ZDB-ID 1125623-0, S. 64–70, 127–128.
  4. Reinhold Salzmann: Die Kanonenbahn – Geschichte und Schicksal eines großen Bahnprojekts. In: Rund um den Alheimer 34 (2013), S. 6–23 (17).
  5. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
  6. Gemeinderatswahl 2019 in Thüringen. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 7. Juli 2019.