Süderbrarup

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Süderbrarup
Süderbrarup
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Süderbrarup hervorgehoben
Koordinaten: 54° 38′ N, 9° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Süderbrarup
Höhe: 28 m ü. NHN
Fläche: 8,1 km2
Einwohner: 4203 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 519 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24392
Vorwahl: 04641
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 083
Adresse der Amtsverwaltung: Königstraße 5
24392 Süderbrarup
Webpräsenz: www.suederbrarup.de
Bürgermeister: Friedrich Bennetreu (CDU)
Lage der Gemeinde Süderbrarup im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Süderbrarup (dänisch Sønder Brarup) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes.

Zur Gemeinde gehören neben dem Zentralort die (teilweise historischen) Ortschaften Süderbrarupfeld, Süderbrarupholm, Süderbraruproy und Süderbrarupwesten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süderbrarup liegt auf der Halbinsel Angeln. Sie ist ein Unterzentrum und anerkannter Erholungsort. In Süderbrarup befand sich eine radiumhaltige Quelle, die schon in vorchristlicher Zeit das Ziel von Wallfahrten war, seit dem Bau des Stadions jedoch versiegt ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist seit der Bronzezeit bewohnt, aus der mehrere Grabhügel erhalten sind. Besonders wichtig ist jedoch das 1861 erstmals geöffnete Hügelgrab Kummerhy westlich des Thorsberger Moors, das um 650 v. Chr. errichtet wurde und mit einem Steinkreis umgeben ist. Insgesamt befinden sich 22 Grabhügel in dem Gebiet.

Das Thorsberger Moor, aus dem bislang viele Gebrauchsgegenstände und Waffen sowie Kunstgewerbegegenstände wie Schmuck u. a. geborgen wurden, war – wie der Name vermuten lässt – dem germanischen Kriegsgott Thor als Opferstätte geweiht. Man geht davon aus, dass Thorsberg eine der wichtigsten Kultstätten der Region war – schon der Umstand, dass der alte Name Thorsberg auch in christlicher Zeit nicht vergessen wurde, deutet darauf hin. Die meisten der zum Teil einzigartigen Fundstücke werden heute im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum im Schloss Gottorf (Schleswig) aufbewahrt. Die Vielzahl an gebrauchten, schartigen Waffen, die im 4. Jahrhundert planmäßig im Moor versenkt wurden, wird oft als ein Hinweis auf schwere Kämpfe gedeutet, die in dieser Zeit in Jütland getobt zu haben scheinen und vermutlich in Zusammenhang mit der großen Völkerwanderung stehen. So ist denkbar, dass die militärischen Konflikte im Kontext der Auswanderung der meisten Angeln nach Britannien von Bedeutung waren.

Der Ort Süderbrarup wurde 1231 erstmals als Syndräbrathorp (brathorp: Dorf am Hang) urkundlich erwähnt.[2] Auf der anderen Seite der Oxbek gibt es entsprechend auch Norderbrarup, das bis ins 19. Jahrhundert der wichtigere Ort war.

Ev. Kirche Süderbrarup - September 2007
Die dänische Kirche Süderbrarups als rote Holzkirche

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von den 18 Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die CDU seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze, die SPD hatte vier, der SSW und die Wählergemeinschaft ABS hatten je zwei Sitze und die beiden Wählergemeinschaften KWS und LWL je einen Sitz.
  • Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 waren 17 Sitze zu vergeben. Die CDU erhielt acht Sitze, die SPD fünf Sitze, der SSW zwei Sitze, die Freien Wähler (FW-S) und die ABS je einen Sitz.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Friedrich Bennetreu (CDU) erneut zum Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein kreisrundes, vorgeschichtliches goldenes Schmuckstück, bestehend aus einem breiten äußeren und einem mit diesem durch vier Stege verbundenen, schmaleren inneren Ring, der einen sogenannten Dreiwirbel einschließt.“[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Süderbrarup stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

In Süderbrarup gibt es einen Sportverein und mehrere Chöre und Musikvereine.

Brarup-Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brarup-Markt

Der Brarup-Markt, der am letzten Juli-Wochenende stattfindet, ist der größte ländliche Jahrmarkt in Schleswig-Holstein. Er wurde im Jahr 1593 erstmals erwähnt und feierte 1993 sein 400-jähriges Jubiläum.

Der Brarup-Markt hat sich im Laufe der Jahrhunderte von einem bäuerlichen Markt zu einem Volksfest mit Schaustellern und Künstlern entwickelt. Heute handelt es sich um einen Jahrmarkt mit Fahrgeschäften und Buden, es gibt aber immer noch den traditionellen Viehmarkt am vorletzten Markttag.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süder-Center, September 2007

Süderbrarup hat eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Region Angeln. Im Zentrum befinden sich viele Einzelhandels- und Dienstleistungsunternehmen. Im Frühjahr 2006 wurde in der Nähe der Ortsmitte (Luftlinie zum Orts-Zentrum "Germaniaplatz": 400 m) ein Einkaufszentrum, das so genannte „Süder-Center“, eröffnet.

Bis in die 1990er Jahre bestand in Süderbrarup die Thorsberg-Kaserne der Bundeswehr, die nach dem Thorsberger Moor benannt war. Nach der Schließung wurde in den Gebäuden zeitweilig ein Auffanglager für Flüchtlinge aus den Jugoslawienkriegen eingerichtet. Heute befindet sich auf diesem Grundstück ein Baumarkt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof
Museumszug im Bahnhof

Die Bundesstraße 201 verbindet Süderbrarup mit Schleswig und der Bundesautobahn 7.

Bahnverbindungen bestehen im Stundentakt auf der Bahnstrecke Kiel–Flensburg.

Durch Süderbrarup führte die Schleswiger Kreisbahn, auf welcher der Personenverkehr 1972 eingestellt wurde. Die Strecke nach Schleswig wurde zum Rad- und Wanderweg umgestaltet. Seit Einstellung des Güterverkehrs auf dem 13 km langen Abschnitt nach Kappeln dient die Strecke nur noch der Museumsbahn Angelner Dampfeisenbahn.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es eine Bücherei, ein Jugendzentrum und ein Freibad.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es vier Kindergärten (darunter einen evangelischen, einen dänischen und einen der Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig), eine Grundschule, eine Förderschule, eine Gemeinschaftsschule sowie eine Dänische Grund- und Gemeinschaftsschule. Die deutsche Gemeinschaftsschule wurde erst 2008 aus der örtlichen Realschule und Hauptschule gebildet und heißt seit 2010 Schule am Thorsberger Moor.

Seit 2010 verfügt Süderbrarup auch über ein Berufliches Gymnasium in der Gemeinschaftsschule, das eine Außenstelle des Beruflichen Bildungszentrums Schleswig darstellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Gemeinde gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Petersen (1874–1949), Postmeister, Lokalpolitiker und -historiker.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Andreas Rumler: Schleswig-Holstein. Kultur, Geschichte und Landschaft zwischen Nord- und Ostsee, Elbe und Flensburger Förde. DuMont, Köln 1997. ISBN 3-7701-3566-0. S. 65.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Süderbrarup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien