Süderholz

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Süderholz in Mecklenburg-Vorpommern, zum Ort Süderholz in Schleswig-Holstein siehe Schwesing.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Süderholz führt kein Wappen
Süderholz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Süderholz hervorgehoben
Koordinaten: 54° 5′ N, 13° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 148,96 km²
Einwohner: 3924 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18516
Vorwahl: 038331
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 089
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rakower Str. 1
18516 Süderholz
Webpräsenz: www.suderholz.de
Bürgermeister: Alexander Benkert
Lage der Gemeinde Süderholz im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
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Süderholz ist eine amtsfreie Gemeinde im Süden des Landkreises Vorpommern-Rügen und liegt südlich von Grimmen. Der Verwaltungssitz der Gemeinde befindet sich im Ortsteil Poggendorf. Die Gemeinde entstand am 1. Januar 1999 aus den Gemeinden des aufgelösten Amtes Süderholz.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süderholz (Sitz - Poggendorf) liegt 8,5 km südöstlich der Stadt Grimmen, 19 km westlich von Greifswald und 32,5 km südlich von Stralsund. Die Gemeinde liegt in einer waldreichen Umgebung. Durch das Gemeindegebiet fließen die Flüsse Ryck und Trebel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(die ehemaligen Gemeinden sind Fett gekennzeichnet, die danach folgenden Orte gehörten zu diesen)

  • Bartmannshagen
  • Willerswalde
  • Kaschow
  • Griebenow
  • Kreutzmannshagen
  • Willershusen
  • Klein Bisdorf
  • Schmietkow
  • Kandelin
  • Zarnewanz
  • Lüssow
  • Groß Bisdorf
  • Neuendorf
  • Wüsteney
  • Wüst Eldena
  • Behnkenhagen
  • Prützmannshagen
  • Klevenow
  • Barkow
  • Boltenhagen
  • Poggendorf
Wüstungen und Wohnplätze
  • Guttin (Wüstung)
  • Sandberg (Wohnplatz)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sind: Miltzow im Norden, Wackerow im Nordosten, Levenhagen im Osten, Dersekow und Sassen-Trantow im Südosten, Loitz (Stadt) im Süden, Glewitz im Südwesten, Wendisch Baggendorf im Westen und Grimmen (Stadt) im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süderholz - allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend, war schon in der Steinzeit besiedelt, davon zeugen Großsteingräber (Neolithikum 3500 bis 1700 vdZ) in der Region. Vom 7. bis zum 13. Jahrhundert wurde die Umgebung hauptsächlich von Slawen bewohnt. Im Zuge der frühdeutschen Ostkolonisation (ab 1230) und der Gründung des Klosters Eldena kamen immer mehr deutsche Siedler ins Land. Der Name Süderholz ergab sich aus einem Waldstück (Holz) südlich von Poggendorf. Die Region hatte unter den Kriegen zu leiden. Von 1648 bis 1815 gehörte die Region zu Schwedisch-Pommern und danach zur preußischen Provinz Pommern. Bis 1992 war die Region Bestandteil des Kreises Grimmen. Danach wurde daraus der Kreis Nordvorpommern. Seit 2011 gehört die Gemeinde zum Landkreis Vorpommern-Rügen.

Von 1992 bis 1999 war die Gemeinde das Amt Süderholz (benannt nach dem Waldstück bei Poggendorf). Der Ort Poggendorf war Sitz des Amtes und ist jetzt Sitz der Gemeinde Süderholz.

Bartmannshagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist dem Namen nach eine frühdeutsche Gründung. Bartmannshagen hatte um 1880 ein kompaktes Gut mit einem ausgedehnten Park und stellt zu dieser zeit ein ausgesprochenes Gutsdorf dar. Um 1920 wurden Teile der Feldmark aufgesiedelt, es entstanden weit auseinander liegende Siedlungshöfe in nordöstlicher und südöstlicher Richtung. Dadurch entstand ein Streusiedlungsdorf.

Nach der Bodenreform von 1945/1947 wurde der Park mit Neubauernhöfen überbaut, es sind nur noch unwesentliche Reste vorhanden.

Willerswalde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch Willerswalde ist eine frühdeutsche Gründung. Es ist um 1880 ein Angerdorf, aber mit einem dominanten Gut und dessen Park. Von Gut und Park sind nur nach Reste vorhanden.

Das Dorf hat sich später nach Nordosten ausgedehnt, wohl durch die Bodenreform und später die Ansiedlung eines größeren Agrarbetriebes.

Kaschow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaschow ist eine slawische Gründung. Es war um 1880 ein Angerdorf mit zentraler Kirche und Kirchhof und war von der Funktion her ein Bauerndorf mit Höfen an der Dorfstraße. Am nördlichen Dorfrand befand sich ein Forsthaus.

Kaschow liegt zwischen dem Grimmener Stadt-Wald und dem Heidenholz. Im Stadt-Wald liegt der Rest eines neolithischen Großsteingrabes (3500 bis 1700 vdZ) und im Heidenholz sind die Reste einer neuzeitlichen Schanze anzutreffen. Sie wird als Schwedenschanze benannt ist aber nicht in diese Zeit datiert, sondern schon um 1500. Sie ist annähernd quadratisch mit Außenwällen und hat Maße von 200 mal 200 Meter. Sei stellt wohl eine Vorfeldsicherung für die Stadt Grimmen dar.

Das Dorf hatte sich bis in das 20. Jahrhundert kaum verändert, erst nach 1990 entstand östlich und westlich von Kaschow eine große Golfanlage, der „Golfpark Strelasund“.

Dönnie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1289 als Donyn in einer Urkunde der Herzöge Bogislaw IV., Barnim II. und Otto I. von Pommern erwähnt, als der Ort ins Eigentum des Klosters Stolpe übertragen wurde.[3]

→ Siehe Hauptartikel Dönnie

Griebenow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südöstlich des Gutes liegen Relikte einer mittelalterlichen Turmhügelburg aus frühdeutscher Zeit (1230 bis 1350) mit teilweise erhaltenem Ringgraben. Die Ortschaft wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Das ritterschaftliche Gut gehörte ab Mitte des 17. Jahrhunderts der Familie von Keffenbrinck, die unter dem Namen von Rehnskiöld ab 1650 die schwedische Nobilität erhielt. Der schwedische Einfluss wird auch im Herrenhaus – Schloss Griebenow sichtbar, das 1702–1706 erbaut wurde. Die Linie starb in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus, die westfälische Linie der von Keffenbrinck erbte das Gut. Sie erhielten 1875 den Grafentitel für den Fideikommiss Griebenow mit Willershusen und Kreutzmannshagen. Durch Heirat gelangte das Gut nach 1900 an die Familie der Freiherren von Langen, die sich dann von Langen-Keffenbrinck nannte.

Griebenow war ein typisches Gutsdorf mit dem dominierenden Gut, einschließlich ausgedehntem Park und einer Landarbeiter-Katenzeile westlich des Parks. Zwischen 1880 und 1920 mussten wohl Teile des Gutes abgegeben werden und wurden aufgesiedelt. Dadurch entstanden nach Nordwesten und Nordosten ausgedehnte Streusiedlungen.

Während des Zweiten Weltkrieges war das Schloss Müttererholungsheim, sowie bis 1958 Tuberkulose-Genesungsheim und dann Altersheim.[4]

Zu DDR-Zeiten und besonders nach 1990 begann der Ausbau der Wohnsiedlungen nördlich und südwestlich des Schlossareals. Der Gutshof mit den Wirtschaftsgebäuden ist relativ gut erhalten, es wurden zu LPG-Zeiten nur bauten verändert und hinzugefügt.

Das Gebiet um das Schloss wurde ab dem Ende der 1990er Jahre mit Hilfe der Städtebauförderung aufgewertet durch umfassende Restaurierungen.

Kreuzmannshagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf ist eine frühdeutsche Gründung. Es bestand um 1880 aus einem großen Gut und einer Landarbeiter-Katenzeile. Der Gutspark hatte nur eine geringe Größe. Wie beim nahe gelegenen Griebenow ist auch hier eine Aufsiedelung vor 1920 zu verzeichnen, die in Richtung Nordwesten und Nordosten als Streusiedlung mit einzelnen Drei- oder Vierseithöfen realisiert wurde. Die nordwestliche Hauptstraße wurde zu DDR-Zeiten und nach 1990 weiter bebaut.

Vom relativ großen Gut sind nur wenige Reste geblieben, das Grundstück wurde nach der Bodenreform von 1945/1947 mit Neubauernhöfen überbaut.

Willershusen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordöstlich des Ortes liegt ein großer Burgwall, der in die Zeit von 2200 bis 600 vdZ datiert wird. Er ist ca. 1000 Meter im Durchmesser und nimmt eine Fläche von 6 ha ein. Die datierenden Funde entstammen der Jungbronze- und Früheisenzeit und waren Flint- und Keramikartefakte. Urkundlich wurde er in Verbindung mit der Wüstung Guttin in einer Grenzbeschreibung genannt.[5]

Willershusen war um 1880 ein relativ kleines Gut mit einer ebenfalls kleinen Katenzeile der Landarbeiter. Etwas abseits lag südöstlich ein Forstgehöft und westlich lagen zwei Windmühlen.

Nach der Bodenreform entstanden in Richtung Neuendorf mehrere Neubauernhöfe.

Klein Bisdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Ort war schon immer eine Streusiedlung und von der Funktion her ein Bauerndorf. Die kleinen und mittleren Bauernhöfe lagen und liegen verstreut an den Straßen bzw. den Wegen. Der Ort hatte noch 1920 lt. MTB zwei Windmühlen, sonst aber keine Besonderheiten.

Klein Bisdorf liegt jetzt direkt an der Auffahrt Greifswald der Bundesautobahn 20. Die Struktur des Dorfes hat sich nicht verändert, lediglich östlich ist um 2002 der Betriebshof der Autobahnmeisterei entstanden.

Schmietkow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Namen nach ist es eine slawische Gründung. Es ist ein kleines Gutsdorf mit dem Gut einschließlich Park und einer doppelten Katenzeile für die Landarbeiter. 1880 wurde es als normales Gut bezeichnet, 1920 aber als Dominal, das heißt Staatseigentum. Das sanierte Gutshaus wurde um 1900 erbaut.

Nach der Bodenreform von 1945/1947 entstanden nördlich und westlich Neubauernsiedlungen, danach veränderte sich die Struktur des Dorfes nicht mehr. Einige Wirtschaftsgebäude des Gutes verschwanden, auch der Park wurde stark dezimiert.

Kandelin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist eine slawische Gründung. Kandelin war und ist ein Straßendorf hatte aber einen kleinen Anger, das vorhandene Gut war nicht dominant. Kandelin wurde 1677 während der Schwedenzeit im Holländischen Krieg zerstört.

Der Ort hatte um 1880 ein kleines Gut, eine Dampf- und eine Windmühle.

Das Dorf weitete sich zu DDR-Zeiten und nach 1990 beträchtlich aus, es entstanden zwei große Landwirtschaftskomplexe.

Zarnewanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zarnewanz ist ein Angerdorf, hatte aber schon 1835 lt. PUM (Preuß. Urmesstischblatt) zwei Gehöftzeilen, die als Kolonie Zarnewanz bezeichnet wurden. Noch 1920 unterschied man lt. MTB zwischen Groß Zarnewanz, dem Kerndorf und Klein Zarnewanz, der ehemaligen größeren Kolonie in Richtung Kandelin. Am Ort gab es 3 Windmühlen. Zarnewanz hatte kein Gut, es war demnach ein reines Bauerndorf.

Nach 1945 wurde das Dorf als geschlossene Einheit und mit dem Namen Zarnewanz bezeichnet. Die Dorfstruktur veränderte sich aber nicht wesentlich.

Lüssow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lüssow war eine slawische Gründung und hatte 1835 lt. PUM nur ein kompaktes Gut ohne Wohnplatz, dieser war wohl im Gut integriert. Bis 1920 entstand aber südlich des Gutes eine Katenzeile. Nach 1945 verschwanden vom Gut die meisten Wirtschaftsbauten und es entstanden die Neubauernhöfe nach der Bodenreform. Vom kleinen Gutspark blieb nur ein geringer Rest. Der Hof des Gutes entwickelte sich zum Dorfanger.

Groß Bisdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den modernen Kartenwerke wird das Dorf auch nur mit „Bisdorf“ bezeichnet. Der Ort ist ein Angerdorf und von der Funktion her ein Bauerndorf. Es gibt außer der Kirche mit Kirchhof und dem obligatorischen Kriegerdenkmal keine Besonderheiten. Das Dorf hat sich entsprechend den Kartenwerken seit 1835 (PUM = Preuß. Urmesstischblatt) bis heute in Größe und Struktur nicht verändert. Es ist über Gemeindestraßen von der L 26 oder von Zarnewanz erreichbar.

Neuendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist dem Namen nach eine frühdeutsche Gründung (um 1230 bis 1350). Die Ortschaft wurde als Niendorp am 12. Juli 1276 erstmals urkundlich genannt.

Neuendorf wurde 1677 während des Holländischen Krieges zerstört.

Neuendorf ist ein Straßendorf, das zugehörige Gut liegt etwas abgesetzt nach Westen. Gutshaus und Wirtschaftsgebäude waren lt. PUM bereits vor 1835 errichtet. Der Park scheint nach der Kartenzeichnung ursprünglich im Barockstil angelegt, später aber in einen englischen Landschaftspark umgewandelt worden zu sein. 1880 hatte Neuendorf 5 Windmühlen (einschließlich Sandberg), eine Molkerei und eine separat westlich liegende Schmiede.

Nach der Bodenreform 1945/1947 entstanden mehrere Neubauerngehöfte. Nach 1960 überbaute die LPG das Gutsgelände. Erst in den 1970er Jahren entstand nordwestlich, gegenüber dem Gut ein LPG-Komplex. Nach 1990 wurde dieser privatisiert und modernisiert. Die LPG-Bauten im Gutsareal wurden beseitigt, die westlich daneben blieben bestehen.

Sandberg (Wohnplatz)

Sandberg gehört zu Neuendorf liegt aber 1,2 Kilometer nordöstlich des Kerndorfes. Es hatte drei Gehöfte und zwei Windmühlen. Die Gehöfte bestehen noch heute.

Wüsteney[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wüsteney war ein Gutsdorf mit dem Gut, der Katenzeile der Landarbeiter, aber auch sonstiger dörflicher Gehöfte und der Kapelle. Nach der Bodenreform entstehen wohl zusätzliche Neubauerngehöfte, aber später keine LPG-Bauten. Die Gutsbauten außer dem Herrenhaus wurden beseitigt, teilweise überbaut mit den neuen Gehöften. Erst nach 1990 entstand südöstlich des Ortes ein kleiner landwirtschaftlicher Komplex.

Nördlich führt in kurzer Entfernung die Bundesautobahn 20 vorbei.

Wüst Eldena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name hat sicher etwas mit dem Kloster Eldena zu tun, welches in dieser Gegend besitzlich war. Der Ort liegt direkt am Ryk, hier noch Ryk-Graben genannt. Der Ort bestand um 1835 lt. PUM nur aus einem kleinen Vierseit-Hof und zwei Landarbeiterkaten. Bereits 1880 wurde das Gut neu gebaut und war dann recht groß. Die Ansiedlung der Landarbeiter und Handwerker war aber nicht wesentlich vergrößert worden. Erst nach der Bodenreform von 1945/1947 entstand rings um das Gut eine Streusiedlung, die sich auch auf die Südseite des Ryk ausdehnte. Große Teile der Gutsgebäude wurden wohl auch zu LPG-Zeiten weiter genutzt, dadurch blieben sie erhalten.

Heute liegt der Ort direkt an der Bundesstraße 96, dem neuen Rügenzubringer.

Behnkenhagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Namen nach ist es eine frühdeutsche Gründung (1230 bis 1350), auch das nahe Bodendenkmal, die Turmhügelburg knapp westlich des Ortes ist Beleg dafür. Dieser Turmhügel wird durch eine Bachschleife geschützt.

Behnkenhagen ist ein Straßendorf und von der Funktion her ein Bauerndorf, was für Pommern eher selten ist. Die Höfe sind im Umfeld verteilt. Diese Struktur hat sich bis in die Gegenwart erhalten.

Prützmannshagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch dieser Ort ist eine frühdeutsche Gründung, wie der Name belegt. Der Ort bestand lt. PUM 1835 aus zwei Vierseithöfen, das blieb sogar bis nach 1920 lt. MTB so. Wohl erst nach 1945 bzw zu DDR-Zeiten vergößerte sich der Ort aber auch nur unwesentlich. So blieb es bis heute.

Klevenow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1387 erstmals urkundlich erwähnt. Klevenow war wichtige Grenzbefestigung von Pommern gegen Mecklenburg. Das ritterschaftliche Gut gehörte den von Wakenitz.

1612 wurde auf den geschleiften Wallanlagen eine Kapelle errichtet. Die Burg Klevenow und auch die Kapelle wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört, wieder aufgebaut und später umgebaut.[6] 1627 noch erweiterte Carl von Wakenitz die Wasserburganlage.

1816, bereits zu preußischer Zeit, gelangte der Besitz durch Heirat an die Familie von Lancken, die sich daraufhin von Lancken-Wakenitz nannte.

1835 war das Herrenhaus auf dem Burgberg, nordöstlich davon lag des Gutareal und nördlich zwei Landarbeiterkaten. Zwischen Gut und Burgberg war die Kapelle angesiedelt.

1848 brannte die Burg aus. Danach wurden die Wassergräben zugeschüttet, die Wälle planiert und darauf ein Park angelegt. Fritz Freiherr von Lancken-Wakenitz war der Auftraggeber dieses Umbaus, einschließlich des Gutshauses.

1880 präsentiert sich in der MTB eine imposante Parkanlage. Die Landarbeiter-Katenzeile wurde nach Osten, parallel zur späteren Bundesstraße 194 verlegt.

Letzter Besitzer des 500 ha großen Gutes war 1945 Malte Freiherr von der Lancken-Wakenitz.[7]

Aus der Bodenreform 1945/1947 resultierte die Ansiedlung von Neubauerngehöften. Danach wurde von der LPG die Wirtschaftsbauten des ehemaligen Gutes genutzt und weitere links und rechts davon errichtet. Der Park wurde nach 1945 geschädigt, besonders durch den Bau eines Sportplatzes mitten im Park und durch mangelnde Pflege. Trotzdem ist er mit dem erhaltenen Herrenhaus noch eine Sehenswürdigkeit.

Barkow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt nur durch die B 194 getrennt gegenüber von Klevenow. Beide gehen heute fast ineinander über. Barkow hatte etwa die gleiche Entwicklung wie Klevenow, auch dort war um 1880 eine Vergrößerung und Modernisierung des Gutes und der Landarbeitersiedlung realisiert worden. Zur gleichen Zeit entstand an der Straße direkt ein Chausseehaus.

Nach 1945 erfolgte die gleiche Entwicklung wie bei Klevenow, aber das Gut wurde gänzlich mit Neubauernhöfen überbaut, das Gutshaus wurde ebenfalls Wohnhaus. Die Landwirtschaft (LPG) wurde nach Klevenow verlegt.

Rakow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rakow wurde 1232 erstmals urkundlich erwähnt und hieß zu der Zeit Groß Rakow. Der Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie Krebsort.

Wüstenbilow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde 1320 erstmals als „Bilow“ urkundlich erwähnt, benannt nach der nachbarlichen Adelsfamilie Bilow, die ihre Besitzanteile 1551 an das Herzogtum Pommern verkaufte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort völlig verwüstet und seitdem als Wüstenbilow bezeichnet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wahlperiode 2014–2019 gehören der Gemeindevertretung 15 Mitglieder an, davon sind elf Vertreter der CDU, drei Vertreter der Linken und ein Einzelbewerber.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Süderholz – nicht vollständig

Kapelle in Willerswalde
Kirche in Kandelin
Kirchen
  • Kirche Groß Bisdorf (erste Erwähnung im 13. Jhr.)
  • Kirche Bretwisch: Ein rechteckiger Feldsteinbau. Wurde 1852 in neogotischen Formen erbaut. Die Kirche besitzt eine einheitliche, neogotische Ausstattung aus dem 19. Jahrhundert. Die Orgel wurde von Friedrich Albert Mehmel gefertigt.
  • Schlosskapelle Griebenow, im 17. Jahrhundert errichteter 15-seitiger Holzbau
  • Kirche Rakow, von 1238 (älteste Kirche im ehemaligen Landkreis Nordvorpommern): Ein einschiffiger Feld- und Backsteinbau. Mit dem Bau des Chores wurde Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen. Das breitere Kirchenschiff mit dem Westturm wurde bis zum 15. Jh. fertiggestellt. Im Inneren finden sich Reste ornamentaler Wandmalerei aus dem 13., 15. und 18. Jahrhundert.
  • Kapelle Willerswalde
  • Kapelle Klevenow[8]
  • Kapelle Kaschow[9]
  • Kapelle Poggendorf
Schlosspark in Griebenow

Bodendenkmale, Grünanlagen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist von der Land- und Forstwirtschaft geprägt. Nachfolgend sind in den Orten Gewerbebetriebe des Handwerks, des Services und der Dienstleistungen angesiedelt. Im Gemeindegebiet liegt das aufstrebende Gewerbegebiet Pommerndreieck mit mehreren Gewerbe- und Handelsansiedlungen. Im Ortsteil Boltenhagen befinden sich Geschäftssitz und Produktion eines Versandhändlers für Garten- und Wildkräuter sowie deren Sämereien, wie sie für die Bereitstellung ausgefallener Kräuter der vegetarischen Gourmetküche benötigt werden („Essbare Landschaften GmbH“).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Ortsteile Poggendorf und Klevenow führt die Bundesstraße 194. Die Ostseeautobahn A 20 ist über die Anschlüsse Grimmen-Ost und Greifswald zu erreichen. Unweit südöstlich des Pommerndreiecks zweigt der Rügenzubringer, die Bundesstraße 96, von der A20 ab.

Die Bahnstrecke Berlin–Stralsund (Berliner Nordbahn) führt durch das Gemeindegebiet, die Regionalzüge halten in Rakow.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  3. Rodgero Prümers: Pommersches Urkundenbuch. Bd. 3. Abt. 1: 1287–1295. Friedr. Nagelsche Buchhandlung, Stettin 1888, S. 83–84, PUB 1517.
  4. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 68, ISBN 3-88042-636-8
  5. Kunkel 1932
  6. Norbert Buske, Sabine Bock: Die Marienkirche in Grimmen und die zum Kirchspiel gehörenden Kirchen und Kapellen in Kaschow, Klevenow und Stoltenhagen. Thomas Helms Verlag Schwerin 2012, ISBN 978-3-940207-85-2
  7. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 100, ISBN 3-88042-636-8
  8. Norbert Buske, Sabine Bock: Die Marienkirche in Grimmen und die zum Kirchspiel gehörenden Kirchen und Kapellen in Kaschow, Klevenow und Stoltenhagen. Thomas Helms Verlag Schwerin 2012, ISBN 978-3-940207-85-2
  9. Norbert Buske, Sabine Bock: Die Marienkirche in Grimmen und die zum Kirchspiel gehörenden Kirchen und Kapellen in Kaschow, Klevenow und Stoltenhagen. Thomas Helms Verlag Schwerin 2012, ISBN 978-3-940207-85-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]