Südfriedhof (Leipzig)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Süd-(Rück-)Seite der Kapellenanlage. In der oberen Arkade sowie hinter den ebenerdigen Gittern befindet sich das Kolumbarium, im Hintergrund zwei Schornsteine des Krematoriums.

Der Südfriedhof ist mit 72 Hektar[1] der größte Friedhof Leipzigs. Er befindet sich im Leipziger Süden in der Nachbarschaft des Völkerschlachtdenkmals und zählt neben dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf und dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin zu den größten parkähnlichen Friedhöfen Deutschlands. Er steht unter Denkmalschutz.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kapellenanlage von der Aussichtsplattform des Völkerschlachtdenkmals aus, 2015.

Die Planungen für den Friedhof begannen im Jahr 1879. Zunächst wurde er auf einem Gelände von 54 Hektar angelegt. Die Hauptverantwortlichen hierfür waren der Leipziger Gartenbaudirektor Otto Wittenberg und der Architekt Hugo Licht.

Durch die rasante Entwicklung der Stadt während der Industrialisierung, sich ankündigender Eingemeindungen umliegender Orte und der damit verbundenen stetig steigenden Bevölkerungszahl wurden neue Friedhofsareale nötig. Nach dem Leipziger Nordfriedhof 1881 wurde der Südfriedhof am 1. Juni 1886 durch Bürgermeister Carl Bruno Tröndlin eröffnet. Kurz darauf wurde auch die erste Bestattung vorgenommen. Das Grab ist heute noch in der I. Abteilung erhalten. Jedoch war der Südfriedhof als Begräbnisplatz zunächst sehr unbeliebt. Die Leipziger ließen sich weiter auf dem Neuen Johannisfriedhof (heute der Friedenspark) beisetzen. Dies änderte sich, als der Neue Johannisfriedhof sich zu füllen begann und die Bäume auf dem Südfriedhof größer und der beabsichtigte Parkcharakter erkennbar wurde.

Besuchern des benachbarten Völkerschlachtdenkmals fällt als Erstes die 1910 eröffnete Kapellenanlage mit ihrem 60 Meter hohen Glockenturm auf. Das neoromanische Gebäudeensemble, das unter der Leitung des Leipziger Baudirektors Otto Wilhelm Scharenberg errichtet wurde, hatte die romanische Klosteranlage Maria Laach in der Eifel zum Vorbild und gilt als das größte Friedhofsbauwerk in Deutschland. Krematorium und Kolumbarium fügen sich unauffällig in das Gesamtbild ein.

In den letzten Jahren wurde das Bauwerk schrittweise instand gesetzt. Die Einäscherungsanlage wurde 1998/99 erneuert. Anstelle der ehemals drei Öfen wurden im historischen Gebäude zwei neue Einäscherungsöfen samt drei Rauchgaskanälen errichtet. Der dritte Rauchgaskanal wird derzeit nicht genutzt, er ist für eine mögliche Erweiterung mit einem dritten Ofen vorgesehen. Die Hauptkapelle wurde 1996/97 rekonstruiert, dabei erfolgte die Neuausmalung des Chorraumes nach historischem Befund. Das denkmalgeschützte Kolumbarium wurde nach jahrelanger Vernachlässigung und Vandalismus in zweijähriger Arbeit renoviert und zum 125. Jahrestag der Eröffnung des Friedhofs im Juni 2011 wieder benutzt.[3]

Bis 1924 erweiterte man den Friedhof auf 63 Hektar. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Friedhof bisher letztmals auf die heutige Fläche von 72 Hektar erweitert. Man bestattete 3474 Opfer der Bombenangriffe auf Leipzig in der heutigen XXVIII. Abteilung. Insgesamt wurden 4500 der fast 6000 zivilen Luftkriegsopfer in Leipzig auf dem Südfriedhof beigesetzt[4].

Besonders sehenswert sind die historischen Grabmäler, die teilweise von bedeutenden Künstlern wie Max Klinger, Wolfgang Niedner, Fritz Behn, Max Lange oder Carl Seffner in verschiedenen Stilarten geschaffen wurden.

Gedenkstätten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände des Friedhofs befinden sich etwa 10.000 bis zu vier Meter hohe Rhododendronbüsche. Weitere baumkundliche Besonderheiten sind Amberbaum, Mahonie, Zierkirsche, Urweltmammutbaum, Traueresche, Geweihbaum, Ginkgo und verschiedene Lindenarten. 60 brütende Vogelarten auf dem Friedhof sind registriert. Es gibt viele Eichhörnchen und in den ruhigen Morgen- und Abendstunden kann man Rehe, Kaninchen oder Füchse sowie in der Abenddämmerung Fledermäuse beobachten.

Vandalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem großen Gelände des Friedhofes ereignen sich immer wieder Akte des Vandalismus. Neben dem permanenten Diebstahl von Grabbepflanzungen ist in jüngster Zeit vermehrt die brutale Zerstörung von Grabdenkmalen zu beklagen. 2015 zogen Buntmetalldiebe eine Spur der Verwüstung, indem sie großflächig bronzene Teile von Grabmalen entwendeten.

Den bislang traurigsten Höhepunkt der Zerstörung stellte die „Köpfung“ künstlerisch wertvollster marmorner Grabskulpturen im August 2016 dar.[6] Dabei wurden unwiederbringlich zerstört:

  • Max Alfred Brumme: Mutter mit Kindern, Grabmal Kaps, XIV. Abteilung
  • Ulfert Janssen: Knabe mit Rosengirlande, Grabmal Franz Schlohbach, II. Abteilung
  • Felix Pfeifer: Engel, Grabmal Haertel-Kipke, XX. Abteilung
  • Robert Schenker: Trauernde, Grabmal Rüdinger, XVI. Abteilung

Beigesetzte Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Persönlichkeit Lebensdaten Beruf / Bedeutung Bemerkung
A
Max Abraham 1831–1900 Musikverleger Grabstelle aufgelassen, Restitutionsstein
Cliff Aeros 1889–1952 Artist und Gründer des Zirkus Aeros
Albrecht Alt 1883–1956 Theologe
Wilhelm Andreas 1882–1951 Bildhauer Grabstelle aufgelassen
Norbert Aresin 1911–1971 Mediziner
Rudolf Arzinger 1922–1970 Völkerrechtler in Leipzig
Helmtraut Arzinger-Jonasch 1935–2007 Chirurgin, Hochschullehrerin in Leipzig in zweiter Ehe mit Rudolf Arzinger verheiratet gewesen
B
Fritz Baedeker 1844–1925 Verleger
Johannes Baensch-Drugulin 1885–1945 Buchdruckereibesitzer
Irma Baltuttis 1920–1958 Schlagersängerin Grabstelle aufgelassen
Fritz-Karl Bartnig 1926–1988 Politiker Vorsitzender des Bezirksvorstandes Leipzig der CDU.
Carl Bartuzat 1882–1959 Flötist
Klaus Baschleben 1946–2005 Theaterkritiker
Fritz Baumgarten 1883–1966 Illustrator Grabstelle aufgelassen
Winfried Baumann 1930–1980 ehem. Fregattenkapitän wegen Spionage für den BND verurteilt und per Kopfschuss hingerichtet, anonym bestattet
Georg Baus 1889–1971 Buch- und Werbekünstler
Christian Becher 1943–2013 Kabarettist
Paul Beckers 1878–1965 Schauspieler und Komiker
Herbert Beckert 1920–2004 Mathematiker
Dieter Bellmann 1940–2017 Schauspieler aus In aller Freundschaft
Georg Benedix 1876–1970 Sportorganisator und Sportfunktionär Leiter der Arbeiter-Turn- und Sportschule in Leipzig
Paul Benndorf 1859–1926 Historiker und Sepulkralforscher
Eva-Maria Bergmann 1941–2016 Malerin und Grafikerin
Heinrich Besseler 1900–1969 Musikwissenschaftler
Margarethe Bethe-Loewe 1854–1932 Malerin
Ernst Beyer 1855–1927 Schulrat Namensgeber des ehem. Leipziger Lehrervereinshauses
Volker Bigl 1942–2005 Mediziner Rektor der Universität Leipzig
Georg Christoph Biller 1955–2022 Dirigent und Thomaskantor
Felix Victor Birch-Hirschfeld 1842–1899 Mediziner
Margarete Blank 1901–1945 Ärztin
Paul von Bleichert 1877–1938 Industrieller
Elke Blumenthal 1938–2022 Ägyptologin
Hans H. Bockwitz 1884–1954 Buchwissenschaftler, Papierhistoriker und Museumsdirektor
Rudolf Boehm 1844–1926 Pharmakologe
Felix Boenheim 1890–1960 Arzt
Fritz von Bose 1865–1945 Pianist und Komponist 2021: Grabstelle aufgelassen
Gerhard Bosse 1922–2012 Geiger und Dirigent
Paul Böttcher 1891–1975 Politiker und Journalist
Ida Boysen 1889–1961 Chirurgin 2009 in das Grab ihres Vaters umgebettet
Friedrich Brandstetter 1803–1877 Verleger, Buchdruckereibesitzer Familiengrab
Helga Brauer 1936–1991 Sängerin
Friedrich Braun 1862–1942 Germanist
Hans Adolf von Brause 1847–1928 Reformpädagoge, Schuldirektor
Elisabeth Breul 1930–2016 Opernsängerin
Karl Brugmann 1849–1919 Universitätsprofessor, Sprachwissenschaftler
Lo Bücheler-Gerfin 1895–1983 Konzertpianistin
Karl Bücher 1847–1930 Nationalökonom
Carl James Bühring 1871–1936 Architekt und Stadtbaurat
Max Bürger 1885–1966 Arzt
Arthur Bretschneider 1886–1949 Politiker
C
Reinhold Carl 1864–1929 Bildhauer und Maler Grab nicht identifizierbar
Ilse Czech-Kuckhoff 1908–1982 Schriftstellerin 2020: Grabstelle aufgelassen
Ludolf Colditz 1847–1909 Jurist und Unternehmer
Heinrich Curschmann 1846–1910 Mediziner
Friedrich Czapek 1868–1921 Botaniker
D
Ernst Debes 1840–1923 Kartograph Familiengrab
Eugen Debes 1875–1933 Kartograph Familiengrab
Franz Delitzsch 1813–1890 Theologe
Fred Delmare 1922–2009 Schauspieler
Georg Dertinger 1902–1968 Politiker
Otto Didam 1890–1966 Chorleiter
Margareta Diersch 1889–1921 Schriftstellerin
Anton Dietrich 1833–1904 Maler
Rudolf Dittrich 1855–1929 Oberbürgermeister von Leipzig
Detlef Döring 1952–2015 Historiker, Theologe und Bibliothekswissenschaftler
Georg Domizlaff 1884–1937 Funktionär Präsident der Oberpostdirektion in Leipzig und Feld-Oberpostmeister im Ersten Weltkrieg; 1960er Jahre wurde das große Grabmal von den Behörden abgeräumt. Grabmal aufgelassen
Marcell Driver 1866–1952 Reichsgerichtsrat
E
Karl Echte 1885–1960 Jurist
Walter Eichenberg 1922–2018 Musiker, Komponist
Otto Engert 1895–1945 Politiker
Bernhard Engländer 1832–1905 Reichsgerichtsrat
Eduard Erkes 1891–1958 Sinologe Grab auch der Ehefrau, der Grafikerin Anna Babette Conrady-Erkes – Abteilung I
F
Elmar Faber 1934–2017 Germanist und Verleger
Herta-Len Felsberg 1906–1946 Malerin, Illustratorin
Hermann Feurich 1854–1925 Klavierbauer
Conrad Fiedler 1841–1895 Kunsttheoretiker
Werner Fischel 1900–1977 Professor für Tierpsychologie
Otto Fischer 1861–1916 Physiologe und Physiker
Paul Flechsig 1847–1929 Neurologe und Psychiater
Curt Fleischhack 1892–1972 Direktor der Deutschen Bücherei
Alfred Frank 1884–1945 Maler
Albin Frehse 1878–1973 Kammervirtuose, Hornist Grabstelle aufgelassen
Christian Gottlob Frege 1717–1781 Bankier und Handelsherr vom Schloss Abtnaundorf zum Südfriedhof umgebettet
Theodor Friedrich 1879–1947 Pädagoge, Goetheforscher
Theodor Frings 1886–1968 Mediävist
G
Elfrun Gabriel 1939–2010 Konzertpianistin
Eduard Gaebler 1842–1911 Kupferstecher, Kartograph, Verleger
Karl Gelbke 1899–1965 Arzt, Obersanitätsrat Ärztlicher Direktor der Kliniken der Medizinischen Fakultät in Leipzig
Christian Fürchtegott Gellert 1715–1769 Schriftsteller
Otto Georgi 1831–1918 Oberbürgermeister von Leipzig
Ottmar Gerster 1897–1969 Komponist
Peter Gläser 1949–2008 Musiker
Christa Gottschalk 1927–2018 Schauspielerin
Richard Graul 1862–1944 Kunsthistoriker Direktor des Kunstgewerbemuseums Leipzig
Ernst Johann Groth 1859–1936 Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Pädagoge
Sigfrid Grundeis 1900–1953 Pianist
Hans Grüß 1929–2001 Musikwissenschaftler
Horst Günter 1913–2013 Opernsänger und Gesangslehrer
Doris Günther 1919–2009 Unternehmerin und Mäzenin Direktorin des in „Messedruck Leipzig“
H
Emil Franz Hänsel 1870–1943 Architekt
Erwin Hagedorn 1952–1972 Sexualstraftäter und mehrfacher Kindermörder nach Hinrichtung anonym beigesetzt
Helmut Hanisch 1943–2016 evangelischer Religionspädagoge
Gerhard Harig 1902–1966 Physiker
Otto Harrassowitz 1845–1920 Verleger
Jürgen Hart 1942–2002 Kabarettist und Sänger
Hugo Haschke 1865–1918 Zigarrenfabrikant/-händler Mäzen von Leipzig
Hellmuth von Hase 1891–1979 Verleger Mitinhaber Verlag
Breitkopf & Härtel
Martin von Hase 1901–1971
Samuel Heinicke 1727–1790 Gehörlosenpädagoge
Walter Heinze 1900–1933 Widerstandskämpfer bei einem SA-Überfall getötet
Walter Heise 1899–1945 Politiker und Widerstandskämpfer
Erich Heiser 1888–1958 Architekt
Hans Held 1866–1942 Anatom
Ilse Helling-Rosenthal 1886–1939 Konzertsängerin
Paul Herfurth 1855–1937 Zeitungsverleger und Politiker
Edgar Herfurth 1865–1950 Zeitungsverleger
Otto Herrmann 1889–1976 Politiker Abgeordneter des Sächsischen Landtages und Landrat
Johannes Hertel 1872–1955 Indologe
Joachim Herz 1924–2010 Opernintendant
Karl Wilhelm Hiersemann 1854–1928 Antiquar und Verleger
Henri Hinrichsen 1868–1942 Musikverleger Grabstelle aufgelassen, Restitutionsstein
Arthur Hoffmann 1900–1945 Widerstandskämpfer
Elise Hofmann-Bosse 1880–1954 Bibliothekarin Werkgefährtin Walter Hofmanns
Eduard Hölder 1847–1911 Jurist
Otto Hölder 1859–1937 Mathematiker
Alfred Hoppe 1906–1985 Maler und Grafiker
Günter Horlbeck 1927–2016 Maler und Grafiker
Irmgard Horlbeck-Kappler 1925–2016 Grafikerin
Ludwig Hupfeld 1864–1949 Unternehmer Gründer der Ludwig Hupfeld AG
I
Carl Heinrich Ihmels 1888–1967 Theologe, Missionsdirektor
Johannes Ilberg 1860–1930 Philologe und Herausgeber Rektor Königin-Carola-Gymnasium
Waldemar Ilberg 1901–1967 Physiker
Johann Christian Gottlieb Irmler 1790–1857 Klavierbauer Familiengrab
J
Holger Jackisch 1959–2001 Schriftsteller, Redakteur und Regisseur
Wolfram Jacobi 1928–2015 Dirigent und Komponist Schwager von Alfred Struwe
Johannes Jahn 1892–1976 Kunsthistoriker
Karl Jungbluth 1903–1945 Politiker
Johannes Junck 1861–1940 Politiker
K
Joseph Kaiser 1869–1940 Justizrat Rechtsanwalt am Reichsgericht
Erhard Kaps 1915–2007 Unternehmer, Schriftsteller
Sigfrid Karg-Elert 1877–1933 Komponist
Elisabeth Karg-Gasterstädt 1886–1964 Germanistin
Alfred Kästner 1882–1945 Politiker
Oskar Kellner 1851–1911 Agrikulturchemiker, Tierphysiologe
Rudolf Kittel 1853–1929 Theologe Herausgeber der Biblia Hebraica
Julius Klengel 1859–1933 Cellist
Julius Klinkhardt 1810–1881 Verleger nur Grabstele; beerdigt auf dem Neuen Johannisfriedhof
Arthur Knick 1883–1944 Mediziner
Rudolf Kötzschke 1867–1949 Historiker
Franz Konwitschny 1901–1962 Gewandhauskapellmeister
Hermann August Korff 1882–1963 Germanist und Goetheforscher
Franz Kossmat 1871–1938 Geologe
Manfred Kossok 1930–1993 Historiker
Oskar Krancher 1857–1936 Entomologe
Kurt Kresse 1904–1945 Politiker
Julius Kreutzbach 1845–1913 Pianofortefabrikant
August Kroneberg 1885–1969 Gerwekschafter und Lokalpolitiker
Karl Krug 1900–1983 Maler und Grafiker
Ulrich Kühn 1932–2012 evangelischer Theologe
Louis Kuhne 1835–1901 Naturheilkundler
Manfred Künne 1931–1990 Schriftsteller
Wilhelm Kunze 1894–1960 Generalmajor
L
Georg Langbein 1849–1909 Galvanotechniker
Rudolf Lavant 1844–1915 Schriftsteller eigentlich: Richard Cramer
Max Le Blanc 1865–1943 Elektrochemiker
Richard Lehmann 1900–1945 Widerstandskämpfer
Hinrich Lehmann-Grube 1932–2017 Oberbürgermeister Ehrenbürger der Stadt Leipzig
Adolf Lehnert 1862–1948 Bildhauer
Albrecht Leistner 1887–1950 Bildhauer
Friedemann Lenk 1929–2021 Bildhauer
August Leskien 1840–1916 Slawist
Albert de Liagre 1833–1908 Großkaufmann Niederländischer Generalkonsul
Hugo Licht 1841–1923 Architekt des Neues Rathaus und Anlage des Südfriedhofs
Leon Lichtenstein 1878–1933 Mathematiker Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, Vetter von Norbert Wiener
Robert Richard Lipinski 1867–1936 Politiker
Eva Lips 1906–1988 Ethnologin
Julius Lips 1895–1950 Ethnologe
Hans Lissmann 1885–1964 Konzertsänger
Fred Lohse 1908–1987 Komponist und Musikpädagoge
Günter Lohse 1934–2009 Opernregisseur
Marie Lomnitz-Klamroth 1863–1946 Bibliothekarin und Blindenschriftexpertin Leiterin der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig; Grabstätte nicht mehr erhalten
Paul Losse 1890–1962 Kammersänger, Musikpädagoge
Marinus van der Lubbe 1909–1934 Angeklagter beim Reichstagsbrandprozess Grabstelle aufgelassen, Restitutionsstein
Max Ludwig 1882–1945 Chorleiter, Komponist, Hochschullehrer
M
Josef Mágr 1861–1924 Bildhauer
Heinrich Julius Mäser 1848–1918 Verleger
Arthur Malmgren 1860–1947 Theologe Bischof der Lutherischen Kirche in Russland
Theodor Mannborg 1861–1930 Harmoniumfabrikant
Felix Marchand 1846–1928 Pathologe Vater von Hildegard Marchand
Kurt Masur 1927–2015 Dirigent und Gewandhauskapellmeister
Wilhelm Maßmann 1837–1916 Senatspräsident Reichsgericht
Wolfgang Mattheuer 1927–2004 Maler
Ursula Mattheuer-Neustädt 1926–2021 Grafikerin
Erhard Mauersberger 1903–1982 Thomaskantor
Georg Maurer 1907–1971 Schriftsteller
Ferdinand May 1896–1977 Autor
Georg Mayer 1892–1973 Wirtschaftswissenschaftler, Rektor
Georg Merrem 1908–1971 Neurochirurg Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR
Hans Meyer 1858–1929 Geograph, Afrikaforscher Erstbesteiger des Kilimandscharo
Herrmann Julius Meyer 1826–1909 Verleger
Theodor Meyer 1853–1936 Reichsgerichtsrat 2016: Grabstelle aufgelassen
Günter Mieth 1931–2013 Germanist und Literaturhistoriker
Eugen Mogk 1854–1939 Philologe
Edla Moskalenko-Ritter 1902–1974 Opernsängerin
Julius Motteler 1838–1907 Politiker
Heinz Müller 1924–2007 Maler
N
Oskar Nachod 1858–1933 Japanologe
Pawoł Nedo 1908–1984 Pädagoge und Ethnologe Vorsitzender der Domowina
Alexander Neroslow 1891–1971 Maler
Waldus Nestler 1887–1954 Reformpädagoge 2018: Grabstelle aufgelassen
Walter Niemann 1876–1953 Musikwissenschaftler, Pianist, Komponist Grabstelle aufgelassen, Grabstein versetzt
Amélie Nikisch 1862–1938 Sopranistin, Komponistin
Arthur Nikisch 1855–1922 Gewandhauskapellmeister
Mitja Nikisch 1899–1936 Musiker und Komponist
Kurt Nowak 1942–2001 Theologieprofessor (Kirchengeschichte)
O
Rudolf Oelzner 1906–1985 Bildhauer
Arthur von Oettingen 1836–1920 Physiker und Musiktheoretiker
Martin Oldiges 1940–2016 Jurist, Richter, Hochschullehrer
Kurt Opitz 1918–2008 Politiker Vorsitzenden der Staatlichen Plankommission der DDR
P
Gerhart J. Palmer 1929–2016 Pfarrer der Leipziger Christengemeinschaft ab 1953
Theodor Hermann Pantenius 1843–1915 Schriftsteller und Journalist
Erwin Payr 1871–1946 Chirurg
Albrecht Peiper 1889–1968 Kinderarzt
Charilaos Perpessas 1907–1995 Komponist
Josef Mathias Petersmann 1864–1942 Buchdruckereibesitzer und Verlagsbuchhändler
Martin Petzoldt 1946–2015 ev. Theologe, Präsident der Neuen Bachgesellschaft
Richard Petzoldt 1907–1974 Musikwissenschaftler
Emil Pinkau 1850–1922 Lithograph und Unternehmer Gründer von Emil Pinkau (Unternehmen)
Werner Pinzger 1878–1939 Reichsgerichtsrat
Bruno Plache 1908–1949 Leichtathlet Mitglied der KPD und dem Leipziger Stadtparlament
Richard Poetzsch 1861–1913 Unternehmer
Max Pommer 1847–1915 Architekt und Bauunternehmer
Q
Walter Queck 1871–1906 Kunstmaler
Richard Quelle 1870–1926 Verleger
R
Konrad von Rabenau 1924–2016 evangelischer Theologe
Günther Ramin 1898–1956 Thomaskantor
Hildegard Maria Rauchfuß 1918–2000 Schriftstellerin
Otto Rauth 1881–1967 Jurist, Publizist
Heinrich von Reichenbach-Goschütz 1865–1946 Standesherr
Carl Reinecke 1824–1910 Gewandhauskapellmeister
Franz Rendtorff 1860–1937 Theologe
Klaus Renft 1942–2006 Musiker
Albrecht Reum 1860–1935 Pädagoge Rektor der Nikolaischule
Eugenè Rey 1838–1909 Ornithologe
Irmgard Richter 1902–1931 Schauspielerin
Trude Richter 1899–1989 Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin
Fritz Riemann 1881–1955 Architekt
Hugo Riemann 1849–1919 Musiktheoretiker, Musikhistoriker, Musikpädagoge und Musiklexikograph
Georg Rietschel 1842–1914 Theologe
Arno Rink 1940–2017 Maler, Hochschullehrer
Max Robitzsch 1887–1952 Meteorologe und Polarforscher
Renate Rössing 1929–2005 Fotografin
Roger Rössing 1929–2006 Fotografen
Karl Rohn 1855–1920 Mathematiker
Wolfgang Rosenthal 1882–1971 Konzertsänger und Kieferchirurg
Gottfried Rost 1931–2000 Bibliothekar Leiter der Deutschen Bücherei Leipzig
Karl Rothe 1865–1953 Oberbürgermeister von Leipzig
Hans-Joachim Rotzsch 1929–2013 Thomaskantor
Helmut Rötzsch 1923–2017 Direktor der Deutschen Bücherei
Hans Rüdiger 1910–1964 Parteifunktionär Gründer und Vorsitzender der NDPD und deren späteren Landesverbände in Sachsen
Kurt Rümmler 1911–1958 Oberst Leiter der Bezirksverwaltung Leipzig des MfS
S
Hans Sandig 1914–1989 Komponist und Dirigent
Ernst Sarfert 1882–1937 Ethnologe, Forschungsreisender Mai 2022: Grabstelle aufgelassen
Otto Schelper 1844–1906 Opernsänger
Otto Schill 1838–1918 Politiker, Ehrenbürger der Stadt Leipzig
Adolf Heinrich Schletter 1793–1853 Seidenwarenhändler und Kunstsammler Überführt vom Neuen Johannisfriedhof
Franz Schlobach 1824–1907 Unternehmer
Walter Schlobach 1875–1950 Unternehmer
Karl Max Schneider 1887–1955 Zoodirektor
Wilhelm Schomburgk 1882–1959 Bankier, Sportfunktionär, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime
Bruno Schönlank 1859–1901 Journalist
Winfried Schrammek 1929–2017 Musikwissenschaftler und Orgelsachverständiger Direktor des Leipziger Musikinstrumentenmuseums
Gustav Schreck 1849–1918 Thomaskantor
Arnd Schultheiß 1930–2021 Maler und Grafiker
Ingrid Schultheiß 1932–2021 Buchgestalterin
Georg Schumann 1886–1945 Politiker
Klaus Schwabe 1939–2017 Bildhauer
Georg Schwarz 1896–1945 Politiker
Gerhard Seeliger 1860–1921 Historiker
Carl Seffner 1861–1932 Bildhauer z. Bsp. Bachdenkmal vor der Thomaskirche sowie eine Vielzahl von Grabdenkmalen auf dem Südfriedhof
Friedrich Seger 1867–1928 Politiker
Siegfried Seifert 1922–1998 Zoodirektor
Oscar Seifert 1861–1932 Schausteller und Leipziger Original
Ferdinand Selle 1862–1915 Unternehmer Gründer der Porzellan-Manufaktur Burgau a.d. Saale Ferdinand Selle
Helmut Seydelmann 1901–1962 Dirigent und Generalmusikdirektor
Johannes Skockan 1877–1897 Fußballer
Rudolf Skoda 1931–2015 Architekt des Neuen Gewandhauses Leipzig
Felix Skutsch 1861–1951 Arzt und Gynäkologe Gedenktafel
Theodor Leberecht Steingräber 1830–1904 Verleger Edition Steingräber
Karl Straube 1873–1950 Thomaskantor
Adolf von Strümpell 1853–1925 Mediziner
Paul Stuckenbruck 1868–1947 Bildhauer
Karl Sudhoff 1853–1938 Medizinhistoriker
Hilmar Swinka 1938–1970 Frauenmörder in Leipzig hingerichtet und anonym begraben
Peter Sylvester 1937–2007 Grafiker und Maler
Winfried Sziegoleit 1939–2021 Architekt
T
Jürgen Teller 1926–1999 Philosoph, Germanist und Verlagslektor Gründungs- und Präsidiumsmitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig
Werner Teske 1942–1981 Offizier des MfS wegen angeblicher Spionage und versuchtem Grenzübertritt hingerichtet – letzte Todesstrafe in der DDR
Alfred Thiele 1886–1957 Bildhauer
Adolf Thiem 1836–1908 Wasserbau-Ingenieur
Clemens Thieme 1861–1945 Architekt
Georg Thieme 1860–1925 Verleger
Ulrich Thieme 1865–1922 Kunsthistoriker
Paul Thorer 1858–1920 Rauchwarenhändler 2014: Grabstelle aufgelassen
Johannes Thummerer 1888–1921 Schriftsteller
Siegfried Tiefensee 1922–2009 Dirigent
Walter Tiemann 1876–1951 Typograph, Grafiker, Illustrator
Stanislaw Trabalski 1896–1985 Politiker
Manfred Trauzettel 1929–2001 Maler und Grafiker
Rolf Trauzettel 1930–2019 Sinologe und Historiker
Arthur Trebst 1861–1922 Bildhauer Grabmal 2019 restituiert
Georg Trexler 1903–1979 Komponist
Werner Tübke 1929–2004 Maler
U
Herbert Uebermuth 1901–1986 Chirurg, Hochschullehrer
Heinrich Uhlendahl 1886–1954 Generaldirektor der Deutschen Bücherei
Ernst und Pauline Ulbricht Pauline † 1926
Ernst † 1946
Eltern von Walter Ulbricht
Manfred Unger 1930–2016 Historiker, Archivar
Wolfgang Unger 1948–2004 Kapellmeister und Universitätsmusikdirektor
Eugen Urban 1868–1929 Maler und Grafiker 2009: Grabstelle aufgelassen, Grabmal in III. Abt. aufgestellt
V
Hedwig Voegt 1892–1987 Politiker und Widerstandskämpfer Erster Sekretär der SED-Kreisleitung
Johannes Vogelsang 1903–1988 Literaturwissenschaftlerin und Hochschullehrerin
Elisabeth Voigt 1893–1977 Malerin und Grafikerin
Lene Voigt 1891–1962 Mundartdichterin
Johannes Volkelt 1848–1930 Philosoph
Peter Volkelt 1914–2002 Kunsthistoriker
W
Günther Wartenberg 1943–2007 Theologe
Jochen Wehner 1936–2020 Dirigent
Cornelius Weiss 1933–2020 Chemiker, Politiker
Robert Wenger 1886–1922 Geophysiker
Klaus-Peter Wenzel 1936–2015 Chirurg, Hygieniker und Medizinhistoriker
Richard Wenzel 1889–1934 Maler
Klaus Werner 1940–2010 Kunsthistoriker
Karl Weule 1864–1926 Geograph, Direktor des Völkerkundemuseums
Conrad Weygand 1890–1945 Chemiker und Hochschullehrer 2014: Grabstelle aufgelassen
Otto Wiener 1862–1927 Physiker
Bernhard Wildenhain 1873–1957 Theater- und Filmschauspieler
Otto Wittenberg 1834–1918 Gartenbaudirektor
Manfred Wittich 1851–1902 Schriftsteller
Werner Wolf 1925–2019 Musikwissenschaftler, Musikkritiker und Wagner-Forscher
Edgar Wollgandt 1880–1949 Violinist
Wilhelm Wundt 1832–1920 Psychologe und Philosoph
Georg Wünschmann 1868–1937 Architekt
Z
Robert Zahn 1861–1914 Ingenieur und Industrieller
Fritz Zalisz 1893–1971 Bildhauer, Maler, Grafiker
Erich Zeigner 1886–1949 Politiker
Julius Zeißig 1855–1930 Architekt
Georg Zenker 1869–1933 Kunstmaler und Innenarchitekt
Wolfgang Zenker 1898–1918 Leutnant zur See
Christa Maria Ziese 1924–2012 Opernsängerin
Heinrich Zimmern 1862–1931 Altorientalist
William Zipperer 1884–1945 Politiker

Fotos bekannter Gräber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Aubert: Handbuch der Grabstätten berühmter Deutscher, Österreicher und Schweizer. Deutscher Kunstverlag, München 1975, ISBN 3-422-00344-4.
  • Wolfgang Knape, Thomas Steinert: Vom Südfriedhof erzählen. Geschichte und Geschichten, Spaziergang und Lebenszeichen. Verlag Kunst u. Touristik, Leipzig 1993, ISBN 3-928802-15-1.
  • Rosemarie Fret, Brunhilde Rothbauer: Lebensorte. Leipzigs alte Friedhöfe. Sax-Verlag, Beucha 2000, ISBN 3-934544-03-7.
  • Katrin Löffler, Iris Schöpa, Heidrun Sprinz: Der Leipziger Südfriedhof. Geschichte, Grabstätten, Grabdenkmäler. Edition Leipzig, Berlin 2004, ISBN 3-361-00526-4.
  • Alfred E. Otto Paul: Die Kunst im Stillen. Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen. Privatdruck, Bde. 1 bis 5, Leipzig 2009 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Südfriedhof (Leipzig) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedhofsfläche aus ALKIS-Bestandsdaten, abgerufen am 21. Februar 2022.
  2. Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Sachsen zur Denkmal-ID 09305093 (PDF, inklusive Kartenausschnitt). Abgerufen am 9. Februar 2022.
  3. Monumentale Melancholie. In: FAZ vom 7. Juni 2011, Seite 32
  4. Beate Berger (Stadtarchiv Leipzig): Rückblicke Leipzig 1989-1999: Eine Chronik. Leipziger Universitäts-Verlag, 2000
  5. a b Alice Münch: Der ehemalige „Sozialistische Ehrenhain“ auf dem Leipziger Südfriedhof Leipziger Kunstorte auf der Seite der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig hgb-leipzig.de, abgerufen am: 18. Juni 2021
  6. Unbekannte schlagen Köpfe von Skulpturen auf dem Leipziger Südfriedhof ab, Leipziger Volkszeitung vom 28. September 2016.

Koordinaten: 51° 18′ 33″ N, 12° 24′ 45″ O