Südkoreanische Fußballnationalmannschaft

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Dieser Artikel befasst sich mit der südkoreanischen Fußballnationalmannschaft der Männer. Für das Team der Frauen, siehe südkoreanische Fußballnationalmannschaft der Frauen.
Republik Korea
Daehan Minguk
Logo
Spitzname(n) Taegeuk Warriors
Tigers of Asia,
Red Devils
Verband Korea Football Association
Konföderation AFC
Technischer Sponsor Nike
Trainer DeutschlandDeutschland Uli Stielike[1]
Kapitän Ki Sung-yong
Rekordtorschütze Cha Bum-kun (55)
Rekordspieler Hong Myung-bo (136)
FIFA-Code KOR
FIFA-Rang 43. (700 Punkte)
(Stand: 6. April 2017)[2]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
Korea KaiserreichKorea Südkorea 5:3 Mexiko Mexiko 1934Mexiko
(London, England; 2. August 1948)
Höchster Sieg
Korea SudSüdkorea Südkorea 16:0 Nepal NepalNepal
(Incheon, Südkorea; 29. September 2003)
Höchste Niederlage
SchwedenSchweden Schweden 12:0 Südkorea Korea KaiserreichKorea
(London, England; 5. August 1948)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 9 (Erste: 1954)
Beste Ergebnisse 4. Platz 2002
Asienmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 12 (Erste: 1956)
Beste Ergebnisse Sieger 1956, 1960
Konföderationen-Pokal
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2001)
Beste Ergebnisse Vorrunde 2001
Nord- und Zentralamerikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 2
Beste Ergebnisse Vierter 2002
(Stand: 5. September 2014)

Die südkoreanische Fußballnationalmannschaft ist die Fußballauswahl der Korea Football Association aus der ostasiatischen Republik Korea. Sie ist eine der erfolgreichsten asiatischen Mannschaften seit ihrem internationalen Debüt bei den Olympischen Sommerspielen 1948.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korea hatte in früherer Zeit ein Ballspiel mit dem Namen chuk-gu, das dem damaligen Fußball sehr ähnlich war. Zum ersten Mal sahen die Koreaner 1882 eine Version des Fußballs, als britische Schiffsmitglieder im Hafen von Incheon spielten.

Im Jahre 1921 wurde das erste koreanische Fußballturnier ausgetragen und 1928 wurde der Koreanische Fußball-Bund gegründet um die Grundlage für die Verbreitung und Entwicklung des Fußballs in Korea zu schaffen. Während der Jahrzehnte der kolonialen Herrschaft unter den Japanern, stellte Fußball eine Möglichkeit dar, um Frustrationen abzubauen und die Hoffnung auf Unabhängigkeit zu verstärken.

Der Koreanische Fußball-Bund wurde 1948 in Südkorea wiedergegründet. 1948 trat der KFB der FIFA bei, 1954 wurde man zudem Mitglied des AFC.

Seit den 1960ern entwickelte sich Südkorea zu einer asiatischen Fußballmacht und gewann mehrere Turniere in Asien, unter anderem zweimal die Asienmeisterschaft. Die südkoreanische Nationalmannschaft nahm bislang an sieben WM-Endrunden teil, seit 1986 ununterbrochen. Eine professionelle Fußballliga wurde 1983 als erste ihrer Art im asiatischen Raum gegründet. Sie half dabei den südkoreanischen Fußball nochmals zu stärken.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 ist ein Zeichen für den rasanten Fortschritt, den der südkoreanische Fußball zu verzeichnen hat. Die Ausrichtung des Turniers zusammen mit Japan ist das Ergebnis der Begeisterung und Interesses der südkoreanischen Menschen, aber auch ein Indikator für die wirtschaftlichen Wachstumsmöglichkeiten, die der Fußball im asiatischen Raum noch bietet. Unter Führung des holländischen Trainers Guus Hiddink gelang es dem Nationalteam erstmals die Gruppenrunde zu überstehen. Durch Siege über Italien und Spanien erreichte zum ersten Mal in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft eine asiatische Mannschaft das Halbfinale.

2003, 2008 und 2015 gewann Südkorea die Ostasienmeisterschaft.

Teilnahme Südkoreas an den Olympischen Spielen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Länderspiel Südkoreas fand 1948 bei den Olympischen Spielen in London statt.

1948 in London Viertelfinale
1952 in Helsinki nicht teilgenommen
1956 in Melbourne nicht qualifiziert (Losentscheid)
1960 in Rom nicht qualifiziert
1964 in Tokio Vorrunde
1968 in Mexiko Stadt nicht qualifiziert
1972 in München nicht qualifiziert
1976 in Montreal nicht qualifiziert
1980 in Moskau nicht qualifiziert
1984 in Los Angeles nicht qualifiziert
1988 in Seoul Vorrunde

Seit 1992 nahm die A-Nationalmannschaft nicht mehr an den Olympischen Spielen bzw. Qualifikationsspielen dazu teil.

Teilnahme Südkoreas an der Fußballweltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südkorea nahm am häufigsten von allen asiatischen Mannschaften an Fußballweltmeisterschaften teil. Seit 1986 ist Südkorea Stammgast bei den WM-Endrunden.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[3] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay nicht teilgenommen 1. Länderspiel erst 1948; Korea noch Teil Japans
1934 Italien nicht teilgenommen 1. Länderspiel erst 1948; Korea noch Teil Japans
1938 Frankreich nicht teilgenommen 1. Länderspiel erst 1948; Korea noch Teil Japans
1950 Brasilien nicht teilgenommen
1954 Schweiz Vorrunde Ungarn, Türkei 000000000000016.000000000016. Kim Young-sik Nach zwei Niederlagen (0:9 gegen Ungarn und 0:7 gegen die Türkei) ausgeschieden. Das 0:9 war bis 1982, als ebenfalls Ungarn mit 10:1 gegen El Salvador gewann, die höchste Niederlage bei einer WM
1958 Schweden Anmeldung durch die FIFA abgelehnt[4]
1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs Europa/Ostasien an Jugoslawien gescheitert.
1966 England zurückgezogen Südkorea zog sich ebenso wie alle 15 gemeldeten afrikanischen Mannschaften aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand.
1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Australien gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Entscheidungsspielen an Australien gescheitert.
1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation am Iran gescheitert.
1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Kuwait gescheitert.
1986 Mexiko Vorrunde Argentinien, Bulgarien, Italien 000000000000020.000000000020. Kim Jung-nam Als Gruppenletzter ausgeschieden.
1990 Italien Vorrunde Belgien, Spanien, Uruguay 000000000000022.000000000022. Lee Hoe-taik Ohne Punkt als Gruppenletzter ausgeschieden.
1994 USA Vorrunde Spanien, Bolivien, Deutschland 000000000000020.000000000020. Kim Ho Als Gruppendritter nach zwei Remis gegen Spanien und Bolivien, sowie einer Niederlage gegen Deutschland ausgeschieden.
1998 Frankreich Vorrunde Mexiko, Niederlande, Belgien 000000000000030.000000000030. Cha Bum-kun Als Gruppenletzter ausgeschieden.
2002 Südkorea/Japan Spiel um Platz Drei Türkei Vierter Guus Hiddink Im Spiel um Platz 3 erzielte Hakan Şükür gegen Südkorea das schnellste Tor der WM-Geschichte, als er nach 11 Sekunden zum 1:0 traf.
2006 Deutschland Vorrunde Togo, Frankreich, Schweiz 000000000000017.000000000017. Dick Advocaat Als Gruppendritter ausgeschieden
2010 Südafrika Achtelfinale Uruguay 000000000000015.000000000015. Huh Jung-moo Nach einem Sieg gegen Griechenland, einer Niederlage gegen Argentinien und einem Unentschieden gegen Nigeria, schied Südkorea im Achtelfinale gegen Uruguay aus.
2014 Brasilien Vorrunde Russland, Algerien, Belgien 27. Hong Myung-bo Als Gruppenletzter ausgeschieden.
2018 Russland Uli Stielike In der dritten Runde der Qualifikation der Asiatischen Fussballkonföderation (AFC) trifft das Team auf den Iran, Usbekistan, China, Katar und Syrien.
2022 Katar

Teilnahme Südkoreas an der Asienmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1956Asienmeister
  • 1960Asienmeister
  • 1964 – Dritter
  • 1968Nicht qualifiziert
  • 1972 – Vizemeister
  • 1976Nicht qualifiziert
  • 1980 – Vizemeister
  • 1984 – Vorrunde
  • 1988 – Vizemeister
  • 1992Nicht qualifiziert
  • 1996 – Viertelfinale
  • 2000 – Dritter
  • 2004 – Viertelfinale
  • 2007 – Dritter
  • 2011 – Dritter
  • 2015 – Vizemeister
  • 2019Qualifiziert

Teilnahme Südkoreas an der Ostasienmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003Ostasienmeister
  • 2005 – Vierter
  • 2008Ostasienmeister
  • 2010 – Zweiter
  • 2013 – Dritter
  • 2015Ostasienmeister

Als inoffizielles Vorläuferturnier gilt der Dynasty Cup:

  • 1990 – Gewinner
  • 1992 – Zweiter
  • 1995 – Zweiter
  • 1998 – Dritter

Kader 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der angegebene Kader umfasst die Nationalspieler, die für das Aufgebot in der WM-Qualifikation 2018 nominiert wurden.[5]

Stand der Leistungsdaten: 6. Oktober 2016

Nr. Name Verein Geburtstag Spiele Tore
Torhüter
01 Kwoun Sun-tae Korea SudSüdkorea Jeonbuk Hyundai Motors 11. September 1984 02 00
23 Kim Seung-gyu JapanJapan Cerezo Osaka 30. September 1990 12 00
21 Kim Jin-hyeon Korea SudSüdkorea Ulsan Hyundai FC 6. Juli 1987 21 00
Abwehr
22 Jeong Dong-ho Korea SudSüdkorea Ulsan Hyundai 7. März 1990 05 00
20 Jang Hyeon-soo China VolksrepublikVolksrepublik China Guangzhou R&F F.C. 28. September 1991 30 03
02 Ko Kwang-min Korea SudSüdkorea FC Seoul 21. September 1988 00 00
03 Oh Jae-suk JapanJapan Gamba Osaka 4. Januar 1990 03 00
04 Kim Kee-hee China VolksrepublikVolksrepublik China Shanghai Shenhua 13. Juli 1989 20 00
15 Kim Min-hyeok JapanJapan Sagan Tosu 27. Februar 1992 00 00
05 Kwak Tae-hwi Korea SudSüdkorea FC Seoul 8. Juli 1981 56 05
06 Hong Chul Korea SudSüdkorea Suwon Samsung Bluewings 17. September 1990 10 00
Mittelfeld
14 Han Kook-young KatarKatar Al-Gharafa SC 19. April 1990 37 00
12 Lee Jae-sung Korea SudSüdkorea Jeonbuk Hyundai Motors 10. August 1992 04 01
16 Ki Sung-yong (C)Kapitän der Mannschaft WalesWales Swansea City 24. Januar 1989 88 09
08 Kim Bo-kyung Korea SudSüdkorea Jeonbuk Hyundai Motors 6. Oktober 1989 34 03
13 Koo Ja-cheol DeutschlandDeutschland FC Augsburg 27. Februar 1989 55 17
17 Lee Chung-yong EnglandEngland Crystal Palace 2. Juli 1988 75 08
10 Nam Tae-hee KatarKatar Lekhwiya 3. Juli 1991 30 03
19 Jung Woo-young China VolksrepublikVolksrepublik China Chongqing Lifan 14. Dezember 1989 14 00
07 Son Heung-min EnglandEngland Tottenham Hotspur 8. Juli 1992 51 17
11 Ji Dong-won DeutschlandDeutschland FC Augsburg 28. Mai 1991 40 10
Angriff
09 Suk Hyun-jun TurkeiTürkei Trabzonspor 29. Juni 1981 11 04
18 Kim Shin-wook Korea SudSüdkorea Jeonbuk Hyundai Motors 14. April 1988 34 03

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 29. Dezember 2015)[6]

Von den 2015 eingesetzten Spielern hat Ki Sung-yong mit 80 Spielen die meisten Länderspiele bestritten.

Spiele Spieler Zeitraum Tore
136 Hong Myung-bo 1990–2002 10
133 Lee Woon-jae 1994–2010 0
127 Lee Young-pyo 1999–2011 5
123 Yoo Sang-chul 1994–2005 18
121 Cha Bum-kun 1972–1986 55
104 Kim Tae-young 1992–2004 3
103 Hwang Seon-hong 1993–2002 50
103 Lee Dong-gook 1998–2014 30
100 Park Ji-sung 2000–2011 13
98 Kim Nam-il 2000–2013 2
95 Choi Soon-ho 1980–1991 30
95 Ha Seok-ju 1991–2001 23

Rekordtorschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolgreichste 2015 eingesetzte Torschützen sind Koo Ja-cheol und Son Heung-min mit derzeit je 16 Toren.

Tore Spieler Zeitraum Spiele
55 Cha Bum-kun 1972–1986 121
50 Hwang Seon-hong 1993–2002 103
33 Lee Dong-gook 1998–2014 103
30 Choi Soon-ho 1980–1991 95
29 Huh Jung-moo 1974–1986 84
29 Kim Do-hoon 1994–2003 72
27 Choi Yong-soo 1995–2003 67
27 Lee Tae-ho 1980–1991 72
26 Park Chu-Young 2005–2014 68
24 Lee Young-moo 1974–1982 70
24 Park Sung-hwa 1974–1984 92
23 Ha Seok-ju 1991–2001 95

Nationaltrainer (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mannschaftssymbole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Brust der Trikots der südkoreanischen Fußballnationalmannschaft ist ein Tiger abgebildet. Der Tiger steht für Stolz und Status. Auf dem Rücken ist der Spruch „Tu-Hon“ aufgedruckt. „Tu-Hon“ bedeutet „Kampfgeist“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Südkoreanische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stielike neuer Nationaltrainer Südkoreas. dfb.de
  2. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, 6. April 2017. Abgerufen am 8. April 2017
  3. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2014 (PDF; 200 kB).
  4. fifa.com: History of the FIFA World Cup Preliminary Competition (by year) (PDF; 325 kB), S. 12
  5. National Team KFA. Abgerufen am 14. Oktober 2016.
  6. rsssf.com: South Korea – Record International Players
  7. Kicker: Cho Kwang Rae beerbt Huh erschienen am 21. Juli 2010
  8. Choi neuer Trainer der „Taeguk Warriors“. FIFA.com
  9. Südkorea trennt sich von Trainer. Meldung auf sport1.de, 19. Juni 2013. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  10. Enrico Barz: Neuer Trainer für Südkorea. In: fussball-wm-total.de. FUSSBALL-WM-total, 24. Juni 2013, abgerufen am 20. August 2013.