Südmarokko

Mit Südmarokko wird im Allgemeinen der südliche Teil Marokkos, einschließlich der (im Jahr 1160 von Berbern gegründeten) ehemaligen Hauptstadt Marrakesch sowie der zumeist von Berbern bewohnten Gebiete südlich (und östlich) davon bezeichnet.[1][2] Wichtigster Hafen des Südens ist Agadir. Der genaue Verlauf der Grenze im Süden ist noch ungeklärt, bis ein UN-Referendum über die Zugehörigkeit der Westsahara entscheidet. Marokko und der Frente Polisario beanspruchen das Gebiet (siehe Westsaharakonflikt).[3][4] Historisch gesehen wurde von 1912 bis 1956 mit Südmarokko auch das gesamte französische Protektorat Marokko bezeichnet, im Gegensatz zum kleineren spanischen Protektorat im Landesnorden, das als Nordmarokko bezeichnet wurde.
Heute bezeichnet die marokkanische Regierung das Gebiet der 1976 bzw. 1979 völkerrechtswidrig annektierten Demokratischen Arabischen Republik Sahara (Westsahara) als Südmarokko. Großmarokkanische Nationalisten zählen auch Mauretanien zu Südmarokko, historisch als „Großmarokko“ bezeichnet.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ deutschlandfunk.de: Der Westsahara-Konflikt - Ein diplomatisches Fiasko für die UNO. 2. April 2016, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ M. Padrón Hernández: ‘The Moroccan king wants Western Sahara without its people’: an argument for Western Sahara as a settler colony. In: Settler Colonial Studies. Band 15, Nr. 1, 2. Januar 2025, ISSN 2201-473X, S. 126–143, doi:10.1080/2201473X.2025.2456386.
- ↑ Weitere Stärkung Marokkos im Konflikt um die Westsahara – DW – 05.06.2025. Abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ János Besenyő: Guerrilla Operations in Western Sahara: The Polisario versus Morocco and Mauritania. In: Connections. Band 16, Nr. 3, 2017, ISSN 1812-1098, S. 23–46, JSTOR:26867918.