Südringspitzkehre

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Südringspitzkehre
Strecke der Südringspitzkehre
Die Südringspitzkehre in Schöneberg im Jahr 1893,
die Umsteigebahnhöfe Papestraße und Schöneberg
auf der Ringbahn sind noch nicht vorhanden.
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 750 V =
   
Berlin Potsdamer Ringbahnhof
   
2,4 Kolonnenstraße
BSicon exSTR.svg
   
Ringbahn von Schöneberg und
nach Papestraße (heute Südkreuz)

Bei der am 3. Juli 1944 stillgelegten Südringspitzkehre handelte es sich um einen – als sogenannte „Spitzkehre“ ausgeführten – Streckenabschnitt der Berliner S-Bahn, die zwischen den Bahnhöfen Papestraße (heute Südkreuz) und Ebersstraße (heute Schöneberg) der südlichen Berliner Ringbahn abzweigte und entlang der Wannseebahn nach Norden über den alten Bahnhof Schöneberg (zum 1. Dezember 1932 umbenannt in Kolonnenstraße) zum Potsdamer Bahnhof führte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südringspitzkehre wurde am 15. Oktober 1881 eröffnet. Ihre Aufgabe war es einerseits, für die Fahrgäste eine Verbindung von den Bahnhöfen der Ringbahn zum damaligen Zentrum am Potsdamer Platz herzustellen, gleichzeitig ermöglichte das Wenden am Potsdamer Ring- und Vorortbahnhof ursprünglich das Austauschen der Dampflokomotiven, die im Gegensatz zu den später eingesetzten elektrischen S-Bahn-Triebwagen nur eine begrenzte Reichweite besaßen.

Die Südringspitzkehre lag am Westrand der Roten Insel, einem von Eisenbahnstrecken umgrenzten Arbeiterwohngebiet in Berlin-Schöneberg.

Vom alten Bahnhof Schöneberg der Südringspitzkehre gab es einen Verbindungsgang zum Bahnhof Großgörschenstraße der Wannseebahn. Dieser Umsteigeweg war notwendig, da es bis zur Eröffnung des Turmbahnhofs Schöneberg am Schnittpunkt von Ringbahn und Wannseebahn im Jahr 1933 ansonsten keine direkte Umsteigeverbindung zwischen beiden Strecken gab.

Ab 1902 bis 1928 wurden hier – wie auch auf den übrigen Strecken der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen – die Dampflokomotiven der preußischen Baureihe T 12 (spätere BR 74) eingesetzt, die als Tenderloks nur über begrenzte Vorräte verfügte. Nach der Elektrifizierung ab 1929 kamen zunächst die S-Bahn-Triebwagen ET 165 zum Einsatz, später auch andere Baureihen.

Die Südringspitzkehre wurde nach Bombenschäden 1944 nicht wieder aufgebaut, seitdem verkehrten die S-Bahn-Züge auf der Berliner Ringbahn als Vollringzüge. Auf der alten Bahntrasse sah der Berliner Flächennutzungsplan 1965 eine Verlängerung der Bundesautobahn 103 vom Sachsendamm kommend zum damals geplanten Autobahnkreuz Lehrter Bahnhof vor.[1] Heute ist im südlichen Bereich der Cheruskerpark angelegt.

In Höhe des alten Bahnhofs Schöneberg (Kolonnenstraße) wurde im Mai 2008 der neue Bahnhof Julius-Leber-Brücke an den Gleisen der Wannseebahn eröffnet.

Reste des Viadukts am Gleisdreieck

Ende 2014 begann der Abriss eines noch erhaltenen Viadukt-Abschnitts der Südringspitzkehre im Bereich des U-Bahnhofs Gleisdreieck.[2]

Es gibt Überlegungen, den östlichen Ast (die sogenannte „Cheruskerkurve“) wiederherzustellen. Danach ist dieser Abschnitt als vierte Ausbaustufe der Planungslinie S21 vorgesehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berliner S-Bahn Museum: Strecke ohne Ende – Die Berliner Ringbahn, Verlag GVE, Berlin 2002, ISBN 3-892-18074-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Südringspitzkehre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Flächennutzungsplan 1965
  2. Kurzmeldungen – S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Februar 2015, S. 30.

Koordinaten: 52° 28′ 51″ N, 13° 21′ 28″ O